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Elvis Costello KKL Luzern 3.10.2023 besucht von Léonard Wüst

Elvis Costello & Steve Nieve live

Elvis Costello vocals guitar rechts – Steve Nieve piano links

Besetzung: Elvis Costello, Vocals/Guitar – Steve Nieve, Piano

Die zwei Schweizer Konzerte absolvierte Costello, dabei befindet er sich eigentlich im Streik. Als Mitglied der amerikanischen Schauspieler- und Autorengewerkschaft SAG-AFT unterstützt der Musiker den aktuellen Arbeitskampf gegen die grossen Filmstudios und Fernsehgesellschaften. «Ich habe gesehen, wie die Plattenfirmen tatenlos zugeschaut haben, als zuerst das Filesharing und dann das Streaming den Musikerinnen und Musikern die Lebensgrundlage genommen hat», sagt Costello. «Etwas Vergleichbares soll den Schauspielenden und Drehbuchautoren im Zeitalter der künstlichen Intelligenz nicht passieren.»

Elvis Costello Foto Mark Seliger  Universal
Elvis Costello Foto Mark Seliger Universal

Der Brite Elvis Costello, Rock ‘n’ Roll-Legende, hat zusammen mit seinem Langzeit-Pianisten Steve Nieve im Luzerner KKL eine Wundertüte spendiert – und gezeigt, dass er eben einer der ganz Großen ist. Doch manchmal musste man auch  weghören, wenn er sich in Rage redete und den unbeugsamen Weltverbesserer markierte.

Hohner Performer 37 Melodica
Nieve spielte auch auf einer Hohner Performer 37 Melodica

Seit rund 50 Jahren steht Elvis Costello auf der Bühne und die einzige Sache, bei der man sich bei diesem Mann immer sicher sein kann, ist, dass nichts sicher ist: Macht er jetzt Blues? Rock ‘n’ Roll? Schmuse-Pop? Dub? New Wave Krach? Das Konzert im Luzerner KKL steht ganz in dieser wundertütigen Tradition, denn Costello, der doch am bekanntesten für seinen großen Balladen ist, und sein Partner Steve Nieve an Klavier, Keyboard und auf der  Melodica starten experimentell: mit kreischender Gitarre und sumpfigen Trip Hop Beat, einer zähnefletschenden Bearbeitung des Costello-Songs “When I Was Cruel No. 2”.

Mikrofon? Na, wenn’s sein muss.

Steve Nieve Piano
Steve Nieve Piano

Und natürlich mit der Stimme von Elvis Costello, die so einzigartig daherkommt: Flehend, tremolierend, schmeichelnd, zärtlich verzagend, brüchig, aber, und das ist Faszinierende, trotzdem so unglaublich druckvoll. Der Kerl ist 69, aber es drängt sich der Verdacht auf: Man könnte das Mikro ausmachen und Elvis Costello wäre trotzdem noch in der letzten Reihe zu hören. Wahnsinn.

I am Legend

Elvis Costello
Elvis Costello

Wie zu erwarten, wechselt die Stimmung im Song-Takt. Auf den krachigen Anfang folgen schon bald die ersten Balladen und trotz der Experimentierfreude des Abends sind doch Songs wie das wunderschöne “God’s Comic”, schlicht instrumentiert, nur Gitarre, Klavier und Gesang, die Höhepunkte.

Früh hat Costello außerdem eine Verbindung zum Publikum. Der braucht keine Aufwärmzeit, der tänzelt zum Intro schon stilsicher wie immer in Anzug und Hut auf die Bühne. Der erzählt in großer Show-Man-Manier Anekdoten aus 50 Jahren Musikerleben. Der hat das Selbstbewusstsein, das Publikum schon im vierten Song zum Mitsummen zu dirigieren.

Steve Nieve in Action
Steve Nieve in Action

Elvis Costello kommt nicht unbedingt arrogant daher. Aber er weiß um seinen Legendenstatus und kostet diesen auch aus. Ein bisschen seltsam ist allerdings die Interaktion mit seinem – so heißt es – guten Freund und Mitmusiker Steve Nieve. Der schaut manchmal so aus, als würde er sich zumindest ein paar Zeichen von Costello wünschen, der seinen Blick meistens Richtung Fans gewandt hat. Elvis, welchen Song spielen wir denn jetzt als nächstes? Wann hören wir mit diesem auf? Nieve ist ein so fantastischer Musiker, dass er nie wirklich aus dem Takt kommt, trotzdem, etwas mehr gemeinsame Bühnen-Chemie zwischen ihm und Costello könnte man nach all der gemeinsamen Zeit schon erwarten.

