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Oslo, eine Annäherung an die boomende Kulturmetropole am Oslofjord von Léonard Wüst

Royal Viking Star vor New York
Royal Viking Star 1972 vor New York
 

Impression der v.l.n.r.Deichmann Bibliothek der Norske Opera und des Munch Museum am Oslofjord

Prolog. Ich muss, zu meiner Schande gestehen, obwohl ich 1972/73 auf der norwegischen  «Royal Viking Star», dem damals luxuriösesten Kreuzfahrtschiff der Welt ( 21.847 BRT, 500 Passagiere, 350 Crew) als Dining-Room Steward arbeitete, war ich noch nie in Norwegen https://www.cruisedeck.de/vor-50-jahren-stapellauf-der-royal-viking-star/

Spätestens als ich dann, im April 2008 zum ersten Mal ein Foto der neuen Oper am Oslofjord sah, war es höchste Zeit, endlich mal dieses faszinierende Land, oder zumindest dessen Hauptstadt Oslo, zu besuchen. Da konnte mich auch das unsägliche Foto von der Eröffnung mit dem Dekolleté der damaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht abschrecken, das mehr zu reden gab als die Eröffnungsgala der norwegischen Oper »Den Norske Opera & Ballett« mit Auszügen aus mehreren Opern. oder die Architektur des Hauses.

In den Norden zu reisen, ist aber im Winter nicht grad die beste Idee, also kam Oslo als Ziel für meine alljährliche zehntägige Fasnachtsflucht nicht in Frage, damit  bot sich der Herbst an, da in der sommerlichen Hochsaison zu reisen für mich nicht in Frage kommt. Vorher aber standen noch einige Ziele auf meiner «unbedingt to visit» Liste, wie z.B. Barcelona, Dresden, Amsterdam, Porto etc. und so wurde es noch ein paar Jährchen später.

Buchungen zur falschen Zeit

Also buchte ich Ende 2019 für Oktober 2020 einen Flug und ein Appartement( für 10 Tage) und ersuchte um Akkreditierungen an der Oslo Oper und bei der Oslo Philharmonic.nach. die ich auch prompt erhielt, für zwei Opern im Operahuset und ein Konzert in der Oslo Concert Hall. Dann kam da aber «Corona» und die Pläne waren nur noch Makulatur. Immerhin bekam ich sämtliche, schon geleistete Zahlungen für Appartement und Flug retour, aber natürlich reuten mich die nicht zu nutzenden Akkreditierungen.

Ergo 2. Versuch. Wieder dasselbe für Oktober 2021 Reise wäre möglich gewesen, aber man hätte 7 Tage bei Einreise in Quarantäne müssen, also bei 10 Tagen Aufenthalt keine verlockende Option, also wieder alles storniert.

Hartnäckig 3. Versuch. Wieder dasselbe für Oktober 2022, dann durchkreuzten aber Beschwerden nach einer im September erfolgten Venenopertion an beiden Beinen die Pläne, reisen zu gefährlich, also wieder alles storniert.

Erfolgserlebnis beim 4. Versuch

Ned loggloh gwünnt, also Versuch Nummer 4, wieder dasselbe für Juni 2023 und siehe da,diesmal hats geklappt inklusive Akkreditierungen für zwei Opern und ein Konzert. Inzwischen, am 22. Oktober 2021, wurde das neue Munch Museet am Oslofjord eröffnet, also eine kleine Entschädigung für die drei erfolglosen Anläufe.

Tag 1 Donnerstag ( Vorfreude und gespannte Erwartungshaltung )

Der Wecker weckte mich rechtzeitig, der Bus von der Altstadt zum Bahnhof fuhr pünktlich, sodass ich problemlos den mit Sparbillet gebuchten Zug nach Luzern erreichte, wo ich in den Schnellzug nach Zürich Flughafen umsteigen musste.

Die SBB als «Freudetrüber»

Da trübte die SBB meine Freude ertwas,  hatte doch dieser nicht die eigentlich üblichen Niederflurwaggons, sondern noch die alten, mit drei relativ steilen Stufen, nicht ideal für einen älteren Herrn mit einem unhandlichen, schweren Koffer.

Immerhin half mir dann der Zugbegleiter im Flughafen beim aussteigen, sodass ich genug früh und heil(froh) in der Reihe vor dem Schalter zum Einchecken stand.

Heil abgereist – heil angekommen

Air Baltic flog uns bei schönstem Reisewetter.von Zürich nach Oslo, genug Zeit, um die Hälfte des Buches zu lesen, das ich für den Flug mitgenommen hatte.

Mit dem Expresszug «Flytoget» vom Lufthavn Gardermoen bis zur Nationalteateret Stasjon absolviert man die ca. 50 km in erstaunlichen 25 Minuten. Erstaunlich auch, dass diese ganz neue Verbindung auch keine Waggons mit Niederflurzugang verfügen, bei den sonst so «Up to date Wikingern» eher unverständlich.

Unerfreuliche Begegnung der andern Art

Nationaltheatret Train Station
Nationaltheatret Train Stasion

Da mir auch hier die Zugbegleiterin bei Ein- und Ausstieg behilflich war, kam ich gut im gewünschten Bahnhof an, wo mich die nächste, diesmal bösere Ueberraschung erwartete. Lift war vorhanden, wie im Internet beschrieben, nur stand dort nichts, dass da halbnackte, männliche vollgekiffte oder besoffene Typen drinliegen. Da auch nach längerer Zeit und stetem Klopfen n die durchsichtige Scheibe, nicht im geringsten zu erkennen war, ob er den Fahrstuhl nächstens verlassen würde, blieb mir nichts  anderes übrig, als die Rolltreppe zu benutzen. Da ich das, mit diesem Koffer, nicht alleine bewerkstelligen konnte, anerbot sich ein netter älterer Einheimischer Herr, meinen Koffer mitzunehmen bis zur nächsthöheren Ebene, von wo dann auch wieder ein Lift nach ganz oben führte. Da dieser dann nicht «besetzt» war, erreichte ich den Ausgang dann auch problem- und schadlos. «Google maps» funktionierte auf meinem, erst drei Tage vorher in Betrieb genommenen Smartphone nicht, mit Hilfe eines weiteren netten jungen Herrn wurde mir aber auch da geholfen und 10 Minuten später stand ich schon vor dem gesuchten Haus. Der mittels mail am Tag vorher zugestellte Code für die Eingangstür funktionierte und der versprochene Fahrstuhl zum Erreichern des von mir gebuchten Appartments im zweiten Stock, war auch vorhanden, sah relativ seltsam aus und beförderte mich nur einen Stock höher und nicht zum gebuchten Appartment. Immerhin funktionierte das Telefon auf dem Handy und eine Dame der Vermieterfirma beschied mir, dass der Lift, der zum Appartment führte am Ende des Eingangberreichs sei. Also wieder runter, die paar Schritte bis zum anderen Lift und dann war ich am richtigen Ort, gab auch hier den richtigen Code ein und, hoppla, Sesam öffne dich, war ich drin.

