Die Blockchain darf nicht nur auf Kryptowährungen reduziert werden. Viel
größer ist ihre Tragweite als Kooperationswerkzeug in flexiblen
Partnernetzen. Sind diese Partner nicht nur Geschäftspartner, sondern auch
Maschinen oder Produktlieferungen, die sogar teilweise autonom handeln
können, so ergeben sich enorme Anwendungspotentiale. Das Fraunhofer
Blockchain-Labor demonstriert auf der Hannover Messe mit einem
durchgängigen Exponat diese Potentiale für verschiedene
Nutzungsperpektiven auf dem Weg zu einer Machine-to-machine Economy.
Besuchen Sie uns in Halle 6, Stand A30.

Aktuell beschäftigen sich Wirtschaft und Politik intensiv mit den
Herausforderungen der Gestaltung neuer Ökosysteme als Antwort auf die
Digitalisierung. Das klassische, produktzentrierte Partnernetz in
Produktion und Logistik wird durch hoch vernetzte und flexibel
konfigurierbare Partnerschaften für unterschiedliche
Servicekonfigurationen ersetzt: Nicht mehr das Produkt ist das Asset,
sondern die Vernetzung der Services. Daraus entstehen neue Anforderungen
an die Kooperationsunterstützung. Sie muss Transaktionen in einem offenen
Partnernetzwerk vertrauensbildend unterstützen.

Ursprünglich ist die Blockchain-Technologie über Kryptowährungen wie
Bitcoin bekannt geworden. Das eigentliche Potential der Blockchain reicht
allerdings viel weiter, Kryptos sind nur ein kleiner Anwendungsfall. Die
Blockchain ermöglicht in vielen Bereichen und Branchen abgesicherte und
verschlankte Transaktionen zwischen Geschäftspartnern, da sie
zentralisierte Kontrollinstanzen – sogenannte Intermediäre – wie etwa
Banken, Sicherheitsinstanzen oder auch Konsortialführer, ersetzen kann.

»Wir zeigen auf der Hannover Messe ein durchgängiges Exponat für
verschiedene Phasen industrieller Prozesse. Im Kern steht die Blockchain
als Vertrauensgarant für die Korrektheit der Transaktionen und ihre
Revisionssicherheit. Das Exponat veranschaulicht am Beispiel der
Produktion und Lieferung von Stahlschienen, was die Blockchain hier
zukünftig leisten kann«, so Prof. Wolfgang Prinz (PhD), Gründer des
Fraunhofer Blockchain-Labors und stellv. Institutsleiter des Fraunhofer-
Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT.

Im ersten Schritt nimmt der Produzent die Bestellung entgegen und
produziert die Stahlschienen gemäß Auftrag. Die Produktionsdaten werden in
der Blockchain erfasst und die Schienen gemäß ihrer Gütekriterien bei der
Herstellung zertifiziert. In der Blockchain wird anschließend von der
kompletten Bestellung ein sogenannter digitaler Schatten abgespeichert,
der die Lieferung einmalig und damit jederzeit identifizierbar macht.
Die Lieferung macht sich nun auf die Reise zum Zielpunkt und entscheidet
dabei aufgrund von Anbieterdaten, die über die Blockchain bereitgestellt
werden, selbstständig über Route und Transportunternehmen. Dabei werden
Transportinformationen und -bedingungen aufgezeichnet. Die Blockchain
protokolliert lückenlos Transportwege und Herkunft und verhindert damit
etwaigen Betrug, etwa den Austausch durch Schienen minderer Qualität.

Am Zielort angekommen wird das Produkt sachgerecht durch entsprechend
zertifiziertes Fachpersonal verbaut. Dies zeigt ein weiteres
Anwendungsfeld der Blockchain, nämlich fälschungssichere Zertifikate und
Ausbildungsnachweise. Im letzten Schritt wird dann ein neuer digitaler
Schatten der verbauten Schienen inklusive aller integrierten Komponenten
in der Blockchain abgelegt.

Besuchen Sie uns vom 1.-5. April 2019 auf der Hannover Messe in Halle 6 am
Stand A30.