Ein bisschen grauer Soundbeton

So zornig wie früher ist er nicht mehr – aber immerhin. Elvis Costello bei einem Auftritt in Mailand am 31. August 2023 Foto Sergione Infuso
Ganz so zornig wie früher ist er nicht mehr – aber immerhin. Elvis Costello bei einem Auftritt in Mailand am 31. August 2023 Foto Sergione Infuso

Elvis Costello ist tatsächlich so eine Legende, der Mann könnte, sorry, furzen und irgendwer würde es abfeiern. Insofern ist es umso schöner, dass er sich hier sichtlich reinhängt, neue Sachen ausprobiert, wenige Hits spielt, ausser natürlich einige von Burt Bacharach, dem grossen, am 8. Februar 2023 94-jährig verstorbenen amerikanischen Songwriter, und zusammen mit Steve Nieve immer wieder in eine Art Jam verfällt und seine Songs verfremdet.

Sie geben alles  Steve Nieve und Elvis Costello Illustration Imke Staats
Sie geben alles Steve Nieve und Elvis Costello Illustration Imke Staats

Nur: Die Experimente sind nicht sonderlich überzeugend. Um den Zwei-Mann-Sound aufzupeppen, spielt Costello immer wieder Drum-Beats ein. Die haben im besten Fall schöne Trip-Hop-Vibes, im schlechtesten Fall klingen sie wie mal eben in fünf Minuten am PC zusammengebastelt. Darüber sägt dann Costello auf seiner Gitarre herum und Nieve versucht mit allerlei Tasten und der Melodica Basis zu geben und Akzente zu setzen, nur geht das im Sound häufig unter. Und ja, Elvis Costello will nicht immer nur gefallen, sondern herausfordern, provozieren. Aber das Ergebnis ist dann halt indifferenter, aber nicht sonderlich aufregender grauer Soundbeton.

Zumal die Art, wie Elvis Costello singt und Musik schreibt, sich nicht so sonderlich gut in einen erbarmungslosen elektronischen 4/4-Takt zwängen lässt. Eigentlich ist Costello ein Crooner. Er lässt sich Zeit, kostet die Melodiebögen aus. Statt strenge Zählzeiten einzuhalten wird beschleunigt und gebremst. In dem Korsett des elektronischen Metronoms allerdings klingen die beiden manchmal regelrecht gehetzt. Und nur mittelgut.

Die Stimme – ein Hit and Miss

Steve Nieve am Klavier
Steve Nieve am Klavier

Außerdem – es lässt sich nicht wegdiskutieren – die Stimme von Elvis Costello ist eine Hit-und-Miss-Angelegenheit. Gerade am Anfang ist es eine Wonne, wenn sich Costello in die Höhe reckt, in die Kopfstimme fliegt, mit seinem Tremolo die Töne umschmeichelt und immer am Ziel angelangt. Aber je länger die Show, desto häufiger liegt er manchmal etwas daneben. Und das kann trotz allen Charismas und aller Aura dann beim zu Hören einfach frustrieren. Man weiß ja, was diese Stimme eigentlich konnte – und ja auch immer noch kann.

Imagepflege des Altmeisters

Mit seinen Speeches, wird man den Eindruck nicht los, betreibt er etwas Imagepflege, besonders wenn er sich, den ewigen Rebellen markierend,  in Rage redet.

Umso eindrücklicher und sensationell wie er danach Charles Aznavours «She» covert, gefolgt von «I want you», die ein grosser Teil des Publikums stehend miterlebt.

Es folgt ein Rock n Roll, bei dem sogar Pianist Nieve wacker mitsingt, manchmal gar, erstaunlich gut,  die Leadstimme übernimmt.

Funkelnde Höhepunkte wechseln sich also ab mit Momenten des Lieber-Mal-Kurz-Weghörens. Und Elvis Costello-Konzerte bleiben in allen Belangen  Wundertüten, wenn auch ausserordentliche, so einmal mehr auch im Luzerner KKL an diesem Abend, das mit einer langanhaltenden +Standing Ovation» endete.

Text: www.leonardwuest.ch Fotos   Léonard Wüst und www.allblues.ch

Homepages der andern Kolumnisten:  www.marinellapolli.ch                        www.gabrielabucher.ch
 
 

Elvis Costello vocals guitar rechts – Steve Nieve piano links

Elvis Costello

Elvis Costello

So zornig wie früher ist er noch immer. Elvis Costello bei einem Auftritt in Mailand am 31. August 2023 Foto Sergione Infuso

Die beiden Musiker auf der Bühne des KKL Luzern

Steve Nieve Piano

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Wissen für den Wandel: KU gründet neue School of Transformation and Sustainability

v.l.) KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, Prof. Dr. Harald Pechlaner, Gründungsdekan der School of Transformation and Sustainability, und Prof. Dr. Simone Birkel, Professorin für Religionspädagogik, präsentierten bei einem Pressegespräch die STS.  Constantin Schulte Strathaus
v.l.) KU-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Gien, Prof. Dr. Harald Pechlaner, Gründungsdekan der School of Transformation and Sustainability, und Prof. Dr. Simone Birkel, Professorin für Religionspädagogik, präsentierten bei einem Pressegespräch die STS. Constantin Schulte Strathaus

