Rockröhre mit Nierenversagen
Die Sängerin Tina Turner steht in diesem Jahr im Fokus der
Weihnachtsvorlesung der Pharmazeuten an der Goethe-Universität.
Auch in diesem Jahr laden die Pharmazeuten Prof. Theo Dingermann und Prof.
Dieter Steinhilber wieder zu einer Weihnachtsvorlesung auf den Campus
Riedberg ein. In ihrem Vortrag geht es diesmal um Tina Turner, die
Rocksängerin mit der rauchigen Stimme. „Nierenversagen – wenn die
Entgiftung des Körpers versagt“ lautet der Titel der Vorlesung, die
am Dienstag, 17. Dezember, um 11 Uhr c.t.
im Biozentrum, Raum B1 (Campus Riedberg)
stattfindet. Dingermann und Steinhilber werden in Rahmen der
Traditionsreihe, bei der die gesundheitlichen Leiden prominenter Musiker
im Mittelpunkt stehen, auf das Leben und Leiden, aber auch auf das
künstlerische Schaffen der Sängerin eingehen.
In Deutschland bekommen rund 80.000 Patienten regelmäßig eine Dialyse,
wobei über die Hälfte der Patienten älter als 65 Jahre sind. Deren
Diagnose lautet Niereninsuffizienz: Dabei sind die Nieren nicht mehr in
der Lage, ihrer Entgiftungsfunktion nachzukommen. Die häufigsten Ursachen
für eine Niereninsuffizienz sind langjähriger Diabetes und unbehandelter
Bluthochdruck. Ohne Behandlung ist eine Niereninsuffizienz tödlich, aber
auch bei entsprechender Therapie mittels Dialyse haben die Patienten eine
deutlich reduzierte Lebenserwartung. Die einzige kurative Therapie besteht
in der Nierentransplantation. Der Mangel an Spendernieren führt jedoch
dazu, dass die niereninsuffizienten Patienten immer länger an der Dialyse
hängen und dass damit ihre Lebenserwartung sinkt.
Tina Turner, eine der herausragenden Rocksängerinnen unserer Zeit, hat in
ihrem Leben viel Licht, aber auch viel Schatten gesehen. Sie wurde mit
Ruhm überschüttet, gilt als „simply the best“, stand jedoch auch dem Tod
schon sehr nahe. Tina Turner litt an Bluthochdruck, und drei Wochen nach
ihrer zweiten Hochzeit im Jahr 2013 erlitt sie einen Schlaganfall. 2016
folgte der nächste Schock: Turner erhielt die Diagnose Darmkrebs, später
versagten ihre Nieren. Wegen der Niereninsuffizienz musste sie vier Jahre
lang zur Dialyse. Als sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechterte,
wurde ihr 2017 im Alter von 77 Jahren eine Niere transplantiert. Ihr
zweiter Ehemann, der Kölner Musikproduzent Erwin Bach, spendete ihr eine
seiner beiden Nieren.
In ihrem Vortrag stellen Theo Dingermann und Dieter Steinhilber einerseits
die einzigartige Karriere von Tina Turner vor und zum anderen die
Möglichkeiten zur Prävention und Therapie der Niereninsuffizenz.
