Zum Hauptinhalt springen

Gesundheits-Apps im klinischen Alltag: Handreichung für Ärztinnen und Ärzte Gemeinsame Pressemitteilung der BÄK, der KBV und des ÄZQ.

Pin It

Medizinische Apps gibt es in Hülle und Fülle.
Sie können zum Beispiel den Blutdruck aufzeichnen, an Medikamente erinnern
oder Informationen liefern. Seit Oktober 2020 können sich Patientinnen und
Patienten geprüfte Apps sogar verschreiben lassen. Doch die digitalen
Angebote werfen viele Fragen auf. Die neue Handreichung "Gesundheits-Apps
im klinischen Alltag" von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher
Bundesvereinigung liefert Ärztinnen und Ärzten jetzt wichtige Antworten
für die tägliche Praxis.

Die Handreichung gibt einen Überblick über Nutzen und Risiken der
digitalen Möglichkeiten und erklärt, was es mit dem
"Digitalisierungsgesetz" und den "DiGAs" auf sich hat. Sie macht deutlich,
woran man gute von schlechten Gesundheits-Apps unterscheiden kann. Wer
sich ausführlicher mit einem Thema beschäftigen möchte, findet Hinweise
auf weitere Informationsangebote und verlässliche Anlaufstellen.

Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung
(KBV) begrüßen die Ausarbeitung des ÄZQ. "Angesichts zehntausender
digitaler Gesundheitsanwendungen in den Appstores  können Ärzte ihre
Patienten natürlich nicht zu jedem einzelnen Angebot  beraten. Mit Hilfe
der Handreichung  können sie aber über Möglichkeiten und Grenzen von Apps
aufklären und sagen, worauf es bei der Auswahl der richtigen Anwendung
ankommt", so Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt.

"Die Handreichung des ÄZQ ist eine wichtige Unterstützung für die
Kolleginnen und Kollegen in den Praxen", sagte der KBV-
Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. "Ob DiGAs von den Patienten
letztlich angenommen werden, muss sich erst noch zeigen."

Praxisnahe Fallbeispiele klären auf
Außerdem erfahren Ärztinnen und Ärzte anhand von zahlreichen
Fallbeispielen unter anderem, was sie beachten sollten, wenn eine
Patientin oder ein Patient ihre Meinung zu einer App hören möchte oder
ihnen unabgesprochen digitale Daten übermittelt. Gesundheits-Apps können
jedoch nicht nur Patientinnen und Patienten unterstützen, sondern auch
Ärztinnen und Ärzten den Berufsalltag erleichtern. Sie können
beispielsweise Leitlinienwissen anbieten oder die Kommunikation im
Kollegenkreis erleichtern. Auch hier hilft die Handreichung, Fallstricke
zu erkennen und zeigt Lösungen auf.

Patienteninformation für mehr Sicherheit
Die Handreichung beinhaltet auch ein Informationsblatt für Patientinnen
und Patienten. Dieses soll das Bewusstsein für Risiken schärfen und gibt
Tipps, wie Nutzende Gefahren verringern und Datenmissbrauch vermeiden
können, wenn sie eine Gesundheits-App anwenden möchten. Ärztinnen, Ärzte
und andere medizinische Fachleute können das zweiseitige Informationsblatt
herunterladen, ausdrucken und an Interessierte weitergeben.

Hintergrund zur Handreichung
Die Handreichung wird von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen
Bundesvereinigung herausgegeben. Mit der Durchführung, Organisation und
methodischen Begleitung wurde das Ärztliche Zentrum für Qualität in der
Medizin (ÄZQ) beauftragt. Ein Expertenkreis hat das ÄZQ bei der Erstellung
unterstützt. Dort waren Fachleute aus ärztlicher Selbstverwaltung,
Medizin, Informatik, Digitalisierung, Selbsthilfe und Medizinjournalismus
vertreten.

Im Internet
Die neue Handreichung steht als druckbares PDF und digital kostenlos
bereit.