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25 Jahre Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: Zugang zur Palliativversorgung muss allen offenstehen

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"25 Jahre und kein bisschen leise" - unter diesem Motto feierten rund 200
Gäste im Berliner Museum für Kommunikation das 25-jährige Bestehen der
Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP): Am 2. Juli 1994 von 14
Personen in Köln gegründet, zählt die DGP heute über 6.000 Mitglieder:
Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und in der Palliativversorgung Tätige aus
weiteren beteiligten Berufsgruppen. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft
setzt sich an diversen Schnittstellen dafür ein, schwerkranken und
sterbenden Menschen unabhängig von ihrer Grunderkrankung, ihrem Alter und
ihren Lebensumständen den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen
Palliativ- und Hospizversorgung zu öffnen.

Bundesgesundheitsminister: Hospiz- und Palliativgesetz als Rahmen für
letzte Lebens-phase

Anlässlich des Festaktes zu 25 Jahren Deutsche Gesellschaft für
Palliativmedizin (DGP) in Berlin betonte Bundesgesundheitsminister Jens
Spahn in seinem Video-Grußwort: „Wenn ein geliebter Mensch schwer krank
wird und sterben muss, ist das für niemanden leicht – nicht für den
Erkrankten und auch nicht für die Angehörigen. Darum ist es ungeheuer
wichtig, dass wir die Menschen in einer solch schwierigen Zeit
unterstützen, ihnen so gut es geht helfen und für sie da sind. Es geht
auch darum, die Betroffenen bestmöglich medizinisch zu versorgen,
Schmerzen zu lindern und bis zuletzt für ein selbstbestimmtes Leben zu
sorgen. Hierfür leistet die Palliativmedizin einen unschätzbar wichtigen
Beitrag. Das 25-jährige Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für
Palliativmedizin ist darum ein guter Anlass, um „Danke“ zu sagen. Danke,
dass Sie für die Menschen da sind, wenn sie Sie am dringendsten brauchen.“

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr.
Lukas Radbruch, bedankte sich für die kontinuierliche und starke
Unterstützung der Politik auf dem Weg zu einer qualitativ hochwertigen
Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland: „Das Hospiz- und
Palliativgesetz 2015 ist ein Meilenstein, welcher das Recht auf eine
angemessene Versorgung am Ende des Lebens festschreibt.“

Bundesfamilienministerium gratuliert mit Förderzusage

Ebenso habe das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
mit der Unterstützung des Prozesses zur Umsetzung der „Charta zur
Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ erheblich
dazu beigetragen, dass die Themen Sterben, Tod und Trauer in der
Gesellschaft selbstverständlicher und offener miteinander besprochen
werden.

Ein besonderes Präsent zum Jubiläum hatte der Parlamentarische
Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Stefan Zierke, MdB, dabei:
„Mit herzlichen Glückwünschen auch von der Bundesfamilienministerin darf
ich Ihnen übermitteln, dass unser Ministerium die Koordinierungs- und
Vernetzungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung für weitere drei
Jahre fördert.“ Dies mit dem Ziel, die zentralen Anliegen der Charta und
ihre Leitsätze zu verbreiten und die Umsetzung der Handlungsempfehlungen
zu befördern.

Deutsche Krebshilfe: Gründung der DGP im Jahr 1994 war bedeutender
Meilenstein

Wesentlich auf dem Weg der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin war
von Anbeginn an die äußerst großzügige und fortdauernde Unterstützung
durch die Deutsche Krebshilfe. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der
Stiftung Deutsche Krebshilfe, hob in seinem Videoglückwunsch hervor: “Die
Gründung Ihrer Fachgesellschaft war zweifellos ein bedeutender Meilenstein
für die Versorgung schwerstkranker Menschen hierzulande. Seitdem hat sich
viel getan, heute ist die Palliativmedizin ein unverzichtbarer Teil
unseres Versorgungssystems, wenngleich nach wie vor noch
Verbesserungsbedarf besteht. (…) Sie können sicher sein, dass die Deutsche
Krebshilfe auch in Zukunft die Arbeit Ihrer Fach-gesellschaft begleiten
und die Palliativmedizin sowie Hospizarbeit nach Kräften unterstützen
wird. Sie alle haben in den vergangenen 25 Jahren wertvolle Arbeit
geleistet und viel für eine angemessene und würdevolle Betreuung
schwerstkranker Menschen getan.“

Erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin rechtzeitig zum Jubiläum
erschienen

Einen weiteren immensen Fortschritt auf dem Weg zu einer qualitativ
hochwertigen Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen konnte
die DGP rechtzeitig zum Jubiläum verzeichnen: Unter ihrer Federführung
wurde kürzlich im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie die erweiterte
S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patient*innen mit einer nicht-heilbaren
Krebserkrankung veröffentlicht: In 15 Kapiteln zu Themen wie Atemnot,
Übelkeit und Erbrechen, Fatigue, maligne Wunden, Obstipati-on, aber auch
Depression, Angst, Schlafstörungen/nächtliche Unruhe, Todeswünsche,
Kommunikaton, Sterbephase und Versorgungsstrukturen werden 442
Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren
Krebserkrankung geboten. Diese sind nahezu vollständig auch auf andere
chronische Erkrankungen übertragbar.

„25 Jahre und kein bisschen leise“ – unter diesem Motto feierten rund 200
Gäste im Berliner Museum für Kommunikation die dynamische Entwicklung der
wissenschaftlichen Fachgesellschaft: Am 2. Juli 1994 von 14 Personen in
Köln gegründet, zählt die DGP heute über 6.000 Mitglieder aus Medizin,
Pflege und weiteren an der Palliativversorgung beteiligten Berufsgruppen
und setzt sich an diversen Schnittstellen dafür ein, schwerkranken und
sterbenden Menschen unabhängig von ihrer Grunderkrankung, ihrem Alter und
ihren Lebensumständen den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen
Palliativ- und Hospizversorgung zu öffnen.

DGP-Präsident Lukas Radbruch: Zugang zur Palliativversorgung muss allen
offenstehen

Trotz Feierlaune unterstrich DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch: “Wenn
auch vieles erreicht ist, so bleibt doch keine Zeit zum Ausruhen!“ Noch
immer gäbe es weiße Flecken auf der Landkarte der Palliativversorgung, in
ländlichen Gebieten sei der Weg zum nächsten SAPV-Team oder zu einer
entsprechend qualifizierten Einrichtung oft viel zu weit. Nach wie vor
seien vor allem Patient*innen mit weit fortgeschrittener Krebserkrankung
im Fokus der Palliativversorgung, Patienten mit chronischen Herz-,
Lungen-, Nieren- oder neurologischen Erkrankungen bedürfen ihrer aber
genauso. In Pflegeeinrichtungen finden die Bewohner häufig noch keinen
Zugang zu einer angemessenen Hospiz- und Palliativversorgung.

Der Staffelstab der Fachgesellschaft wurde seit 1994 vom
Gründungspräsidenten Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier an insgesamt vier
weitere Präsidenten weitergegeben, gemeinsam gedachten diese in Berlin mit
Dankbarkeit des im Frühjahr 2019 verstorbenen Pioniers der
Palliativmedizin. Die Fachgesellschaft freute sich außerdem über
zahlreiche Ehrengäste sowie über eine Reihe von Gründungs-, Vorstands- und
Ehrenmitgliedern, die zusammen mit aktuell Aktiven einen beschwingten und
anregenden Abend in Berlin feierten. Dafür sorgte auch der Festvortrag der
Philosophin Dr. Celina von Bezold zum Thema „Aushalten – Festhalten –
Haltung zeigen? Philosophische Ideen zum Umgang mit Leid und Leben“ im
Zusammenspiel mit Musik und jiddischen Liedern der Klezmerschicksen, all
dies launig moderiert von Prof. Dr. Dr. Berend Feddersen und Dr. Henrikje
Stanze.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) steht seit ihrer
Gründung am 2. Juli 1994 als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die
interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre 6.000
Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich
für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger
Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Die Palliativmedizin konzentriert
sich auf die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und
spirituelle Be-handlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender
Menschen sowie ihrer Angehörigen. www.palliativmedizin.de