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MINT- Botschafterin des Jahres 2021 von der Hochschule Heilbronn - Frau Prof. Dr. Nicole Marsden

Frau Prof. Dr. Nicola Marsden
Frau Prof. Dr. Nicola Marsden

MINT-Botschafterin des Jahres 2021 – Frau Prof.  Dr. Nicola Marsden
Faszinierende Ideen für mehr MINT in  Deutschland

Heilbronn, Juli 2021. Im Rahmen einer virtuellen Feierstunde am
Mittwochabend (21.07.) ernannte der MINT Zukunft e. V. Ehrenamtliche, die
in der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ aktiv sind, zu MINT-
Botschafterinnen und -Botschaftern des Jahres 2021. Darunter ist auch Frau
Prof. Dr. Nicola Marsden der Hochschule Heilbronn. Sie erhält diese
besondere Ehre für ihr Engagement als MINT-Botschafterin des
Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

Die Schirmherrin der Initiative, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,
richtete während der digitalen Festveranstaltung ein Grußwort an die
geehrten Botschafterinnen und Botschafter: „MINT-Bildung ist der Schlüssel
für eine erfolgreiche berufliche Zukunft vieler junger Menschen. MINT-
Kompetenzen erschließen uns allen ein gutes Stück Zukunft. Und als MINT-
Botschafterinnen und -Botschafter haben Sie großen Anteil daran. Sie
inspirieren und motivieren, und so hoffe ich, dass Sie sich auch weiter
engagieren.”
Die Ehrung selbst wurde von Herrn Thomas Sattelberger,
Vorstandsvorsitzender „MINT Zukunft schaffen!“ vorgenommen: „Ohne die
ehrenamtlichen MINT-Botschafterinnen und -Botschafter gäbe es keine breit
aufgestellte MINT-Projektlandschaft mit tausenden MINT-Aktivitäten. Sie
haben Freude an der Weitergabe von Wissen, sie bilden sich und andere
weiter, sie leben MINT-Motivation vor. Die MINT-Botschafterinnen und
Botschafter tragen so entscheidend zu einer zukunftsfähigen und
nachhaltigen MINT-Welt bei. Herzlichen Dank dafür.“, so Thomas
Sattelberger.

Aufgabe und Verpflichtung

Um junge Menschen für MINT-Berufe (Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften und Technik) zu gewinnen, engagieren sich rund 20.000
MINT-Botschafterinnen und -Botschafter in der Initiative „MINT Zukunft
schaffen!“. Die Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ hat den Schwerpunkt,
Schülerinnen und Schüler für MINT zu begeistern und Schulen im Bereich
MINT zu motivieren, fördern und auszuzeichnen.
Prof. Dr. Nicola Marsden – „MINT-Botschafterin des Jahres 2021“
Inspiration und Begeisterung gibt Prof. Nicola Marsden, die zur MINT-
Botschafterin des Jahres 2021 ernannt wurde, während der regelmäßig
stattfindenden Veranstaltungen weiter. „Uns ist es wichtig, besonders
praxisnahe, alltagstaugliche und vielfältige Impulse für den Lebensweg zu
geben. Es geht uns im Sinne einer klischeefreien Entfaltung vor allem
darum, die Begeisterung für Informatik, Naturwissenschaften und Technik
bei Mädchen zu wecken“, sagt Nicola Marsden. „Dass wir hier auf dem
richtigen Weg sind, beweist diese Auszeichnung.“ Der Titel einer MINT-
Botschafterin sei zugleich Verpflichtung und Motivation, diesen Weg weiter
zu gehen.
Frau Prof. Dr. Ruth Fleuchaus – Prorektorin Internationales und Diversität
an der Hochschule Heilbronn ergänzt „Das Engagement von Nicola Marsden für
eine klischeefreie Berufs- und Studienfachwahl und für eine
chancengerechtere Zukunft ist herausragend. Ihr bundesweites Engagement zu
dem Thema hat große Strahlkraft, auch für die Hochschule Heilbronn.“

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Social Startup der Technischen Hochschule Ulm (THU) engagiert sich für Kinder in Nigeria

