4.000 Fälle berufsbedingter Hautkrebs
Hohe Dunkelziffer bei hellem Hautkrebs
Berlin, 1. Mai 2019 – Seit 2015 wird der helle Hautkrebs in Deutschland
als Berufskrankheit anerkannt. Menschen, die über lange Zeit im Freien
arbeiten und intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, haben ein
nachweislich höheres Risiko an hellem Hautkrebs zu erkranken.
Hautärztinnen und Hautärzte weisen regelmäßig auf den Zusammenhang
zwischen Sonneneinstrahlung und Hautkrebs hin. Zu den besonders
gefährdeten Gruppen gehören Menschen in den sogenannten Outdoor-Berufen,
die in der Bauindustrie, im Gartenbau oder in der Landwirtschaft tätig
sind.
Berufskrankheit Heller Hautkrebs
Prof. Dr. Peter Elsner von der Universitäts-Hautklinik Jena gibt auf der
50. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft bekannt, dass im
Jahr 2017 mehr als 6.000 Fälle von hellem Hautkrebs an die
Unfallversicherungen gemeldet und fast 4.000 als Berufskrankheit anerkannt
wurden. Die Dunkelziffer sei deutlich höher, denn nicht alle Betroffene
stellten sich bei ihrem Hautarzt vor. Etwa drei Millionen Menschen
arbeiten deutschlandweit im Außenbereich und sind täglich den
krebsauslösenden Einflüssen der Sonne ausgesetzt. „Eine regelmäßige
dermatologische Untersuchung ist bei allen Outdoorworkern zu empfehlen“,
so Prof. Dr. Elsner. Im Falle einer Diagnose kann dann eine Meldung an die
gesetzliche Unfallversicherung erfolgen. Denn nur wenn diese über eine
Erkrankung informiert wurde, kann die Berufskrankheit anerkannt werden.
Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung
Sobald die Berufskrankheit anerkannt ist, erfolgt die Behandlung
lebenslang zu Lasten der gesetzlichen Unfallversicherung. Deren Leistungen
sind umfangreicher als die der gesetzlichen Krankenversicherungen. In
schweren Fällen können Betroffene auch eine Rente der Unfallversicherung
erhalten.
Mehr Sonnenschutz im Beruf
Für einen besseren Schutz der Risikogruppe fordert Prof. Dr. Elsner
vermehrte Anstrengungen zum Sonnenschutz im beruflichen Bereich. Dies
könne durch technische Maßnahmen wie Beschattungen erfolgen, aber auch
durch textilen Sonnenschutz und geeignete Sonnenschutzpräparate. „Viele
Unternehmen haben die einfachen Möglichkeiten zur Hautkrebsprävention noch
nicht erkannt, geschweige denn umgesetzt“, meint Prof. Dr. Elsner.
Hellen Hautkrebs erkennen
Der helle Hautkrebs zeigt sich bereits lange in einer Vorstufe mit
Rötungen und Schuppungen an Hautbereichen, die intensiv der Sonne
ausgesetzt sind, also im Gesicht und auf den Handrücken. Diese sogenannten
aktinischen Keratosen können später in invasive Plattenepithelkarzinome
übergehen. Sie können Knoten oder Geschwüre bilden und über
Tochtergeschwülste auch tödlich verlaufen. Für die aktinischen Keratosen
stehen Hautärzten wirksame medikamentöse Therapien zur Verfügung. Haben
sich bereits Plattenepithelkarzinome entwickeln, muss meist operativ
behandelt werden.
Deutsche Dermatologische Gesellschaft
Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) ist die wissenschaftliche
Fachgesellschaft der deutschsprachigen Dermatologen mit mehr als 3.700
Mitgliedern. Sie ist gemeinnützig und fördert Wissenschaft und Forschung
auf dem Gebiet der Dermatologie und ihrer Teilgebiete. Die DDG bemüht sich
zudem um die Förderung der klinischen und praktischen Dermatologie,
Allergologie und Venerologie sowie ihrer konservativen und operativen
Teilgebiete. Hierzu dienen z. B. die Durchführung von wissenschaftlichen
Veranstaltungen, insbesondere von wissenschaftlichen Kongressen sowie die
Publikation von Tagungsberichten, die Anschubfinanzierung und Förderung
von Forschungsvorhaben. Darüber hinaus fördert die DDG nationale und
internationale Wissenschaftler sowie wissenschaftliche Einrichtungen im
deutschsprachigen Raum durch die Vergabe von Forschungsgeldern sowie
Stipendien.