«Einrichten» meines temporären Domizils

Erleichtert nach der längeren Anreise war ich froh, die eigene Toilette benützen zu können, um anschliessend mein temporäres Büro in der Wohnung einzurichten und meine Utensilien, Kleider, Zahnbürste, Medikamente usw. am richtigen Platz zu verstauen Da wir Nichteuropäer Schweizer ja nicht über Stecker mit Euronorm verfügen, die Nichteuropäer Norweger aber schon, hatte ich wie immer auf Reisen, die richtigen Adapter, Verlängerungskabel, Doppelstecker usw. dabei und konnte schon ca. eine Stunde nach Ankunft anfangen mit dem Aktualisieren meiner Portale, da donnerstags, an meinem Reisetag, natürlich auch ständig Meldungen der Pressestellen, der Polizeireviere usw. reinkamen. Das nahm ungefähr anderthalb Stunden in Anspruch, dann war ich startbereit für den ersten kurzen Erkundungsspaziergang wo es einen Supermarkt o.ä. in der Nähe hatte um das nötigste wie Milch, Brot etc. einzukaufen und wo die Trams, Bus fuhren und wo Restaurants in der Nähe waren.

Ich hatte meinen «Stützpunkt» am richtigen Ort ausgesucht

Ungefähr 300 vom Haus entfernt  war mit dem «Solli plass» ein Ort mit all dem, was ich suchte.Da waren etwa sechs Restauranrs rund um den Platz verteilt, vom Italiener über den Sushijapaner dem Südamerikaner und natürlich dem obligatorischen Burgeranbieter und auch ein Kiwi Supermarkt gleich um die Ecke. So war klar. Zuerst etwas essen und anschliessend beim Kiwi, der, ausser sonntags, bis 23.00 Uhr geöffnet hatte, noch einkaufen.

Ärger mit der Ruter App für den ÖV in Oslo

Ich hatte einige Tage vor Abreise auf der norwegischen Ruter App Tickets für den ÖV gekauft, 1 für 7 Tage a 168 Kronen und 2 für jeweils 24 Stunden a 61 Kronen, die es auch prompt auf dem Handy anzeigte, wie bei uns die Tickets auf der SBB App.Da ich aber kurzfristig ein anderes Handy in Betrieb nehme musste, da das alte nach den vielen Stürzen den Geist endgültig aufgab, übertrug es die aber nicht auf das neue Handy, wie das die SBB App tat. Ärgerlich, aber der finanzielle Schaden hielt sich ja mit 290 Kronen, ca. 28 Franken in Grenzen und ich konnte ja, da die Ruter App auf dem neuen Handy nicht funktionierte, ÖV Tickets an Automaten und/oder Kiosken kaufen.

Tag 2 Freitag ( Wo bekomme ich ÖV-Tickets? )

Nachdem ja meine Ruter App für den ÖV nicht funktionierte, musste ich mir jetzt halt analoge Tickts besorgen, laut Vist Oslo Homepage erhältlich an Automaten in Bahnhöfen, Kiosken und 7 Eleven Geschäften. Also begab ich mich in die direkt gegenüberliegende Nationaltheateret Stasjon, wo ich tatsächlich auch Billetautomaten vorfand, allerdings nur zum Bezug von Tickets für den Airport Express «Flytoget», aber nicht für Rutertickets für Bus, Tram und Fähren. Also rechtsum kehrt zur Bus& Tramhaltestelle am  Solli plass, da hätte es ja sicher einen Billetautomaten.

Billetautomaten — Fehlanzeige

Offensichtlich sind die Wikinger*innen soweit digitalisiert, dass sie keine Billetautomaen mehr brauchen, keine Möglichkeit Tickets zu kaufen. Nochmals retour in den Bahnhof, vielleicht gab es da ja in den unteren Ebenen eine Möglichkeit, Tickets zu erstehen. Nachdem ich alle Ebenen durchmarschiert war, ohne einem Automaten oder einem Infodesk zu begegnen, erreichte ich den andern Ausgang des Bahnhofs, direkt vis a vis des Nationaltheateret Gebäudes und war dabei fast einen Kilometer unterirdisch gelaufen. Dort gabs auch einen 7 Eleven Laden, aber auch die wussten nichts von Ruter Tickets. Blieb nur die sehr unwahrscheinliche Möglichkeit, solche bei einem Busfahrer direkt im Bus zu kaufen, meine ersten zwei Versuche wurden abgeblockt mit dem Hinweis, diese da drüben im 7 Eleven Laden zu kaufen, da nützte auch mein Insistieren, dass ich das schon erfolglos versucht hätte, nichts.

Der dritte, von mir angesprochene Chauffeur, hatte Erbarmen und sagte, ich solle, auch ohne Ticket einsteigen und bei der übernächsten Haltestelle, «Quadraturen», aussteigen, von dort sei es nur ca. 15 Minuten Fussweg bis zum Hauptbahnhof, wo es ein Tourist Office gäbe, die mir weiterhelfen könnten.

Licht am Ende des Tunnels

Ein Hoffnungsschimmer und Motivation, als ich nach dem aussteigen am Ende einer langen Strasse die Umrisse der Norske Opera zu erkennen glaubte, die praktisch gegenüber dem Hauptbahnhof war. Also, bei ca. 30 Grad,  stramm in dieser Richtung marschiert und nach etwa 20 Minuten war ich am Oslofjord und konnte es nicht lassen, die markante Oper mal zu umrunden und auch das Innere kurz zu begutachten, bevor ich tatsächlich später im Hauptbahnhof bei der Touristinfo Rutertickets kaufen konnte.

Ein begehbares Opernhaus

Das begehbare Dach der Oper Oslo
Das begehbare Dach der Oper Oslo

Führungen durchs Haus gibt es fast an jedem Opernhaus, bei der  man in die “Eingeweinde” des Hauses und hinter die Kulissen schauen kann, was ich schon in etlichen Opernhäusern tun konnte. Höchst interessant z.B., wenn man sieht, wie Kulissenteile und Bühnenelemente vom Keller mittels Flaschenzuges, Hebebühne, Hydraulik usw.  auf ihren richtigen Platz in der Szenerie gebracht werden, welche und wie ungeheuer viele Utensilien (Kleider, Perücken etc.) im Fundus eines Opernhauses vorhanden sind. Auch das schlendern durch die Foyers, der Blick in die Garderoben und  noch vieles mehr veranschaulicht einem, welch komplexe Komponenten ineinandergreifen müssen, damit man später eine Aufführung geniessen kann. Dass man aber gar über das Dach einer Staatsoper schlendern um dabei noch einen unglaublichen Blick auf den Fjord und umliegende Gebäude, wie beispielsweise die grandiose Deichmann Bibliothek https://deichman.no  oder das im Jahre 2021 eröffnete spektakuläre neue Munch Museum https://www.munchmuseet.no/en/ zu werfen, ist aber nur in der norwegischen Hauptstadt Oslo und deren sowohl zukunftsweisende, wie auch einmalige Oper https://operaen.no/ möglich. Ich weiss es nicht, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass die findigen Norweger im Winter sogar mit Langlaufkiern über ihr Opernhaus gleiten.