Mit der „School of Transformation and Sustainability“ (STS) etabliert die
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) zum Wintersemester eine
neue Fakultät, die mit ihrer innovativen Struktur und Programmatik auf die
Herausforderungen der Zeit ausgerichtet ist. Im Sinne einer
transformativen Wissenschaft will die neue Fakultät nicht nur in der
Lehre, sondern auch durch Forschung und Transfer die tiefgreifenden
gesellschaftlichen, politischen, ökologischen und religiösen Veränderungen
begleiten.

„Wir sind konfrontiert mit multiplen Krisen. Digitalisierung, ökologische
Fragen und eine zunehmende Komplexität prägen die Fragestellungen in Lehre
und Forschung. Klassische Berufsbilder müssen um neue Kompetenzen ergänzt
werden, um in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, aber auch in der
Kirche eine Transformation gestalten zu können. Mit unseren Angeboten an
der School of Transformation and Sustainability wollen wir aus unserem
Selbstverständnis heraus dazu passende Perspektiven schaffen, die
sinnstiftend und werteorientiert sind“, erklärt KU-Präsidentin Prof. Dr.
Gabriele Gien. Die neue Fakultät sei bewusst nicht als fertiges Produkt
konzipiert, sondern befinde sich in einem laufenden Prozess.

Die School of Transformation und Sustainability knüpft an die bisherige
Fakultät für Religionspädagogik/Kirchliche Bildungsarbeit an und wird an
beiden Standorten der KU in Eichstätt und Ingolstadt angesiedelt sein. An
der STS kooperieren außerdem gleichermaßen Forschende und Dozierende aus
dem universitären als auch aus dem Hochschulbereich. „Im Sinne einer
transformativen Wissenschaft will die neue Fakultät nicht nur in der
Lehre, sondern auch durch Forschung und Transfer die tiefgreifenden
gesellschaftlichen, politischen, ökologischen und religiösen Veränderungen
begleiten. Ansätze und Initiativen aus allen Fächern und Fakultäten, die
sich mit ihrem spezifisch-fachlichen Fokus mit gesellschaftlichen
Herausforderungen und Transformationsprozessen befassen, wollen wir in der
STS verknüpfen. Zudem spielen sowohl die regionale als auch die globale
Vernetzung eine bedeutende Rolle“, erklärt Prof. Dr. Harald Pechlaner als
Gründungsdekan der Fakultät. Das Spektrum an Themen in Lehre und Forschung
zu Nachhaltigkeit und Transformation reiche von den vorhandenen
Kompetenzen aus dem Bereich der Religionspädagogik über Geschichts- und
Gesellschaftswissenschaften, Psychologie und Mathematik bis hin zu
Wirtschaftswissenschaften.

„Die Verwobenheit und Verflechtung der Transformationsprozesse und Krisen
erfordert eine inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit, also
akademische Forschung über Fächergrenzen hinweg, die in Interaktion mit
Interessengruppen und Praktikern aus allen relevanten Bereichen
stattfindet“, betont Pechlaner weiter. Zwar setze dies ein breites und
tiefes Verständnis und Wissen in den einzelnen Wissenschaften voraus. Auf
die meisten Fragen, mit denen wir in unserer globalisierten Welt
konfrontiert seien, könnten ohne inter- und transdisziplinäre
Zusammenarbeit keine Antworten gegeben werden. Pechlaner schildert:
„Sektorübergreifende Kooperationen ermöglichen es uns, Grundlagenwissen
und anwendungsbezogenes Wissen, künstlerisch-kulturelle Bildung sowie die
Fähigkeit zu praktischer Anwendung bei der Entwicklung sozial robuster,
zukunftsfähiger Ideen und Lösungsansätze miteinander zu verknüpfen.“
Deshalb wird die Forschung an der STS bewusst einen projektorientierten
Charakter haben. Ein sogenannter „Sounding Board“ wiederum fungiert als
Bindeglied zu den anderen Fakultäten der KU und gewährleistet als Gremium
die Durchlässigkeit zu Forschenden über die STS hinaus. Darüber hinaus
wird ein Fellowprogramm als permamente Plattform dienen, um externe
Expertise in die Fakultät einzubinden.

