Zum Hauptinhalt springen

Philipp Rothemund wird Gründungsdirektor des neuen KI-Forschungszentrums connAIx

Professor Philipp Rothemund forscht an der Schnittstelle zwischen Mechanik, Materialwissenschaft und Robotik. Der Experte für Soft Robotics ist hier an einem speziellen Schweißgerät zu sehen, das aus Plastik komplexe Teile für künstliche Muskeln macht.  Quelle: Uli Regenscheit  Copyright: Universität Stuttgart
Professor Philipp Rothemund forscht an der Schnittstelle zwischen Mechanik, Materialwissenschaft und Robotik. Der Experte für Soft Robotics ist hier an einem speziellen Schweißgerät zu sehen, das aus Plastik komplexe Teile für künstliche Muskeln macht. Quelle: Uli Regenscheit Copyright: Universität Stuttgart
Pin It

Der renommierte Robotik-Forscher Philipp Rothemund, Professor an der
Universität Stuttgart, übernimmt eine zentrale Rolle in der Aufbauphase
des neuen baden-württembergischen Forschungs- und Graduiertenzentrums für
angewandte Künstliche Intelligenz.

Prof. Philipp Rothemund wird Gründungsdirektor der connAIx Research School
for Applied AI in Heilbronn und hat den damit verbundenen Ruf auf die
W3-Professur für Soft Robotics for Autonomous and Biomedical Systems an
der Universität Stuttgart angenommen. Damit stehen zwei von drei
Gründungsdirektor*innen der neuen Forschungseinrichtung fest. Gemeinsam
mit der Tübinger Professorin Veronika Eyring, die im Juni berufen wurde,
wird Rothemund den Aufbau von connAIx gestalten.

Das Forschungs- und Graduiertenzentrum für angewandte Künstliche
Intelligenz wurde im Januar 2026 vom Land Baden-Württemberg mit
Unterstützung der Dieter Schwarz Stiftung ins Leben gerufen. Die drei
Trägereinrichtungen, die Universitäten Stuttgart und Tübingen sowie das
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), bündeln darin ihre Expertise in
der KI-Forschung. Sie arbeiten eng mit Unternehmen zusammen, um Forschung
schneller in die Anwendung zu bringen, und schaffen den Rahmen für eine
exzellente Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Inhaltliche
Schwerpunkte liegen auf Zukunftsfeldern der angewandten KI wie Chipdesign,
Robotik und Cybersicherheit.

Forschung im Zukunftsfeld Soft Robotics

In seiner Arbeit an der Schnittstelle zwischen Mechanik,
Materialwissenschaft und Robotik erforscht Philipp Rothemund das
grundsätzliche Verhalten funktioneller weicher Materialien. Rothemund
schafft nicht nur wichtiges Grundlagenwissen, sondern entwickelt mit
seiner Gruppe innovative, funktionale Materialstrukturen, die auf
Temperatur, Feuchtigkeit und elektrische Felder reagieren. In Soft-
Robotics-Systemen der Zukunft könnten diese Materialien eine zentrale
Rolle spielen – beispielsweise als Aktoren, Sensoren, Steuerungen oder
Energiequellen.

Ungewöhnliche und mutige Wege

„Wir freuen uns sehr, nach Professorin Veronika Eyring den zweiten
Gründungsdirektor für connAIx in Heilbronn gewonnen zu haben. Professor
Philipp Rothemund ist ein aufstrebender, international bestens vernetzter
Wissenschaftler, der in der Robotik ungewöhnliche und mutige Wege geht“,
sagt Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski.
„Rothemund nimmt dabei besonders die Materialebene in den Blick und
arbeitet nicht wie bei herkömmlichen Robotern meist üblich mit Aluminium,
Stahl oder Carbonfasern, sondern mit weichen, oftmals bioinspirierten
Stoffen wie Gummi. Er passt so perfekt zu der Ausrichtung von connAIx.
Denn hier arbeiten künftig international herausragende Forscherinnen und
Forscher mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern
interdisziplinär an Fragen der angewandten KI zusammen.“

„Wir sind stolz, dass wir Philipp Rothemund an der Universität Stuttgart
halten und ihn für die wichtige Position des connAIx-Gründungsdirektors
gewinnen konnten“, betont Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität
Stuttgart. „Er wird gemeinsam mit weiteren herausragenden KI-Forschenden
aus Stuttgart, Karlsruhe und Tübingen das Forschungs- und
Graduiertenzentrum voranbringen und einen wichtigen Beitrag für die
langfristige Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft sowie für die
Nachwuchsförderung auf international höchstem Niveau leisten.“

Spitzenstandort für Künstliche Intelligenz und Robotik

„Ein neues Zentrum von Grund auf aufzubauen und seine wissenschaftliche
Identität von Beginn an mitzuprägen, ist eine außergewöhnliche Aufgabe,
auf die ich mich sehr freue“, sagt Philipp Rothemund. „Mit connAIx bietet
sich die große Chance, einen international sichtbaren Spitzenstandort für
Künstliche Intelligenz und Robotik zu schaffen und damit das Forschungs-
und Innovationsökosystem in Baden-Württemberg nachhaltig zu stärken. Unser
Anspruch ist klar: Wir wollen Spitzenforschung betreiben, wissenschaftlich
neue Maßstäbe setzen und herausragende Talente für diesen Standort
begeistern.“

„Mit Philipp Rothemund gewinnen wir einen Forscher, der intelligente
Materialien und physische Robotik auf faszinierende Weise zusammenbringt“,
so Prof. Gunther Friedl, Geschäftsführer der Dieter Schwarz Stiftung.
„Seine Arbeit hat internationale Strahlkraft und wird ambitionierte
Talente aus aller Welt nach Heilbronn ziehen. Wir freuen uns sehr, ihn als
Gründungsdirektor an Bord zu haben, um connAIx zukunftsweisend
mitzugestalten.“

Über Philipp Rothemund

Philipp Rothemund ist Professor für Soft Robotics for Autonomous and
Biomedical Systems an der Universität Stuttgart und Gründungsdirektor der
connAIx Research School for Applied AI in Heilbronn. Er war zuvor Tenure
Track Professor für Functional Soft Robotic Matter am Institut für
Adaptive Mechanische Systeme (IAMS) der Universität Stuttgart. Er
promovierte 2018 in den Ingenieurswissenschaften an der Harvard
University. Weitere akademische Stationen führten ihn an die ETH Zürich,
an die University of Colorado Boulder und das Max-Planck-Institut für
Intelligente Systeme. 2024 gründete er gemeinsam mit Prof. David Remy das
Institut für Adaptive Mechanische Systeme (IAMS) der Universität
Stuttgart. 2025 erhielt er den renommierten ERC Consolidator Grant.
Rothemund hat sich nicht nur mit seiner Expertise im Bereich Soft Robotics
einen Namen gemacht, seine Stimme findet auch in der Wissenschaftspolitik
Gehör. 2025 wurde er für ein Jahr zum Sprecher der Jungen Akademie
gewählt, dem Sprachrohr für junge Wissenschaftler*innen in Deutschland,
und 2026 in das renommierte WIN-Kolleg der Heidelberger Akademie der
Wissenschaften aufgenommen.