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Bundespräsident Steinmeier informiert sich über Forschung auf Cabo Verde

Im Rahmen seines Staatsbesuchs auf Cabo Verde
informierte sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über die
gemeinsame Forschung des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
und dessen Partnern aus dem In- und Ausland in der Region. Zum Programm
zählten auch ein Besuch im Ocean Science Centre Mindelo (OSCM), einem vom
GEOMAR mit dem kapverdischen Instituto do Mar (IMar) gemeinschaftlich
betriebenen Forschungs- und Logistikzentrum auf der Insel São Vicente,
sowie ein Treffen mit Studierenden des vom Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) im Rahmen von WASCAL geförderten westafrikanischen
Masterprogramms „Climate Change and Marine Sciences“.

Vor der Küste Westafrikas, in einem Auftriebsgebiet im tropischen
Atlantik gelegen, bilden die Kapverdischen Inseln den Mittelpunkt eines
unserer wichtigsten Lebenserhaltungssysteme. In dem Archipel wird
sichtbar, wie der Ozean unser Klima beeinflusst, uns ernährt und
Existenzen sichert. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt in der Region
informierte sich Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident der
Bundesrepublik Deutschland, über die Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft,
der Leibniz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft sowie verschiedener
Universitäten, die in enger Zusammenarbeit mit Akteur:innen aus der Region
stattfindet. Es ist der erste offizielle Staatsbesuch eines deutschen
Präsidenten auf Cabo Verde.

„Wir sind sehr stolz, Bundespräsident Steinmeier gemeinsam mit unseren
kapverdischen und deutschen Partnern unsere exzellente Forschung und
Infrastruktur präsentieren und unsere Vision für die zukünftige Forschung
mit ihm teilen zu dürfen. Sein Besuch ist ein Höhepunkt unserer bisherigen
Zusammenarbeit, die durch einen regen Austausch und viele wertvolle
persönliche Treffen in Cabo Verde und Kiel geprägt ist“, sagt Professorin
Dr. Katja Matthes, Direktorin des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für
Ozeanforschung Kiel. „Wissenschaftliche Daten aus der Region sind ein
wichtiger Baustein für genauere Prognosen zum Klimawandel und dessen
Auswirkungen, nicht nur in Westafrika, sondern in aller Welt. Zudem bietet
uns der Ozean zahlreiche Möglichkeiten, diesen globalen Herausforderungen
zu begegnen und Risiken zu minimieren. Deshalb engagieren sich
Forschungseinrichtungen aus vielen Ländern Hand in Hand mit regionalen
Akteur:innen in Cabo Verde.“

Als führender deutscher Partner in der meereswissenschaftlichen
Kooperation blickt das GEOMAR auf eine fast 20 Jahre währende
Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Politik und der Gesellschaft in Cabo
Verde zurück. Gemeinsam mit dem Instituto do Mar (IMar) und mit
Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
gründete das GEOMAR 2017 auf der Kapverden-Insel São Vicente das Ocean
Science Centre Mindelo (OSCM) als zentrale Plattform für Feldforschung,
Wissensaustausch und Logistik.

Von der Bedeutsamkeit des OSCM für die regionale, nationale und
internationale Forschung überzeugte sich Bundespräsident Steinmeier bei
einem Rundgang mit José Maria Neves, Präsident der Republik Cabo Verde. Er
lernte die Infrastruktur des OSCM kennen und informierte sich über die
etwa 100 Kilometer vor den Inseln gelegene Mess-Station Cape Verde Ocean
Observatory (CVOO) sowie über die Forschung des IMar und der Universidade
Técnica do Atlântico (UTA).

Außerdem trafen die hohen Besucher am OSCM Graduierte des vom BMBF im
Rahmen des West African Science Service Centre on Climate Change and
Adapted Land Use (WASCAL) geförderten Masterprogramms „Climate Change and
Marine Sciences“. Das Studienangebot für junge Menschen aus zwölf
westafrikanischen Ländern wird in enger Kooperation zwischen dem GEOMAR,
der UTA und dem OSCM realisiert. Es enthält Vorlesungen, Labor- und
Feldarbeiten sowie eine Ausbildung auf See: die WASCAL Floating
University. Internationale Forschung und akademische Ausbildung gehen hier
Hand in Hand – ein Ansatz der Studierenden diverse Möglichkeiten für ihre
zukünftigen Karrierewege in der Region bietet. WASCAL Cabo Verde ist ein
offizielles Projekt der Dekade der Meeresforschung für Nachhaltige
Entwicklung der Vereinten Nationen.