Chisom Nwabufo und ihr Mann mit Straßenkindern in Nigeria  Eruisaku Stiftung
Chisom Nwabufo und ihr Mann mit Straßenkindern in Nigeria Eruisaku Stiftung

Nigeria zählt zu einem der drei Länder mit der höchsten
Kindersterblichkeit auf der ganzen Welt. Jedes neunte Kind erreicht nicht
das 5. Lebensjahr (Statista 2019). Im Vergleich dazu ist die
Kindersterblichkeit in der EU mit vier Todesfällen je 1000 Geburten
gering. Darüber hinaus haben knapp 11 Millionen nigerianische Kinder
keinen Zugang zu irgendeiner Art von Bildung.
Was es bedeutet, unter solchen Bedingungen aufzuwachsen, weiß die THU-
Studentin Chisom Nwabufo aus eigener Erfahrung.

Geboren und aufgewachsen in Nigeria musste sie bereits mit 10 Jahren weit
weg von zu Hause als Dienstmädchen arbeiten, durfte nicht zur Schule gehen
und erlebte Hunger und Gewalt am eigenen Leib.

Erst mit 14 Jahren konnte sie ihrem schwierigen Leben entfliehen, kam als
Au-pair im Jahr 2013 nach Deutschland, studierte an der THU Computer
Science und arbeitet nun in einem Unternehmen für elektrische
Energietechnik in Österreich.

Seit diesen traumatischen Erfahrungen in Nigeria hatte die Ingenieurin das
Ziel, so vielen Kindern wie möglich in ihrem Heimatland und in ganz Afrika
zu helfen.
Um ihren Wunsch zu verwirklichen, gründete Chisom Nwabufo 2021 die
Eruisaku Stiftung für Waisen und Bildung. Mit ihrer Stiftung möchte sie
zusammen mit ihrem Mann ein Waisenhaus und eine Schule in Nigeria
errichten, um obdachlosen und Waisenkindern eine Unterkunft, Schutz und
Bildung zu bieten. „Mein Ziel ist es, ihnen so eine Chance auf ein besser
es Leben zu geben“, erzählt die 32-Jährige, die mittlerweile selbst Mutter
einer kleinen Tochter ist, deren zweiter Vorname Eruisaku lautet.

Bereits im September möchte Chisom mit der Anmietung von Apartments
starten. Diese sollen zehn Kindern ein neues zu Hause, Zugang zu Bildung
und eine Zukunft geben.
Mit einem Minimum Viable Product – einem kleinen, existenzfähigen Produkt
– beginnen, das habe sie in der Gründergarage gelernt, berichtet sie
stolz. Den ersten Schritt in Richtung Selbstständigkeit unternahm sie
nämlich bereits im Jahr 2020 in der Gründergarage, einem Lehrformat des
Verbundprojekts StartupSÜD unter Mitwirkung der THU, das Studierende dabei
unterstützt, eigene Gründungsideen zu erarbeiten und das passende
Geschäftsmodell zu entwickeln.

Im Laufe der Zeit soll das Projekt Eruisaku vergrößert werden. Auf einem
850 Quadratmeter großen Grundstück, welches Chisom Nwabufo bereits mit
eigenen Geldern finanziert hat, soll ein Waisenhaus für über 80 Kinder
gebaut werden. Langfristiges Ziel und das Besondere an diesem
Gründungsprojekt ist die Idee der Selbstversorgung. Angegliedert an das
Waisenhaus soll in den kommenden Jahren eine Farm mit Nutztierhaltung
sowie ein kleines Wasserwerk entstehen, um selbstständig und nachhaltig zu
agieren. So wird nicht nur der Erhalt des Waisenhauses gesichert, sondern
es werden langfristig auch Beschäftigungsmöglichkeiten für die
Einheimischen in der Region geschaffen.

Unter dem Motto „Leave no child behind“ (kein Kind zurücklassen) möchte
die Eruisaku Stiftung transparent und mit dem Wissen, was in Nigeria
gebraucht wird, agieren, um dorthin zu kommen, „wo wir brillante,
intelligente, kluge Kinder haben, die dort aufwachsen und die Pfeiler der
Gesellschaft von morgen sein [werden].“

Alle Informationen zur Eruisaku Stiftung für Waisen und Bildung unter
www.eruisaku.org.

