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Ausschreibung: Wilhelm P. Winterstein-Preis 2024 der Deutschen Herzstiftung

Bewerbungsschluss: 15. März 2024

Die Deutsche Herzstiftung vergibt im Jahr 2024 ein weiteres Mal den
Wilhelm P. Winterstein-Preis, dotiert mit 10.000 Euro. Ausgezeichnet wird
eine wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-
Erkrankungen, bevorzugt aus einem patientennahen Forschungsgebiet. Die
Arbeit darf einen Gesamtumfang von 20 Seiten nicht überschreiten und kann
bereits veröffentlicht sein, jedoch nicht früher als in dem der
Ausschreibung vorangegangenen Kalenderjahr. Allen eingereichten Arbeiten
ist grundsätzlich eine Zusammenfassung in deutscher Sprache
voranzustellen. Teilnahmeberechtigt sind Ärztinnen und Ärzte aus
Deutschland. Die Arbeit sollte sich nicht im Bewerbungsverfahren für einen
anderen Wissenschaftspreis befinden.
Die Bewerbungsunterlagen mit tabellarischem Lebenslauf und der
Einverständniserklärung der Co-Autoren sowie deren Angabe zu ihren
Arbeitsanteilen sind als PDF-Datei per E-Mail
(<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>) bis spätestens 15. März 2024 einzureichen.
Weitere Informationen zur Bewerbung sind abrufbar unter
<www.herzstiftung.de/wissenschaftspreise>
Die Bewerberinnen und Bewerber verpflichten sich, im Falle der Prämierung
eine für die Veröffentlichung in der Zeitschrift der Deutschen
Herzstiftung HERZ heute allgemeinverständliche Kurzfassung zu erstellen.
Über die Vergabe des Preises entscheidet der Vorstand der Deutschen
Herzstiftung e. V. auf Vorschlag des Wissenschaftlichen Beirats. Die
Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Mitgliederversammlung der Deutschen
Herzstiftung am 22. Juni 2024 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen
sind zu erhalten von Valerie Popp (Telefon 069 955128-119) oder der
Homepage der Deutschen Herzstiftung zu entnehmen.

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Nachhaltigkeit und das Geld: Wie die deutschen Börsenstars ihre Führungsspitze bezahlen

Bachelor-Arbeit zeigt große Unterschiede zwischen den Unternehmen.

Heilbronn, Januar 2024. Die Richtlinien der EU treiben die Ausrichtung an
Nachhaltigkeit für Unternehmen voran. Das Schlagwort dafür lautet: „ESG“,
kurz für Environmental, Social and Governance.  Dabei steht
„Environmental“ für Umweltaspekte, „Social“ für soziale Faktoren,
„Governance“ für Aspekte guter Unternehmensführung. Doch wie konsequent
setzen die Unternehmen diese ESG-Orientierung um? Wird die Führungsspitze
auch für das Erreichen von ESG-Zielen bezahlt oder nur für rein
finanzielle Ziele?

Im Studiengang Betriebswirtschaft und Unternehmensführung (BU) hat
Professor Roland Alter diese Frage zum Gegenstand einer Bachelor-Thesis
gemacht, die von dem Studenten Pascal Kast bearbeitet wurde. In seiner
Abschlussarbeit hat Pascal Kast untersucht, wie die deutschen Börsenstars,
die DAX-40-Unternehmen, ihr Incentivesystem aufgebaut haben und in welchem
Umfang dabei ESG-Ziele enthalten sind. Grundlage bildeten die in 2023
publizierten Berichte für das Geschäftsjahr 2022.

„Die Analysen zeigen eine erstaunliche Spannweite bei der Einbeziehung von
ESG-Zielen auf. Diese reicht von ESG-Zielen mit einem Anteil von immerhin
25 bis 27 Prozent an der Zielvergütung bis hin zu nicht oder fast nicht
existenten ESG-Zielen“, sagt Professor Alter.

„Die Sensibilität der Unternehmen zu den ESG-Themen ist klar gegeben, was
die Reaktion auf Rückfragen zeigte“, sagt Pascal Kast. „Aber der Abstand
zwischen Spitzengruppe und Schlussgruppe ist noch erheblich.“

Zu der Spitzengruppe der Unternehmen gehören unter anderem die Deutsche
Telekom und BMW. Im Mittelfeld befinden sich zum Beispiel Volkswagen und
Bayer. Zu den Schlusslichtern gehören die Porsche AG, QIAGEN und Henkel.
„Dass Bewegung im Thema ist, zeigt sich beispielsweise in der Information
der Porsche AG, dass inzwischen ESG-Ziele in die Bezahlung des Vorstands
aufgenommen wurden“, sagt Absolvent Pascal Kast weiter.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist über Professor Roland Alter
erhältlich.


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Hochschule Heilbronn – Kompetenz in Technik, Wirtschaft und Informatik
Mit ca. 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn (HHN) eine der
größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg.
Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und
Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim,
Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60
zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch
berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere
Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der
Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt.
Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende
zudem beim Lebensziel Unternehmertum.

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Digitale Transformation: Wie Technologie Versicherungs- und Zulassungsprozesse revolutioniert

Digitale Transformation Symbolbild
Digitale Transformation Symbolbild

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Digitalisierung in vielen Branchen Einzug gehalten und für die Verschlankung und Transformation von Prozessen und Dienstleistungen gesorgt. Auch in der Versicherungsbranche bieten neue Technologien und digitale Geschäftsprozesse sowohl Unternehmen als auch Kunden interessante Vorteile. Den Abschluss von Versicherungsprodukten und die Kommunikation mit Kunden in die Online-Welt zu verlagern sowie neue Technologien zu nutzen verbessert das Kundenerlebnis und sorgt für Effizienzsteigerungen. Welche Möglichkeiten die digitale Transformation Versicherungsunternehmen bietet und wie sich die Versicherungswirtschaft bereits verändert hat, erfahren Sie hier.

Digitale Transformation – was bedeutet das?

Die digitale Transformation in Unternehmen bedeutet, dass analoge Geschäftsprozesse und Handlungsweisen zunehmend digitalisiert und durch digitale Lösungen ersetzt werden. Prozesse, die in der Vergangenheit manuell oder in Papierform erledigt werden mussten, können heute beispielsweise durch Computer, Maschinen oder Technologien wie Funk, Bluetooth oder Software-Programme abgewickelt werden.

Beispiele hierfür können folgende sein:

  • Digitale Lösungen für HR-Prozesse (z. B. Krankmeldungen, Urlaubsanträge, Bewerbermanagement, Onboarding neuer Mitarbeiter)
  • Interne Kommunikation und Arbeitsweisen (z. B. Kommunikation per E-Mail, Nachrichtendienst oder Videocall anstelle von persönlichen Meetings, Telefonaten oder Briefen)
  • Automatisierung in der Produktion (z. B. Maschinen, die händisch bedient oder programmiert werden mussten, arbeiten nun eigenständig oder per digitaler Eingabe)
  • Kommunikation mit Kunden (z. B. per E-Mail, Chat oder digitalem Postfach anstelle von Briefen, Telefonaten und persönlichen Besuchen)
  • Künstliche Intelligenz (z. B. zur automatisierten Kommunikation, Vorhersage von Wartungen und Pannen bei Maschinen, Analyse von großen Datenmengen)

Die digitalen Möglichkeiten sind je nach Branche und Unternehmen quasi unendlich und erlauben es, maßgeschneiderte Lösungen für viele Prozesse zu entwerfen. Dennoch stellt die Umstellung auf digitale Prozesse viele Unternehmen und Branchen zunächst oft vor Herausforderungen. Denn die Transformation erfordert nicht nur viel Zeit und Geld, sondern auch den Willen und das Wissen, sich mit den neuen Technologien zu beschäftigen.