Ich hingegen näherte mich bei hochsommerlichen Verhältnissen und Temperaturen um die 30 Grad,  diesem Wunder der Architektur, Technik und Ästhetik.

So war der erste ganze Tag in Norwegens Hauptstadt auch schon fast ganz vergeudet mit ÖV-Tickets zu erstehen. Fazit: die fast komplette Digitalisierung hat auch seine Schattenseiten. Mein Ärger legte sich dann etwas bei einem ausgezeichneten Nachtessen zu dem ich mir ein Glas Crémant gönnte, den man erstaunlicherweise in jedem zweiter Restaurant erhielt.

Tag 3 Samstag (Erster Event im Operahuset am Fjord)

Cosi fan tutte Szenenfoto von Erik Berg
Cosi fan tutte Szenenfoto von Erik Berg

Zu sehr ungewöhnlicher Zeit, um 13.00 Uhr und bei Aussentemperaturen um die 30 Grad zelebrierte das Opernensemble «Cosi fan tutte» von W.A. Mozart. In und um das Opernhaus herrschte schon anderthalb Stunden vor Beginn ein reges Treiben, der Oslofjord ist nicht nur für Touristen sehr attraktiv, nein, auch die Eingeborenen treffen sich dort, bestaunen immer wieder stolz das spektakuläre Opernhaus und die nicht minder spektakulären Gebäude in unmittelbarer Umgebung  wie das neue «Munch Museet» sowie die Deichmann Bibliothek und gönnten sich im Restaurant oder dessen Aussenterrasse Speis und Trank. Rezension der Mozart Oper folgt in separatem Artikel.

Tag 4 Sonntag (Die obligate Hop on hopp off Stadtrundfahrt, neues Nationalmusseet)

Hop On-Hop Off Oslo
Hop On-Hop Off Oslo
Das neue Nationalmuseum an der Aker Brygge Oslo
Das neue Nationalmuseum an der Aker Brygge Oslo

Um mir einen groben Überblick über mir noch nicht bekannte Städte zu machen, buche ich jeweils eine Rundfahrt mit den fast in jeder grösseren Stadt vorhandenen Hop on hop off Busse, so auch an diesem Sonntag. Danach entscheide ich mich, welche Orte ich mir zu einem späteren Zeitpunkt genauer anschauen will. Zurück beim Ausgangspunkt Nationaltheateret schlenderte ich zum ungefähr ein Kilometer entfernten Neuen Nationalmuseum, einem relativ schlichten grauen Monumentalbau  nahe dem Rathaus. Meine Zeit reichte grad für einen «Schnelldurchlauf» von etwa einem Drittel der unteren von zwei Etagen. Im grössten Museum Skandinaviens sind ca. 6500 Objekte auf 86 Räume verteilt.

Tag 5 Montag (Das neue Munch Museet am Oslofjord)

Das Munch vom Opernhaus aus gesehen keine Angst es kippt nicht
Das Munch vom Opernhaus aus gesehen keine Angst es kippt nicht

Das vom Madrider Architekten Juan Herreros (Estudio Herreros) in Zusammenarbeit mit dem deutschen Architekten Jens Richter konzipierte, am 22. Oktober 2021 eröffnete neue Munch Museum scheint scheint vornüber zu kippen und ist, mit gut 26 000 Quadratmetern und elf Ausstellungsgalerien auf dreizehn Stockwerken, eines der weltweit größten Museen, das nur einem einzigen Künstler gewidmet ist.

Zur Entstehung seines berühmtesten Werkes «Skrik», ««Der Schrei»

Das neue Munch Museum und das sich darin befindende berühmteste Werk Der Schrei
Das neue Munch Museum und das sich darin befindende berühmteste Werk Der Schrei

Oslo lag Edvard Munch zu Füßen, als die Panik ihn erwischte. Vom Ekeberg im Osten der Stadt aus hatte er eben noch den Sonnenuntergang über dem Fjord bewundert. Nun stand er plötzlich vor Angst zitternd da und meinte in seiner Verstörung, einen „unendlichen Schrei durch die Natur“ zu vernehmen. Diese existenzielle Erfahrung bewahrte Munch wenig später in seinem berühmtesten Bild: Vor einem flammenfarbigen Himmel hält ein einsamer Mensch den Kopf in seinen Händen. Hinter der Figur sind das funkelnde Wasser und das Stadtviertel Bjørvika zu sehen. Dort am Hafen – und nicht etwa oben auf dem Berg – steht heute das neue Munch-Museum. Und doch lässt sich von hier aus die Perspektive des Malers nachvollziehen. Wenn man nämlich im 13-stöckigen Ausstellungsturm Rolltreppe für Rolltreppe nach oben fährt und dabei durch die großen Fenster schaut, dann hebt sich ganz allmählich der Blickwinkel, sodass am Ende das komplette Panorama von Stadt, Fjord, Inseln und Hügeln vor dem Auge ausgebreitet liegt. Munch light, sozusagen. Auch hier hatte ich grad mal Zeit, die Räume auf zwei, der insgesamt zwölf Etagen in Eile zu besichtigen, darunter natürlich die 4. Etage, wo die diversen Versionen des «Schrei» ausgestellt waren und von den Bersuchermassen, wie die Mona Lisa im Pariser Louvre, umlagert wurden.

Tag 6 Dienstag (Wo gibt es Briefmarken, der «verlorene» Tag)

7-Eleven Geschäft Symbolfoto
7-Eleven Geschäft Symbolfoto

Nachdem ich in einem Buchladen endlich doch noch fündig wurde bei meiner Suche nach Postkarten, die sonst an Touristenorten ja praktisch in jedem Lädeli zu kaufen sind, fehlten noch die Briefmarken dazu, laut «Visit Oslo» auch an Kiosken etc. zu kaufen, auf Postämtern selbstredend auch. Also googeln, wo sind Postämter, erfolglos, dasselbe bei Visit Oslo. Mail an Wohnung Vermieter. Antwort, zwei Tramhaltestellen von der Wohnung weg, gäbe es sowas. Also nix wie hin, den ganzen Platz abgesucht, ohne fündig zu werden, Passanten fragen brachte auch nichts, also Nachfrage im nächsten 7 Eleven Laden, wo mir beschieden wurde, dass dieses Postamt schon vor Jahren geschlossen wurde. Vorsorglich hatte ich bei meiner Suche auch darauf geschaut, ob es irgendwo einen Briefkasten hat, für den Fall der Fälle, auch das ohne positives Resultat.

Unfreiwillige «Stadtwanderung»  für Briefmarkensuche

Läuterungsberg des Wissens Munchs für die Aula der Osloer Universität entworfenes Monumentalgemälde Der menschliche Berg, dem Licht entgegen von 1909
Läuterungsberg des Wissens Munchs für die Aula der Osloer Universität entworfenes Monumentalgemälde Der menschliche Berg, dem Licht entgegen von 1909

Überlegt, wo es denn ein Postamt geben könnte, kam ich zum Schluss, dass eventuell beim Rådhuset oder in dessen Nähe ein Postamt sein könnte. Also mit der Tram zur Haltestelle Aker Brygge, Marsch am nahen  Rathaus vorbei Richtung Nationaltheateret. Kurz davor an einem Kiosk., erneut ein erfolgloser Versuch mit Frage nach Briefmarken, aber dafür konnte mir die Dame freudig mitteilen, dass grad in der Parallelstrasse 2 Minuten entfernt, ein Postamt sei.