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Verbundprojekt QEWSplus: Hochschule Biberach erweitert Geothermietestfeld um Grabenkollektor

Einbau des Grabenkollektors auf dem Geothermietestfeld der Hochschule Biberach  HBC
Einbau des Grabenkollektors auf dem Geothermietestfeld der Hochschule Biberach HBC

Derzeit wird am Campus Stadt der Hochschule Biberach, auf dem
Geothermietestfeld entlang der Kolpingstraße, ein Grabenkollektor
eingebaut. Mit Versuchen an diesem Kollektor soll ein Verfahren entwickelt
werden, um das umliegende Erdreich zu charakterisieren und die
Wechselwirkung mit der angeschlossenen Wärmepumpe zu untersuchen. Denn
Wärmepumpen werden laut Professor Roland Koenigsdorff vom Institut für
Gebäude- und Energiesysteme im Zuge der Energiewende eine der wichtigsten
Heiztechnologien sein.

Starkregen und Flutkatastrophen in Deutschland, Belgien und China,
Waldbrände in Russland und den USA: Extreme Wetterereignisse nehmen in
sämtlichen Weltregionen zu und verdeutlichen die Dringlichkeit der
Energiewende. Der Anteil der fossilen Energieträger wie Erdöl, Erdgas,
Kohle und der Kernenergieanteil am Energiemix in Deutschland soll
schnellstmöglich zugunsten der erneuerbaren Energien verringert werden.
Wie kann dieses Ziel umgesetzt und in unseren Alltag integriert werden?
Damit beschäftigt sich an der Hochschule Biberach (HBC) u. a. das Institut
für Gebäude- und Energiesysteme (IGE).

Derzeit wird am Campus Stadt der HBC, auf dem Geothermietestfeld entlang
der Kolpingstraße, ein Grabenkollektor eingebaut. Mit Versuchen an diesem
Kollektor soll ein Verfahren entwickelt werden, um das umliegende Erdreich
zu charakterisieren und die Wechselwirkung mit der angeschlossenen
Wärmepumpe zu untersuchen. „Wärmepumpen werden im Zuge der Energiewende
eine der wichtigsten Heiztechnologien sein“, erläutert Prof. Roland
Koenigsdorff. Er ist an der Hochschule Biberach Professor für
Simulationstechnik, Energiekonzepte und Geothermie und leitet gemeinsam
mit Adinda Van de Ven, Mitarbeiterin am IGE, das Forschungsprojekt
QEWSplus (Qualitätssteigerung oberflächennaher Geothermiesysteme). Für das
Verbundvorhaben, das bis Ende 2023 läuft, wurde nun ein Wärmeübertrager in
Form eines Grabenkollektors inklusive umfangreicher Messtechnik an der
Hochschule Biberach ins Erdreich eingebaut. Die Zuständigkeit für den
Aufbau der Versuchsanlage liegt bei Fabian Neth, wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Institut.

Wärmepumpen entziehen aus einer Wärmequelle, zum Beispiel aus dem
Erdreich, der Außenluft, aus Gewässern oder dem Grundwasser, Wärme und
bringen diese mithilfe von elektrischer Energie auf ein nutzbares
Temperaturniveau für Heizungen oder die Trinkwassererwärmung. Aufgrund der
günstigeren Temperaturverhältnisse – der Untergrund ist im Winter wärmer
als die Außenluft - benötigen die sogenannten erdgekoppelten Wärmepumpen
im Verhältnis deutlich weniger Strom als bei Betrieb mit Außenluft, sind
also effizienter. „Im Sommer kann zudem der im Verhältnis zur Außenluft
kühle Untergrund zur direkten geothermischen Kühlung genutzt werden, ohne
dass die Wärmepumpe laufen muss, was ebenfalls äußerst effizient ist“,
erklärt Prof. Koenigsdorff das Prinzip.

