Seit zehn Jahren: Netzwerk Gesund ins Leben stellt Weichen für gesundes Aufwachsen
Das Netzwerk Gesund ins Leben feiert 2020 seinen ersten runden Geburtstag.
Vor zehn Jahren startete es mit der Aufgabe, frühestmöglich die Weichen
für ein gesundes Aufwachsen von Kindern zu stellen, und holte die
wichtigen Berufsgruppen an einen Tisch, die Schwangere und Familien mit
Babys aus allen sozialen Schichten begleiten: Hebammen, Frauen- sowie
Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte. Bis dahin erreichte eine
umfassende strukturierte Gesundheitsförderung Kinder erst später im Leben,
etwa in Kita und Schule. Das Netzwerk ist angesiedelt im Bundeszentrum für
Ernährung (BZfE) und eine Einrichtung im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).
Bonn, 9. Dezember 2020. Das Netzwerk Gesund ins Leben feiert 2020 seinen
ersten runden Geburtstag. Angesiedelt im Bundeszentrum für Ernährung
(BZfE) ist es eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums
für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), von dem es als IN FORM-Projekt
gegründet wurde. Vor zehn Jahren startete es mit der Aufgabe,
frühestmöglich die Weichen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern zu
stellen, und holte die wichtigen Berufsgruppen an einen Tisch, die
Schwangere und Familien mit Babys aus allen sozialen Schichten begleiten:
Hebammen, Frauen- sowie Kinder- und Jugendärztinnen und ärzte. Bis dahin
erreichte eine umfassende strukturierte Gesundheitsförderung Kinder erst
später im Leben, etwa in Kita und Schule.
Fast 800.000 Geburten gibt es jährlich in Deutschland. „Eine große Chance,
hier gemeinsam zu wirken“, sagt Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks
Gesund ins Leben. „Besonders freue ich mich, dass unsere Themen
mittlerweile ganz oben auf der politischen Agenda angekommen sind!“ Der
Koalitionsvertrag der Bundesregierung hat 2018 erstmals den Fokus auf die
ersten 1.000 Tage im Leben eines Kindes bei der Förderung einer gesunden
Ernährung festgeschrieben.
Einheitliche Handlungsempfehlungen geben Eltern Sicherheit
Viele Eltern kennen das: In der Schwangerschaft und mit Baby kommen von
allen Seiten gut gemeinte Ratschläge. Schwiegermutter sagt dies, die
Nachbarin das, der Freund würde es anders machen. Auch von Fachleuten kann
es verschiedene Hinweise geben auf Fragen von jungen Eltern. Hier setzt
die Aufklärungsarbeit des Netzwerks an mit eindeutigen, alltagspraktischen
Informationen, damit Familien ihren Alltag selbstbestimmt und gut
informiert gestalten können. Herzstück der Netzwerkarbeit sind die
nationalen Handlungsempfehlungen zu Ernährung, Bewegung und Lebensstil für
die Zeit zwischen Kinderwunsch und Kleinkindalter. Alle Berufsgruppen, die
hier Berührungspunkte haben, entwickeln als Netzwerk gemeinsam Maßnahmen,
um die frühkindliche Ernährung und Gesundheit deutschlandweit zu
verbessern: etwa Fortbildungen für Fachkräfte, Medien und weitere
Kommunikationsangebote. Grundlage hierfür sind immer die
Handlungsempfehlungen. Nur wenn alle beteiligten Akteure mit den Inhalten
einverstanden sind, werden sie festgeschrieben, veröffentlicht und
aktualisiert. „Das ist einzigartig im europäischen Vergleich“, sagt Dr.
Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und
Ernährung (BLE). „Das Netzwerk leistet eine überragende koordinierende
Arbeit und ich bin sehr stolz darauf, dass es heute ein fester Bestandteil
unseres Bundeszentrums für Ernährung in der BLE ist.“
Vom Projekt zur dauerhaften Institution
Zunächst startete das Netzwerk als dreijähriges Projekt im Rahmen der
Aktionspläne der Bundesregierung gegen Allergien und „IN FORM –
Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ –
initiiert und finanziert vom BMEL. Eine zweite Phase lief anschließend bis
2015, bevor das Netzwerk als feste, dauerhafte Institution zunächst beim
aid infodienst e.V. und später im BZfE eingerichtet wurde. Die
einheitlichen Handlungsempfehlungen, erstmals veröffentlicht 2010, haben
sich in den Fachkreisen als Beratungsstandard etabliert und geben Eltern
und Fachkräften Sicherheit. Zahlreiche Akteure wirken mit im Netzwerk
Gesund ins Leben, neben den Berufsverbänden auch Ernährungs- und
Stillberatende, ärztliche Praxen und Krankenhäuser,
Familienberatungsstellen, wissenschaftliche Einrichtungen und
Fachgesellschaften, Kommunen und die Netzwerke der Frühen Hilfen.
Zahlreiche Netzwerkpartnerinnen und -partner
Flothkötter: „Die Beteiligung dieser Akteure ist fruchtbar und wichtig –
vor allem, um mit einer einheitlichen Stimme zu sprechen. Der Weg dahin
dauert manchmal – aber er ist immer geprägt von offenen Diskussionen und
konstruktivem Austausch. Ich danke allen herzlich, die seit zehn Jahren
diesen Weg mitgehen! Jede Familie in Deutschland soll bestmögliche
Unterstützung erfahren. Wir nutzen die bestehenden Strukturen – etwa durch
die üblichen Vorsorgeuntersuchungen bei Schwangeren, Babys und
Kleinkindern – für die frühkindliche Gesundheitsförderung.“
Internationale Projekte, Stillförderung
Auch auf internationaler Ebene wirkt Gesund ins Leben in
Forschungsprojekten und Bündnissen wie der European Public Health
Nutrition Alliance (EPHNA) mit und lässt Erkenntnisse in die nationale
Arbeit einfließen. So hat es Deutschland im EU-Projekt Early Interventions
zur frühkindlichen Prävention vertreten und zwischen 2017 und 2019 mit der
Universität Yale (USA) und der Nationalen Stillkommission das
Forschungsprojekt Becoming Breastfeeding Friendly durchgeführt, das die
Stillförderung in Deutschland systematisch unter die Lupe genommen hat.
Auf Grundlage dieser Ergebnisse – Deutschland ist nur moderat
stillfreundlich – hat das BMEL die Entwicklung einer Nationalen
Stillstrategie auf den Weg gebracht, um die Bedingungen für das Stillen
hierzulande zu verbessern. Teil dessen ist eine Kommunikationsstrategie
zur Stillförderung, mit der das BMEL das Netzwerk Gesund ins Leben
beauftragt hat. Deshalb steht das Thema Stillen derzeit ganz oben auf der
Netzwerk-Agenda.