Was lange währt, wird endlich gut

Impression des Munch Museum
Impression des Munch Museum

Äusserst skeptisch nahm ich die paar Schritte in Angriff und war echt erstaunt, als ich schon aus einiger Entfernung zwei rote Kästen ausmachen konnte, hoffend, dass es sich dabei um Briefkästen handeln würde. Tatsächlich waren die beim Eingang zu einer Poststelle aufgehängt, wo ich endlich die benötigten Briefmarken erstehen konnte. Wirklich erleichtert fuhr ich mit dem Bus Richtung Wohnung um die Postkarten zu beschriften zu frankieren. Der Tag war für die Füchse, also futsch, verloren, mit blödsinnigem Zeitverplempern bei der ärgerlichen Briefmarkensuche. Ich weiss, es gibt Email, aber ich erinnere mich gut, wie wir als Kinder Freude hatten, die Postkarte mit dem Eifelturm drauf, die unsere Elsässer Verwandten bei ihrem Paris Besuch an uns geschickt hatten, in der Küche an den Kühlschrank zu kleben. So versuche ich, von überall her wo ich bin, ein paar Postkarten an mir bekannte, nahestehende Kinder zu schicken, in der Hoffnung, denen so eine kleine Freude zu bereiten, wie wir sie damals hatten, in den Zeiten, als Brieftauben noch näher waren als Emails.Als Belohnung gönnte ich mir ein feines Nachtessen in einem nahegelegenen ausgezeichneten Restaurant mit französischer Küche, wo ich mir als Vorspeise, politisch unkorrekt, eine warme Gänseleber auf Brioche mit einem dazu begleitenden Glas Crémant de Bourgogne gönnte.

Tag 7 Mittwoch (Vigeland Skulpturenanlage, Segeltörn mit Meeresfrüchtediner im Oslofjord)

Vigeland Skulpturenanlage
Vigeland Skulpturenanlage

Ein Besuch im Vigeland Skulpturenpark in ist ein beeindruckendes Erlebnis, das Kunst, Natur und menschliche Ausdrucksformen auf faszinierende Weise vereint. Der Park, der nach dem norwegischen Bildhauer Gustav Vigeland benannt ist, beherbergt über 200 Skulpturen, die aus Granit, Bronze und Schmiedeeisen gefertigt sind. Diese monumentalen Werke spiegeln das Leben, die Emotionen und die menschliche Existenz wider und schaffen eine einzigartige Atmosphäre.

Überwältigendes visuelles Erlebnis

Beim Betreten des Parks wird man sofort von der Vielfalt der Skulpturen und ihrer künstlerischen Qualität beeindruckt. Jede einzelne Figur erzählt ihre eigene Geschichte und lädt dazu ein, sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Ob es sich um die berühmte “Monolitten” handelt, eine imposante Säule aus ineinander verschlungenen Körpern, oder um die ausdrucksstarken Figuren in verschiedenen Posen und Gesten – jede Skulptur zieht die Aufmerksamkeit auf sich.

Skulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland
Skulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland

Der Park selbst ist wunderschön angelegt, mit sorgfältig gepflegten Grünflächen, majestätischen Alleen und ruhigen Teichen. Es gibt ausreichend Platz, um die Skulpturen zu umrunden, sich zu setzen und die Atmosphäre zu genießen. Der Park ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert, da die Skulpturen inmitten der wechselnden Naturkulisse stets neue Perspektiven bieten.

Ein Spaziergang durch den Vigeland Skulpturenpark ist auch eine Reise durch die menschliche Erfahrung. Die verschiedenen Figuren verkörpern eine breite Palette von Emotionen, Beziehungen und Lebensphasen. Man kann die Verbundenheit zwischen Eltern und Kindern, die Leidenschaft der Liebenden, die Kämpfe des Lebens und die Freuden des Menschseins förmlich spüren.

Die ganze Anlage ist nicht nur ein Ort der Kunst, sondern auch ein Ort der Ruhe und Reflexion. Besucher können in diesem einzigartigen Raum ihre Gedanken schweifen lassen und die Schönheit der Skulpturen und der Natur gleichermaßen genießen.

Insgesamt ein absolutes Highlight, ein «must» bei einem  Oslo Besuch. Mit seiner außergewöhnlichen Sammlung von Skulpturen, der malerischen Umgebung und der tiefsinnigen Atmosphäre bietet er Besuchern ein unvergessliches Erlebnis.

Auch ein kurzer Regenschauer, der einzige während meines Aufenthaltes in der norwegischen Hauptstadt, könnte mir die Freude nicht vergällen.

Abendprogramm mit dem Dreimaster auf Mini Kreuzfahrt im Oslofjord

Oslofjordrundfahrt mit dem Dreimaster
Oslofjordrundfahrt mit dem Dreimaster

Der gebuchte Event startete an der Rådhusbrygge, sollte an vielen Inseln im Fjord vorbei führen und ungefähr drei Stunden dauern. Leider wurden keine Segel gesetzt, sondern mittels Motorantrieb «gesegelt». Die kleine Schiffrundfahrt auf dem Oslofjord mit einem Meeresfrüchte-Dinner war eindrücklich. Während der Fahrt konnten die Passagiere die atemberaubende Schönheit des Fjords genießen und gleichzeitig köstliche Meeresfrüchtegerichte probieren. Das sanfte Schaukeln des Bootes, die frische Seeluft und der malerische Ausblick schufen eine entspannte Atmosphäre. Es war eine perfekte Kombination aus kulinarischem Genuss und natürlicher Schönheit, die diesen Ausflug zu einem denkwürdigen  Erlebnis machte, da auch das Wetter mitspielte, die Temperaturen auch abends sommerlich blieben.

Tag 8 Donnerstag (Konzert in der Norske Opera)

Tagsüber zu mit Bus, Tram und zu Fuss in der Stadt unterwegs, staunend über die diversen unterschiedlichen, sich trotzdem ergänzenden Baustile der Gebäude und über  die  diversen grosszügigen Parkanlagen, städtischen, gutbevölkerten Grünoasen

Zweiter Event in der Oslo Oper

Isata Kanneh-Mason Solistin am Piano Symbolfoto
Isata Kanneh-Mason Solistin am Piano Symbolfoto

Am Abend um 19.00 Uhr,  der zweite meiner drei zu besuchenden Events im grandiosen Haus am Fjord. Folglich ausreichend Zeit, vorher in der hauseigenen Brasserie «Sanguine» ein, dem Anlass entsprechendes Essen zu geniessen. Anschliessend fand ein bemerkenswertes Konzert statt, bei dem das Opernorchester und die, in die Weltklasse aufstrebende englische Pianistin Isata Kanneh-Mason auftraten. Das Programm umfasste Prokofievs packendes 3. Klavierkonzert sowie Mahlers kraftvolle 5. Sinfonie, die das Publikum mit ihrer musikalischen Brillanz und emotionalen Intensität begeisterten. Konzertrezension erfolgt in separatem Artikel.

