KIONET Bayern – gemeinsam für krebskranke Kinder
Sechs kinderonkologische Zentren in Bayern schließen sich zu „KIONET
Bayern“ zusammen
Gemeinsam für krebskranke Kinder und Jugendliche in Bayern – dieses Motto
treibt die Gründer des KIONET Bayern an. Die sechs, auf die Behandlung
junger Krebspatienten spezialisierten Zentren der bayerischen
Universitätskliniken Augsburg, Erlangen, Regensburg und Würzburg sowie der
Technischen Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität München,
haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Dieses steht unter der
Schirmherrschaft von Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und
Kunst. Das Ziel ist die verstärkte Durchführung klinischer Studien, damit
Kinder und Jugendliche in Bayern verbesserten Zugriff auf neuartige
Medikamente haben. Netzwerk-Sprecher ist Prof. Dr. Markus Metzler, Leiter
der Kinderonkologie der Kinder- und Jugendklinik (Direktor: Prof. Dr.
Joachim Wölfle) des Universitätsklinikums Erlangen der Friedrich-
Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Die Kick-off-Veranstaltung
findet heute (8. Juli 2019) im Bayerischen Landtag in München statt.
Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen ist eine
medizinische Erfolgsgeschichte: Dank moderner Therapien werden heute rund
80 Prozent der Betroffenen geheilt. Das bedeutet allerdings auch, dass für
jeden fünften Patienten die aktuellen Behandlungsmethoden nicht
ausreichend sind. Für diese jungen Patienten sind innovative Ansätze
dringend erforderlich. Damit neu entwickelte Medikamente und Methoden bei
Kindern angewandt werden dürfen, müssen Sicherheit und Wirkung zuvor in
kontrollierten Studien getestet werden. Solche Studien sind aufwändig und
besonders in Deutschland streng reglementiert. Daher sind viele neu
entwickelte Behandlungen bisher nur in wenigen Zentren oder im Ausland für
eine kleine Zahl von Patienten zugänglich.
Um die wichtigen Studien noch effektiver umzusetzen und eine größere Zahl
von Patienten einzuschließen, ist der Zusammenschluss der sechs
bayerischen Zentren ein wesentlicher Meilenstein. Das Einzugsgebiet des
kinderonkologischen Studiennetzwerks deckt ganz Bayern ab, sodass
krebskranke Kinder und Jugendliche auf höchstem Niveau und noch dazu
heimatnah versorgt werden können.
Ärzte und Pflegekräfte vernetzen sich
Schon jetzt profitieren alle Beteiligen von dem Zusammenschluss: Durch den
Verbund steht nun den Betroffenen und ihren Familien in Bayern die
gebündelte Fachkenntnis aller sechs kinderonkologischen Zentren zur
Verfügung. Die Angleichung von Arbeitsprozessen und Standards in den
verschiedenen Standorten hilft den Patienten und Familien, die an ein
anderes Zentrum überwiesen werden, überall vertraute Abläufe vorzufinden.
Nicht nur die Ärzte des KIONET-Netzwerks arbeiten enger zusammen als zuvor
– auch die Pflegekräfte nutzen die Möglichkeit des überregionalen
Verbunds: In Arbeitsgruppen erarbeiten die Gesundheits- und
Kinderkrankenpfleger aller sechs kinderonkologischen Zentren einheitliche
Pflegestandards und tauschen sich aus. Das hat jetzt schon so viel bewegt,
dass ein Pflegeausbildungsmodul für die pädiatrische Onkologie geplant
ist.
Kick-off im Bayerischen Landtag
KIONET Bayern wird von der Bayerischen Landesregierung gefördert und
unterstützt. Am Montag, 8. Juli 2019, startet der Verbund mit einem
offiziellen Kick-off in München. Schirmherrin der Veranstaltung ist die
ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Teilnehmer sind Vertreter aus
der Politik, den Universitätskliniken, den pharmazeutischen Unternehmen
und Vertreter der Eltern aus ganz Bayern.
