Ansteckung mit dem Coronavirus: Am meisten gefürchtet sind andere Menschen - und Türklinken
Der „Corona-Monitor“ des Bundesinstituts für Risikobewertung zeigt, wie
die Bevölkerung in Deutschland die aktuelle Situation einschätzt
Welche Befürchtungen treiben die Menschen in Deutschland beim Thema
neuartiges Coronavirus und Infektionsrisiko besonders um? Als einen
wahrscheinlichen Übertragungsweg für den Krankheitserreger sehen sie
hauptsächlich die Nähe zu anderen Menschen (81 Prozent) und verunreinigte
Türklinken (61 Prozent) an. Dies zeigen erste Ergebnisse des „Corona-
Monitors“ des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). „Künftig wollen
wir jede Woche messen, wie die Bevölkerung in Deutschland das Risiko durch
das neuartige Coronavirus wahrnimmt“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr.
Andreas Hensel. „Wir hoffen, dass uns diese repräsentative Umfrage damit
eine Art ‚Fieberkurve‘ liefert, aus der sich ablesen lässt, wie die
Menschen das Risiko einschätzen und mit ihm umgehen.“
BfR Corona MONITOR - Stand 24. März 2020
<https://www.bfr.bund.de/cm/34
Die Befragten sehen ein vergleichsweise hohes Ansteckungsrisiko bei
Bargeld (45 Prozent). Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Corona-
Virus durch Lebensmittel, Haustiere oder Kleidung wird hingegen meist als
niedrig eingeschätzt.
32 Prozent der Befragten ergreifen bislang keine Maßnahmen, um sich oder
ihre Familie vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen. Rund
zwei Drittel geben dagegen an, sich vor einer Ansteckung schützen zu
wollen. Mit Abstand am häufigsten wird hier das Meiden der Öffentlichkeit
genannt. Viele setzen zudem auf häufiges und gründliches Händewaschen,
Abstand zu anderen Menschen sowie Desinfektionsmittel. Wurden die
Interviewpartner vor die Wahl gestellt, sich entweder mit Wasser und Seife
oder mit Desinfektionsmittel die Hände reinigen zu können, so entschied
sich die überwiegende Mehrheit (84 Prozent) für Wasser und Seife. Trotz
der Maßnahmen sind sich jedoch nur 28 Prozent sicher, dass sie sich vor
einer Ansteckung schützen können.
Die gesundheitlichen Folgen einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus
SARS-CoV-2 wurden unterschiedlich eingeschätzt. Während 41 Prozent eher
geringe Auswirkungen auf die eigene Gesundheit erwarten, schätzen 37
Prozent diese als durchaus bedeutsam ein. Das Coronavirus wird damit
derzeit als bedrohlicher angesehen als eine Grippeerkrankung.
Die angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Erregers werden insgesamt
sehr positiv beurteilt: Mehr als 90 Prozent der Befragten bewerten
Maßnahmen wie Schulschließungen, Quarantänemaßnahmen oder das Anfang der
Woche angeordnete Kontaktverbot als gerechtfertigt. Das Schließen der
meisten Geschäfte oder das Verhängen einer Ausgangssperre wurden von 86
bzw. 74 Prozent der Befragten als angemessen beurteilt.
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (72 Prozent) fühlt sich zudem
gut über das Geschehen ins Bild gesetzt und informiert sich über
Fernsehen, Internet und Printmedien. Von offiziellen Stellen wurde das
Robert Koch-Institut am häufigsten als Informationsquelle genannt.
In der sich dynamisch verändernden Situation aktualisiert das BfR
kontinuierlich seine FAQs zum Thema Coronavirus.
<https://www.bfr.bund.de/de/ka
Über den BfR Corona-Monitor
Der BfR Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige)
repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in
Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Seit dem 24. März 2020
werden dazu jeden Dienstag rund 500 zufällig ausgewählte Personen per
Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu
den von ihnen getroffenen Schutzmaßnahmen befragt. Eine Zusammenfassung
der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für
Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und
Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR Corona-Monitor.
Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.