Tag 9 Freitag (mit der Tram in mir noch unbekannte Gefilde, Nachtessen im Ling Ling an der Ausgehmeile Aker Brygge Stranden)

Die Tram bietet eine bequeme und malerische Möglichkeit, die Stadt zu erkunden und neue Gegenden zu entdecken. Während der Fahrt konnte ich  die vorbeiziehende Stadt Landschaft genießen und einen Blick auf verschiedene Stadtteile werfen, die mir bisher unbekannt waren. Sicher auf Schienen chauffiert  hat man die Möglichkeit, die Stadt zu erkunden, neue Gesamteindrücke zu entdecken und gleichzeitig das lebendige Flair von Oslo zu genießen.

Von Herbert Huber empfohlener Top Asiate am Stranden Boulevard

Restaurant Ling Ling Oslo
Restaurant Ling Ling Oslo

Nach einem aufregenden Tag voller neuer Eindrücke verbrachte ich den Abend mit einem köstlichen Abendessen im Ling Ling Restaurant an der beliebten Ausgehmeile Aker Brygge und liess mit fantastischem Blick auf den Fjord und bei schönstem Wetter und einem Glas, nein nicht Crémant, sondern diesmal Champagner, den Tag ausklingen.

Dss Restaurant Ling Ling ist für seine moderne asiatische Küche und seine lebhafte Atmosphäre bekannt. Hier können Sie exquisite Gerichte genießen, die von verschiedenen asiatischen Aromen inspiriert sind. Das Restaurant bietet eine elegante und stilvolle Umgebung, die perfekt für einen besonderen Abend ist.

Tag 10 Samstag Dritter Event in der Norske Opera

Tosca Szenenfoto von Erik Berg
Tosca Szenenfoto von Erik Berg

Nach einer beeindruckenden Inszenierung von Puccinis Meisterwerk “Tosca” durch den katalanischen Regisseur Calixto Bieito in der Norske Opera war es an der Zeit, meinen letzten Tag in Oslo gebührend zu feiern. Ich begab mich auf die Terrasse der Brasserie “Sanguine”, die direkt am Ufer des Oslofjords liegt. Dort konnte ich bei einem köstlichen Rindscarpaccio, gefolgt von einem verlockenden Dessert und einem edlen Glas Louis Roederer, den Abend in der warmen Abendsonne genießen.

Kulinarischer Genuss am malerischen Oslofjord

Terrasse Sanguine Brasserie Opernhaus Oslo
Terrasse Sanguine Brasserie Opernhaus Oslo

Die idyllische Lage der Brasserie bot einen atemberaubenden Blick auf den Fjord und die vorbeiziehenden Boote. Die entspannte Atmosphäre und das freundliche Personal trugen dazu bei, dass ich mich rundum wohl fühlte. Das exzellente Essen und das  erlesene Glas Louis Roederer waren ein wahrer Genuss für die Sinne und ein wunderbarer Abschluss meines Aufenthalts in Oslo.

Während ich meinen letzten Tag in der Stadt genoss und die Erinnerungen an die beeindruckende Inszenierung von “Tosca” noch frisch waren, konnte ich mich auf der Terrasse der Brasserie “Sanguine” zurücklehnen und den Augenblick voller Genuss und Zufriedenheit auskosten. Rezension der «Tosca» folgt in separatem Artikel.

Tag 11 Sonntag (Swiss fliegt nicht wie komm ich heim)

Tag des Abschieds von der norwegischen Hauptstadt. Am Flughafen mehr als rechtzeitig angekommen, wollte ich den Self Check in benutzen, das funktionierte aber nicht, da auf meinem zuhause ausgedruckten E-ticket kein QR drauf war. Ungemach ahnend, begab ich mich zum “normalen” Check in Schalter wo mir die nette Ground Hostess nach längerem Studium des E tickets beschied, dass es diesen, durch cheapticket bei der Swiss gebuchten Flug, Oslo ab 11.40 Uhr, gar nicht gäbe.  Die Dame hinter dem Schalter führte dann einige kurze Telefonate mit verschiedenen Instanzen und stellte mir dann ein Ticket für einen SAS Flug nach Zürich um 16.05 Uhr aus. Erleichtert, dass ich doch noch gleichtags nach Hause käme, stellte ich mich darauf ein, jetzt sechs Stunden am Lufthavn Gardermoen “herumzulungern”, etwas, das viele Typen freiwillig tun, wenn sie nicht grad in Bahnhöfen rumhängen. Ich hatte immerhin genügend Lesestoff in Form eines dicken Buches dabei, was mir die Warterei doch erheblich erleichterte, vor allem auch, weil der SAS Flieger dann auch fast pünktlich abhob.

Nach ruhigem Flug gingen die Probleme in der Schweiz weiter

Das Gepäck erschien schnell auf Rollband 6, sodass ich früh genug auf dem Bahnsteig war, um den Schnellzug nach Luzern, Flughafen ab 19.15 Uhr zu erreichen. Getrübte Freude dann bei Einfahrt desselben, wieder keine Niederflurwaggons. So wuchtete ich denn meinen Koffer mit Schwung über die drei Stufen auf den Boden des Wagens und setzte mich erleichtert auf einen der wenigen noch nicht belegten Plätze. Kurz nach Abfahrt dann die Durchsage: Dieser Zug fährt heute nur bis Zürich Hauptbahnhof, Reisende nach Zug/Luzern können in den  ICE Nr.  auf Gleis 6 umsteigen und so ihre Reise fortsetzen. Ein netter Mitreisender war mir dann behilflich den Koffer, und mich, sicher auf das Perron zu bringen, wo, kurze Freude, «unser» ICE direkt gegenüber wartete, Freude weg, auch wieder ohne Niederflureinstieg. Es fand sich nochmals eine hilfsbereite Mitreisende, um mir mit dem Gepäck zu helfen. Zuversichtlich, dass ich in Luzern dann, beim letzten Umstieg Richtung Olten/Basel zumindest, wenn kein Schnellzug, doch eine S Bahn mit Niederflureinstieg haben würde, konnte ich mich während der 50minütigen Fahrt doch etwas beruhigen, Ärger über die SBB abbauen und entspannen.

Ende gut, alles gut. die, letzte Etappe meines Kulturreislis nach Oslo verlief dann planmässig

Umstieg in Luzern in den direkt gegenüber stehenden Schnellzug, mit Niederflurwaggons, Ankunft 20 Minuten später in Sursee, wo, oh Wunder, auch gleich ein freies Taxi am Bahnhof auf dem Standplatz wartete, sodass ich 5 Minuten später definitiv sicher, wenn auch etwa sechs Stunden später als vorgesehen, aber wohlbehalten, endgültig angekommen war, mit vielen schönen und ein paar ärgerlichen Erinnerungen im geistigen Gepäck und, wenn in Zukunft wieder Touristen jammern wie die Schweiz teuer sei, werde ich denen anraten, darüber zu urteilen, nachdem sie mal in Norwegen waren.

