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Der BDH Bundesverband Rehabilitation e.V. mahnt stärkere finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige an. Sie stünden während der Corona-Krise unter wachsendem finanziellen wie psychischen Druck, so Verbandsvorsitzende Ilse Müller:

 

„Grundsätzlich hat sich an der Feststellung bis heute nicht viel geändert, dass Familien vor allen Dingen in der Pflege als gesellschaftlicher Reparaturbetrieb fest in die politische Kalkulation eingeplant sind. Corona verschärft den Pflegekräftemangel durch einen Anstieg der Pflegezahlen und zahlreiche krankheitsbedingte Ausfälle immens. Viele Betroffene sind aufgrund des Ausfalls von Unterstützungsleistungen gezwungen, ihre Erwerbszeit während der Corona-Krise zu reduzieren, um die Pflege ihrer Angehörigen zu organisieren. Grundsätzlich werben wir für ein Umdenken und eine stärkere Würdigung dieser gesellschaftlich unverzichtbaren Anstrengung. Menschen, die während der Krise ihre Arbeitszeit zur Pflege ihrer Angehörigen reduzieren, entlasten unser Gesundheitssystem und verdienen unsere Unterstützung. Das bedeutet selbstverständlich auch, dass wir als Gesellschaft einen wesentlich größeren Finanzrahmen zur materiellen Entlastung dieser Familien bereitzustellen haben. Ein Kurzarbeitergeld für Arbeitnehmer, die unbezahlten Urlaub zur Pflege nehmen, muss ebenso schnell auf den Weg gebracht werden wie ein entsprechendes Pendant für Selbstständige, die einen Verdienstausfall kompensieren müssen.“