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Die diesjährigen Medienpreise der Deutschen Mathematiker-Vereinigung gehen an...

Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), die
Walter de Gruyter Stiftung und vormalige Preisträger*innen haben über die
Vergabe der diesjährigen Journalisten- und Medienpreise in Mathematik
entschieden.

Der mit 5.000 € dotierte Medienpreis der DMV würdigt herausragende
Leistungen bei der Vermittlung und Popularisierung von Mathematik. Er kann
auch an Forschende gehen, die erfolgreich Öffentlichkeitsarbeit betreiben.
Den diesjährigen Medienpreis bekommt Carla Cederbaum für ihre originellen
Projekte der Wissenschaftskommunikation für verschiedene Zielgruppen. Sie
ist seit März 2019 Professorin für Differentialgeometrie und Mathematische
Relativitätstheorie an der Universität Tübingen. „Während ihrer gesamten
Laufbahn hat sich Carla Cederbaum immer auch bei der Vermittlung von
Mathematik in die breite Öffentlichkeit engagiert“, sagt Günter M.
Ziegler, Mathematik-Professor und Präsident der Freien Universität Berlin
und Vorsitzender der Jury. Zu ihren Projekten zählen z. B. das Mathematik-
Spiel GANITA für Schüler*innen der Unterstufe, die „Schnappschüsse
Moderner Mathematik“ zu aktueller Forschung am Mathematischen
Forschungsinstitut Oberwolfach für Lehrende und Lernende der Oberstufe,
sowie Workshops und Kurse für die interessierte Öffentlichkeit,
Lehramtsstudierende und geflüchtete Menschen, wie auch mehrere
populärwissenschaftliche Bücher, z.B. „Wie man einen Schokoladendieb
entlarvt…“.

Der DMV-Journalistenpreis des Jahres 2023 geht für das Video „Kann die
Natur Mathe?“ an das Team der WDR-Wissenschaftsredaktion um Ralph Caspers,
Jens Hahne und Ingo Knopf. „Das Video hat mich spontan begeistert und
gefesselt“, sagt DMV-Präsident Joachim Escher, Mitglied der Jury. „Das
Team erklärt in seinem Video sehr anschaulich, wo sich in der Natur und in
kulturellen Kontexten Mathematik verbirgt. Der Kurzfilm ist gleichermaßen
unterhaltsam, kritisch und professionell umgesetzt“, ergänzt Escher. Der
Beitrag über Fibonacci-Zahlen und den goldenen Schnitt wurde am 23. Mai
2023 auf dem YouTube-Kanal „Quarks Dimension Ralph“ der WDR-
Wissenschaftsredaktion veröffentlicht und bereits 86000-mal aufgerufen
(Stand Anfang Oktober 2023). Das Preisgeld für den Journalistenpreis (1000
€) stiftet, wie auch für die anderen DMV-Medienpreise, die Walter de
Gruyter Stiftung.

Ein Sonderpreis der Jury geht dieses Jahr an Jessica Wynne für ihre
photographische Dokumentation der Tafelbilder von exzellenten
Mathematiker*innen. Sie erschien 2021 unter dem Titel „Do Not Erase:
Mathematicians and their Chalkboards“ als Buch bei Princeton University
Press und 2023 auf Deutsch im Verlag Antje Kunstmann als „Bitte nicht
wegwischen! ¬– Die Schönheit mathematischer Tafelbilder“. Bilder auf
Anfrage.

Die feierliche Preisverleihung findet am Abend des 21. November 2023 in
Berlin statt. Personen, die teilnehmen möchten, schreiben bitte per Mail
an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

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DDG: Verpasst die Krankenhausreform die Chance für echte Patientenorientierung? Eine Reform mit dem Menschen im Fokus

Bundesgesundheitsminister Lauterbach strebt mit der Krankenhausreform
Daseinsfürsorge, Qualitätsverbesserung und Entbürokratisierung an. Die
Arbeitsfassung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG)
gibt Einblicke in die geplante Umsetzung. Die Deutsche Diabetes
Gesellschaft (DDG) bemängelt, dass die konkrete Verbesserung der
Patientenversorgung zu kurz kommt. Sie warnt vor einem bürokratischen
Aufwand durch die parallele Nutzung von Vorhaltevergütung und
Fallpauschalen. Die DDG betont die Notwendigkeit, das Wohl und die
Sicherheit der Patienten in den Fokus zu rücken und die Sichtweise der
Fachgesellschaften stärker zu berücksichtigen.

Mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten auf der einen und weniger
Bürokratie und ökonomischen Druck auf der anderen Seite: Dies sind zwei
zentrale Versprechen der Krankenhausreform, an der die
Regierungskommission sowie die Gesundheitsminister von Bund und Ländern
seit mehreren Monaten arbeiten. Seit vergangener Woche kursiert der Text
der ersten Arbeitsfassung des BMG, der die Vorhaben in groben Zügen
schildert, allerdings noch zahlreiche Leerstellen enthält. „Dieser Entwurf
enttäuscht nach dem ersten Lesen meine Hoffnung, dass die
Krankenhausreform die Sprechende Medizin stärken und eine an den
Patientenbedürfnissen orientierte Versorgung etablieren wird“, sagt DDG
Präsident Professor Dr. med. Andreas Fritsche aus Tübingen.

Damit Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte dem Patienten mehr Zeit
widmen können, seien einschneidende Maßnahmen zur Entbürokratisierung
notwendig, so der DDG Präsident. Dieses Thema kommt nach Meinung des
Diabetes-Experten in der aktuellen Arbeitsfassung des Gesetzes zur
Krankenhausreform deutlich zu kurz. Maßnahmen, die zeitaufwendige Prozesse
etwa im Bereich der Dokumentation oder der Abrechnung verschlanken, fehlen
bislang gänzlich. „Im Gegenteil: Die an sich zu begrüßende Einführung der
an Leistungsgruppen gebundenen Vorhaltevergütung als zentrale
Finanzierungssäule macht das System sogar noch komplexer“, so Fritsche.

Denn die Vergütung nach Diagnosebezogenen Fallgruppen (Diagnosis-related
group oder auch DRG) sollte zwar an Bedeutung verlieren, wird de facto
aber beibehalten. „Die neu geschaffenen Pauschalen für die Vorhaltung der
Leistungsgruppe Diabetologie/Endokrinologe wird über DRG definiert werden.
Das DRG-System wird damit nur in ein gröberes Leistungsgruppenbudget
gepresst und deswegen droht trotz oder mit dem neuen System erhebliche
Mehraufwände in der Verwaltung – genau das Gegenteil, was die Reform
verspricht!”, kritisiert der Tübinger Diabetologe. Wie eine Analyse des
Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) zeigte, erhöht sich mit
jeder Komplexitätssteigerung auch das Missbrauchspotenzial und damit der
notwendige Kontrollaufwand. „Auch diese zusätzlichen Strukturen können
sich die Kliniken bei weiterhin gedeckelten Budgets weder personell noch
finanziell leisten“, so Fritsche. „Insgesamt entsteht der Eindruck, dass
bei dieser Reform nicht die Verbesserung der Patientenversorgung im
Vordergrund steht, sondern nur wieder eine neue Abrechnungsstruktur
eingeführt wird.“

Fritsche hofft, dass sich im Verlauf der weiteren Ausarbeitung des
Reformgesetzes noch umfangreiche, auch grundlegende Änderungen ergeben
werden. „Wir als Fachgesellschaft werden unsere Perspektive weiter
konstruktiv in den Prozess einbringen, um die Versorgung der Millionen
Menschen mit Diabetes tatsächlich zu verbessern“, versichert der DDG-
Präsident. Mindestens jeder fünfte stationär behandelte Patient im
Krankenhaus hat einen Diabetes mellitus, der bei der Behandlung der
Aufnahmediagnose ins Krankenhaus mitberücksichtigt und behandelt werden
muss. Die DDG gestalte den Prozess unter Federführung der
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften (AWMF) und gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für
Innere Medizin (DGIM) aktiv mit.

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Schlechte Hygiene-Gewohnheiten: 10% der Menschen waschen ihre Hände nicht nach dem Toilettengang

Am 15. Oktober ist Welttag des Händewaschens. Trotz Corona-Pandemie und
umfangreicher Aufklärungskampagnen waschen sich immer noch 10% der
Menschen ihre Hände nach dem Toilettengang nicht. Die  SRH-Studie enthüllt
auch Geschlechterunterschiede im Händewaschverhalten und wirft Fragen zur
Wirksamkeit der Aufklärungsmaßnahmen auf. Experten fordern verstärkte
Anstrengungen zur Verbesserung der Handhygiene-Gewohnheiten.