Links auf die anderen von mir verfassten Artikel über mein Kulturreisli nach Oslo

https://innerschweizonline.ch/wordpress/mozarts-cosi-fan-tutte-opernhaus-oslo-17-juni-2023-besucht-von-leonard-wuest/

//innerschweizonline.ch/wordpress/opera-orchestra-prokofiev-3-mit-isata-kanneh-mason/

https://innerschweizonline.ch/wordpress/puccinis-tosca-opernhaus-oslo-24-juni-2023-besucht-von-leonard-wuest/

Norwegen entdecken, ein, auch kulinarischer Reisebericht von Herbert Huber

innerschweizonline.ch/wordpress/norwgen-entdecken-ein-reisebericht-von-herbert-huber/

Liebe Leute also Vorsicht bei Buchungen über https://www.cheaptickets.ch/

Kurzer Trailer über das “Munch”

youtube.com/watch?v=B6cF5SUg0I8&t=6s

Text: leonardwuest.ch

Fotos Léonard Wüst,  Diverse und Erik Berg,  https://operaen.no/en

Homepages der anderen Kolumnist*innen: www.gabrielabucher.ch www.herberthuber.ch www.maxthuerig.ch  www.marinellapolli.ch

Die Deichmann Bibliothek in Oslo

De Norske Opera Oslo am Oslofjord tagsüber

 

Die Norske Opera ein Wunderwerk der Architektur und Aesthetik bei Nacht

 

Das grosszügige lichtdurchflutete Foyer der Norske Opera in Oslo

Große Oper Als Bundeskanzlerin Angela Merkel Dekolleté wagte bei Eröffnung des Oslo Operahuset 18. April 2008

Das Munch vom Opernhaus aus gesehen keine Angst es kippt nicht

Das neue Munch Museum in Oslo des Architekturbüros Estudio Herreros mit dem deutschen Partner Jens Richter

Das neue Nationalmuseun nahe dem Rathaus Oslo

Ein Vorhang aus durchlöcherten Rentierschädeln ist das Werk der samischen Künstlerin Máret Ánne Sara

Im Edvard-Munch-Raum des neuen Nationalmuseuns hängen insgesamt 18 Werke des norwegischen Malers

Vigeland Skulpturenanlage Oslo

 

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Klimafreundlichere Autoproduktion

Konsortialpartner beim Kick-Off-Treffen am Helmholtz-Zentrum Hereon. Foto: Hereon/ Steffen Niemann
Konsortialpartner beim Kick-Off-Treffen am Helmholtz-Zentrum Hereon. Foto: Hereon/ Steffen Niemann

Koordiniert vom Helmholtz-Zentrum Hereon arbeiten Forschung und Industrie
gemeinsam an einer umweltfreundlicheren Herstellung von Leichtbauteilen
für die Automobilindustrie. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Klimaschutz (BMWK) geförderte Verbundprojekt „S3-ALU“ wird den Ersatz von
reinem Aluminium durch recyceltes Aluminium testen, welches den
CO2-Fußabdruck pro Fahrzeug um 55 Prozent senken könnte.

22.000 Tonnen CO2 - das ist der Fußabdruck der täglichen in Deutschland
produzierten SUVs. Ein Teil davon geht auf das verwendete Material zurück:
Aluminium beziehungsweise Primäraluminium. Diese reine Form des Aluminiums
wird direkt aus dem Rohstoff Bauxit hergestellt und ist dank ihrer
Vorteile in Bezug auf Gewicht und Korrosionseigenschaften der
Hauptbestandteil von Legierungen in der Automobilproduktion. Ein
Zusammenschluss aus Forschung und Industrie untersucht jetzt die
Möglichkeit, das bisher verwendete Primäraluminium durch
Sekundäraluminium, also unreineres, recyceltes Aluminium, zu ersetzen –
ohne die vorteilhaften Eigenschaften zu verlieren.

Das Einsparpotential ist dabei enorm: Um eine Einheit Sekundäraluminium
herzustellen, werden nur fünf Prozent der Energie verbraucht im Vergleich
zur Herstellung von Primäraluminium. Übertragen auf die
Automobilproduktion bedeutet das eine Einsparung von 0,7 Tonnen CO2 pro
Fahrzeug beziehungsweise 700.000 Tonnen CO2 für die SUV-Jahresproduktion
in Deutschland. Aluminium wird immer häufiger in elektrischen Fahrzeugen
verwendet, um beispielsweise das Gewicht der Batterie auszugleichen. Das
verschärft die Notwendigkeit, klimafreundlichere Alternativen wie
Sekundäraluminium hinsichtlich seiner Anwendung zu untersuchen und zu
optimieren. Aktuelle Prognosen zeigen, dass das Einsparpotenzial bei
aluminiumintensiven Bauweisen bei bis zu 1,7 Tonnen CO2 pro Fahrzeug
liegt.

Der digitale Zwilling

Mithilfe eines digitalen Zwillings sollen verschiedene Zusammensetzungen
von Sekundäraluminium modelliert werden, um den bestmöglichen Ersatz für
das Original zu finden. So müssen die vielen Materialvarianten nicht alle
in Experimenten durchgetestet werden, sondern werden zeit- und
ressourcensparend im Modell erforscht. Vorherige Untersuchungen haben
bereits gezeigt, dass kleine Verunreinigungen des Primäraluminiums
auftreten und dennoch für den sicheren Einsatz des Werkstoffs akzeptabel
sind. Die Frage ist jedoch, wie groß kann bzw. darf der Anteil von
recyceltem Aluminium werden und in welcher Zusammensetzung? Die Antwort
kann der digitale Zwilling liefern.

„Die Entwicklung eines digitalen Zwillings, also einer mehrskaligen
physikalischen Abbildung des zu untersuchenden Materials – der Alu-
Sekundärlegierung – wird die experimentellen Bemühungen deutlich verkürzen
und es ermöglichen, die zur Verfügung stehenden Schrotte uneinheitlicher
Qualität in Bezug auf den möglichen Einsatz in der Materialherstellung
beziehungsweise der Produktion zu bewerten“, erklärt Eugen Gazenbiller,
Doktorand am Hereon-Institut für Oberflächenforschung.

Das Verbundprojekt „S3-ALU: Simulationsmethodiken zur Bewertung von
Bauteilen und Systemen für nachhaltigen Leichtbau mit Sekundär-Aluminium“
wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) über drei
Jahre mit 2 Millionen Euro gefördert. Projektpartner aus der Forschung
sind das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE), Access e. V. und
das Helmholtz-Zentrum Hereon, dessen Institut für Oberflächenforschung das
Projekt koordiniert. Aus der Industrie sind die Volkswagen AG, Bode – die
Tür GmbH und LGL Bad Langensalza GmbH beteiligt.

Hintergrund: Digitaler Zwilling

Ein digitaler Zwilling ist eine virtuelle Darstellung eines realen
Prozesses, Objekts oder Materials mit einer wechselseitigen Verbindung.
Das heißt, dass Änderungen am realen Objekt nahezu in Echtzeit in den
digitalen Zwilling einfließen. Im nächsten Schritt kann der digitale
Zwilling unterschiedlichen Rahmenbedingungen ausgesetzt werden und so
wiederum potenzielle „Was-wäre-wenn"-Szenarien des realen Objekts
darstellen. So können zum Beispiel Materialien und Werkstücke zunächst
digital in verschiedenen Situationen getestet werden, ohne Durchlauf des
vollständigen Produktionsprozesses.

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Internationale Forschende fordern: Beim Ozeanschutz auf Menschen in den Tropen hören

Fischer gehen ihrer Arbeit mit traditionelle Fischereipraktiken an der Pazifikküste Panamas nach  Steven Paton  STRI
Fischer gehen ihrer Arbeit mit traditionelle Fischereipraktiken an der Pazifikküste Panamas nach Steven Paton STRI

Um greifbare Lösungen für den Schutz der Ozeane zu finden, sollten wir den
Menschen zuhören, die am meisten von den aktuellen Problemen der Ozeane
betroffen sind: den Menschen in den Tropen. Das sagen 25 Autor:innen eines
Kommentars, der in der Fachzeitschrift Ocean Sustainability veröffentlicht
und vom Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) in Panama initiiert
wurde. An der Publikation beteiligt war auch Estradivari, eine
indonesische Meereswissenschaftlerin am Leibniz-Zentrum für Marine
Tropenforschung (ZMT) in Bremen.

Die Autor:innen kommen aus allen Regionen der Tropen und vertreten
verschiedenste Fachdisziplinen. In der Publikation erörtern sie, wie die
dringendsten Probleme der Ozeane, insbesondere in den globalen Tropen,
angegangen werden können. Der Fokus auf die Tropen ergab sich aus der Our
Ocean Conference, die im März 2023 in Panama stattfand. Statt sich jedoch
ausschließlich auf praktische Aspekte des Meeresschutzes zu konzentrieren,
thematisiert der Artikel grundlegendere Probleme wie eine gerechtere und
effektivere Gestaltung von Meerespolitik und -wissenschaft.

Um Lösungen für die Probleme der Ozeane zu schaffen, argumentieren die
Autor:innen, dass zunächst vier wichtige Maßnahmen ergriffen werden
müssten, die auf Perspektiven, Erfahrungen und Wissen aus den Tropen
beruhen. Dazu zählen Gleichberechtigung in der Ozeanforschung und
-verwaltung, die Menschen und den Ozean wieder miteinander verbinden,
Neudefinition der Meereskompetenz und Entkolonialisierung der
Meeresforschung. Diese Maßnahmen seien von entscheidender Bedeutung, um
der tropischen Bevölkerung eine führende Rolle beim Erhalt prosperierender
Küstengemeinschaften und gesunder Meeresökosysteme zu sichern.

„Der Grundtenor ist, dass systemische Veränderungen in Bezug auf
Ungerechtigkeit und Zugang wichtig sind“, sagt die Erstautorin Ana
Spalding vom STRI. "Wir haben auch die eher technisch-wissenschaftliche
Seite der Dinge einbezogen, aber darüber wurde schon viel geschrieben und
gesprochen.“

Die Publikation mache deutlich, so Ana Spalding weiter, dass das Problem
nicht nur in den Veränderungen der natürlichen Ökosysteme, der Fische und
Mangroven liege, sondern auch in den unverhältnismäßigen Auswirkungen, die
diese Veränderungen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen haben, insbesondere
in den Tropen. „Wir werden keine Veränderungen in der Natur sehen, solange
wir keinen Wandel in der Art und Weise sehen, wie die Menschen in diesen
Regionen teilnehmen, sich engagieren, sich mit den Problemen verbunden und
für diese Veränderungen verantwortlich fühlen.“

Wie die Autor:innen hervorheben, beherbergen die Tropen den größten Teil
der weltweiten Meeresbiodiversität. Die meisten Menschen, die direkt vom
Meer abhängig sind, leben in tropischen Regionen. Dennoch werde die Agenda
für ein Management der Ozeane weitgehend auf der Grundlage von
wissenschaftlichen Erkenntnissen, Finanzmitteln und Institutionen aus
Ländern mit hohem Einkommen in den gemäßigten Zonen festgelegt. Politische
Entscheidungen würden unverhältnismäßig häufig von Entscheidungsträgern
außerhalb der tropischen Regionen getroffen, deren Interessen würden
bewusst oder unbewusst die Gespräche bestimmen.

„Diese von außen gesteuerten Ansätze untergraben die Gerechtigkeit und
Wirksamkeit der derzeitigen Lösungen und behindern die Selbstverantwortung
und mögliche künftige Führungsrolle der Tropen, die gut positioniert sind,
um evidenzbasierte Lösungen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der
Ozeane zu entwickeln“, so Co-Autorin Estradivari vom ZMT.

„Die Stimme der tropischen Mehrheit in der Ozeanforschung und -verwaltung
zu stärken, ist der Schlüssel, um sicherzustellen, dass bei
Entscheidungen, die die Tropen betreffen, die Perspektiven der wichtigsten
Akteure aus den Tropen berücksichtigt werden", erklärt Mitautorin Josheena
Naggea vom Center for Ocean Solutions der Stanford University in den USA.

„Die derzeitigen für wissenschaftliche Führung Verantwortlichen müssen
erkennen, dass die Forschenden in den Tropen lange Zeit ignoriert oder an
den Rand gedrängt wurden und dass wir dennoch wichtiges Wissen
produzieren, und zwar oft auf viel gerechtere Weise“, ergänzt der Co-Autor
Andrés Cisneros-Montemayor von der Simon Fraser University in Kanada.

Das ZMT unterstreicht die Bedeutung derartiger Denkanstöße. Das Institut
verfolgt seit seiner Gründung 1991 den Ansatz von Partnerschaften „auf
Augenhöhe“ in den Tropen, die in den „Bremer Kriterien“ verankert sind.
„Sowohl der neue Vertrag zum internationalen Meeresnaturschutz als auch
die Perspektive einer „Blue Economy“ erfordern Forschungsarbeiten zu
indigenem und lokalem Wissen, zu Solidarität und Fairness. Das ist kein
schmückendes Beiwerk, sondern integraler Bestandteil der Arbeiten am ZMT“,
so der wissenschaftliche Direktor des ZMT, Prof. Dr. Raimund Bleischwitz.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Estradivari
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Originalpublikation:
Spalding, A. K., Grorud-Colvert, K., Allison, E., Amon, D. J., Collin, R.,
de Vos, A., Friedlander, A. M., Johnson, S. M., Mayorga, J., Paris, C. B.,
Scott, C., Suman, D. O., Cisneros-Montemayor, A. M., Estradivari, Giron-
Nava, A., Gurney, G. G., Harris, J. M., Hicks, C., Mangubhai, S., Micheli,
F., Naggea, J., Obura, D., Palacios-Abrantes, J., Pouponneau, A., Vega
Thurber, R. (2023). Engaging the Tropical Majority to Make Ocean
Governance and Science more Equitable and Effective. Ocean Sustainability.
https://www.nature.com/articles/s44183-023-00015-9

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Gastronom Herbert Huber über den Trend «Dry Aged Beef»

Dry Aged Beef schön präsentiert
Dry Aged Beef schön präsentiert

Das am Knochen gereifte Rindfleisch, ist mittlerweile auch bei Groß Verteilern erhältlich. Ich sage, was man zu dieser Neuheit wissen muss. Vor wenigen Jahren war von knochengereiftem Fleisch fast nur in gehobenen Gourmetkreisen zu hören. Heute stehen transparente Kühlschränke, in denen stattliche Rindfleischstücke am Knochen heranreifen, sowohl beim Grosz Verteiler wie auch in kleineren Metzgereien.