Mit dieser großen Bandbreite an Anwendungen und der hohen Flexibilität
können Erdwärmesonden, Grabenkollektoren und verwandte Systeme, die unter
dem Begriff Oberflächennahe Geothermie zusammengefasst werden, einen
wichtigen Beitrag zur Energiewende liefern – umso wichtiger sei es laut
des Projektleiters, diese kostengünstig und exakt zu dimensionieren. Hier
setzt das Verbundvorhaben QEWSplus an. Es werden wichtige Aspekte der
Qualitätssicherung und -steigerung oberflächennaher geothermischer Systeme
von der Auslegung und Planung über die Ausführung bis hin zur
Inbetriebnahme untersucht und Lösungen entwickelt. Diese bauen auf den
Erkenntnissen aus dem Vorgängerprojekt, dem Forschungsverbundprojekt "QEWS
II: Qualitätssicherung bei Erdwärmesonden II“ auf. Das Forschungsprojekt
soll zum Abbau von Risiken, zur Reduzierung von Energiegestehungskosten,
zur Steigerung der Effizienz- und Anlagenverfügbarkeit sowie zu einer
größeren Bekanntheit und öffentlichen Akzeptanz dieser Technologien
beitragen. Ziel ist es laut Adinda Van de Ven, dass „Erdwärmekollektoren
besser am Markt etabliert werden, da immer häufiger
Bohrtiefenbeschränkungen den Einbau von Erdwärmesonden verhindern.“

„Um die Veränderungen im Erdreich um den Kollektor herum genau bestimmen
und nachvollziehen zu können, werden von den Verbundpartnern verschiedene
Messtechniken eingebaut. Wir von der Hochschule verbauen ca. 100
PT100-Temperaturfühler in Vierleitertechnik. EIfER verbaut ein
Glasfaserkabel ebenso zur Temperaturmessung und das KIT-AGW setzt
Feuchtefühler zur Bestimmung des Feuchtegehaltes des Erdreichs ein“,
erklärt die Projektleiterin.

Ebenso wie bei allen anderen Versuchseinrichtungen im Technikum des
Instituts will Prof. Koenigsdorff auch die Grabenkollektoranlage neben der
Forschung in der Lehre des Bachelorstudiengangs Energie-Ingenieurwesen
sowie im Master Energie- und Gebäudesysteme einsetzen: „Während der
Projektlaufzeit arbeiten immer wieder Studierende mit. Zwei Studierende
haben beispielsweise bei der Kalibrierung der jetzt im Erdreich
eingebauten Temperaturfühler unterstützt.“ Ebenso können Studierende an
der Versuchsanlage Projekt- oder Abschlussarbeiten anfertigen, also z. B.
Versuche fahren, auswerten sowie damit Modelle und Computersimulation
validieren. Auch nach Projektende ist eine Nutzung für Studierende,
ergänzt um den Einsatz der Versuchsanlage in Laborpraktika, vorgesehen.
Mit den Forschungsarbeiten kann jedenfalls bald begonnen werden, denn “der
Einbau des Grabenkollektors hat abgesehen von ein paar kleineren
Herausforderungen, die wir zusammen vor Ort lösen konnten, reibungslos
funktioniert und somit ist dieser erste Bauabschnitt beendet. Wir
finalisieren nun die Planungen für den zweiten Bauabschnitt, welcher
hoffentlich noch in diesem Jahr zur Umsetzung kommt”, berichtet Fabian
Neth zufrieden.

Verbundpartner:

Burkhardt GmbH
EIFER
Fraunhofer ISE
Hauri KG
H.S.W. GmbH
KIT-AGW
Solites
ZAE Bayern

Gesamtprojektvolumen: 5.014.000,00 €

Fördervolumen: 4.678.907,00 €

Anteil HBC: 759.164,00 €

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Wie umgehen mit einem schwierigen Erbe?

