Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz.
Unsere Arbeitswelt befindet sich in einem stetigen Wandel:
Marktveränderungen, Digitalisierungsprozesse oder die Herausforderung, am
Markt erfolgreich zu bleiben, fordern Arbeitgebende und Beschäftigte.
Dabei können zunehmende Arbeitsintensität, Multitasking, ständige
Erreichbarkeit sowie Termin- und Leistungsdruck Beschäftigte psychisch
belasten. Umso wichtiger ist es, arbeitsbedingte Gefährdungen durch
psychische Belastung am Arbeitsplatz festzustellen, zu reduzieren oder
sogar zu vermeiden. Das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes
Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw) stellt zwei neue Methoden vor.
Eine gute Arbeitsgestaltung zahlt sich aus.
„Auch bei großem Engagement für Sicherheit und Gesundheit der
Beschäftigten ist es nicht leicht, geeignete und effektive Formen der
Prävention zu finden, die den neuen Arbeitsrealitäten gerecht werden.“,
sagt Dr. Kai Seiler, Präsident des LIA.nrw. Jedoch bietet eine gute
Arbeitsgestaltung, in Zeiten von Globalisierung, Fachkräftemangel und
alternden Belegschaften, viele Vorteile sowohl für Arbeitgebende als auch
für Beschäftigte. Daher sind gesunde Arbeitsbedingungen umso wichtiger.
Sie sorgen dafür, dass ein Betrieb wettbewerbsfähig bleibt,
Arbeitsaufträge reibungslos erledigt werden können, Beschäftigte
leistungsfähig und motiviert sind und gerne im Team arbeiten. Neben
Betrieblicher Gesundheitsförderung, sicheren Maschinen oder Schutz vor
Gefahrstoffen sind auch die arbeitsbedingten Gefährdungen durch psychische
Belastung zentrale Faktoren, die sich auf Motivation, Arbeitsverhalten und
die Gesundheit der Beschäftigten auswirken. Dabei sind die Ursachen
psychischer Belastungen vielfältig: Personalmangel, schlechte
Arbeitsorganisation, ungünstige Arbeitszeiten, ein schlechtes
Betriebsklima, Umstrukturierungen, Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes.
Viele Aspekte der Arbeit können zur psychischen Belastung werden und
dessen Folgen sind zum Teil tiefgreifend. Sie reichen von Erschöpfung,
Wut, nicht abschalten können, bis hin zu körperlichen Beschwerden wie
Rücken- oder Magenschmerzen.
Die moderierte Gruppendiskussion – was ist das?
Mit der neuen LIA.praxis „Besprechungen kreativ nutzen. Arbeit gesund
gestalten mit der Methode der moderierten Gruppendiskussion.“ bietet das
Landesinstitut für Arbeitsgestaltung (LIA.nrw) eine neue Handlungshilfe
für den angemessenen Umgang mit Belastungssituationen im Betrieb. Die
moderierte Gruppendiskussion ist eine strukturierte Methode, bei der
anhand von Leitfragen mögliche arbeitsbedingte psychische Belastungen
diskutiert werden. Gemeinsam mit einer Moderatorin bzw. einem Moderator
entwickeln und dokumentieren die Beschäftigten Maßnahmen zur Verbesserung
der Arbeitssituation. Arbeitsbedingte Probleme können in einem
angemessenen Rahmen angesprochen und beseitigt werden und durch die
Beteiligung aller wird ein Gefühl der Wertschätzung und Anerkennung
vermittelt. Dabei bietet die Methode der moderierten Gruppendiskussion
viele Vorteile für Arbeitgebende: Geringer Kostenaufwand, Verbesserung der
Arbeits- bzw. Produktqualität sowie der Arbeitssituation und des
Betriebsklimas. Die Methode eignet sich insbesondere für Klein- und
Kleinstbetriebe und für kleinere Einheiten in größeren Betrieben und
richtet sich an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie alle Beteiligten
des betrieblichen Arbeitsschutzes.
Betriebliches Gesundheitsmanagement digital unterstützt.
„Ein vielversprechender Weg ist, digitale Technologien nicht nur als
Belastungsquelle wahrzunehmen, sondern ihre Potenziale aktiv für
betriebliche Prävention zu erschließen.“, so Dr. Kai Seiler, Präsident des
LIA.nrw. Vor diesem Hintergrund wurde im Projekt BalanceGuard ein
webbasiertes Assistenzsystem sowie begleitende Informations- und
Beratungsangebote entwickelt, optimiert und erprobt. Diese Angebote sollen
Beschäftigte und Betriebe im Umgang mit Belastungs- und
Beanspruchungssituationen unterstützen und die Ressourcen von
Beschäftigten und Unternehmen für gesundheitsgerechte Arbeitsgestaltung
stärken. In der neuen LIA.transfer 7 erhalten Fach- und Führungskräfte,
Beauftragte für das BGM und Interessensvertretungen Informationen über die
Herausforderungen und Chancen digitaler Tools, sowie für die erfolgreiche
Einführung eines solchen. Am 31.10.2019 endete das Projekt. Die Ergebnisse
können m Abschlussbericht nachgelesen werden.
Originalpublikation:
Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen
(Hrsg.): Besprechungen kreativ nutzen. Arbeit gesund gestalten mit der
Methode der moderierten Gruppendiskussion. LIA.praxis 3.
Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen
(Hrsg.): Betriebliches Gesundheitsmanagement digital unterstützt.
Einführung eines Belastungs- und Beanspruchungsmonitorings. LIA.transfer
7.
Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen
(Hrsg.): Arbeit gestalten mit digitalem Belastungs- und
Beanspruchungsmonitoring. Abschlussbericht – Projekt BalanceGuard.
