Zum Hauptinhalt springen

Angst vor Coronavirus sinkt

Pin It

In Deutschland sorgen sich weniger Menschen wegen der Folgen einer
Infektion, ergab die vierte Umfrage des „BfR-Corona-Monitors“

Seit Monaten versetzt das neuartige Coronavirus die Welt in Angst und
Sorge. Doch zeichnet sich in Deutschland anscheinend eine Trendwende ab.
Das ergab der „BfR-Corona-Monitor“, eine regelmäßige Umfrage des
Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Während in der Vorwoche noch 40
Prozent der Befragten angaben, dass sie die Folgeschäden einer Infektion
mit dem Coronavirus als groß ansehen, sank dieser Wert nun auf 26 Prozent.
„Besonders junge Leute schätzen die gesundheitlichen Auswirkungen als
nicht mehr so groß ein“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas
Hensel.

Link zu den Ergebnissen: BfR-Corona-Monitor | 14. April 2020

<https://www.bfr.bund.de/cm/343/200414-bfr-corona-monitor.pdf>

Auch das Risiko durch bestimmte Ansteckungswege wird inzwischen anders
gesehen. So wird eine Schmierinfektion über Türklinken, Bargeld oder
Spielzeug für weniger bedeutsam gehalten als in der ersten Erhebung des
BfR-Corona-Monitors vor drei Wochen. Die Nähe zu anderen Menschen wird
nach wie vor von 74 Prozent als der wesentliche Infektionsweg angesehen,
jedoch ist auch hier im Verlauf der vergangenen Wochen ein leichter
Rückgang zu beobachten.

Die veränderte Wahrnehmung mag eine Erklärung dafür sein, warum die
Akzeptanz bestimmter Schutzmaßnahmen weiter abnimmt. Im Vergleich zu
einigen Wochen zuvor, werden insbesondere die Ausgangssperre und die
Schließungen der meisten Geschäfte von immer weniger Befragten als
angemessen bewertet. Dennoch ergreifen die meisten Menschen Maßnahmen, um
sich oder ihre Familie vor einer Ansteckung zu schützen. Allerdings sank
im Vergleich zur Vorwoche der Anteil der Personen, der angab die
Öffentlichkeit aktiv zu meiden, um zehn Prozentpunkte auf 42 Prozent. Mehr
als 20 Prozent sagen weiterhin, dass sie Schutzkleidung wie Masken tragen.

Ebenfalls deutlich wird, dass die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen
der Coronavirus-Pandemie aktuell eher in den Hintergrund rücken. So denken
36 Prozent der Befragten, dass sie von den wirtschaftlichen Auswirkungen
stärker betroffen sein werden als von den gesundheitlichen. 24 Prozent
halten dagegen die gesundheitlichen Folgen für größer. 13 Prozent nehmen
an, dass sie weder gesundheitlich noch wirtschaftlich betroffen sein
werden.

Erstmalig wurde in der aktuellen Ausgabe des BfR-Corona-Monitors erhoben,
wie die Befragten die Berichterstattung in den Medien über das neuartige
Coronavirus insgesamt einschätzen. Die Mehrheit hält die Berichterstattung
für angemessen, etwa ein Drittel stuft sie als übertrieben ein.

In der sich dynamisch verändernden Situation aktualisiert das BfR
kontinuierlich seine FAQs zum Thema Coronavirus.

<https://www.bfr.bund.de/de/kann_das_neuartige_coronavirus_ueber_lebensmittel_und_gegenstaende_uebertragen_werden_-244062.html>

Über den BfR-Corona-Monitor

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige)
repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in
Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Seit dem 24. März 2020
werden dazu jeden Dienstag rund 500 zufällig ausgewählte Personen per
Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu
den von ihnen getroffenen Schutzmaßnahmen befragt. Eine Zusammenfassung
der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für
Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und
Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich
unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die
Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und
Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in
engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.