So mancher fragt sich wohl, was es mit diesem neuen Trend auf sich hat. Die Älteren unter uns, zu welchen ich auch gehöre, wissen aber womöglich, dass dieses heute sogenannte Dry Aged Beef zwar schon ein Trend ist – aber alles andere als neu, vielmehr eine Renaissance.

Die Nobelherberge und der Meisterkoch

Dry Aged Beef im Kühlschrank schön präsentiert
Dry Aged Beef im Kühlschrank schön präsentiert

Ich erinnere mich an meine erste Stelle nach der Kochlehre – im Prominentenhotel Gstaad Palace. Als junger Koch kam ich unter die Fittiche des damals wohl berühmtesten Küchenchefs der Schweiz, Otto Schlegel aus Altstätten SG. Nur dank Beziehungen meiner Mutter – auch sie Altstätterin – wurde ich Teil der 35köpfigen Küchenbrigade des «Meisters» in Gstaad. Das war in den 60iger Jahren.

Riesige Fleischmengen wurden ins «Palace» geliefert, ganze Rindsnierstücke mit einer dicken weissen Fettdecke belegt, vor Beginn der Saison bis zu 5 Wochen am Knochen gereift. In einem riesigen Fleischlagerraum. Gar eigentümlich roch es da. Eine Geruchskombination von „Moschus, frisch gebackenem Hefezopf oder verschwitzten Wollsocken“- meine Nase nahm sogar den Geruch von Pferdesattel wahr.

Der Hotelmetzger musste die äussere Schicht des Fleisches wegschneiden, weil dieses durch die Luft hart und schimmlig, sogar ungenießbar geworden war. Der Metzger parierte alles Unansehnliche weg, bis das herrlich rote Fleisch sichtbar wurde. Der Gewichtsverlust betrug gegen 30 Prozent, was zu einem höheren Preis führte. Für die Clientèle in Gstaad war das aber kein Problem…Ob das heute auch in die Kategorie „Food Waste“ gehört wäre, zu diskutieren.

Trockenreifung oder Vakuum verpackt

Dry Aged Beef sieht manchmal nicht grad appetitlich aus
Dry Aged Beef sieht manchmal nicht grad appetitlich aus

Dass die Trockenreifung des Fleisches am Knochen etwas in Vergessenheit geraten war, hat mit der Vakuumverpackung zu tun. Auch in einer solchen kann Fleisch heranreifen ohne nennenswerten Gewichtsverlust, einfacher und kostengünstiger. Wissen muss man, dass die Reifung am Knochen das Fleisch besonders zart und mürbe macht und auch in mit einem speziellen Geschmack. Während die einen auf das spezielle nussige und intensive Aroma schwören, tun sich andere eher schwer damit. Womöglich ist auch das nur reine Gewohnheitssache, ebenso wie die Tatsache, dass das gelagerte Fleisch in den Kühlkästen gar nicht so appetitlich aussieht und einiges teurer ist.

Das Fleisch dann zu Hause.

Dry Aged Beef schön präsentiert
Dry Aged Beef schön präsentiert

Vor dem Braten sollten die vom Metzger fixfertig zurechtgeschnittenen Stücke wie etwa ein Entrecôte oder Filet vom Rind, ein bis zwei Stunden bei Zimmertemperatur ruhen, zugedeckt mit Haushaltspapier. Mindestens zwei Finger hoch sollten die Fleischstücke schon sein, denn ein dünner Fleischlappen ist schnell einmal durchgebraten. Gebraten werden die Stücke klassisch in einer Eisen -oder Edelstahlpfanne. Ich würze immer vorher mit Salz und Pfeffer. Fürs Anbraten nehme ich das gut erhitzbare Schweizer Rapsöl, rauchheiss muss es sein.

Beidseitig je eine gute Minute scharf anbraten. Nach dem Anbraten lasse ich das Fleisch noch zirka 5 bis 10 Minuten bei 80° Grad im Ofen nachgaren. Abstehen lassen, sagt der Fachmann.

Um auf Nummer sicher zu gehen, hilft ein Kerntemperaturmesser. Bei größeren Stücken erst recht. Bleu 47 -49°, Saignant 55 – 57°, à point 59 -61°, bien cuit 71 – 73°. Mit der Zeit reicht auch das Gefühl fürs Braten. Wer dieses Gefühl nicht hat, dem fällt deswegen noch kein Stein aus der Krone. Wenn es ums Fleischbraten geht, gibt es einen alten Kochspruch: «On est né rôtisseur – mais on devient saucier.» Übersetzt: Fürs Fleischbraten muss man geboren sein, Saucier kann man werden …

Welche Sauce man zum Fleisch reicht, ist Geschmackssache.

Dry Aged Beef gegrillt und geschnitten
Dry Aged Beef gegrillt und geschnitten

Mit einer klassischen Béarnaise oder einer hausgemachten Kräuterbutter geht man kaum fehl. Als Beilage passen Ofenkartoffeln mit Sauerrahm, selbstgemachte Kartoffelschnitze mit Rosmarin oder Maiskroketten. Weinempfehlung? Ein kräftiger Roter. Bordeaux oder Italiener. Spanier oder Portugiese. Oder gar einen aus Bulgarien.

Knochenreifung für den Heimgebrauch Wer ganz auf das am Knochen gereifte Fleisch steht, kann zu Hause aufrüsten: Es gibt auch für den Privatgebrauch «Dry Ager» oder Reifekühlschränke, inklusive Anleitung und Zubehör, ab 2500 Franken. www.dryagerschweiz.ch

Laut dem Magazin «Beef» ist dies «das beste Männergeschenk der Welt. Ich glaube aber trotz des gegenwärtigen Booms nicht, dass am Knochen gereiftes Fleisch in schöner Regelmäßigkeit in Schweizer Pfannen landen wird. Auch bei mir nicht. Aber zwischenhinein als ganz spezieller Fleischgenuss mit einem Hauch von Luxus – das kann ich mir sehr gut vorstellen.

Text   www.herberthuber.ch

Fotos www.pixelio.de

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Dry Aged Beef US prime Beef auslieferbereit

Dry Aged Beef in gutem Reifegrad

Dry Aged Beef gegrillt und geschnitten

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