In den kommenden Jahren wird ein vom GEOMAR initiiertes Projektvorhaben
weitere Forschungseinrichtungen in Westafrika zusammenführen: Das
internationale Großprojekt „Die Zukunft der tropischen Auftriebsgebiete im
Atlantischen Ozean“ (Future of Tropical Upwelling Regions in the Atlantic
Ocean, FUTURO) soll untersuchen, wie sich das natürliche und für
Westafrikas Bevölkerung äußerst wichtige Auftriebsgebiet vor Westafrika im
Zuge des Klimawandels entwickeln wird und wie diese biologisch besonders
produktive und artenreiche Region geschützt und nachhaltig bewirtschaftet
werden kann. Dabei werden auch Gesundheits- und Krankheitsprozesse im Meer
erforscht, die grundlegend für Nahrungsmittelsicherheit und andere
wichtige Funktionen des Ozeans sind.

„Küstenauftriebsgebiete wie das vor Westafrika machen weniger als ein
Prozent der Ozeanfläche aus, liefern dabei aber fünf Prozent der
biologischen Produktivität und zwanzig Prozent der Fischereierträge des
Weltozeans. Fisch trägt in Westafrika maßgeblich zur Ernährungssicherheit
bei und deckt etwa 60 Prozent des tierischen Proteinbedarfs in einigen
Ländern. Gleichzeitig sind diese Regionen in vielfältiger Weise durch den
globalen Wandel bedroht“, erklärt Professor Dr. Arne Körtzinger,
wissenschaftlicher Direktor des OSCM und Koordinator von FUTURO.
„Angesichts dieser gewaltigen Bedeutung und der zu erwartenden
Veränderungen soll das internationale Großexperiment FUTURO das
erforderliche Systemverständnis und eine Basis für eine nachhaltige
Nutzung und Schutz des Küstenauftriebsgebiets liefern. Kern dieses
Experiments ist zum einen die enge Zusammenarbeit mit internationalen
Wissenschaftler:innen vor allem aus Westafrika und zum anderen ein
konzertierter Einsatz mehrerer internationaler Forschungsschiffe und einer
Vielzahl autonomer Beobachtungsplattformen.“

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit –
jenseits von Kontinenten und politischen Systemen. Welche verheerenden
Folgen dieser haben kann, sehen wir gerade im globalen Süden, wo Mensch
und Umwelt unter den Auswirkungen klimatischer Veränderungen besonders
leiden. Dem Klimawandel konsequent entgegentreten können wir nur zusammen
mit starken Partnern – lokal und international“, sagt Professor Dr. Otmar
Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Mit der geplanten
internationalen FUTURO-Mission gewinnt das GEOMAR vor der Nordwestküste
Afrikas künftig wichtige Erkenntnisse, die dazu beitragen werden den
Klimawandel besser zu verstehen und innovative Lösungsstrategien zu
entwickeln. Sie ist auch ein eindrückliches Beispiel für die strategische
Zusammenarbeit mit Partnern aus Afrika.“

Eine Beobachtungsplattform, die helfen wird, Ozean- und
Atmosphärenforschung stärker zu verbinden, besichtigte der Bundespräsident
ebenfalls: Neue Fernerkundungsgeräte auf dem Dach des OSCM untersuchen die
Atmosphäre per Laser und Radar. Sie sind Teil des Cape Verde Atmospheric
Observatory (CVAO), das beide Präsidenten vor dem OSCM besuchten und dort
den Grundstein für ein neues Laborgebäude legten. Diese Investitionen sind
Teil des vom BMBF finanzierten Forschungsinfrastrukturvorhaben ACTRIS-D
unter Leitung des Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in
Leipzig. Dabei handelt es sich um einen weiteren wichtigen Baustein für
die Forschung im Klimasystem. Die Atmosphärenstation CVAO wird von einem
Konsortium aus dem kapverdischen Institut für Meteorologie und Geophysik
(INMG), dem TROPOS, dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und
der Universität York in Großbritannien und betrieben.

