Medizin des Herzens

Er weiß, wie man kranke Herzen entlastet: Dr. Arjang Ruhparwar therapiert
ihre Schwäche u.a. mit Kunstherzen. Der neue Professor forscht in der
Klinik für Thorax- und Kardiovaskulärer Chirurgie des Westdeutschen Herz-
und Gefäßzentrums (WHGZ) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen).
Zugleich hat er den Lehrstuhl für Herzchirurgie an der Medizinischen
Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) angenommen.
Kunstherzen sind mechanische Pumpen, die in und außerhalb des Körpers
eingesetzt werden. Ihre Aufgabe: sauerstoffgesättigtes Blut in die
Herzkammern transportieren. Bevor ein neues Organ transplantiert wird,
lässt sich damit das kranke Herz unterstützen. Erst wenn Prof. Dr. Arjang
Ruhparwar das nicht mehr hilft, wird an Transplantation gedacht. „Mir geht
es darum, die Herzchirurgie mit der Kardiologie zu verzahnen“, sagt
Ruhparwar. Der 51-Jährige möchte die Entwicklung neuer Herzmuskelzellen
durch Stammzellen vorantreiben, neues Gewebe künstlich herstellen (tissue
engineering) sowie die Gentherapie erforschen.
Ruhparwar kommt von der Universität Heidelberg, wo er sich 2009 über die
Transplantation von Stammzellen bei Herzinfarkten habilitierte. Dort
leitete er zudem die Bereiche Herztransplantation und Kreislauf-
Unterstützungssysteme, Aorten- und Koronarchirurgie der Klinik für
Herzchirurgie. Zuvor war er u.a. Arzt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter
an der Medizinischen Hochschule Hannover (1994-2006) und forschte von 1997
bis 1999 an der Indiana University in den USA.
Das WHGZ ist ein überregionales Zentrum der kardiovaskulären
Maximalversorgung. Hier werden Erkrankungen des Herzens und der
Gefäßsysteme erforscht, diagnostiziert und therapiert.