Die Studierenden wiederum erhalten über das Student Board
institutionalisiert die Gelegenheit, sich in die laufende Entwicklung der
Fakultät einzubringen. Dieses Gremium als Vollversammlung der STS-
Studierenden ist fester Bestandteil der Fakultätsstruktur. „Das
Studienprogramm der STS richtet sich an junge Menschen, die stärker nach
dem Sinn und der Wirkung ihres Handels fragen und reflektieren, warum sie
überhaupt studieren sollten. Wir wollen Zukunftskompetenzen vermitteln und
eröffnen damit Perspektiven sowohl für eine Tätigkeit im kirchlichen
Bereich, NGOs, Verbänden und Bildungsstätten im Nachhaltigkeitsbereich als
auch darüber hinaus“, schildert Prof. Dr. Simone Birkel. Die Professorin
für Religionspädagogik beschäftigt sich insbesondere mit Fragen von
Bildung für Nachhaltige Entwicklung und ist mitverantwortlich für das zum
Wintersemester erstmals startende zweisemestrige Zertifikatsstudium
„Transformation – Orientierung – Zukunft“. In inter- und
transdisziplinären Lehrveranstaltungen werden unter anderem Grundlagen der
Transformations- und Nachhaltigkeitswissenschaften vermittelt. Aber auch
ethische Reflexionen, Projektmanagement, interkulturelle Erfahrungen,
Führungskompetenzen, Projektarbeiten und Coaching sind Bestandteil des
Lehrangebots. Es ist geplant, dass sich an das Zertifikatsstudium nahtlos
das Studienprogramm des neuen Bachelors „Transformation – Nachhaltigkeit –
Ethik“ anschließt, der an der KU zum Wintersemester 2024/25 starten soll.
Das Bachelorprogramm wird wahlweise die thematischen Schwerpunkte
„Nachhaltigkeit“ oder „Angewandte Theologie“ haben. Im Anschluss an das
Zertifikat kann aber auch ein anderer, zu den Kompetenzen und Inhalten des
Zertifikats anschlussfähiger Studiengang an der KU studiert werden.

Ebenfalls zum kommenden Wintersemester startet an der STS der neue
digitale Masterstudiengang „Transformation und nachhaltige
Lebensraumentwicklung – Tourismus neu gestalten“, den die KU gemeinsam mit
der Technischen Hochschule Deggendorf, der Hochschule Kempten sowie der
Hochschule München anbietet. Der Master befasst sich mit den großen Krisen
unserer Zeit und den Transformationsprozessen in Wirtschaft, Gesellschaft
und Politik. Im Tourismus standen lange ausschließlich die Bedürfnisse der
Gäste im Fokus. Tourismus kann durch die regionale Netzwerkkompetenz ein
Agent der sozial-ökologischen Transformation sein. Nachhaltige
Geschäftsmodelle und Reisestile können einen maßgeblichen Beitrag zu
gesellschaftlicher Entwicklung liefern. Der neue Masterstudiengang will
die entsprechenden Kompetenzen dafür vermitteln. Innovative Lehre mit
einem besonderen Fokus auf forschungorientiertem Transfer bildet eine
wichtige Säule hierfür.

Darüber hinaus führt die STS das bereits bestehende Weiterbildungsangebot
„Nachhaltige Bildung und sozial-ökologische Transformation in kirchlichen
Institutionen“ weiter – ebenso wie die erfolgreiche Kooperation mit dem
Netzwerk Jesuit Worldwide Learning, in dem die KU Weiterbildung für
talentierte junge Menschen aus Armutsgebieten, sozialen Brennpunkten und
Krisenregionen anbietet. In Lernzentren vor Ort, die über
Internetanschluss verfügen, kommen die Teilnehmenden regelmäßig zusammen,
um sich dort untereinander und mit Betreuenden auszutauschen. Eine
speziell für JWL entwickelte Lernplattform bietet den virtuellen Rahmen
für den Kontakt mit Dozierenden der KU und Gelegenheit zum Austausch im
„globalen Klassenzimmer“ mit internationalen Studierenden. Die
Teilnehmenden leben unter anderem in Afghanistan, Kenia, Indien, Myanmar,
Sri Lanka oder dem Irak.

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Familien profitieren vom Versorgungsnetz „Sichere Geburt“

Sarah und René Hockauf aus Bautzen profitierten als eine der ersten Familien vom Versorgungsnetz Sichere Geburt. Ihr frühgeborener Sohn Fin kam in Bautzen zur Welt, hatte Probleme bei der Atmung und wurde im Uniklinikum Dresden behandelt.  UKD/Michael Kretzschmar
Sarah und René Hockauf aus Bautzen profitierten als eine der ersten Familien vom Versorgungsnetz Sichere Geburt. Ihr frühgeborener Sohn Fin kam in Bautzen zur Welt, hatte Probleme bei der Atmung und wurde im Uniklinikum Dresden behandelt. UKD/Michael Kretzschmar

Seit 2022 untersucht das Projekt, wie hochschulmedizinische Expertise in
der gesamten Versorgungsregion Ostsachsen verfügbar gemacht werden kann.
Rückläufige Geburtenzahlen machen es schwerer, im ländlichen Bereich eine
flächendeckende, wohnortnahe Betreuung von Schwangeren und Müttern mit
ihren Früh- oder kranken Neugeborenen sicherzustellen. Telemedizin
verbessert die heimatnahe Betreuung der Familien. Erfahrungen des Zentrums
für feto-neonatale Gesundheit können bundesweit nutzbar gemacht werden.
Seit gut einem Jahr wird im Versorgungsnetz untersucht, wie
telemedizinische Unterstützung in einer Region etabliert werden kann und
ob damit die flächendeckende Versorgung verbessert wird.