„Mit dem gelungenen Besuchsprogramm haben wir die gesamte Bandbreite
unserer GEOMAR-Forschung zum Ozean und Klimasystem abgebildet“, urteilt
Professorin Dr. Katja Matthes. „Das Interesse und die Förderung durch
unsere Bundesregierung bestärkt uns und unsere Partner vor Ort darin,
unsere Pläne für die zukünftige Forschung weiter mit Enthusiasmus zu
verfolgen und durch unsere Arbeit zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung
des Ozeans etwa als Nahrungsquelle oder als Partner im Kampf gegen den
Klimawandel beizutragen.“ Von den zukünftigen Aktivitäten und der engen
Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
profitieren auch die Missionen der Deutschen Allianz Meeresforschung
(DAM), die Professorin Dr. Katja Matthes als Vorstandsmitglied beim Besuch
von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ebenfalls vertrat.

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Warum fachfremde Personen auf Professuren für Hebammenwissenschaft?

Hebammenwissenschaftlicher Fachbereichstag (HWFT) beklagt Tendenz zur
Fehlbesetzung von hebammenwissenschaftlichen Professuren an Hochschulen
mit einem Studium von Hebammen.

Die mit Inkrafttreten des Hebammengesetzes (2019) vollzogene Überführung
der Ausbildung von Hebammen an die Hochschulen diente der Umsetzung der
EU-Richtlinie 2005/36/EG und leitete einen umfassenden Reformprozess ein.
Der Gesetzgeber reagierte damit zudem auf die gestiegene Komplexität und
Anforderungen an die Berufspraxis von Hebammen. Dabei sind Hebammen nicht
nur für die Geburtshilfe, sondern auch für die prä- und postnatale
Betreuung von Frauen* und ihren Neugeborenen verantwortlich. Als
Expert:innen für Gesundheitsförderung und Prävention tragen sie maßgeblich
zur Verbesserung der Mutter-Kind- und Familiengesundheit bei. Diese
Expertise erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung auf der
Grundlage hebammenwissenschaftlicher Forschung und Lehre. Somit muss
zwingend sichergestellt werden, dass die Disziplin „Hebammenwissenschaft“
analog internationaler Entwicklungen auch an den Hochschulen in
Deutschland den erforderlichen hochschulischen Raum und Rahmen erhält, der
allen Disziplinen für den notwendigen Fortschritt in fachspezifischer
Forschung und Lehre zugestanden wird.

Derzeit ist dieses hochschulische Selbstverständnis jedoch nicht an allen
Hochschulstandorten mit einem Studium von Hebammen erkennbar. So wurden
bereits verschiedene hebammenwissenschaftliche Professuren mit
disziplinfremdem Personal unbefristet besetzt und darüber hinaus mit der
Funktion der Studiengangs- oder Institutsleitung betraut. Damit werden
tradierte Hierarchien aus Kliniken auf Hochschulen übertragen und die
junge Disziplin Hebammenwissenschaft in ihrer Eigenständigkeit von Beginn
an beschränkt und fremdbestimmt. Übergangslösungen wie bspw.
Vertretungsprofessuren oder befristete Lösungen werden nicht gewählt,
obgleich der Nachwuchsmangel bei Hebammenwissenschaftler:innen ein
vorübergehendes Phänomen ist. Da fachfremde Berufungen auch in der
Pflegewissenschaft ein bekanntes Problem sind, muss von einer
schwerwiegenden systemischen Fehlsteuerung in der akademischen Entwicklung
der Gesundheitsdisziplinen ausgegangen werden. Eine weitere Übertragung
des Phänomens auf die Therapieberufe ist zu befürchten.

Gemäß § 20 (2) des Hebammengesetzes darf die Studiengangsleitung nur von
Personen ausgeübt werden, welche selbst über die Erlaubnis zum Führen der
Berufsbezeichnung nach § 1 Absatz 1 des Hebammengesetzes in der bis zum
31. Dezember 2019 geltenden Fassung verfügen.
„Vor diesem Hintergrund fordert der Hebammenwissenschaftliche
Fachbereichstag nachdrücklich eine Regelung, welche die Leitung im Studium
von Hebammen nicht nur an das hebammenwissenschaftliche Fach, sondern
explizit auch an die hochschulübliche wissenschaftliche, professorale
Qualifikation bindet und damit die Besetzung hebammenwissenschaftlicher
Professuren unmittelbar sicherstellt“, sagt Professorin Dr.in Melita
Grieshop, Präsidentin des HWFT und Studiengangsleitung für das Studium von
Hebammen an der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB). Die zur Zeit zwar
noch geringe, aber stetig steigende Anzahl akademisch qualifizierter und
promovierter Hebammenwissenschaftler:innen in Deutschland wird sich in den
nächsten Jahren aufgrund der Etablierung von Qualifizierungsprogrammen auf
Master- und Promotionsniveau rasch und nachhaltig vergrößern. „Deshalb
kann dies keinesfalls als Begründung dienen, die hebammenwissenschaftlich
ausgeschriebenen Professuren fachfremd, beispielsweise durch
Mediziner:innen, zu besetzten“, betont Melita Grieshop. Jede Fehlbesetzung
hat erhebliche und langfristige negative Auswirkungen auf den Zugang zu
Drittmitteln und damit auf die Machbarkeit der erforderlichen
hebammenwissenschaftlichen Forschung mit gesundheitsfördernder und
präventiver Ausrichtung.