Wie soll man mit Fries und seiner Büste umgehen? Hier ein Vorschlag.  Foto: AK Fries/Uni Jena
Wie soll man mit Fries und seiner Büste umgehen? Hier ein Vorschlag. Foto: AK Fries/Uni Jena

Debatte um Jakob Friedrich Fries: Philosophinnen der Friedrich-Schiller-
Universität Jena schalten Website www.erinnerngestalten.uni-jena.de frei
Der Philosoph Jakob Friedrich Fries (1773-1843) zählt heute zwar nicht zu
den Klassikern der Philosophie, gilt jedoch als einflussreicher Vertreter
des deutschen Kantianismus bzw. Nachkantianismus. Gleichzeitig trat Fries,
der viele Jahre in Jena lehrte, als Autor einer antisemitischen
Hetzschrift hervor. In seiner 1816 publizierten Polemik „Ueber die
Gefährdung des Wohlstandes und Charakters der Deutschen durch die Juden“
finden sich deutlich judenfeindliche Äußerungen und sogar Aufrufe zur
Vernichtung, Vertreibung, Stigmatisierung. Dennoch wird Fries in Jena in
vielfältiger Weise geehrt. So gibt es im Norden der Stadt einen Friesweg,
und ein Denkmal in der sogenannten „Via triumphalis“ am Fürstengraben
erinnert an den Philosophen. Im Hörsaal Z1 des Instituts für Philosophie
wurde zudem noch im Oktober 2000 eine Fries-Büste aufgestellt. Auf
Initiative Studierender wurde die Büste gut 20 Jahre später – im Februar
2020 – verhüllt. Auf der gerade freigeschalteten komplexen Website
www.erinnerngestalten.uni-jena.de wird nun die Debatte um Fries
aufgearbeitet, weitergeführt und öffentlich gemacht. Einmischung ist
ausdrücklich erwünscht.

Ein klares „richtig“ oder „falsch“ ist in der Debatte kaum möglich

„Wir erleben eine sehr lebendige Auseinandersetzung in dieser Sache“, sagt
Prof. Dr. Andrea Esser vom Institut für Philosophie. Der Streit um die
antisemitischen Äußerungen von Fries und die Ehrungen des Philosophen
weise weit über die Person Fries hinaus; einfache Antworten auf die Frage,
wie mit diesem problematischen Erbe umzugehen ist, seien nicht möglich. Um
fundierte Meinungen in dieser Sache zu ermöglichen, haben Prof. Esser und
ihre Mitarbeiterin Dr. Peggy H. Breitenstein zwei Forschungsseminare
angeboten, die zugleich auf langjährigen Überlegungen und Projekten zur
Frage „Wie umgehen mit Rassismus, Sexismus, Antisemitismus in Werken der
Philosophie?“ aufbauen konnten. Im ersten Seminar (Sommersemester 2020)
ging es vorrangig um die philosophischen Schriften Fries', den Umgang mit
seinen antisemitistischen Schriften sowie das Verhältnis von Werk und
Autor. Im zweiten Forschungsseminar (Wintersemester 2020/21) standen die
Möglichkeiten einer kritischen Erinnerungskultur und öffentliche
Verhandlungen eines „kulturellen Gedächtnisses“ im Blickpunkt.

Für Dr. Peggy H. Breitenstein dokumentiert die neue Website einen Prozess,
dessen Ausgang weiterhin offen ist: „Soll die Büste verschwinden? Soll sie
ersetzt oder vielleicht sogar umgestaltet werden?“ Die Seite dokumentiert
die aktuellen Kontroversen um die Fries-Ehrungen in Jena. Dort kommen
Befürworter der Verhüllung der Büste ebenso zu Wort wie Gegner. Auch um
die Bewertung der philosophischen Schriften Fries' geht es. Immerhin steht
die Büste des Philosophen neben denen von Fichte, Schelling, Hegel und
Frege. Darüber hinaus wird auf der Website die Frage diskutiert, welche
Bedeutung Denkmäler überhaupt im Rahmen unserer Erinnerungskultur spielen
und welche Facetten des Gedenkens es gibt. Zu guter Letzt steht der Aufruf
an die Öffentlichkeit, sich einzumischen und mitzugestalten. Unter dem
Leitmotiv „Überlagern und sichtbar machen“ werden konkrete ästhetische
Umgestaltungsvorschläge gesucht.

Ideen zu einem Umgang mit der Fries-Büste werden erbeten bis zum 15.
September 2021 an die E-Mail-Adresse fries-ausschreibung@uni-jena.de. Die
Ergebnisse des Wettbewerbs sollen gemeinsam mit der neuen Homepage am 1.
Oktober 2021 in der Reihe „Kein Schlussstrich“ der Öffentlichkeit
präsentiert werden.

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