Auf der anderen Seite profitieren Unternehmen im Idealfall jedoch von modernen Lösungen, Effizienzsteigerungen und einer verbesserten Erfüllung der Kundenbedürfnisse. Wer nicht mit der Zeit geht und Kunden zum Beispiel die Möglichkeit zur Online-Bestellung, Online-Kommunikation und einen attraktiven Internetauftritt bietet, wird diese langfristig vermutlich an Wettbewerber verlieren, die die Möglichkeiten der Digitalisierung voll ausschöpfen. Neben den Technologien haben sich somit auch die Kundenbedürfnisse und -erwartungen verändert.

Digitale Transformation in der Kfz-Versicherungsbranche

In der Versicherungsbranche ist die digitale Transformation in vollem Gange. Ein Paradebeispiel dafür ist die eVB-Nummer als Nachfolger der Doppelkarte für die Kfz-Versicherung. Damit ein Auto an- oder umgemeldet werden kann, ist bei der Zulassungsbehörde ein Nachweis über die Kfz-Haftpflichtversicherung vorzulegen. Ohne die Versicherungsbestätigung kann ein Fahrzeug nicht zugelassen werden. Lange Zeit gab es zu diesem Zweck die sogenannte Doppelkarte. Die jeweilige Kfz-Versicherung stellte diese in Papierform als vorläufige Versicherungszusage aus. Ein Exemplar der Doppelkarte verblieb dann bei der Zulassungsbehörde, während eine Durchschrift an den Versicherer ging. Im Jahr 2003 wurde die Doppelkarte zunächst durch eine einfache Versicherungsbestätigungskarte und ab 2008 schließlich durch die eVB-Nummer abgelöst.

Bei der eVB-Nummer handelt es sich um einen siebenstelligen Code aus Buchstaben und Zahlen, der als Nachweis über die Kfz-Haftpflichtversicherung eines Fahrzeugs dient. Das Kürzel eVB steht für elektronische Versicherungsbestätigung. Die ersten zwei Stellen der Nummer identifizieren den Versicherer, während die anderen fünf Zahlen und Buchstaben zufällig generiert werden. Bei der Zulassung eines Fahrzeugs müssen Besitzer nun lediglich die eVB-Nummer mitteilen. Die Zulassungsbehörde kann anhand der Nummer nachprüfen, dass eine Haftpflichtversicherung vorliegt, sodass das Hantieren mit Dokumenten in Papierform entfällt. Für alle Beteiligten ergibt sich eine Effizienzsteigerung. Die digitale eVB-Nummer bietet zudem besseren Schutz vor Missbrauch und Fälschung und erspart aufwendige Behördengänge. Die eVB-Nummer ist immer nur für ein Fahrzeug gültig und einmalig nutzbar. Steht nach der Zulassung des Fahrzeugs eine Ummeldung an, kann bei der Versicherung zu diesem Zweck eine neue eVB-Nummer beantragt werden.

Weitere digitale Lösungen der Versicherungswirtschaft

Neben der Digitalisierung von Zulassungsprozessen und dem elektronischen Nachweis eines Versicherungsverhältnisses, bietet die Digitalisierung Versicherungen weitere Vorteile und Möglichkeiten:

