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Tag der Organspende: Deutsche Leberstiftung warnt vor möglichem Anstieg von Lebertransplantationen

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Am 1. Juni 2019 findet in Kiel auf dem Asmus-Bremer-Platz die zentrale
Veranstaltung zum bundesweiten Tag der Organspende statt. Unter dem Motto
„Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ wird gedankt, informiert und
gleichzeitig auf die Wichtigkeit einer individuellen Entscheidung in Bezug
auf die Organspende hingewiesen. Aktuelle gesetzliche Neuregelungen sowie
gesellschaftliche und politische Debatten geben dem diesjährigen
Aktionstag eine besondere Bedeutung. Die Deutsche Leberstiftung informiert
anlässlich des Tages der Organspende über die Gefahr, dass zukünftig mehr
Lebertransplantationen benötigt werden könnten.

Das regionale Motto „Kiel zeigt Herz“ verdeutlicht das große Engagement
der Landeshauptstadt für den Tag der Organspende. Um möglichst viele
Menschen bei ihrer informierten und selbstbestimmten Entscheidung beim
lebenswichtigen Thema Organspende zu unterstützen, gehören neben
Aufklärung und Information auch viele bewegende Momente zum Tagesprogramm.
„Geschenkte Lebensjahre“ ist eine dieser emotionalen Aktionen, bei der
Organempfänger auf der Bühne mit einem Schild die Dankbarkeit für die
ihnen „geschenkten“ Jahre zum Ausdruck bringen.

Egbert Trowe, stellvertretender Vorsitzender „Lebertransplantierte
Deutschland e. V.“ wird als Mitorganisator und Teilnehmer der Aktion
„Geschenkte Lebensjahre“ in Kiel für seine zusätzlichen Jahre, die er ohne
seine Lebertransplantation im Alter von 57 Jahren nicht erlebt hätte,
danken. Trowe weiß, dass eine Organtransplantation über Leben und Zukunft
entscheiden kann: Eine unerkannte Virushepatitis hatte seine Leber so
stark unumkehrbar geschädigt, dass sie ihre lebenswichtigen Funktionen
nicht mehr erfüllen konnte. „Ohne das Glück, dass im Jahr 2002 eine
Spenderleber für mich zur Verfügung stand, könnte ich am 1. Juni 2019 in
Kiel kein Plakat mit der Anzahl meiner geschenkten Lebensjahre
präsentieren – ich würde heute nicht mehr leben. Ich bin sehr dankbar für
die 17 Jahre, die ich nun, übrigens sehr gut, mit der Spenderleber lebe.
Und ich hoffe, dass der Tag der Organspende und auch zukünftige politische
Entscheidungen dabei helfen, immer mehr Menschen zu einer Entscheidung zu
bewegen, denn die ist Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“, sagt Trowe.

In der aktuellen Diskussion um eine Änderung der gesetzlichen Regelung zur
Organ- und Gewebespende stehen zwei Vorschläge: Einführung der „doppelten
Widerspruchslösung“ und „Stärkung der Entscheidungsbereitschaft“. Nach
einer ausführlichen Debatte soll es eine fraktionsoffene Abstimmung geben
– bislang ist noch keine Gesetzesänderung beschlossen. „Ganz egal welche
Variante gesetzlich verankert wird, wichtig ist, dass sich die Menschen
Gedanken machen und eine Entscheidung treffen“, betont Professor Dr.
Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und
ergänzt für den Bereich Lebertransplantationen: „Einerseits belegen
aktuelle Studien, dass die hohen Heilungsraten bei der Hepatitis C, die
mit den seit 2014 in Deutschland zugelassenen antiviralen Medikamenten
erzielt werden, auch zu einer Reduzierung der Lebertransplantationszahlen
führen. Andererseits erwarten wir eine neue Welle von möglichen
Lebertransplantationspatienten: Rund ein Drittel der Erwachsenen in
Deutschland hat eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber – und die
Zahl nimmt stetig zu. Auch bereits jedes dritte übergewichtige Kind leidet
an diesem Problem. Die Folge kann eine chronisch entzündliche Leber sein,
die zum Leberzellkrebs führen und sogar eine Lebertransplantation
erforderlich machen kann.“

Die aktuellen Zahlen zur Organ- und Gewebespende bleiben alarmierend: Rund
9.500 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein
Spenderorgan. Im Jahr 2018 gab es in Deutschland 955 Organspenderinnen und
Organspender. Damit diese Diskrepanz zukünftig ausgeglichen werden kann,
sind auch Verbesserungen der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der
Organspende entscheidend. „Ich freue mich darüber, dass die Deutsche
Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)
aktuell ein Positionspapier erarbeitet hat, um ärztliches Personal in
Krankenhäusern beim Thema Organspende und erweitertem
intensivmedizinischen Behandlungsbedarf zu unterstützen“, erklärt Trowe.
„So kann zukünftig an der wichtigen Schnittstelle von würdevoller
Begleitung am Lebensende und einer erweiterten Behandlung zum
bestmöglichen Schutz der Organe noch optimaler gearbeitet werden.“

Die Deutsche Leberstiftung bietet ein Informationsfaltblatt zum Thema
„Leber und Transplantation“ an. Bestellmöglichkeiten und Download auf der
Serviceseite unter https://www.deutsche-leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung zu
verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für
Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die
Stiftung sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de.

JETZT NEU: Website-Relaunch der Deutschen Leberstiftung https://www
.deutsche-leberstiftung.de – wichtige Basisinformationen, umfangreicher
Service und Presseinformationen/-bilder im neu gestalteten Online-Portal
für Betroffene und Angehörige, Fachkreise sowie Medienvertreter.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.