GREIX-Kaufpreisindex Q1 2026: Uneinheitliche Preisdynamik und längere Vermarktungsdauer
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien entwickelten sich im ersten Quartal 2026
uneinheitlich: Das Wachstum bei Eigentumswohnungen fiel auf den
niedrigsten Stand seit Beginn der positiven Entwicklung im Sommer 2024,
während Einfamilienhäuser mit 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal
zulegten. Neue Liquiditätskennzahlen aus Inseratsdaten deuten ebenfalls
darauf hin, dass die Marktdynamik nachlässt.
Das zeigt das jüngste Update des GREIX-Kaufpreisindex, ein
Gemeinschaftsprojekt der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte und dem
Kiel Institut für Weltwirtschaft. Der Index basiert auf notariell
beglaubigten Transaktionsdaten aus den Kaufpreissammlungen lokaler
Gutachterausschüsse und bildet die Preisentwicklung von 24 Städten und
Regionen ab. Alle Daten sind unter greix.de (https://www.greix.de/) frei
zugänglich.
„Das Bild des ersten Quartals ist gespalten: Die Dynamik der
Preissteigerungen verliert bei Eigentumswohnungen spürbar an Schwung,
während Einfamilienhäuser auf Wachstumskurs bleiben. Die Preiszuwächse bei
Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahresquartal sind so niedrig wie noch
nie seit Beginn des leichten Aufschwungs im Sommer 2024.
Inflationsbereinigt, also gemessen an der aktuellen Kaufkraft, sind die
Preise für Eigentumswohnungen sogar leicht gesunken. Diese Abschwächung
spiegelt eine Entwicklung wider, die wir schon seit circa Mitte des Jahres
2025 beobachten“, sagt Jonas Zdrzalek (https://www.kielinstitut.de/d
/expertinnen-und-experten/jona
Institut für Weltwirtschaft.
Ein Markt der unterschiedlichen Geschwindigkeiten
Im Vergleich zum Vorquartal (Q1 2026 zu Q4 2025) stiegen die Preise für
Eigentumswohnungen im GREIX um 0,4 Prozent. Einfamilienhäuser verteuerten
sich mit 1,9 Prozent stärker. Mehrfamilienhäuser wurden dagegen um 5,7
Prozent günstiger gehandelt, wobei die geringe Transaktionszahl in diesem
Segment die Aussagekraft einschränkt.
Im Jahresvergleich (Q1 2026 zu Q1 2025) lagen Eigentumswohnungen mit 0,5
Prozent und Einfamilienhäuser mit 3,2 Prozent nominal im Plus.
Mehrfamilienhäuser lagen um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Inflationsbereinigt fällt das Bild für Eigentumswohnungen negativer aus:
Real lagen die Preise im ersten Quartal 0,2 Prozent unter dem Vorquartal
und 1,7 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Einfamilienhäuser verteuerten
sich dagegen auch real, um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 0,9
Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Uneinheitliche Entwicklung in den Großstädten
In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im
Quartalsvergleich sehr unterschiedlich. Den stärksten Zuwachs verzeichnete
Leipzig mit einem Plus von 2,5 Prozent. Düsseldorf lag mit 0,3 Prozent
leicht im Plus, in Köln blieben die Preise unverändert (0,0 Prozent).
Leichte Rückgänge verzeichnete Berlin (-0,3 Prozent), während sie in
Frankfurt (-1,4 Prozent) und Stuttgart (-1,9 Prozent) deutlicher
ausfielen. Für Hamburg und München liegen für das erste Quartal 2026 noch
keine aktuellen Werte vor.
Neue Liquiditätskennzahlen: Markt verliert an Schwung
Erstmals ergänzt der GREIX-Kaufpreisindex die Transaktionsdaten um
Liquiditätskennzahlen aus Inseratsdaten für die 24 ausgewerteten Städte
auf Basis der VALUE-Marktdatenbank. Diese zeigen – gemessen an der
Vermarktungsdauer und dem Anteil sehr kurz laufender Inserate – wie
schnell Objekte von den Angebotsplattformen offline genommen werden.
Die Kennzahlen spiegeln den Marktzyklus deutlich wider: Während des Booms
lag der Tiefststand für die Vermarktungsdauer von Eigentumswohnungen im
GREIX bei nur 76 Tagen im zweiten Quartal 2021, stieg dann im veränderten
Marktumfeld bis zum dritten Quartal 2024 auf 117 Tage und hat sich seitdem
wieder deutlich erholt, bevor sie nun erneut leicht zunimmt.
Im ersten Quartal 2026 lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer bei 90
Tagen für Eigentumswohnungen und bei 91 Tagen für Einfamilienhäuser. Damit
ist sie in beiden Segmenten leicht höher als im Vorquartal.
„Die Preisentwicklung allein erzählt nicht die ganze Geschichte. Wenn
Inserate auf den Plattformen länger online bleiben, Preisreduzierungen in
den dortigen Angeboten wieder häufiger und deutlicher werden und der
Anteil sehr schnell offline genommener Objekte zurückgeht, dann sind das
frühe Signale dafür, dass sich der Markt leicht dreht. Diese Entwicklung
sehen wir bereits analog zu der abnehmenden Preisdynamik seit Mitte des
Jahres 2025“, so Jonas Zdrzalek.
Jetzt vollständigen Bericht lesen:
GREIX Kaufpreisindex Q1 2026: Heterogene Preisdynamik bei rückläufiger
Marktliquidität (https://www.kielinstitut.de/d
kaufpreisindex-q1-2026-heterog
marktliquiditaet-19725/
Methodischer Hinweis
Die Preisentwicklung des GREIX-Kaufpreisindex wird als Index berechnet.
Nur so können mittels statistischer Verfahren (hedonische Methode)
Verzerrungen eliminiert werden, die ansonsten bei durchschnittlichen
Quadratmeterpreisen auftreten. Ein Verkauf besonders vieler hochpreisiger
Immobilien, etwa aufgrund hoher Quadratmeterzahlen, einer guten Lage oder
eines guten Zustands, führt beispielsweise zu steigenden
Durchschnittspreisen pro Quadratmeter. Einem solchen Anstieg liegt jedoch
keine generelle Wertsteigerung für Immobilien zugrunde. Durch die
Indexbildung gibt es keine Verzerrung der Preisentwicklung nach oben oder
unten aufgrund spezifischer Eigenschaften der verkauften Immobilien.
Über den GREIX-Kaufpreisindex
Was ist der German Real Estate Index (GREIX)?
Der German Real Estate Index (GREIX) ist ein am Kiel Institut für
Weltwirtschaft angesiedeltes, durch öffentliche Fördermittel finanziertes
Forschungsprojekt zur Erhöhung der Transparenz auf dem deutschen
Immobilienmarkt. Dazu gibt es regelmäßig Veröffentlichungen zur
Entwicklung der Transaktionspreise (GREIX-Kaufpreisindex) sowie zur
Entwicklung der Angebotsmieten (GREIX-Mietpreisindex). Neben den
Preisentwicklungen werden regelmäßig Sonderauswertungen veröffentlicht,
etwa zur Erschwinglichkeit oder zu preisbestimmenden Faktoren wie der Lage
oder dem energetischen Zustand.
Was ist der GREIX-Kaufpreisindex?
Der GREIX-Kaufpreisindex ist ein Immobilienpreisindex für Deutschland auf
Basis der Kaufpreissammlungen der lokalen Gutachterausschüsse, die
notariell beglaubigte Verkaufspreise enthalten. Er bildet die
Preisentwicklung einzelner Städte und Stadtviertel bis zurück ins Jahr
1960 ab und basiert auf über zwei Millionen Transaktionsdaten. Mit Hilfe
des Datensatzes können langfristige Trends der Immobilienmärkte analysiert
und aktuelle Entwicklungen im historischen Kontext eingeordnet werden. Auf
greix.de stehen Kaufpreisindizes für verschiedene Segmente in derzeit 24
Städten frei zur Verfügung. Nach und nach wird der Datensatz um weitere
Städte erweitert werden.
Welche Daten und Methoden werden zur Erstellung der Kaufpreisindizes
verwendet?
Die Datenerhebung findet bei den lokalen Gutachterausschüssen statt. Dabei
werden alle Immobilientransaktionen vollständig erfasst. Die Auswertung
der Kaufpreise wird mit neuesten wissenschaftlichen Methoden und
statistischen Verfahren (hedonische Regressionsmethode) vom Kiel Institut
vorgenommen. Der GREIX-Kaufpreisindex steht somit für höchste
wissenschaftliche Datenqualität.