Aus den aufgeführten Gründen lehnt der Hebammenwissenschaftliche
Fachbereichstag (HWFT) eine Besetzung hebammenwissenschaftlicher
Professuren mit Personen aus Nachbardisziplinen ohne
hebammenwissenschaftliche Qualifikation entschieden ab. Der HWFT fordert
die Entscheidungsträger in Wissenschaft, Gesundheit und Politik sowie an
den Hochschulen selbst auf, zeitnah die notwendigen und eigentlich
hochschulüblichen Entwicklungsbedingungen in Forschung und Lehre, auch in
der Hebammenwissenschaft, durch eine fachspezifische Personalbesetzung,
insbesondere in hebammenwissenschaftlichen Leitungsfunktionen,
sicherzustellen.

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Tempo für die grüne Transformation: 7. SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW thematisiert den Sprung in die Green Economy

Jule Bosch: „Die Green Economy ist eine der größten Chancen für eine
zukunftsfähige Wirtschaft und Gesellschaft“

Neue Impulse, kontroverse Diskussionen, aktuelle Förderinformationen,
ausgewählte Innovationen der NRW-Umweltwirtschaft sowie umfassende
Vernetzungsmöglichkeiten erwartet die Besucherinnen und Besucher des
SUMMIT Umweltwirtschaft NRW am 19. Oktober im Ministerium für Umwelt,
Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV). Unter dem
Motto „Auf dem Sprung in die Green Economy“ thematisiert das mittlerweile
7. Gipfeltreffen der Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens den
Teilnehmenden aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft
aktuelle Trends.

Keynote-Speakerin Jule Bosch, Unternehmerin, Aktivistin und
Innovationsexpertin: „Unternehmen ist das Gegenteil von Unterlassen, und
ökologische Probleme sind nicht selten unternehmerische Potenziale. Die
Green Economy in NRW ist daher sehr viel mehr als ‚nur‘ moralisch
notwendig. Sie ist eine der größten Chancen für eine zukunftsfähige
Wirtschaft und Gesellschaft – vor Ort und weltweit.“ Jule Bosch begleitet
seit mehr als 10 Jahren Innovations- und Strategieprozesse in Unternehmen.
Für ihre unternehmerischen Projekte erhielt sie diverse Auszeichnungen,
unter anderem von der Bundesregierung (Land der Ideen) sowie vom
Bundeswirtschaftsministerium (Kultur- und Kreativpiloten).


Podiumsdiskussion und Fachsessions mit renommierten Gästen

Im Anschluss an die Keynote diskutieren
- NRW-Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer,
- Jule Bosch,
- Dr. Martin Chaumet, Innovationsmanager, SPRIND - Bundesagentur für
Sprunginnovationen und Geschäftsführer der SPRIND-Tochtergesellschaft
beventum GmbH,
- Sandra Reus, Head Climate Policy bei der thyssenkrupp Steel Europe AG,
- Prof. Dr. Christine Volkmann, Lehrstuhlinhaberin für Unternehmertum,
Innovation und Transformation, Bergische Universität Wuppertal

über die Chancen und Hemmnisse beim Wandel zur Green Economy sowie über
mögliche Treiber der grünen Transformation. Nachmittags stehen vier
Fachsessions zu den Themen Innovationen und Fachkräfte für die Green
Economy, Hebel der Transformation für die Mobilitätswende, Künstliche
Intelligenz für die zirkuläre Wertschöpfung und Wachstumssektor
Klimaanpassungswirtschaft auf dem Programm.