Das im Rahmen des Innovationsfonds geförderte Projekt des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden (UKD) und der AOK PLUS ist
im Oktober 2022 offiziell an den Start gegangen. Seitdem profitierten
immer mehr Schwangere sowie Mütter und ihre Babys aus der Region von der
engen Zusammenarbeit mit dem UKD. Das Projekt leitet Prof. Mario Rüdiger,
Direktor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit, ein Zusammenschluss
von Pränatalmedizinerinnen und -medizinern sowie Kliniken in Ost- und
Westsachsen. Ziel des Versorgungsnetzes ist es, die Betreuung von
Schwangeren sowie Früh- und kranken Neugeborenen auch in ländlichen
Regionen auf höchstem Niveau zu gewährleisten. „Damit beweist die
Hochschulmedizin Dresden erneut, wie Expertise ausstrahlen kann und die
medizinische Versorgung im ländlichen Raum davon profitiert. Es ist uns
ein großes Anliegen, auch mithilfe der Telemedizin eine moderne Therapie
in allen Bereichen in die Regionen zu bringen und die Kolleginnen und
Kollegen dort zum Wohl der kommenden Generation zu unterstützen“, sagt
Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum
Dresden.

Sachsen ist das Bundesland mit der niedrigsten Neugeborenensterblichkeit.
Trotzdem steht der Freistaat vor der Herausforderung, die Versorgung von
Schwangeren und deren Neugeborenen in ländlichen Regionen auch künftig zu
sichern. Mit dem Versorgungsnetz Sichere Geburt steht seit vorigem Jahr
eine weitere Versorgungsstruktur für Risikoschwangere sowie kranke
Neugeborene und deren Familien zur Verfügung. Dafür arbeiten beteiligte
ambulante und stationäre Partner im Verbund zusammen und bieten
strukturierte, auf den jeweiligen Betreuungsbedarf bezogene und durch
Videokommunikation unterstützte Interventionsbündel an. Im Januar 2023
begann die Kontrollphase, seit Mai wird das Unterstützungsangebot
quartalsweise in einer neuen pränatalmedizinischen Praxis oder beteiligten
Klinik eingeführt.

„Geburt und Schwangerschaft sind prägende und wunderbare Zeiten im Leben
der Menschen. Dabei erwarten sie zurecht von uns, dass wir eine für ihre
Bedarfe passende medizinische Versorgung sicherstellen“, sagt Rainer
Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS. „Dafür müssen in Zeiten von
sinkenden Fallzahlen und schwierigen Personalsituationen neue Wege
ausprobiert werden, auch in der Geburtshilfe. Mit Projekten wie dem
Versorgungsnetz Sichere Geburt gehen wir zusammen mit unseren Partnern
diesen Schritt und testen, wie wir die Versorgung zukunftsfest gestalten
können, sodass die Menschen und jungen Familien unabhängig davon, wo sie
wohnen, mit einer hohen Qualität betreut werden können.“

Familie Hockauf ist eine der ersten Familien, die von der engen
Zusammenarbeit der Kliniken und niedergelassenen Ärzte im Umland mit dem
Uniklinikum Dresden direkt profitieren. Ihr Sohn Fin kam vier Wochen vor
dem errechneten Termin in den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen per
Notkaiserschnitt zur Welt. „Er hatte einen Infekt und die Lunge war noch
nicht fertig ausgebildet“, erzählt Mutter Sarah Hockauf. Da sich der
Zustand von Fin im weiteren Verlauf verschlechterte, nahmen die Ärzte in
Bautzen Kontakt mit dem Uniklinikum auf. Einen Tag nach seiner Geburt
wurde Fin per Krankentransport nach Dresden ins Uniklinikum gebracht.
Durch die Behandlung auf der Neugeborenen-Intensivstation verbesserte sich
der Zustand von Fin schnell. In gemeinsamen telemedizinischen Konsilen
wurde der Zustand von Fin besprochen und eine schnelle Rückverlegung nach
Bautzen ermöglicht. Da das behandelnde Team auch nach Fins Rückkehr
jederzeit telemedizinische Rücksprachen mit dem Team am Uniklinikum nehmen
kann, ist diese heimatnahe Rückverlegung deutlich schneller als sonst
möglich. Familie Hockauf freut sich, dass der Aufenthalt in Dresden nur
sehr kurz dauerte und sie ihren Sohn bis zur Entlassung jeden Tag besuchen
konnten, ohne den langen Weg nach Dresden machen zu müssen.

