Evaluationsstudie noch bis Ende 2019 für neue urologische Praxen und Kliniken offen
Entscheidungshilfe Prostatakrebs auf 71. DGU-Kongress prämiert
Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) setzt sich mit Nachdruck
für Patientenorientierung und Digitalisierung ein: In den letzten drei
Jahren haben über 8.000 neu betroffene Männer die Online-
Entscheidungshilfe Prostatakrebs der DGU genutzt und pro Woche kommen 60
neue hinzu.
Durch das interaktive Online-Tool lässt sich das Beratungsgespräch beim
nicht metastasierten Prostatakarzinom für den Patienten und seinen
Urologen standardisiert vorbereiten und erleichtern (www
.entscheidungshilfe-prostatakr
sind die deutschen Urologinnen und Urologen Vorreiter bei der
patientenorientierten Behandlungsentscheidung. Entsprechend wurde dieses
Projekt der PatientenAkademie vor wenigen Wochen auf unserem
Jahreskongress mit dem 1. klinischen Vortragspreis ausgezeichnet. Die
laufende randomisierte Evaluationsstudie ist der konsequente nächste
Schritt, den unsere Fachgesellschaft nach Kräften unterstützt“, sagt DGU-
Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing.
Gefördert aus dem Innovationsfonds des G-BA, wird die Entscheidungshilfe
Prostatakrebs aktuell in der randomisierten EvEnt-PCA-Studie mit der
gedruckten Broschüre aus dem Leitlinienprogramm Onkologie als aktuellem
Standard verglichen. Weitere Unterstützer sind der Berufsverband der
Deutschen Urologen e.V., die AOK Baden-Württemberg und die Techniker
Krankenkasse. Bislang konnten 86 Studienzentren deutschlandweit 445
Patienten rekrutieren. Das entspricht 37% der geplanten 1200 Patienten.
Das Studiendesign ist bewusst einfach gehalten und der Studienablauf fügt
sich problemlos in die Routineversorgung ein. Nach dem Einschluss werden
die Patienten zufällig zur Nutzung der Entscheidungshilfe Prostatakrebs
zugewiesen oder sie erhalten die gedruckte Broschüre. Für die Studienärzte
umfasst der Arbeitsumfang zwei Erhebungszeitpunkte. Auf Patientenseite
sind drei Erhebungszeitpunkte vorgesehen. Primärer Endpunkt ist der
leitliniengerechte Einsatz eines zuwartenden Vorgehens. Ziel der Studie
ist, den möglichen Nutzen der multimedialen Patienteninformation mit Level
I-Evidenz zu belegen. Darauf könnte eine Leitlinienempfehlung aufbauen und
so diesen modernen Standard in der künftigen Versorgung fest verankern.
Erste Zwischenergebnisse zeigen vielversprechende Effekte der Online-
Entscheidungshilfe Prostatakrebs: Nach Nutzung der Entscheidungshilfe
Prostatakrebs wurden der eigene Gesundheitszustand und die Lebensqualität
besser bewertet. Außerdem sucht ein höherer Anteil der Nutzer der
Entscheidungshilfe Prostatakrebs eine zweite Meinung. Bei den
Behandlungsentscheidungen zeichnet sich eine leichte Tendenz zum stärkeren
Einsatz der aktiven Überwachung ab. Ausführlicher präsentiert Projekt- und
Studienleiter Prof. Dr. Dr. Johannes Huber diese Ergebnisse in einem
Webinar am 27. November 2019 von 18:00-19:15 Uhr auf www.uro-tube.de mit
dem Titel „Entscheidungshilfe Prostatakrebs und weitere praxisrelevante
Themen aus der Versorgungsforschung“.
Prof. Huber freut sich über den bisherigen Verlauf der Studie, wünscht
sich aber noch mehr aktive Studienzentren: „Wenn wir die Rekrutierung noch
weiter steigern können, erscheint das ambitionierte Ziel von 1200
Patienten in den verbleibenden acht Monaten Rekrutierungszeit erreichbar.
Hierzu brauchen wir aber noch einige weitere motivierte Urologinnen und
Urologen in Praxis oder Klinik. Der Mehraufwand wird dem Studienarzt mit
120 Euro pro Patient erstattet. Bis Ende des Jahres können wir noch neue
Studienzentren eröffnen.“
An der Studienteilnahme interessierte Urologinnen und Urologen können sich
beim Studienbüro melden (Elke.Hempel(at)smgf.de; Telefon: +49 30 284 450
00). Für fachliche Rückfragen steht auch Studienleiter Prof. Dr. Dr.
Johannes Huber zur Verfügung (Johannes.Huber(at)uniklinikum
Die aktuellen Studienzentren sowie weitere Informationen finden sich auf
der Studienhomepage (www.uniklinikum-dresden.de/ev
