Deutsche Leberstiftung zum Lebertag: Früherkennung kann schwere Lebererkrankungen verhindern
Dass eine Bestimmung der Leberwerte bereits im Verdachtsfall oder als
Screening im Rahmen einer „Gesundheitsuntersuchung" sinnvoll ist und
dadurch schwerwiegende Erkrankungen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs
vermieden werden können, betont die Deutsche Leberstiftung anlässlich des
21. Deutschen Lebertages am 20. November 2020.
„Klappern gehört zum Handwerk“, der Spruch ist seit dem Mittelalter
bekannt, als Handwerker lautstark ihre Leistung anpriesen. Wer keine
Aufmerksamkeit erregt, wird nicht bemerkt – das ist heute noch so. Die
Aussage trifft auch auf das lebenswichtige Organ Leber zu, das vielfältige
Aufgaben sogar dann noch erfüllt, wenn es bereits teilweise geschädigt
ist. Die meisten Lebererkrankungen verursachen in der Regel über einen
längeren Zeitraum keine Krankheitszeichen: Die kranke Leber „klappert“
nicht, um auf sich aufmerksam zu machen.
Das lebenswichtige Stoffwechselorgan Leber hat eine außergewöhnliche
Fähigkeit: Es kann sich von Schäden gut erholen – vorausgesetzt, die
Ursache wird rechtzeitig erkannt und behoben. Das Erkennen einer
Lebererkrankung ist durch einen einfachen Test der Leberwerte im Blut
möglich. Wichtig sind dabei vor allem der ALT-Wert und der AST-Wert. Wenn
die Leberwerte erhöht sind, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt
werden, um die Ursache zu ermitteln und festzustellen, ob eine
Lebererkrankung der Grund für die erhöhten Blutwerte ist. Die meisten
Lebererkrankungen können gut behandelt oder sogar geheilt werden, wenn sie
früh erkannt werden. Unbehandelt hingegen können viele Lebererkrankungen
zu Leberzirrhose oder Leberzellkrebs führen.
Doch Lebererkrankungen werden häufig gar nicht oder erst spät erkannt. Die
Feststellung der Leberwerte im Rahmen von turnusmäßigen
Gesundheitsuntersuchungen ist in Deutschland noch immer keine
Standardleistung. Experten fordern schon seit Jahren, die Überprüfung der
Blut-Leberwerte in die Gesundheitsuntersuchung für Erwachsene aufzunehmen.
Mit dem Motto „Check-up für die Leber“ stellt der diesjährige Deutsche
Lebertag die Notwendigkeit der Früherkennung von Lebererkrankungen in den
Fokus und unterstützt die Forderung, im Rahmen von Vorsorgeprogrammen die
Leberwerte im Blut zu kontrollieren. Lebererkrankungen zählen weltweit zu
den größten Gesundheitsproblemen und sie gehören zu den häufigsten
Todesursachen. Allein in Deutschland sind schätzungsweise etwa fünf
Millionen Menschen leberkrank. Trotzdem ist die Leber für viele Menschen
ein eher unbekanntes Organ, das nicht so viel öffentliche Aufmerksamkeit
bekommt wie beispielsweise das Herz oder das Gehirn. Deswegen freuten sich
Leber-Experten ganz besonders, als Anfang Oktober 2020 bekanntgegeben
wurde, dass der Nobelpreis für Medizin 2020 an drei Wissenschaftler geht,
die mit der Entdeckung des Hepatitis C-Virus einen entscheidenden Beitrag
zum Kampf gegen Hepatitis C geleistet haben.
„Die Hepatitis C ist heute in fast allen Fällen in kurzer Zeit und nahezu
ohne Nebenwirkungen heilbar. Das ist eine unvergleichliche
Erfolgsgeschichte in der Medizin. Aber auch viele andere Lebererkrankungen
sind inzwischen gut heilbar oder zumindest gut behandelbar. Damit können
wir die lebensbedrohlichen Spätfolgen von chronischen Erkrankungen der
Leber wie Leberzirrhose oder Leberzellkrebs verhindern. Daher ist es
letztlich unsere Pflicht, Lebererkrankungen so früh wie möglich zu
erkennen“, betont Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Dieses Ziel können wir
erreichen, wenn die Kontrolle der Leberwerte als Bestandteil in die
Gesundheitsuntersuchung, wie der „Check-up 35“ heute heißt, aufgenommen
und die Ursache von erhöhten Leberwerten abgeklärt wird.“
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstif
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.
BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert
umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen,
ihre Diagnosen und Therapien – inzwischen in dritter, aktualisierter und
erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: https://www.deutsche-leberstif
