Vielen Menschen ist durch die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr nochmals
bewusst geworden, dass Gesundheit das Wichtigste im Leben ist. Noch nie
waren die Erwartungen an ein neues Jahr so hoch wie an 2021: Die
Hoffnungen sind groß, dass die Pandemie bald besiegt werden kann und ein
normales Leben wieder möglich wird. Die Deutsche Leberstiftung erinnert
zum Start in das neue Jahr an die gesundheitliche Eigenverantwortung jedes
Einzelnen und an die Wichtigkeit eines gesunden Lebensstils, der positive
Effekte auf die Lebergesundheit hat und auch das Immunsystem stärkt.

Das Jahr 2020 wird vielen Menschen in unguter Erinnerung bleiben. Aus
einer im Dezember 2020 veröffentlichten Umfrage geht hervor, dass die
Corona-Pandemie rund 30 Prozent der befragten Deutschen das Gefühl
vermittelt, sich in einer Katastrophe oder Notsituation zu befinden. Über
zwei Drittel der Befragten waren vom Ausmaß der Pandemie vollkommen
überrascht und hätten damit in Deutschland nicht gerechnet. Und nur knapp
zehn Prozent gaben an, durch Vorsorgemaßnahmen wie beispielsweise
Vorratshaltung vorbereitet gewesen zu sein.

Dass zur Vorsorge für außergewöhnliche Ereignisse neben dem Bevorraten von
Lebensmitteln und Hygieneartikeln auch ein guter Gesundheitszustand eine
große Rolle spielt, ist ein weiterer Aspekt, den die Pandemie verdeutlicht
hat. Ein Beispiel für ein vermeidbares erhöhtes Risiko für einen schweren
Verlauf von COVID-19 ist Adipositas (Fettleibigkeit), die auch als Ursache
für die Entstehung von Lebererkrankungen bekannt ist. Warum dies seit
einigen Jahren eine gefährliche – jedoch vermeidbare – Entwicklung ist,
erläutert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung, Professor
Dr. Michael P. Manns: „Seit den siebziger Jahren hat sich in der
westlichen Welt die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas, also
Fettsucht, verdreifacht – auch in Deutschland. Damit einher geht die
Zunahme von Wohlstandserkrankungen, zu der die nicht-alkoholische
Fettleber (NAFL) als Ausgangspunkt möglicher Lebererkrankungen wie
Leberzirrhose und Leberzellkrebs zählt. In seltenen Fällen kann sich eine
Fettleber, beispielsweise aufgrund einer Fettstoffwechselstörung, auch bei
normalem Körpergewicht unerkannt manifestieren – man spricht hier von den
sogenannten dünnen Dicken.“

Vor allem jüngere Männer sind übergewichtig. Der im November 2020
veröffentlichte neue Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung (DGE) belegt, dass in der Gruppe der 30-Jährigen die
Normalgewichtigen in der Minderheit sind. 59,4 Prozent der Männer zwischen
18 und 65 Jahren sind zu dick, während bei den Frauen in dieser
Altersgruppe 37,3 Prozent übergewichtig oder adipös sind. Das ändert sich
mit zunehmendem Alter: Ab 65 sind auch bei den Frauen die
Normalgewichtigen in der Unterzahl. Außerdem ist jedes siebte Kind
übergewichtig oder adipös.

Experten sprachen bereits vor der Corona-Pandemie von einer dramatischen
Entwicklung, die durch die „Lockdowns“ mit eingeschränkten
Sportmöglichkeiten und vermehrtem Fastfood-Konsum noch verschlimmert
wurde. Für das neue Jahr empfiehlt Professor Manns: „Jeder sollte sich für
2021 die Frage stellen, in welchen Lebensbereichen er mehr für seine
Gesundheit tun kann. Neben einer Lebensstiländerung in den Bereichen
Ernährung und Bewegung empfehlen wir auch einen kritischen Blick auf den
Alkoholkonsum. Hier unterstützen wir den Aufruf der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Leber eine Alkoholpause zu gönnen.
Zu den Risiken des Alkoholkonsums zählt unter anderem die alkoholische
Fettleber (AFL), die ebenso wie die NAFL zu Leberzirrhose und
Leberzellkrebs führen kann. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der
gesundheitlichen Eigenverantwortung ist außerdem das Wahrnehmen von
regelmäßigen Vorsorgeuntersuchen, bei denen gegebenenfalls auch eine
Überprüfung der Blut-Leberwerte (beispielsweise GPT oder auch ALT genannt)
vorgenommen werden kann.“

Die Möglichkeiten, das Jahr 2021 zu einem gesünderen Lebensabschnitt zu
machen, von dem auch die Leber profitiert, sind vielfältig – vorausgesetzt
man verfolgt die gesetzten Ziele motiviert und fokussiert. Auch die
Gesundheitspolitik trägt im Jahr 2021 dazu bei, dass Lebergesundheit immer
besser überprüft werden kann: Im Rahmen des Präventionsprogramms
„Gesundheitsuntersuchung“ für gesetzlich Versicherte, bis März 2019 als
„Check-up 35“ bezeichnet, besteht ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle
drei Jahre ein Anspruch auf eine Vorsorge-Untersuchung. Im November 2020
beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), dass als neuer
Bestandteil dieser Untersuchung künftig einmalig der Test auf die
Viruserkrankungen Hepatitis B und Hepatitis C, die ebenso wie
Fettleberhepatitis für die Entstehung von Leberzirrhose und Leberzellkrebs
verantwortlich sein können, in Anspruch genommen werden kann. Damit sollen
bislang unentdeckte Infektionen mit den Hepatitis-Viren B (HBV) und C
(HCV) erkannt werden. Das Inkrafttreten des Beschlusses wird in Kürze
erwartet. Anspruchsberechtige können den neu eingeführten Test auf
Hepatitis B und C separat nachholen, falls ihr Termin für die
„Gesundheitsuntersuchung“ zeitlich vor dem endgültigen Inkrafttreten der
Neuregelung liegen sollte.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern.
Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die
öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt
und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem
Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und
Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen zur Stiftung
unter https://www.deutsche-leberstiftung.de. Auf der Website finden Sie
unter anderem umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für
Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter.