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Schutz vor plötzlichem Herztod: Auf koronare Herzkrankheit und „stille Killer“ wie Bluthochdruck achten

Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt a. M.  Foto: Thomas Tratnik/CCB.
Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt a. M. Foto: Thomas Tratnik/CCB.
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Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt a. M.  Foto: Thomas Tratnik/CCB.
Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt a. M. Foto: Thomas Tratnik/CCB.

Verengungen der Herzkranzgefäße gehen dem Sekunden-Herztod meist voraus,
sind aber gut behandelbar. Man muss sie nur mitsamt Risikofaktoren
frühzeitig erkennen. Wozu raten Herzspezialisten? / Start der bundesweiten
Herzwochen

Jedes Jahr fallen dem plötzlichen Herztod in Deutschland ca. 65.000
Menschen zum Opfer. In mehr als 75 % der Fälle von plötzlichem Herztod
besteht eine langjährige Herzkranzgefäßerkrankung, auch koronare
Herzkrankheit (KHK) genannt, als Ursache. „Bei der Mehrzahl der Opfer war
die KHK nicht bekannt, zugleich lagen häufig Risikofaktoren wie
Bluthochdruck und ein hohes Cholesterin vor“, sagt der Kardiologe Prof.
Dr. med. Thomas Voigtländer, stellv. Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. „Diese Erkenntnis gibt uns einen wichtigen Hebel, aktiv
gegen die Gefahr des plötzlichen Herztods vorzugehen. Man muss allerdings
die KHK und ihre Risikofaktoren frühzeitig erkennen – und auch konsequent
behandeln.“ Denn: Wird die KHK rechtzeitig erkannt und behandelt, ist das
Risiko an einem plötzlichen Herztod zu sterben „nahezu so niedrig wie das
von Patienten ohne KHK“, wie Prof. Voigtländer betont. Für eine
rechtzeitige Therapie von Herzerkrankungen – allen voran der KHK und ihrer
Risikofaktoren, rät die Deutsche Herzstiftung deshalb Männern und Frauen
ab 40 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher – zur Früherkennung
durch regelmäßige Check-ups beim Hausarzt. Einen Online-Risikotest bietet
die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/Herzinfarkt-Risiko-Test.php an.
Welche weiteren Herzerkrankungen über die KHK hinaus als Ursache für den
plötzlichen Herztod in Frage kommen, wer gefährdet ist und wie man sich
schützt, erläutern Herzexperten in dem neuen kostenfreien Ratgeber
„Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem
plötzlichen Herztod?“, anzufordern unter www.herzstiftung.de oder per Tel.
unter 069 955128400.

„Stille Killer“ erkennen, bevor es zu Angina pectoris-Beschwerden kommt
Bei einem Großteil von Opfern eines plötzlichen Herztods sind Stunden bis
Tage vor dem Ereignis Beschwerden als Vorboten eingetreten: Herzschmerzen
(Angina pectoris) oder plötzliche Luftnot, die unter körperlicher oder
seelischer Belastung auftreten. „Bei diesen alarmierenden Symptomen muss
man sofort zum Arzt. Leider werden diese Warnzeichen einer koronaren
Herzkrankheit in ihrer Bedrohlichkeit zu wenig erkannt. Sie sind aber das
Endstadium einer oftmals langjährigen schleichenden Schädigung der Gefäße
durch ,stille Killer‘ wie Bluthochdruck, Diabetes und
Fettstoffwechselstörungen“, erklärt der Herzspezialist. Vom Patienten
unbemerkt können sich durch Plaques in den Wänden von Herzkranzgefäßen
Veränderungen entwickeln, die noch keine Durchblutungsstörung bewirken.
Mit der Computertomographie oder anderen Bildgebungsverfahren lassen sich
diese Gefäßwandveränderungen durch Plaques, die Verkalkungen, Bindegewebe
und Cholesterin enthalten (Arteriosklerose), gut erkennen. „Der betreuende
Hausarzt und der Kardiologe sind hier gefordert, eine KHK zu erkennen noch
bevor sie schädigend auf die Herzgefäße wirkt. Auch ohne Herzkatheter
können wir etwa mit der Computertomographie Verengungen und ihre Vorstufen
feststellen“, erläutert der Ärztliche Direktor des Agaplesion Bethanien
Krankenhauses und Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien
(CCB) in Frankfurt am Main. Neben einer Änderung des Lebensstils sind
Medikamente und Kathetereingriffe (Stentimplantation) oder seltener auch
die Bypasschirurgie wesentliche Bausteine der modernen Behandlung der KHK.

Hochdruckherz durch unerkannten Bluthochdruck
Das Tückische am KHK-Risikofaktor Bluthochdruck ist: Man sieht ihn nicht
und spürt ihn nicht. Meistens fühlen sich Frauen und Männer mit hohem
Blutdruck zunächst wohl und vital, bevor es zu Komplikationen wie
Herzinfarkt und Schlaganfall kommt. In Deutschland leiden etwa vier
Millionen Erwachsene an einem zu hohen Blutdruck, ohne es zu wissen.
Bleibt der Bluthochdruck unbehandelt, droht wegen der chronischen
Druckbelastung, die den Herzmuskel verdicken und steif werden lässt, eine
diastolische Herzschwäche (Füllungsstörung der linken Herzkammer), auch
Hochdruckherz genannt. Die Koronargefäße können den Herzmuskel nicht mehr
ausreichend mit Blut versorgen. Unbehandelt droht bei Herzschwäche der
Herzinfarkt oder gar der plötzliche Herztod. „Umso mehr kommt es darauf
an, Risikofaktoren wie Bluthochdruck zu erkennen und frühzeitig mit einem
gesunden Lebensstil und wenn nötig medikamentös zu behandeln.“
Bluthochdruck entsteht durch das Zusammenspiel erblicher Anlagen und
ungünstiger Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, zu hohe Salzzufuhr,
Bewegungsmangel, zu viel Alkohol, Rauchen und Stress, die den Blutdruck
nach oben treiben.
Ausdauersport hat sich dabei als besonders hilfreich für Menschen mit
Bluthochdruck erwiesen. Zu empfehlen sind Fahrradfahren, zügiges Gehen,
Wandern, Nordic Walking und Joggen. Mehr Tipps unter: www.herzstiftung.de
/Blutdruck-natuerlich-senken.html

Zusatzinfos für Redaktionen

Bei Herzinfarkt-Warnzeichen sofort den Rettungsdienst (112) rufen
Sofort den Notarzt (112) alarmieren sollten Betroffene bei den typischen
Herzinfarkt-Symptomen. Das sind insbesondere plötzlich einsetzende starke
Schmerzen, die länger als fünf Minuten anhalten und sich in Ruhe nicht
bessern (häufig: kalter Schweiß, Blässe, Übelkeit, Atemnot, Unruhe und
Angst). Die Schmerzen sind überwiegend im Brustkorb, häufig hinter dem
Brustbein, bisweilen auch nur im Rücken zwischen den Schulterblättern oder
im Oberbauch. Die Schmerzen können in den Arm, den Hals oder Kiefer
ausstrahlen (Infos unter: www.herzstiftung.de/Anzeichen-Herzinfarkt.html).

Wieso kommt es bei KHK zum plötzlichen Herztod?
Unmittelbar eingeleitet wird der plötzliche Herztod vor allem durch das
plötzliche Auftreten der bösartigsten Herzrhythmusstörung, dem
Kammerflimmern. Welche Rolle spielt die KHK bei der Entstehung dieses
Kammerflimmerns? Bei der KHK kommt es infolge einer langjährigen
Herzkranzgefäßerkrankung zu Verengungen oder zum Verschluss der
Herzkranzgefäße (Koronarien). Wie Benzinleitungen versorgen sie den
„Lebensmotor“ Herz mit sauerstoffreichem Blut. Sind die Herzkrankarterien
verengt, bekommt der Herzmuskel nicht mehr ausreichend sauerstoffreiches
Blut. Diese Minderversorgung der Herzkranzgefäße wiederum stört das
Reizleitungssystem des Herzens, das die elektrische Erregungsausbreitung
und -rückbildung für das Zusammenziehen und Erschlaffen des Herzmuskels
und damit seine Pumpfunktion steuert. Es kann dadurch zu unkontrolliert
kreisenden Erregungen in den Herzkammern bei Frequenzen mit über 350
Schlägen pro Minute kommen (Kammerflimmern). Das Herz pumpt nicht mehr:
Herzstillstand.

Neuer Ratgeber: „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen:
Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“
Welche Rolle spielen Herzrhythmusstörungen, Arteriosklerose
(„Gefäßverkalkung“), Herzmuskelerkrankungen und andere Herzleiden als
Ursachen für den plötzlichen Herztod? Welche Möglichkeiten der Vorsorge,
Diagnose und Therapie bietet die Herzmedizin zum Schutz vor einem
Herzstillstand? Diese und weitere Themenaspekte erläutern Herzspezialisten
in dem kostenfreien Ratgeber „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie
schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ Der Band (136 Seiten) kann
unter www.herzstiftung.de oder per Tel. 069 955128400 (Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) angefordert werden.

Die Pressemappe zu den Herzwochen 2019 mit weiterem Pressematerial zum
Herzwochen-Themenschwerpunkt ist unter www.herzstiftung.de/pressemappe-
herzwochen-2019.html
abrufbar.