Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz veröffentlicht

Heute erscheint die überarbeitete 3. Auflage der Nationalen
VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz. Sie ist auf den
Internetseiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ)
frei verfügbar.
Herzinsuffizienz ist in Deutschland der häufigste Grund für
Klinikeinweisungen und gehört zu den häufigsten Todesursachen. Ziel der
Nationalen VersorgungsLeitlinie ist es, die Versorgung von Patienten mit
chronischer Herzinsuffizienz zu verbessern. Dazu hat eine multidisziplinär
zusammengesetzte Leitliniengruppe mit Vertretern aus 20 Fachgesellschaften
und Organisationen neue Erkenntnisse aus Forschung und Versorgung geprüft,
diskutiert und in einem formalen Konsens Empfehlungen ausgesprochen. Für
die 3. Auflage der Leitlinie wurden u. a. die Inhalte der Kapitel zu
Diagnostik, Therapieplanung, nicht-medikamentöser Therapie,
Komorbiditäten, akuter Dekompensation, Rehabilitation und
Palliativversorgung komplett überarbeitet. Die Inhalte der bereits 2017
aktualisierten Kapitel zur medikamentösen und invasiven Therapie sowie zur
Versorgungskoordination wurden geprüft und bestätigt.
Die 3. Auflage der Leitlinie betont einen individuellen Behandlungsansatz,
der Begleiterkrankungen, psychosoziale Aspekte und Präferenzen der
Patienten mit berücksichtigt. Diskutiert werden beispielsweise der
Stellenwert körperlichen Trainings, Besonderheiten der Behandlung bei Ko-
und Multimorbidität, Kriterien für eine stationäre Einweisung,
Indikationen für Reha-Maßnahmen und die frühzeitige Planung für palliative
Situationen.
Erstellt nach den methodischen Vorgaben der evidenzbasierten Medizin,
beruhen die Empfehlungen der Leitlinie sowohl auf der wissenschaftliche
Evidenz aus Studien, als auch auf der klinischen Expertise des
multidisziplinären Expertengremiums sowie auf Erfahrungen von Betroffenen,
die durch Patientenvertreter eingebracht wurden. Details zur methodischen
Vorgehensweise, wie Evidenzbewertung oder Interessenkonfliktmanagement,
werden zeitgleich im Leitlinienreport veröffentlicht.
Als integraler Bestandteil der NVL wurden im Zuge der Überarbeitung
weitere Patientenblätter zu wichtigen Entscheidungs- oder
Informationssituationen entwickelt. Diese evidenzbasierten Materialien in
laiengerechter Sprache beruhen auf den Empfehlungen der NVL. Sie sollen
die behandelnden Ärzte in der Beratung der Patienten unterstützen und so
zur gemeinsamen Entscheidungsfindung beitragen.
Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der
Trägerschaft von Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher
Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Zu ausgesuchten Erkrankungen
hoher Prävalenz werden unter Berücksichtigung der Methoden der
evidenzbasierten Medizin versorgungsbereichsübergreifen
entwickelt und implementiert. Mit der Durchführung, Organisation und
methodischen Begleitung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der
Medizin (ÄZQ) beauftragt.
Originalpublikation:
Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV),
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische
Herzinsuffizienz – Langfassung, 3. Auflage. 2019 [cited: YYYY-MM-DD]. DOI:
10.6101/AZQ/000465.
