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Lasermikroskop statt Skalpell – Spende für Dresdner Uniklinikum ermöglicht schonende Diagnostik

Oberarzt Dr. Jörg Laske (v.l.n.r.), Jürgen Preiss-Daimler und Klinikdirektor Stefan Beissert, mit dem
Oberarzt Dr. Jörg Laske (v.l.n.r.), Jürgen Preiss-Daimler und Klinikdirektor Stefan Beissert, mit dem
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Oberarzt Dr. Jörg Laske (v.l.n.r.), Jürgen Preiss-Daimler und Klinikdirektor Stefan Beissert, mit dem
Oberarzt Dr. Jörg Laske (v.l.n.r.), Jürgen Preiss-Daimler und Klinikdirektor Stefan Beissert, mit dem "VivaScope"-Laser-Mikroskop zur schonenden Diagnose bei Hautkrebsverdacht. Uniklinikum Dresden / Marc Eisele

Dank einer großzügigen Spende kann die Klinik für Dermatologie des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ihren Patienten im Fall
des Verdachts auf Hautkrebs eine schonende Untersuchung ihrer Haut
anbieten. Den Kauf des neuen Geräts ermöglichte Jürgen Preiss-Daimler. Als
einer der erfolgreichsten Unternehmer Ostdeutschlands mit Sitz in Grumbach
bei Dresden unterstützt er bereits seit sechs Jahren die Hochschulmedizin
Dresden und stellte allein für das spezielle Laser-Mikroskop über die von
ihm und seiner Ehefrau Beatrix Preiss-Daimler gegründete Stiftung „Medical
Equipment and Research“ einen knapp sechsstelligen Betrag zur Verfügung.

Mit der konfokalen Laserscanmikroskopie lässt sich schnell und direkt
feststellen, ob Hautkrebs vorliegt und um welche Krebsart es sich handelt.
Die oft schmerzhafte Entnahme von Gewebe zum Stellen einer Diagnose
(Biopsie) ist somit in vielen Fällen nicht mehr erforderlich. Das Ergebnis
liegt in der Regel sofort vor.

Jedes Jahr diagnostizieren Ärzte allein in Deutschland bei rund 140.000
Patienten erstmals einen Hautkrebs. Gut zehn Prozent davon sind vom
sogenannten „schwarzen Hautkrebs” – dem malignen Melanom – betroffen. Bei
rund 125.000 Deutschen wird jährlich die Diagnose „heller Hautkrebs”
gestellt. Bei beiden Krebsarten ist die Tendenz dabei steigend.
Hauptursache dieser Tumorerkrankungen ist eine übermäßige
Sonnenbestrahlung sowie vor allem in der Kindheit erlittene Sonnenbrände.
Ob ein Hautkrebs oder eine Vorform vorliegt oder eine gutartige
Veränderung wie ein Muttermal – Nävus –, können auch erfahrene Hautärzte
in der Regel nicht mit dem bloßen Auge abschließend erkennen. Dazu ist ein
Blick in die Zellstrukturen der Haut notwendig. Deshalb muss ein Stück des
verdächtigen Gewebes herausgeschnitten und im Labor mit einem Mikroskop
untersucht werden. Gerade beim häufiger auftretenden weißen Hautkrebs, der
sich schwerpunktmäßig im Gesicht und auf dem Kopf entwickelt, sind solche
Gewebeentnahmen – Biopsien – nicht nur schmerzhaft, sondern sie
hinterlassen feine Narben. Im Fall eines falschen Alarms für die Patienten
eine ungelegene Nebenwirkung. Gerade in Fällen, bei denen die
Wahrscheinlichkeit eines positiven Befundes eher gering ist oder bei einer
Häufung von Verdachtsfällen wissen Patienten wie Ärzte die moderne Technik
des neuen Laser-Mikroskops zu schätzen. Doch die mit dessen Anschaffung
verbundenen hohen Kosten, zu denen ein großer Aufwand für Schulungen
hinzukommt, werden von den gesetzlichen Krankenkassen derzeit noch nicht
getragen.

„Mit ihrem Engagement und ihrer Stiftung gehören Beatrix und Jürgen
Preiss-Daimler zu den herausragenden Mäzenen der Hochschulmedizin Dresden.
Dafür gilt beiden unser besonderer Dank“, sagt Wilfried Winzer,
Kaufmännischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums und ergänzt: „Ihre
Unterstützung ist so vielfältig wie die Hochschulmedizin selbst. Sie
reicht von der Krankenversorgung über Forschungsprojekte bis zur Lehre.“

„Ich möchte von dem Erfolg, den ich als Unternehmer habe, etwas an die
Menschen zurückgeben“, begründet Jürgen Preiss-Daimler sein Engagement als
Mäzen der Hochschulmedizin Dresden. „Dabei liegt mir die Förderung des
öffentlichen Gesundheitswesens besonders am Herzen. – Auch weil jährlich
in Deutschland rund eine halbe Million Menschen neu an Krebs erkranken.
Deshalb brauchen wir in diesem Bereich Spitzenforschung auf allerhöchstem
Niveau. Aber auch meine Familie und mich hat diese Erkrankung sehr
betroffen. Durch den Kampf gegen den eigenen Krebs ist mir noch stärker
als früher bewusst geworden, dass es noch viel zu tun gibt, um diese
Krankheit zu besiegen. So ist mir der Gedanke gekommen, die 2013
gegründete Stiftung auf den Weg zu bringen. Denn helfen zu können, ist ein
schönes Gefühl – ganz besonders, wenn man selbst krank ist“, so der
Unternehmer.

