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Bakterien in Springbrunnen erkennen und vermeiden

Dr. Jacqueline Hollensteiner entwickelt im Labor Testmethoden für Bakterien in Springbrunnen  Quelle: Christian Klett  Copyright: FH Südwestfalen
Dr. Jacqueline Hollensteiner entwickelt im Labor Testmethoden für Bakterien in Springbrunnen Quelle: Christian Klett Copyright: FH Südwestfalen
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Forscherteam der Fachhochschule Südwestfalen entwickelt im Projekt SpriBak
ein mikrobiologisches Überwachungssystem.

Im Forschungsprojekt SpriBak entwickelt ein Forscherteam der
Fachhochschule Südwestfalen ein mikrobiologisches Überwachungssystem für
Springbrunnen. Mit dessen Hilfe sollen künftig Bakterien automatisiert
erkannt und Gesundheitsrisiken bei der Nutzung als Wasserspiel vermieden
werden.

Springbrunnen sind insbesondere an heißen Sommertagen als Ort der
Abkühlung beliebt: ein wenig Planschen, die Füße ins Wasser halten oder
einfach am Rand im Wassernebel sitzen. Durch Hautkontakt mit dem Wasser
oder Einatmen von Aerosolen besteht jedoch laut einer Studie der Leibnitz
Universität Hannover ein erhöhtes Infektionsrisiko insbesondere für
Kinder. Bakterien wie Escherichia coli, Enterokokken oder Pseudomonas
können beispielsweise zu Magen-Darminfekten, Wundinfektionen oder
Lungenentzündungen führen.

„Öffentliche Springbrunnen sind keine Trinkwasserbrunnen“, erklärt
Projektmitarbeiterin Dr. Jacqueline Hollensteiner. Anders als bei
Trinkwasser würde nicht permanent frisches und geprüftes Wasser zugeführt.
In der Regel zirkuliere das Wasser und werde nur ab und an aufgefüllt.
„Der Eintrag von Nährstoffen und Fäkalien von Tieren in rezirkulierende
Wassersysteme mit Becken, Pumpen und Filtern begünstigt die Keimbildung“,
weiß die in Göttingen promovierte Mikrobiologin. Zudem fehlten spezifische
Regularien für Springbrunnen im Vergleich zu Trinkwasserverordnungen.

Unter der Leitung des Professors für Lebensmittel-Mikrobiologie Dr. Dr.
Alexander Prange arbeitet Hollensteiner in einem Kooperationsprojekt mit
der AquaActiv Springbrunnen- und Wassertechnik GmbH aus Lage. Ziel ist zum
einen die Entwicklung eines robusten Testsystems zur Überwachung der
Wasserqualität in öffentlichen Springbrunnen. Zum anderen geht es um die
technische Entwicklung von Springbrunnenanlagen mit einem optimierten
Aufbau, um effektiv Bakterienbelastungen vorzubeugen und zu reduzieren.

Dass hierzu Handlungsbedarf besteht konnten Hollensteiner und Prange durch
Auswertung einer Vorstudie bereits feststellen. „Von 280 im Sommer 2023 in
öffentlichen Springbrunnen genommenen Wasserproben entsprachen 65 Prozent
nicht den Bewertungsgrenzen für die Bakterienbelastung“, verdeutlicht
Hollensteiner. Mit Hilfe einer OpenStreetMap-Analyse zählte das Team 26443
gemeldete Springbrunnenobjekte in Deutschland, davon über 3000 in
Nordrhein-Westfalen. Das prognostizierte Marktwachstum für die Anzahl von
Springbrunnen in deutschen Innenstädten läge bei 3,5 Prozent pro Jahr.
„Diese regelmäßig zu testen bedeutet erheblichen personellen und
finanziellen Aufwand“, sagt Hollensteiner. In die Springbrunnentechnik
integrierte Testsysteme seien insofern sehr sinnvoll.

So arbeitet das Team aktuell an der Entwicklung einer automatisierten
Testkammer. „Erste Laborversuche verlaufen vielversprechend, mit deren
Hilfe Stoffwechselaktivitäten lebender Zellen sichtbar gemacht und das
Vorhandensein von Bakterien nachgewiesen werden kann“, sagt Hollensteiner.

Die Mikrobiologin ist zuversichtlich, dass am Ende der Projektlaufzeit ein
funktionierendes Testsystem steht. Entwicklungen wie die aktuelle
Hitzewelle zeigten, dass Springbrunnen ein zukunftsträchtiges Element im
Städtebau seien. „Sogenannte städtische Hitzeinseln werden in Zuge des
Klimawandels zunehmen und Springbrunnen oder Wasserspiele können helfen,
das städtische Mikroklima im Sommer zu kühlen.“ Eine steigende
Frequentierung durch die Bevölkerung mache dann aber eine Risikoanalyse
und -minimierung umso notwendiger.

Projektförderung durch das ZIM-Programm
Der Kurztitel SpriBak steht für Springbrunnen-Bakterien. Im Projekt geht
es um die Entwicklung einer neuartigen, keimsensiblen
Wasseraufbereitungsanlage für Springbrunnen mit integrierter Messeinheit,
Filterung und Entkeimungsvorrichtung. Das Projekt wird durch das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Zentralen
Innovationsprogramm Mittelstand – kurz ZIM - gefördert. Die
Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre.