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Campus-Shuttle als Meilenstein für autonomes Fahren

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Fraunhofer IAO startet mit IZSMO in die Zukunft der
Mitarbeitendenmobilität

Auf dem Campus des Fraunhofer-Institutszentrums Stuttgart startet mit
IZSMO ein innovatives betriebliches Mobilitätsprojekt: Ein autonom
fahrender Shuttlebus, eine Mobilitätsstation sowie neue Sharing-Angebote
machen den Arbeitsweg für Fraunhofer-Beschäftigte künftig nachhaltiger,
komfortabler und zukunftsfähig.

Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Bahn, Bus oder Auto – rund 2000 Beschäftigte
pendeln täglich zwischen dem Fraunhofer-Institutszentrum Stuttgart IZS und
ihrem Zuhause. Das neue Projekt IZSMO (IZS-Mobility) des Fraunhofer-
Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Hochschule
Esslingen, gefördert durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität
(BALM), setzt auf dem Forschungscampus ein innovatives Mobilitätskonzept
um, das den bislang stark Pkw-lastigen Pendelverkehr messbar
klimafreundlicher, komfortabler und effizienter macht.

Innovatives Mobilitätsprojekt IZSMO startet

Forschende des Fraunhofer IAO analysieren zu Projektbeginn und -ende das
Mobilitätsverhalten der Beschäftigten. Sie erproben neue Angebote und
bewerten deren Wirkung durch die Messung der realen CO2-Einsparung und dem
Mitarbeitenden-Feedback. Die Hochschule Esslingen übernimmt im Projekt die
Koordination und greift auf die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt
AMEISE zurück, in dem Handlungsempfehlungen für die Einbindung autonomer
Shuttles im öffentlichen Personennahverkehr entwickelt wurden. Gemeinsam
bringen die Partner ihre fundierte Expertise im Bereich des
automatisierten ÖPNV in die direkte Anwendung.

»Wir machen das Institutszentrum zum Reallabor und zeigen, wie nachhaltige
Mobilität in der Praxis funktioniert, den Arbeitsweg für Beschäftigte
attraktiver macht und gleichzeitig die Umwelt entlastet«
Theresa Strobel-Vogt, Mitarbeiterin im Forschungsbereich »Smart Energy and
Mobility Solutions« am Fraunhofer IAO

Erste Erfahrungswerte werden zeigen, ob das Konzept auch auf andere
Unternehmen übertragbar ist.

Autonomes Shuttle »BumbleB« verbindet Campus und Bahnstation

Ein Highlight des Projekts ist das autonome Shuttle »BumbleB«, das von der
Bertrandt Group weiterentwickelt wurde. Seit Mitte April pendelt der
Minibus nach einem kleinen Eröffnungsevent zunächst probeweise über den
Campus. Perspektivisch verbindet »BumbleB« autonom und barrierefrei im
Realbetrieb die Strecke zwischen Fraunhofer-Campus und S-Bahn-Station
»Universität«, kostenlos für Mitarbeitende und Besuchende. Der bisherige
Fußweg vieler Fraunhofer-Mitarbeitender von rund 15 Minuten verkürzt sich
damit erheblich.

»Unser Ziel ist klar: Baden-Württemberg geht beim autonomen Fahren den
nächsten Schritt – weg von einzelnen Projekten, hin zur breiten Anwendung.
So schaffen wir die Grundlage für die zukünftige Mobilität und stärken
zugleich nachhaltig unsere heimische Automobilwirtschaft. Gerade mit Blick
auf den absehbaren Fahrermangel im öffentlichen Verkehr ist es
entscheidend, neue Mobilitätslösungen voranzubringen. Das sichert
verlässliche Angebote im städtischen wie im ländlichen Raum und ermöglicht
Mobilitätsfreiheit für alle, auch mobilitätseingeschränkte Menschen«, sagt
Philipp Franke, Abteilungsleiter im Ministerium für Verkehr Baden-
Württemberg.

Ein Baustein für die Zukunft

Mit dem Start des Realbetriebs wird eine entscheidende Hürde auf dem Weg
zum flächendeckenden Einsatz autonomer Kleinbusse im ÖPNV in Deutschland
genommen, denn bislang fehlen Anwendungen im echten Betrieb außerhalb von
Teststrecken. »Das Projekt IZSMO liefert damit erstmalig einen
wegweisenden Baustein für die zukünftige Typenzulassung autonomer Shuttles
im öffentlichen Nahverkehr«, betont Christopher Legner, wissenschaftlicher
Mitarbeiter der Hochschule Esslingen.

Ein eigener Mobility Hub und Fahrgemeinschaften fördern

Ein Teil der knapp 700 Pkw-Stellplätze auf dem Fraunhofer-Gelände wird
zudem zum sogenannten Mobility Hub umgewandelt. Dort stehen künftig
kostenlose Sharing-Fahrräder, ein Hopper (ein zweisitziges Kabinenfahrrad
mit Kofferraum), Lastenräder und E-Scooter, Abstellflächen für private
Fahrräder, eine Ladeinfrastruktur für Mikromobilität, eine
Fahrradservicestation sowie smarte Schließfächer für Helme und Taschen
bereit. Eine klare Wegeführung und digitale Informationsdisplays mit
Echtzeit-Informationen erleichtern die Nutzung der neuen Angebote. Neben
neuen Mobilitätsformen setzt das Projekt auf die systematische Förderung
von Fahrgemeinschaften: Reservierte Stellplätze und die Plattform
»Stuttgart fährt mit« unterstützen die Bildung von Fahrgemeinschaften
unter den Mitarbeitenden.