Deutsche Leberstiftung vergibt Freistellungs-Stipendium für klinisches hepatologisches Projekt

Mit ihrem Freistellungs-Stipendium fördert die Deutsche Leberstiftung die
Initiierung und Planung von klinischen Projekten oder klinischen Studien
im Bereich der Hepatologie. Für das Jahr 2020 beschloss das
Gutachterkomitee die Förderung eines klinischen Projektes, das die
Auswirkung von metabolischen Lebererkrankungen auf den Verlauf der
Hepatitis B untersucht.
Die Deutsche Leberstiftung setzt sich stark für die Verbesserung der
Patienten-Versorgung im Bereich der Lebererkrankungen ein. Dafür hat
besonders die klinische Forschung eine hohe Bedeutung. Daher fördert die
Stiftung seit einigen Jahren klinische Projekte oder klinische Studien
durch die Vergabe von Freistellungs-Stipendien, die eingesetzt werden
können, um eine Freistellung von Ärzten für die Projekt- bzw.
Studienplanung zu finanzieren. Sie umfassen die Übernahme von
Personalkosten eines Arztes für bis zu drei Monate (bis 20.000,- Euro).
Um das Stipendium haben sich Ärzte mit klinischen Studien und Projekten zu
sehr unterschiedlichen Lebererkrankungen beworben. Die Prüfung und
Begutachtung der Anträge erfolgte durch ein unabhängiges Gutachterkomitee,
dessen Mitglieder Privatdozent Dr. Münevver Demir, Berlin, Professor Dr.
Verena Keitel-Anselmino, Düsseldorf und Professor Dr. Christoph Sarrazin,
Wiesbaden waren. Die Gutachter beschlossen nach gründlicher Prüfung und
Diskussion einstimmig mit einer Enthaltung die Unterstützung für ein
Projekt, das klären möchte, inwieweit das Vorliegen einer nicht-
alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD, „nonalcoholic fatty liver
disease“) den klinischen Verlauf einer Hepatitis B-Virusinfektion
beeinflusst.
„Die Deutsche Leberstiftung hat wirklich sehr qualifizierte und sehr
unterschiedliche Projektanträge erhalten, die sich mit ganz verschiedenen
Fragestellungen beschäftigen. Die Gutachter hatten die schwere Aufgabe,
aus mehreren unterstützenswerten Projekten eins auszuwählen“, sagt
Professor Dr. Markus Cornberg, Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen
Leberstiftung.
Mit dem Freistellungs-Stipendium wird Dr. Caroline Zöllner von der Charité
– Universitätsmedizin Berlin mit dem Projekt „Auswirkung von metabolischen
Lebererkrankungen auf den Verlauf der chronischen Hepatitis B in
unterschiedlichen Populationen“ gefördert.
Professor Dr. Markus Cornberg erläutert das ausgewählte
Forschungsvorhaben: „Es geht in diesem Projekt um zwei bedeutende
Lebererkrankungen, die parallel vorkommen können. Die aktuelle Studienlage
lässt keinen eindeutigen Schluss darauf zu, ob eine chronische Hepatitis
B-Virus (HBV)-Infektion, die gemeinsam mit einer NAFLD vorkommt, zu einem
erhöhten Risiko führt, ein Leberzellkarzinom (HCC, „hepatocellular
carcinoma“) zu entwickeln. Die unterschiedlichen Aussagen der bisherigen
Studien könnten unter anderem auf der ethnischen Herkunft der untersuchten
Patienten beruhen. Auch die Komplexität der chronischen HBV-Infektion, die
in verschiedenen Phasen verläuft, erschwert die Beurteilung. Das von uns
zur Förderung ausgewählte Projekt will die Auswirkung von metabolischen
Lebererkrankungen auf den Verlauf der chronischen HBV-Infektion in einer
großen Patientengruppe, die größtenteils aus Europäern besteht,
detailliert untersuchen. Dabei werden auch demographische Daten,
Laborwerte und weitere Erkrankungen erfasst. Im Vordergrund der
Beobachtung steht der Verlauf des fibrotischen Umbaus der Leber (der
krankhaften Vermehrung des Bindegewebes). Das Projekt beschäftigt sich mit
einer hoch relevanten Fragestellung. Etwa 250.000 bis 400.000 Menschen in
Deutschland sind mit dem Hepatitis B-Virus infiziert. Die NAFLD ist hier
schon weit verbreitet und nimmt immer weiter zu. Daher betrifft das
gleichzeitige Vorhandensein beider Erkrankungen eine Vielzahl von
Betroffenen. Aus diesem Grund war dieses Forschungsvorhaben für die
Gutachter absolut förderungswürdig.“
Die mit einer Freistellung geförderte Stipendiatin wurde am 14. Februar
2020 im Rahmen der 36. Jahrestagung der GASL (German Association for the
Study of the Liver) in Mainz bekannt gegeben. Die Stipendiatin erhielt
ihre Urkunde von Prof. Dr. Elke Roeb, Vorsitzende des
Stiftungskuratoriums.
Das Freistellungs-Stipendium zur Förderung von klinischen Studien und
Projekten wird auch für das Jahr 2021 ausgeschrieben: https://www
.deutsche-leberstiftung.de/foe
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstif
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.
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ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
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