„Dank der Spende von Herrn Preiss-Daimler konnten wir ein technologisch
hochmodernes Gerät anschaffen, das uns eine schonende und dennoch
hochpräzise Diagnose von Hauttumoren ermöglicht“, bedankt sich Prof.
Stefan Beissert, Direktor der Klinik für Dermatologie des Dresdner
Uniklinikums. Bei der Behandlung von Krebspatienten ist die Klinik eng in
das Nationale Zentrum für Tumorerkrankungen NCT/UCC eingebunden. Im darin
integrierten Hauttumorzentrum am Universitäts KrebsCentrum Dresden fanden
im Jahr 2018 mehr als 4.000 Besuche von Patienten mit bösartigen
Hauttumoren statt. „Bereits der Verdacht auf Hautkrebs löst bei vielen
Patienten eine große Besorgnis aus. Dass wir ihnen nun eine so schonende
Diagnosemöglichkeit anbieten können, bedeutet schon eine gewisse
Erleichterung. Doch um die moderne Technik so zuverlässig wie möglich
einsetzen zu können, braucht es erfahrene und sehr gut ausgebildete Ärzte.
Deshalb werden zwei Fachärzte unserer Klinik im Mai ein Schulungsprogramm
an der Universität Modena und Reggio Emilia absolvieren“, sagt Oberarzt
Dr. Jörg Laske.

Optische Hautbiopsien in Echtzeit dank Konfokale Laserscanmikroskopie
Das neue mit den Geldern der Stiftung „Medical Equipment and Research“
erworbene Gerät nutzt das Prinzip der konfokalen Laserscanmikroskopie. Im
Gegensatz zur herkömmlichen Mikroskopie, wo das komplette Blickfeld mit
einer Aufnahme abgebildet wird, tastet ein Laserstrahl Punkt für Punkt das
Gewebe ab. Je nach Intensität lassen sich zusätzlich unterschiedliche
Ebenen der Haut erfassen. Damit kann das neue Gerät Aufnahmen von sechs
verschiedenen Hautschichten in einer hohen Auflösung anfertigen. Der
Abgleich der Zellstrukturen von gesundem Gewebe und dem Tumorgewebe
erfolgt wenige Minuten nach der Aufnahme. Dies ist Aufgabe des Arztes, der
deshalb entsprechend geschult werden muss. Die konfokale
Laserscanmikroskopie öffnet ein „Fenster in die Haut“. Das Gerät arbeitet
mit langwelligem Laserlicht. Dank der Wellenlänge von 830 Nanometern (nm)
verursacht keinerlei Nebenwirkungen. Der Laser ist nicht schädlich für
Auge und Haut. Auch hochempfindliche Hautareale, wie zum Beispiel bei
einer akuten Kontaktallergie, können so problemlos beurteilt werden.

Der helle Hautkrebs

Mit dem Begriff „heller Hautkrebs“ (auch „weißer Hautkrebs“ genannt)
werden bestimmte Formen von Tumoren der Haut bezeichnet, die in der Regel
eine weiße bis rötliche Färbung haben. Zudem sind sie oft entweder rau und
schuppig an der Hautoberfläche oder haben eine muttermalähnliche Form. Sie
entstehen hauptsächlich durch zu intensive, jahrelange Sonnenbelastung der
Haut. Zum hellen Hautkrebs gehören unter anderem das Basalzellkarzinom,
Basaliom, oder das spinozelluläre Karzinom, auch Spinaliom genannt,
Plattenepithelkarzinom oder Stachelzellkrebs genannt, aber auch
Hautkrebsfrühformen wie die aktinischen Keratosen, auch solare Keratosen
genannt, und Morbus Bowen.

Der „schwarze Hautkrebs“ – Malignes Melanom

Bei dem malignen Melanom handelt es sich um einen bösartigen, von
pigmentbildenden Hautzellen (Melanozyten) ausgehenden Hauttumor. Er
entsteht aus pigmentierten Muttermalen, kann sich aber auch sehr plötzlich
auf bis dato völlig unauffälliger Haut entwickeln. In Anlehnung an seine
oft dunkle, schwärzliche Erscheinungsform kam es zu der Bezeichnung
„schwarzer Hautkrebs”. Wird ein Melanom sehr früh erkannt, bestehen sehr
gute Chancen auf eine dauerhafte Heilung. In fortgeschrittenen Fällen sind
die therapeutischen Möglichkeiten bereits stark begrenzt und die
Erkrankung kann einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Deswegen ist eine
Vorsorge und Früherkennung sehr wichtig.