Dr. Ulf Winkler, Chefarzt der Oberlausitz-Kliniken gGmbH im Krankenhaus
Bautzen, betont, wie wichtig das Versorgungsnetz für die Familien in
Ostsachsen ist. „Als geburtenstärkste sächsische Klinik östlich von
Dresden sind wir sehr froh, mit unserem Frauen- und Kinderzentrum als eine
der ersten Kliniken am Versorgungsnetz Sichere Geburt teilnehmen zu
können. Die Möglichkeit einer sofortigen telemedizinischen Unterstützung
rund um die Uhr sichert uns eine spezialisierte Fachexpertise bei
Notfällen im Kreißsaal genauso wie bei Problemen oder Fragen im Rahmen der
weiteren medizinischen Behandlung von kranken Früh- und Neugeborenen. Dies
gibt unserem Team Sicherheit, genauso wie den Eltern der kleinen
Patientinnen und Patienten, und garantiert jederzeit eine Behandlung auf
höchstem medizinischem Niveau.“

Das Uniklinikum Dresden ist ein Perinatalzentrum der höchsten
Versorgungsstufe und versorgt damit alle Risiko- und
Mehrlingsschwangerschaften sowie alle Früh- und kritisch kranken
Neugeborenen. Es übernimmt im Rahmen des Versorgungsnetzes Sichere Geburt
koordinierende, schulende und beratende Aufgaben und tauscht sich über die
Telemedizin mit Kolleginnen und Kollegen im ländlichen Raum aus. Ist das
Angebot in allen Einrichtungen etabliert und dessen Wirksamkeit
nachgewiesen, so profitieren ambulante Pränatalmedizinerinnen und
-mediziner sowie Geburts- und Kinderkliniken in der Region, da sie auf die
große Erfahrung des Perinatalzentrums zugreifen können und Unterstützung
bekommen. „Das Versorgungsnetz gewährleistet trans- und intrasektorale
Versorgungssicherheit und damit die konkrete Umsetzung des Nationalen
Gesundheitsziels, Gesundheit rund um die Geburt‘“, sagt Prof. Mario
Rüdiger, Leiter des Projektes Sichere Geburt und Direktor des Zentrums für
feto-neonatale Gesundheit am Universitätsklinikum. „Damit ist dieses
deutschlandweit erste Zentrum ein gutes Beispiel, wie den mit
Geburtenrückgang und Fachkräftemangel einhergehenden Herausforderungen
entgegengetreten und die Versorgung von Schwangeren und deren Kindern in
einer Region auch künftig gesichert werden kann.“

Partnerkliniken Versorgungsnetz Sichere Geburt:

- Oberlausitz-Kliniken gGmbH, Krankenhaus Bautzen, Dr. med. Ulf Winkler
- Kreiskrankenhaus Freiberg gGmbH, Dr. med. Ulrich Zügge
- Städtisches Klinikum Görlitz gGmbH, Dr. med. Katalin Müller
- Helios Weißeritztal-Kliniken, Klinikum Freital, Dr. med. Daniel
Stadthaus
- Lausitzer Seenland Klinikum GmbH, Klinikum Hoyerswerda, Dr. Ulrike
Wetzel
- Elblandkliniken, Dr. Kai-Nils Pargac
- Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, Dr. med. Conny Huster

Pränatalmedizinische Partnerinnen und Partner:

- Dr. med. Martina Sperling, Freiberg
- Dr. med. Torsten Nadler, Görlitz gGmbH
- Dr. med. Pavel Rubeš, Bautzen
- Dr. med. Thomas Rudolf, Dresden
- Dr. med. Ines Strohbach-Weißenstein, Görlitz

Das Projekt wird durch den G-BA mit 3,3 Millionen Euro unterstützt und
adressiert drei sehr aktuelle Themen: die Möglichkeit der Steuerung einer
regionalen Versorgung, die Gewährleistung einer sicheren Versorgung von
Schwangeren und Neugeborenen in einer Region mit rückläufigen
Geburtenzahlen sowie den Einsatz von telemedizinischen Angeboten.