Ausstellung zeigt grüne Innovationen made in NRW

Die begleitende Ausstellung „Green Economy made in NRW“ bietet einen
Einblick in vielfältige Green Economy und wartet mit konkreten Werkzeugen,
Methoden und grünen Innovationen auf, die Mut für die grüne Transformation
machen:
- Darunter ist als Exponat das igus:bike, ein Fahrrad der Igus GmbH aus
Köln, das zu einem großen Teil aus recycelten Rohstoffen besteht.
- Die Wanderbaumallee Köln macht klimapositive Veränderungen in der
Straßenraumgestaltung durch bepflanzte, fahrbare Module niedrigschwellig
möglich.
- Die RefresherBoxx der Infinity StartUp GmbH aus Aachen befreit Textilien
ohne Wasser oder Chemikalien von Bakterien, Keimen und Viren.

Am Stand des Projektträger Jülich können sich die Förderinteressenten über
aktuelle Förderangebote des MUNV im Bereich Green Economy und Grüne
Gründungen informieren. So startet zum Beispiel am 16. Oktober 2023 der
zweite Förderaufruf des EFRE-Innovationswettbewerbs Green Economy.IN.NRW.
Für die zweite Einreichungsrunde ist ein Fördervolumen von rund 34
Millionen Euro aus EU und Landesmitteln vorgesehen. Gefördert werden
Forschungs-, Innovations- und Entwicklungsvorhaben im vorwettbewerblichen
Bereich aus den Themenbereichen der Umweltwirtschaft, Circular Economy und
der Klimaanpassung.

Über den Veranstalter

Die Veranstaltung führt das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft NRW (KNUW)
im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes
Nordrhein-Westfalen durch.
Das KNUW ist ein landesweites Netzwerk für den Wissens- und
Technologietransfer im Bereich von Umweltinnovationen. Seit 2020 wird das
Netzwerk von der VDI Technologiezentrum GmbH, der Prognos AG und dem
Institut für die Zukunft der Industriegesellschaft (INZIN) im Auftrag des
Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-
Westfalen betrieben. Das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW versteht
sich als Partner für den Austausch zwischen Unternehmen, Forschung,
Verbänden, Hochschulen, Regionalagenturen und der Wirtschaftsförderung auf
regionaler und lokaler Ebene.

Interessenten haben die Möglichkeit sich noch bis zum 17. Oktober 2023 für
den SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2023 unter www.knuw.nrw/summit2023
anzumelden.

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ICM-Tag: Future Mobility Open Labs - Exklusive Labor-Tour zu drei Instituten der Universität Stuttgart

Mit über 130 Projekten und 65 Millionen Euro Budget ist der
InnovationsCampus Mobilität der Zukunft (ICM) eine der größten
Forschungsinitiativen für nachhaltige Mobilität und deren zugehöriger
Produktionstechnologien. Das Karlsruher Institut für Technologie und die
Universität Stuttgart bündeln dabei ihre Kompetenzen in Forschung und
Innovation – gefördert vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg.
Beim „ICM-Tag: Future Mobility Open Labs“ am 5. Oktober 2023 wurden den
Besucher*innen aus Industrie, Forschung und Politik die wichtigsten
Ergebnisse vorgestellt.

Mit über 130 Projekten und 65 Millionen Euro Budget ist der
InnovationsCampus Mobilität der Zukunft (ICM) eine der größten
Forschungsinitiativen für nachhaltige Mobilität und deren zugehöriger
Produktionstechnologien. Das Karlsruher Institut für Technologie und die
Universität Stuttgart bündeln dabei ihre Kompetenzen in Forschung und
Innovation – gefördert vom Wissenschaftsministerium Baden-Württem-berg.
Beim „ICM-Tag: Future Mobility Open Labs“ am 5. Oktober 2023 wurden den
Besucher*innen aus Industrie, Forschung und Politik, die wichtigsten
Ergebnisse vorgestellt.

ICM-Tag: Future Mobility Open Labs
„Unser InnovationsCampus Mobilität der Zukunft eröffnet mit seinen Ideen
und Projekten immer wieder neue Zukunftsoptionen – etwa bei der
Erforschung moderner Elektroantriebe ohne den Einsatz seltener Erden. Hier
entwickeln Forschende aus Karlsruhe und Stuttgart neue, wettbewerbsfähige
Lösungen in der Mobilitäts- und Produktions-technologie und ebnen so den
Weg für eine nachhaltige Mobilität. Diesen Innovationsgeist fördern wir
als Land und stärken mit dem ICM und unseren weiteren InnovationsCampus-
modellen den Forschungsstandort Baden-Württemberg“, so
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski.

