Die Deutsche Leberstiftung vergibt Preis für eine wegweisende hepatologische Publikation
2019 geht der jährliche Preis der Deutschen Leberstiftung für eine
herausragende Publikation an eine Arbeit, die erfolgreich den Bogen von
der Grundlagenforschung zur Patientenversorgung schlägt.
Die Deutsche Leberstiftung lobte auch im Jahr 2019 einen Preis für eine
wegweisende Publikation im Bereich der Hepatologie aus und erhielt
zahlreiche exzellente Bewerbungen und Vorschläge für die mit dem Preis
auszuzeichnende Publikation. Der Preis wurde von einem Gutachterkomitee
vergeben, dem Prof. Dr. Hartmut Schmidt, Münster, Prof. Dr. Herbert Tilg,
Innsbruck und Prof. Dr. Christian Trautwein, Aachen angehören.
Nach gründlicher Prüfung und Diskussion aller Bewerbungen und Vorschläge
beschlossen die Gutachter, die Arbeit „Nuclear Translocation of RELB Is
Increased in Diseased Human Liver and Promotes Ductular Reaction and
Biliary Fibrosis in Mice“, erschienen in Gastroenterology (November 2018)
mit dem Preis der Deutschen Leberstiftung 2019 auszuzeichnen. Das
Preisgeld in Höhe von 7.500,00 Euro erhielt Dr. Bruno Christian Köhler vom
Universitätsklinikum Heidelberg.
„Es waren auch in diesem Jahr zahlreiche, sehr gute Veröffentlichungen,
die für den Preis der Deutschen Leberstiftung eingereicht wurden. Alle
Publikationen zeigen ein hohes Niveau und bilden Ergebnisse von
hochrangiger Forschung ab. Daher fiel uns die Wahl schwer. Wir haben uns
letztlich für eine sehr solide translationale Arbeit entschieden. Die
Autoren präsentieren eine überzeugende Grundlagenarbeit, in der sie schön
den Bogen vom Patienten zum Tiermodell spannen. Sie können in
verschiedenen humanen Lebererkrankungen zeigen, dass bestimmte pro-
inflammatorische Moleküle wie Lymphotoxin-beta und RELB in Cholangiozyten
vermehrt exprimiert sind. Diese Expression korreliert mit einem wichtigen
Prozess in der Leber bei Fibroseentstehung, nämlich der Präsenz von
reaktiven Gallengängen. In der Folge konnten sie in Tierexperimenten mit
Mäusen nachweisen, dass RELB bei der Entstehung von biliärer Fibrose
relevant ist“, erklärt Prof. Herbert Tilg die Entscheidung des Komitees.
Verliehen wurde der Preis am 29. Juni 2019 im Rahmen des 16. HepNet
Symposiums durch Prof. Dr. Elke Roeb für das Stiftungskuratorium und Prof.
Dr. Christian Trautwein für das Gutachterkomitee. Das Preisgeld wurde von
der Norgine GmbH zur Verfügung gestellt.
„Der Preis der Deutschen Leberstiftung hat eine zentrale Bedeutung für die
hepatologische Forschung. Preise sind enorm wichtig für die
Karrieremotivation. Dabei geht es nicht nur um die finanzielle Förderung.
Wichtig ist auch die Auszeichnung der eigenen wissenschaftlichen Arbeit,
die damit einhergeht. Daher freue ich mich sehr, dass die Deutsche
Leberstiftung diesen Publikationspreis ausschreibt.“, erläutert Prof. Dr.
Herbert Tilg, einer der Gutachter, die Bedeutung der Auszeichnung.
Publikation: Elßner C, Goeppert B, Longerich T, Scherr AL, Stindt J,
Nanduri LK, Rupp C, Kather JN, Schmitt N, Kautz N, Breuhahn K, Ismail L,
Heide D, Hetzer J, García-Beccaria M, Hövelmeyer N, Waisman A, Urbanik T,
Mueller S, Gdynia G, Banales JM, Roessler S, Schirmacher P, Jäger D,
Schölch S, Keitel V, Heikenwalder M, Schulze-Bergkamen H, Köhler BC.
Nuclear Translocation of RELB Is Increased in Diseased Human Liver and
Promotes Ductular Reaction and Biliary Fibrosis in Mice. Gastroenterology.
2019 Mar;156(4):1190-1205.e14. doi: 10.1053/j.gastro.2018.11.018. Epub
2018 Nov 13.