Heidelberg, 05. Oktober 2023
Eine kürzlich durchgeführte Replikationsstudie an der SRH Hochschule
Heidelberg unter der Leitung der Professoren Dr. Frank Musolesi und Dr.
Andres Steffanowski hat alarmierende Ergebnisse zum Händewaschverhalten
der Bevölkerung ans Licht gebracht. Trotz der intensiven
Aufklärungskampagnen und der weltweiten Pandemie erschreckt die Tatsache,
dass immer noch 10% der Menschen ihre Hände nach dem Toilettengang nicht
waschen.

"Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die Notwendigkeit einer
gründlichen Handhygiene dringender ist, denn je. Obwohl wir wieder
steigende Corona Fallzahlen verzeichnen und umfassende
Aufklärungsmaßnahmen durchgeführt wurden, waschen immer noch 10% der
Menschen ihre Hände nach dem Toilettengang nicht. Dies unterstreicht die
Dringlichkeit, das Bewusstsein für die Bedeutung der Handhygiene weiter zu
stärken und bessere Gewohnheiten zu etablieren," betonte Prof. Dr. Frank
Musolesi, Leiter der Replikationsstudie und Professor an der SRH
Hochschule Heidelberg.

Die Studie, an der 1000 Personen teilnahmen und die eine Fortsetzung einer
Untersuchung aus dem Jahr 2018 ist, ergab, dass der Anteil der
"Händewaschverweigerer" im Vergleich zu vor vier Jahren gestiegen ist.
2018 stellte Musolesi fest, dass etwa 7% der Personen weder Wasser noch
Seife nach dem Toilettengang benutzten. Dieser Anstieg in den
Hygienevernachlässigungen ist überraschend, da aufgrund der massiven
Corona-Maßnahmen und umfangreichen Aufklärungskampagnen eine signifikante
Abnahme erwartet wurde.

Die Studie zeigt auch signifikante Geschlechterunterschiede im
Händewaschverhalten. Während lediglich 6% der Männer ihre Hände korrekt
wuschen, praktizierten immerhin 15% der untersuchten Frauen ein
vorbildliches Händewaschverhalten. Dies bestätigt, dass Frauen im
Durchschnitt eine intensivere und längere Handhygiene praktizieren als
Männer. Es wird angenommen, dass die Kluft zwischen den Geschlechtern in
diesem Bereich seit der Studie von 2018 weiter gewachsen ist.

Die Ergebnisse werfen auch Fragen über die Wirksamkeit der
Aufklärungskampagnen auf. Offenbar haben diese Maßnahmen nur bei Frauen
eine bedingte nachhaltige Wirkung erzielt. Die Forscher und Experten rufen
daher dazu auf, verstärkte Bemühungen zur Aufklärung und Sensibilisierung
zu unternehmen, um die Handhygiene-Gewohnheiten der Gesellschaft zu
verbessern und die Verbreitung von Infektionen einzudämmen.

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BVMW: Steuerentlastung darf nicht zur Nebelkerze mutieren

Der Mittelstandsverband BVMW begrüßt den Entwurf der Bundesregierung zum Wachstumschancengesetz. „Die geplante steuerliche Entlastung von jährlich sieben Milliarden Euro bis 2025 für unsere Betriebe zeigt, dass die Politik den Handlungsbedarf anerkennt. In Zeiten der wirtschaftlichen Transformation und Rezession sind solche Maßnahmen entscheidend, um die Liquidität zu verbessern und Investitionen anzukurbeln", so NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom BVMW. Allerdings dürfe diese kleine Entlastung nicht als Symbolpolitik versanden. Schulte betont: „Dieses Paket ist ein erster Schritt, Liquidität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe zu stärken und der Abwanderungstendenz in unserer Wirtschaft entgegenzutreten. Allerdings hat sich nach Jahren des Bürokratieaufbaus ein enormer Reformstau gebildet, der nicht mit einer Einzelmaßnahme aufzulösen ist. Sollte die Bundesregierung sowohl an der Erhöhung der Maut als auch an der CO2-Bepreisung festhalten und zusätzlich noch die Mehrwertsteuer für Gastronomiebetriebe auf 19 Prozent erhöhen, mutiert das Wachstumschancengesetz zur Nebelkerze, die von massiven Steuererhöhungen ablenken sollte.“
 

BVMW-Pressestelle

Thomas Kolbe
Pressesprecher BVMW NRW
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