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Vorsorge-Check-up durch Ultraschall ab 65 Jahren - Sonografie beim Bauchaortenaneurysma kann Leben retten

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Bis zu 2000 Menschen sterben pro Jahr an einer Ruptur, also einem
Zerreißen oder Aufplatzen, eines Bauchaortenaneurysmas. In Deutschland
gehört die Ultraschalluntersuchung der Bauchaorta für Männer zu dem durch
die Krankenkassen bezahlten Gesundheits-Check-up ab 65 Jahren. Warum
zusätzliche eine flächendeckende Einladung zum Screening sinnvoll ist und
warum die Vorsorgeuntersuchung auch für Frauen wichtig ist, war Thema
einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in
der Medizin e. V. (DEGUM). Den Videomitschnitt der Pressekonferenz können
Interessierte hier ansehen:
<https://attendee.gotowebinar.com/recording/3207801396125793038>

Schmerzfrei, risikolos und ohne Nebenwirkungen – das ist eine
Ultraschalluntersuchung. Sie steht im starken Kontrast zu dem, was sie, im
Falle der Ruptur eines Bauchaortenaneurysmas, verhindern kann: Nur zehn
Prozent aller Patienten, die eine Ruptur erleiden, erreichen lebend das
Krankenhaus, alle anderen versterben bereits auf dem Weg dorthin oder noch
zu Hause. Geschätzt 250.000 Menschen in Deutschland sind an einem
Bauchaortenaneurysma erkrankt.

Das Bauchaortenaneurysma (BAA) ist eine Erweiterung der Bauchschlagader
(Aorta) auf einen Durchmesser von mindestens 30 Millimeter. Durch die
Ausdünnung der Wand erhöht sich die Rupturgefahr in Abhängigkeit des
Aneurysmadurchmessers. „Wichtige Faktoren für die Entstehung eines
Aneurysmas sind das männliche Geschlecht ab dem 65. Lebensjahr, familiäre
Häufung und Nikotinkonsum“, erklärt Dr. med. Siegfried Krishnabhakdi,
Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, vaskuläre- und endovaskuläre
Chirurgie im Klinikum Osnabrück GmbH. „Bauchaortenaneurysmen sind in der
Bevölkerung nicht selten. Ein Großteil der Aneurysmen wird nach der
Diagnose lediglich regelmäßig kontrolliert, nur bei wenigen ist ein
Eingriff als Reaktion auf die Diagnose notwendig“, so Krishnabhakdi. Die
Ultraschalluntersuchung liefert bei der Diagnosestellung sehr genaue
Ergebnisse. „In beinahe 100 Prozent der Untersuchungen kann die Größe des
Aneurysmas zuverlässig bestimmt werden“, sagt der DEGUM-Experte.

Die Kriterien, ab wann eine Kontrolle oder eine Therapie notwendig ist,
sind definiert. Ist bei Männern das BAA größer als 55 Millimeter und bei
Frauen größer als 50 Millimetern, wird empfohlen, das Aneurysma
auszuschalten. Kleinere Aneurysmen mit geringer Wachstumsgeschwindigkeit
werden mit Ultraschall weiter beobachtet. Die Intervalle hängen dabei von
der Größe, den Risikofaktoren, wie zum Beispiel Nikotinkonsum, und der
Wachstumsgeschwindigkeit ab. Da Frauen – und noch mehr rauchende Frauen –
zur Ruptur neigen, werden hier kürzere Intervalle empfohlen.

Seit 2018 ist das Ultraschallscreening für Männer ab 65 Jahre Teil der
Vorsorgemaßnahmen, die von den Krankenkassen bezahlt werden. Die
Untersuchung wird von Hausärzten, Urologen, Internisten, Radiologen und
Chirurgen durchgeführt. „Die Raten von Gesamtsterblichkeit,
aneurysmabedingter Mortalität, Zahl der Rupturen und Notfalloperationen
gingen im Langzeitverlauf durch das Screening signifikant zurück“, betont
Krishnabhakdi. Allerdings werde eine Risikogruppe vernachlässigt: die
Frauen. „Bei Frauen über 65 Jahren, die rauchen, ist das Risiko der Ruptur
eines Bauchaortenaneurysmas sogar höher als bei gleichaltrigen Männern.“
Für Krishnabhakdi wäre deshalb eine Ausweitung des Vorsorge-Screenings auf
Frauen über 65 Jahre, die Risikofaktoren wie Nikotinkonsum und
Bluthochdruck erfüllen, sinnvoll.

Weitere Information:
Die Aorta ist das größte arterielle Blutgefäß im menschlichen Körper. Die
Aorta abdominalis oder auch Bauchaorta ist bei einem Erwachsenen
durchschnittlich zwischen zwei und drei Zentimeter dick. Als Aneurysma
wird eine Aussackung des Gefäßes verstanden, bei der der Lumen des
Blutgefäßes ausgedehnt wird. Durch die Ausdehnung wird die Gefäßwand immer
dünner, bis sie schließlich reißt.

Über die DEGUM:
Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) bietet
ein Forum für den wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungsaustausch
auf dem Gebiet des medizinischen Ultraschalls. Sie vereint rund 11 000
Ärzte verschiedener Fachgebiete, medizinische Assistenten,
Naturwissenschaftler und Techniker. Ultraschalldiagnostik ist heute das am
häufigsten eingesetzte bildgebende Verfahren in der Medizin.
Ultraschallanwendern bescheinigt die DEGUM eine entsprechende
Qualifikation mit einem Zertifikat der Stufen I bis III. Patienten finden
DEGUM-zertifizierte Ärzte im Internet unter: <www.degum.de>