glucohead 2020 geht an kreative Köpfe in der Diabetologie
Bad Oeynhausener Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) vergibt Preis am
Weltdiabetestag an die Gründer von TeLIPro (Telemedizinisches Lebensstil-
Interventions-Programm)
Nicht Corona oder die Tatsache, dass TeLIPro ein vom Innovationsfonds
gefördertes Projekt ist, hat zu der Entscheidung geführt, Professor
Stephan Martin und Bernd Altpeter in diesem Jahr mit dem HDZ NRW-Preis
„glucohead“ auszuzeichnen, sondern Wirksamkeit und Praxisrelevanz des
telemedizinischen Versorgungskonzepts.
TeLIPro sei ein Programm, das auf Grundlage wissenschaftlicher
Erkenntnisse in der Diabetologie gezeigt habe, dass Lifestyle-Modifikation
mit modernen Instrumenten der Patientenführung kombiniert sowohl Outcome
als auch Betreuungsparameter verbessern kann, leitete Professor Diethelm
Tschöpe, Klinikdirektor des Diabeteszentrums im HDZ NRW, die
Preisverleihung am 14. November in Düsseldorf ein. „Nachgewiesen wurde,
dass die Verknüpfung von patientenseitigen Steuerinformationen mit
webbasiertem Telecoaching zu besseren Betreuungsergebnissen führt als die
herkömmliche Standardversorgung“, erklärte Tschöpe. Das allein sei für
diesen Bereich zumindest hierzulande so überzeugend, dass man erwarten
könne, in solchen Systematiken bald ein Stück näher in die Regelversorgung
zu kommen.
Die Diabetologie könnte mit der digitalen Transformation eines der ersten
Fächer sein, das durch Adressieren einer großen Volkskrankheit gefördert
und entsprechend vergütet wird. TeLIPro als Plattform bietet darüber
hinaus das Potential, Patienten über Fach- und Sektorengrenzen hinweg, mit
weiteren Krankheitsbildern, besonders multimorbide Menschen in einer
Systematik gemeinsam zu betreuen.
Die Gründer von TeLIPro Professor Stephan Martin und Bernd Altpeter
freuten sich sehr über den Preis. Nicht nur, weil „glucohead“ in drei
Jahren der Verleihung zum zweiten Mal nach Düsseldorf geht, wie Professor
Stephan Martin betonte. Es sei vor allem eine große Ehre, für eine
gemeinsame Idee ausgezeichnet zu werden, erklärten Martin und Altpeter.
„Insbesondere bei der Wegstrecke, die wir seit 2013 hinter uns haben, ist
so ein hochkarätiger Preis eine tolle Anerkennung für die Arbeit, die wir
geleistet haben“, kommentierte Bernd Altpeter.
„glucohead“ ist ein mit 2500 Euro dotierter Preis, der seit 2018 vom Herz-
und Diabeteszentrum NRW für kreative Köpfe und innovative Konzepte in der
Diabetologie vergeben wird. Mit dem Preis werden Personen ausgezeichnet,
die hinter beispielhaften Projekten stehen und einen bedeutenden Beitrag
zur Verbesserung der Diabetesversorgung leisten. Die Relevanz eines
Projekts, der Nutzen für Patienten, Nachhaltigkeit, Evaluation,
Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit sind Kriterien, um für den Preis
nominiert zu werden.
(Text: Katrin Hertrampf)
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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen mit 35.000 Patienten pro Jahr, davon
14.600 in stationärer Behandlung, zu den größten und modernsten Zentren
seiner Art in Europa.
Im Diabeteszentrum des HDZ NRW unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dr.
h.c. Diethelm Tschöpe werden jährlich rund 2.000 Menschen mit allen Typen
des Diabetes mellitus und seinen Folgeerkrankungen behandelt. Zum
Leistungsspektrum gehört auch die Diagnostik und Therapie
endokrinologischer und gastroenterologischer Erkrankungen. Ein besonderer
Schwerpunkt ist die kardiovaskuläre Risikoabschätzung und Behandlung von
Herz- und Gefäßerkrankungen im integrierten Versorgungskonzept. Zudem ist
das Diabeteszentrum auf die Behandlung von Nervenschäden und
Durchblutungsstörungen spezialisiert, dazu gehört auch die Wundheilung bei
Diabetischem Fußsyndrom.