Bei Fragen zum Versorgungsnetz Sichere Geb

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Riesige Freude“: Hochschule Coburg erhält zwei Promotionszentren

Freut sich sehr über die Einrichtung der Promotionszentren: Prof. Dr. Martin Synold, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Hochschule Coburg.  Natale Schalk  Hochschule Coburg
Freut sich sehr über die Einrichtung der Promotionszentren: Prof. Dr. Martin Synold, Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Hochschule Coburg. Natale Schalk Hochschule Coburg

Heute beginnt eine neue Ära für alle Hochschulen für angewandte
Wissenschaften in Bayern: Wissenschaftsminister Markus Blume gab am Morgen
in München die Einrichtung von elf Promotionszentren bekannt.
Eigenständige Promotionszentren wird es an zwei Standorten geben – einer
davon ist die Hochschule Coburg mit „Analytics4Health“. Zusätzlich bekommt
Coburg noch ein Promotionszentrum im Verbund: „Nachhaltige und
intelligente Systeme“ wird mit der TH Würzburg-Schweinfurt und der TH
Aschaffenburg eingerichtet. Was das für die Hochschule Coburg bedeutet,
erklärt Prof. Dr. Martin Synold, Vizepräsident für Forschung.

Für besonders forschungsstarke Bereiche konnten bayerische Hochschulen
beim Wissenschaftsministerium das fachlich begrenzte Promotionsrecht
beantragen. Grundlage ist das neue Bayerische Hochschulinnovationsgesetz.
In einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren wurden die Anträge von einer
Expert:innenkommission begutachtet. „Die Qualität der eingereichten
Konzepte ist extrem überzeugend“, sagte Wissenschaftsminister Markus
Blume. „Unsere Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen
Hochschulen haben sich als herausragende Forschungseinrichtungen
etabliert. Es ist logische Folge, dass sie nun auch das Promotionsrecht
erhalten.“ Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler können in
den elf Promotionszentren nun direkt an den Hochschulen promovieren. Blume
betonte dabei auch die große Bedeutung der Praxis-Forschung für die
Wirtschaft. Weitere Details dazu gibt es in der Pressemitteilung des
Ministeriums hier:
https://www.stmwk.bayern.de/pressemitteilung/12724/nr-107-vom-04-10-2023.html.
Die Hochschule Coburg ist gleich mit zwei Promotionszentren vertreten. Wie
das kommt und was es für die Zukunft bedeutet? Prof. Dr. Martin Synold
beantwortet die wichtigsten Fragen.

Sie sind Vizepräsident für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an
der Hochschule Coburg – welche Rolle spielt Forschung an Hochschulen für
angewandte Wissenschaften?
Prof. Dr. Martin Synold: Im neuen bayerischen Hochschulinnovationsgesetz
ist Forschung  nicht nur für Universitäten, sondern auch für die
Hochschulen als Aufgabe verankert – hier in Coburg genießt die Forschung
aber schon seit längerem einen hohen Stellenwert. Die Professorinnen und
Professoren, der akademische Mittelbau, die Verwaltung und das Präsidium:
Alle haben jahrelang daran mitgearbeitet, dass sich ein
forschungsförderndes Umfeld entwickelt. Es wurden Bedingungen geschaffen,
damit die forschenden Kolleginnen und Kollegen neben der Lehre auch
Freiraum und Ressourcen für das wissenschaftliche Arbeiten haben. So ist
es uns gelungen, forschungsstarke Professorinnen und Professoren für
unsere Hochschule zu gewinnen. Unsere jährlich eingeworbenen öffentlichen
Drittmittel für Forschung haben sich deutlich erhöht. Zusätzlich haben
auch wir mehrere Millionen Euro für die Bearbeitung wirtschaftlicher
Forschungsaufträge erhalten. Wir haben es geschafft, in
Forschungsschwerpunkten eine Community aufzubauen, die in Franken, in
Bayern, deutschlandweit und auch international geachtet wird. Als
Bestätigung dieser Erfolge dürfen wir jetzt zwei Promotionszentren
einrichten. Das freut uns riesig!

In welchen Bereichen bekommt die Hochschule Coburg das Promotionsrecht?
Es werden zwei Promotionszentren aufgebaut: „Analytics4Health“ bündelt
Forschungsaktivitäten, um die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen
im Kontext ihrer Umwelt nachhaltig zu verbessern. Wir wollen hier
wissenschaftsbasierte Lösungen für komplexe, gesellschaftliche
Herausforderungen entwickeln: Themen wie der Wunsch nach selbstbestimmten
Leben bis ins hohe Alter, berufliche Rahmenbedingungen in einer alternden
Gesellschaft, Gesundheitsvorsorge bis hin zu Ressourcenknappheit auch im
internationalen Kontext. Für das Ziel innovativer,
technologieunterstützter Gesundheitsförderung verfolgen wir konsequent
einen interdisziplinären Ansatz in den Forschungsbereichen Bioanalytik,
Gesundheits- und Datenwissenschaften. Das schließt auch Querschnittsthemen
wie „Gesundes Bauen“ und Informationstechnologien ein. Hierfür haben wir
in unserer Region eine hohe Expertise und freuen uns, dass wir die Kraft
und Vernetzung im Innovationsdreieck Coburg – Kronach – Lichtenfels noch
stärker nach außen präsentieren können: Mit „Analytics4Health“ ist Coburg
einer von nur zwei genehmigten Hochschulstandorten in Bayern, die ein
eigenständiges Promotionszentrum einrichten dürfen!
Bei unserem zweiten Promotionszentrum „Nachhaltige und intelligente
Systeme“ kooperieren wir mit der federführenden TH Würzburg-Schweinfurt
und der TH Aschaffenburg. Auch hier geht es um drängende Zukunftsaufgaben:
um die Etablierung nachhaltiger Prozesse und Wertschöpfungsketten, sei es
im Bereich der Mobilität, der Energie- und Infrastruktursysteme oder bei
Produktion und Materialien. Dabei ist die Forschung der Hochschule Coburg
anwendungsbezogen und interdisziplinär: Themen wie regenerative
Energieerzeugung, intelligente Energiespeichersysteme, energieeffiziente
Gebäude bis hin zu vernetzter urbaner und regionaler Mobilität erlauben
einen direkten Wissenstransfer mit der sehr starken Wirtschaft im
Innovationsdreieck. Wir legen großen Wert darauf, dass die Lösung
konkreter, praktischer und gesellschaftlich relevanter Fragestellungen und
wissenschaftliche Exzellenz Hand in Hand gehen.