Elektroauto "eVee" fährt erstmals vor
Am „ICM-Tag: Future Mobility Open Labs“ 2023 fuhr das Elektroauto „eVee“
erstmals vor Publikum vor. Mit an Bord hat es neue Technologien, die die
Mobilität der Zukunft nachhaltiger und effizienter machen. Das Konzept
entspricht einem flexibel einsatzbaren Leichtfahrzeug, das beispielsweise
als Teil einer autonomen Carsharing-Flotte zur nachhaltigen und vernetzten
Mobilität beiträgt. Als modulare Test-Plattform dient das Fahrzeug der
Erprobung von Hard- und Softwarekomponenten aus ICM-Projekten im
Gesamtsystem. „Wir treiben die Spitzenforschung gezielt voran, damit die
Mobilität der Zukunft aus Baden-Württemberg und damit aus Deutschland
kommt“, sagt Dr. Max Hoßfeld, Geschäftsführer des ICM an der Universität
Stuttgart. Details zu den Ergebnissen der Arbeiten aus den
Forschungsfeldern Mobility Technologies, Manufacturing Systems und
Software-System-Architectures erfuhren die Besucher in der Ausstellung am
ICM-Tag.
Ein Highlight ist die im „eVee“ montierte sogenannte „Variable Flux
Machine“ (VFM), deren Kernstück eine verkleinerte Version der
abgewandelten VFM aus den ICM-Projekten Remos und Remos2 ist. Der
Rotorfluss dieser Maschinen ist durch die Verwendung von Magneten ohne
Seltene Erden steuerbar, wodurch Vorteile speziell bei hohen
Motordrehzahlen erzielt werden. Den Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern des ICM ist es in ihren Projekten gelungen, die
Leistungsdichte und die Effizienz der VFM deutlich zu steigern. Möglich
machen das die Fertigung des Rotors in einer neuartigen Metall-Kunststoff-
Bauweise und die gezielt eingesetzten variablen Magnete ohne Seltene
Erden.

Weitere Exponate
Im nicht fahrbaren Messedemonstrator „DeVee", der ebenfalls ausgestellt
wird, befindet sich der kleine Star des ICM – die Transversalflussmaschine
(TFM) aus dem Projekt AddiMoT. Klein ist hier wörtlich zu verstehen. Denn
eine TFM kann durch ihre Bauweise mit konzentrisch um die Achse
gewickelten Kupferspulen bei gleichem Drehmoment deutlich kompakter
konstruiert werden als herkömmliche Elektromotoren. Damit eignet sie sich
sehr gut als Direktantrieb, wie sie auch im „DeVee“ integriert ist.  An
dem kompakten Elektroantrieb zeigen die Wissenschaftler*innen des ICM
zudem die Potenziale der additiven Fertigung metallischer Bauteile auf.
Schlitze und Gitter werden dabei gezielt als Designelemente eingesetzt, um
Wirbelströme weiter zu reduzieren und den Wirkungsgrad zu erhöhen. Wie der
kompakte Elektromotor funktioniert, veranschaulichtr am ICM-Tag eine
digitale Visualisierung, die Magnetfelder und Stromflüsse sichtbar macht.
In den Antriebsstrang des Messedemonstrators ist außerdem eine
Brennstoffzelle integriert, die für das Fahrzeug in unseren Projekten neu-
designt worden ist.

Dass die nachhaltige Mobilität der Zukunft nicht erst auf der Straße
beginnt, sondern schon bei den Entwicklungs- und Herstellungs-prozessen
und der Materialwahl, zeigt das ICM-Projekt DefoRe („Design for
Recycling“) am Beispiel von Naturfaserverbundkunststoff (NFVK) für
Fahrzeugsitze. Im Projekt entwickeln die Forschenden rund um NFVK eine
komplette Methodik, die alle Prozessschritte vom Design, über die
Herstellung bis hin zum Recycling nachhaltig gestaltet - mit dem Ziel der
Übertragbarkeit auf andere Bauteile wie Cockpit- oder Türverkleidungen.