  • Kommunikation mit Kunden: Sowohl die Antragstellung als auch die spätere Kommunikation mit Kunden läuft bei vielen Versicherungen mittlerweile digital ab. Über ein Online-Portal können Kunden Kontakt zur Versicherung aufnehmen, ihre Vertragsdokumente einsehen und im besten Fall sogar Änderungen am Tarif und den eingeschlossenen Leistungen unkompliziert umsetzen, anstatt mehrere Tage oder Wochen auf eine postalische Bestätigung zu warten oder persönlich in einer Filiale vorbeischauen zu müssen.
  • Online-Rechner: Eine für das Kundenerlebnis besonders nützliche digitale Lösung stellen Online-Rechner dar. Diese ermöglichen Kunden, sich ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Versicherungsprodukt auszuwählen und mithilfe eines Online-Rechners die voraussichtlichen Beiträge zu berechnen. So fällt es leichter, verschiedene Tarife hinsichtlich Leistungsumfang und Preis zu vergleichen und sich eigenständig das passende Versicherungsprodukt zusammenzustellen. Für Kunden steht somit mehr Transparenz und Schnelligkeit auf der Vorteilsliste, während auf Unternehmensseite die Kundenberater entlastet werden.
  • Schadenserfassung: Insbesondere bei der Kfz-Versicherung, aber auch bei anderen Versicherungen bietet die digitale Transformation auch Vorteile bei der Schadenserfassung. Im Leistungsfall ist es wichtig, den Schaden oder Ausfall schnell an die Versicherung zu melden und die nötigen Dokumente und Nachweise zu übermitteln. Digital ist dies vielerorts über Online-Portale bereits möglich. Bilder eines Unfallschadens können beispielsweise ganz einfach hochgeladen und der Kfz-Versicherung zur weiteren Abwicklung zugespielt werden. Nachfolgende Prozesse wie das Einbestellen eines Gutachters oder die Benachrichtigung der Kfz-Werkstatt können automatisch ausgelöst werden und so schneller vonstattengehen.
  • Telematik-Tarife: Eine in den letzten Jahren aufgekommene digitale Neuerung der Versicherungsbranche stellen sogenannte Telematik-Tarife der Kfz-Versicherung Autobesitzer können dabei einen Sensor in ihrem Fahrzeug anbringen, der die Fahrdaten misst. Wer vorsichtig und vorausschauend fährt, hat so die Möglichkeit, niedrigere Beiträge zu zahlen. Auf der anderen Seite kann eine aggressive und unvorsichtige Fahrweise zu höheren Beiträgen führen. Versicherungsnehmer sollten sich daher genau überlegen, ob diese digitale Lösung ihnen eher einen Vor- oder Nachteil bietet.

Unternehmen der Versicherungsbranche sollten diese und weitere Lösungen nicht außer Acht lassen, um die Kundenbedürfnisse zu erfüllen und am Markt zu bestehen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass bisherige Kunden zur Konkurrenz abwandern. Gleichzeitig sollten bei jeder digitalen Neuerung die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen und darauf geachtet werden, dass alle Kunden mit den digitalen Prozessen umgehen können oder auch weiterhin analog beraten und unterstützt werden.

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Kita-Besuch kann soziale Unterschiede angleichen

Kompetenzen von Kindern entwickeln sich schon in jungen Jahren
unterschiedlich – insbesondere, weil sich die Entwicklungs- und
Lernmöglichkeiten in ihren Familien voneinander unterscheiden. Eine neue
Studie mit Daten des Nationalen Bildungspanels zeigt, dass für Kinder aus
sozial schwächeren Familien der Besuch einer Kindertagesstätte besonders
bereichernd ist. Herkunftsbezogene Unterschiede in den kognitiven
Kompetenzen können so verringert werden. Problematisch ist jedoch, dass
gerade Kinder aus benachteiligten Elternhäusern wesentlich stärker von
fehlenden Betreuungsplätzen betroffen sind, als solche von besser
gestellten Eltern.

Die häusliche Lernumgebung spielt für Kleinkinder eine zentrale Rolle bei
ihrer kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung. Wie viel die
Kinder lernen, hängt dabei stark vom sozialen und wirtschaftlichen
Hintergrund der Familie ab. Der Besuch einer Kindertagesstätte (Kita)
hingegen kann für Kinder unabhängig von den Bedingungen im Elternhaus
Vorteile bringen, weil sie dort andere Dinge lernen als zuhause,
beispielsweise durch das Miteinander mit Gleichaltrigen oder durch den
Kontakt mit pädagogischen Konzepten.