Was verändert sich durch das Promotionsrecht?
Das Promotionsrecht hat eine weitreichende profilstärkende Strahlkraft,
weil es zeigt, dass hier zum einen nachweislich exzellent geforscht wird
und zum anderen vergleichsweise fokussiert promoviert werden kann - und
zwar unabhängig von dem bisher üblichen kooperativen Modell, bei dem eine
HAW eine Promotion gemeinsam mit einer Universität betreut. Derzeit
forschen 58 Promovierende an der Hochschule Coburg– in der Regel als
kooperative Promotionen. Diese wird es auch künftig geben; die beiden
Varianten ergänzen sich. Aber: In einem Promotionszentrum werden die
formalen Strukturen zusammengefasst und dadurch deutlich vereinfacht. Es
ist wirklich sehr, sehr zukunftsweisend, dass eine intensive
disziplinübergreifende Betreuung in einem breiten Fächerkanon ermöglicht
wird. Das macht die Hochschule für den wissenschaftlichen Nachwuchs und
auch als akademische Arbeitgeberin sehr attraktiv. Das Promotionsrecht
gilt zwar nicht für die gesamte Hochschule, aber es strahlt auf andere
Bereiche aus – ich denke: Es ist der Ausgangspunkt für weitere
Entwicklungen.

Gibt es an der Hochschule Coburg Ambitionen für weitere Promotionszentren?
Wir sind sehr stolz, dass wir zwei Promotionszentren einrichten dürfen –
diese müssen wir jetzt mit Leben füllen. Mitglieder eines
Promotionszentrums haben hohe individuelle akademische Voraussetzungen zu
erfüllen. Wir werden gezielte Qualifikationsprogramme für Promovierende
auflegen und neue Kolleginnen und Kollegen an die Promotionszentren
heranführen. Das Promotionsrecht muss nach sieben Jahren verlängert werden
– die Zeit bis dahin werden wir intensiv nutzen…

Erwarten Sie, dass sich die Zahl der Promovierenden in Coburg kurz- bis
mittelfristig signifikant verändert?
<lacht> Ja, das ist das Ziel! Wenn Studierende merken: „Oh, das ist toll,
ich kann in meinem Thema wissenschaftlich weiter gehen“, dann ist der
Übergang von der Masterarbeit zu einer Forschungsarbeit ab jetzt viel
leichter. Eine direkte Betreuung und gute strukturelle Bedingungen
vereinfachen die Promotionszeit bei gleichzeitig hohem wissenschaftlichem
Niveau. Auch für Professorinnen und Professoren, die jetzt selbst das
Hauptgutachten übernehmen können und die Forschungsarbeiten unmittelbar
begleiten, hat diese neue Promotionsmöglichkeit spürbare Vorteile.
Letztendlich ist es ein sich selbst verstärkendes System, das für alle
Beteiligten attraktiv ist.

Was bedeutet das im Verhältnis von HAWs und Unis – welche
Unterscheidungsmerkmale gibt es noch?
Die Grundlagenforschung wird derzeit hauptsächlich an den Universitäten
geleistet während wir an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften
eher anwendungsbezogene Forschung betreiben. Das hat den großen Vorteil,
dass wir uns viel stärker in den interdisziplinären Bereichen engagieren
und der Wissenstransfer zu Gesellschaft und Wirtschaft einfacher ist. Die
fächerübergreifende Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen mit ihren
verschiedenen Blickwinkeln bereichert die Forschung. Außerdem:
Forschungsgelder kommen nicht von allein, sondern müssen von den
Forschenden erwirtschaftet werden – gemeinsam kann man da viel mehr
erreichen.

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