Nachhaltige Produktionstechnologien müssen sich flexibel auf ständig neue
Anforderungen einstellen können. Hier setzt das ICM-Projekt SDPräFlexBot
an. Die Wissenschaftler*innen entwickeln dabei hoch-präzise Messtechniken
und softwaregetriebene und adaptive genauigkeitsoptimierte
Konfigurations-, Bahn- und Trajektorien-planungen. Ziel ist es, einfache
Roboterkinematikern für hochpräzise und wechselnde Produktionsaufgaben zu
befähigen. Am ICM-Tag wurde dies an einem Schweißprozess veranschaulicht.
Dabei hält ein Roboter das Werkstück und positioniert es ständig neu, um
die unpräzisen Bewegungen des zweiten Roboters auszugleichen, der die
Schweißbahn beschreibt.

„Unser Ziel ist es auch, mit Hilfe verschiedener Transferinstrumente und
Kooperationen mit Unternehmen die Innovationen aus der Forschung in die
Industrie und die Gesellschaft zu tragen“, erklärt Dr. Sandra Kaufmann-
Weiß, Geschäftsführerin des ICM am KIT. Ein Transferinstrument ist die
InnovationChallenge, mit der der ICM vor allem kleine und mittlere
Unternehmen (KMUs) und Startups über Kooperationen mit Hochschulinstituten
Zugang zur Forschungs-infrastruktur des Landes Baden-Württemberg
verschafft. Unter anderem ist daraus das Projekt CutAIye hervorgegangen
ist. Das Institut für Strahlwerkzeuge (IFSW) der Universität Stuttgart und
der Lasertechnik-Spezialist PRECITEC erforschen gemeinsam das intelligente
Laserschneiden – gefördert vom Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg.
Vor allem für Kupfermaterialien, aus denen entscheidende Bauteile für
Elektrofahrzeuge bestehen. Um das Projektziel zu erreichen, sollen die
Daten aus den Sensoren der Laseranlagen mit einem Machine-Learning-
Algorithmus verknüpft werden, der den Schneideprozess überwacht und
Parameter wie Laserleistung, Schneidegeschwindigkeit und Gasdruck regelt.
Hierdurch wird die Grundlage für einen stabilen, wirtschaftlichen und
flexiblen Herstellungsprozess geschaffen, mit dem automatisiert große
Stückzahlen in höchster Qualität produzierbar sind.

Ebenfalls aus einer InnovationChallenge sind die Projekte Zell-
Kontaktierung und Pocket Rocket H2 entstanden, die beide einen Beitrag zur
nachhaltigeren Zweirad-Mobilität leisten. Im ersten Projekt hat das
Forschungskonsortium aus dem Karlsruher Startup MoThor Batteries und dem
IPEK – Institut für Produktentwicklung am KIT einen Battriepack für
E-Bikes, Pedelecs oder E-Scooter entwickelt, der sich mit wenigen
Handgriffen bis auf die Zellebene demontieren lässt. Ist eine Zelle
defekt, wird sie ausgetauscht und recycelt. Der verbleibende Teil des
Akkus kann weiterverwendet werden. Die Pocket Rocket H2 ist ein kleines
Motorrad mit Elektroantrieb, den der Hersteller Sol Motors in
Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in
Mannheim und Stuttgart um einen wasserstoffbetriebenen Range Extender
erweitert hat. Das kleine Leichtkraftrad wiegt nur zwei Kilogramm mehr als
die rein batterieelektrische Version, legt mit einer Tankfüllung
Wasserstoff aber fast die doppelte Distanz zurück. Am ICM-Tag können
Besucher auf der Pocket Rocket H2 übrigens Probefahrten machen.

Über den InnovationsCampus Mobilität der Zukunft
Die Mobilität und die Produktion der Zukunft sind nachhaltig, effizient
und kommen aus Baden-Württemberg. Voraussetzung hierfür sind neue
bahnbrechende Technologien – von innovativen Fahrzeugantrieben bis zu
wandlungsfähigen Produktionsverfahren. Das Ziel des InnovationsCampus
Mobilität der Zukunft (ICM) ist es, diesen Wandel zu gestalten. Im ICM
bündeln die Universität Stuttgart und das Karlsruher Institut für
Technologie (KIT) ihre Kompetenzen in Forschung und Innovation, um
gemeinsam schnell und flexibel neue Technologien zu entwickeln, neue
Ansätze zu erproben und die Basis für Innovationen zu schaffen. Der ICM
ist eine der größten Initiativen zur Mobilität und Produktion der Zukunft
in Deutschland.

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