Kita-Besuch hängt vom sozialen Status ab
Die Studie, die auf Längsschnittdaten von 992 Kindern im Nationalen
Bildungspanel (NEPS) basiert, konnte nun zeigen, welche Kinder in ihrer
Entwicklung besonders stark von einer institutionellen Betreuung
profitieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder aus besser gestellten
Familien im Alter von zwei Jahren häufiger eine Betreuungseinrichtung
besuchen als Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern. Letztere
ziehen aber die größeren Vorteile aus einem Besuch im Hinblick auf ihre
kognitiven Kompetenzen, beispielsweise in Bereich Mathematik oder beim
Wortschatz. Umgekehrt bringt der Besuch einer Kinderbetreuungseinrichtung
Kindern aus Familien mit einem sehr hohen sozialen und wirtschaftlichen
Status keine Vorteile in ihren kognitiven Kompetenzen. Auf ihre
Mathematikkenntnisse wirkt er sich sogar tendenziell nachteilig aus.
Unabhängig von ihrer Herkunft gilt für alle Kinder, dass der Kita-Besuch
ihre sozial-emotionalen Kompetenzen stärkt.

Was wäre, wenn?
Die Forschenden konnten in ihrer Studie aufzeigen, dass der Besuch einer
Kindertageseinrichtung das soziale Gefälle in den Kompetenzen von Kindern
mindert und sozial ausgleichend wirken kann. Prof. Dr. Corinna Kleinert
vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe sagt dazu: „Unsere Simulationen
mit einem ‚Was wäre, wenn‘-Szenario zeigen: Würden alle Kinder eine Kita
besuchen, würden die sozialen Ungleichheiten in den Kompetenzen geringer
ausfallen als heute. Würden alle Kinder ausschließlich durch ihre Eltern
betreut, würden sich die sozialen Ungleichheiten in der Entwicklung
hingegen verstärken.“

Weiterer Kita-Ausbau kann helfen
Kritisch sehen die Forschenden die Zugangsmöglichkeiten zu
institutioneller Kinderbetreuung in Deutschland. Obgleich die Vorteile
gerade für schlechter gestellte Familien am höchsten sind, besuchen nur 35
% der Kinder aus diesen Familien im Alter von zwei Jahren eine
Einrichtung. Bei besser gestellten Familien liegt die Wahrscheinlichkeit
eines Kitabesuchs hingegen bei 60 %. Trotz eines bestehenden
Rechtsanspruchs auf institutionelle Betreuung hängt die tatsächliche
Inanspruchnahme stark vom sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund der
Eltern ab. Die Forschenden fordern deshalb nicht nur, die Anzahl an
Betreuungsplätzen weiter auszubauen, sondern auch den Zugang für
benachteiligte Kinder zu erleichtern. Beides sei eine langfristig lohnende
staatliche Investition in den Abbau sozialer Ungleichheit und die
allgemeine Förderung von Kompetenzen bei Kindern.

Eine Zusammenfassung der Studie ist als Transferbericht in der Reihe LIfBi
Forschung kompakt unter dem Titel „Führt ein Kitabesuch zu einer
Angleichung sozialer Unterschiede?“ erschienen:
https://www.lifbi.de/Portals/2/Publikationen/Transferberichte/LIfBi
Forschung kompakt/LIfBi-Forschung-kompakt_05_Kita

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.lifbi.de/de-
de/Start/Institut/Personen/Person/account/41?name=Kleinert,Corinna Prof.
Dr. Corinna Kleinert

Originalpublikation:
Ghirardi, G., Baier, T., Kleinert, C., & Triventi, M. (2023). Is early
formal childcare an equalizer? How attending childcare and education
centres affects children’s cognitive and socio-emotional skills in
Germany. European Sociological Review, 39(5), 692–707.
https://doi.org/10.1093/esr/jcac048

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