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Mit Prodrugs gegen Krebszellen FAU-Forschungsteam entwickelt neuartige Substanzen

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Krebs bekämpfen, ohne gesunde Zellen zu beeinträchtigen – das ist das Ziel
bei der Suche nach neuen Therapien gegen Krebs. Ein internationales
Forschungsteam von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
(FAU) hat nun Prodrugs entwickelt, die eine krebshemmende Wirkung zeigen,
dabei jedoch normale Zellen kaum beeinträchtigen.

Prodrugs sind Substanzen, die erst bei der Verstoffwechselung im Körper
eine Wirkung entfalten. Die Prodrugs des FAU-Forschungsteams um Prof. Dr.
Andriy Mokhir von der Professur für Organische Chemie werden im Organismus
über eine chemische Reaktion mit bestimmten Sauerstoff enthaltenden
Molekülen, sogenannten reaktiven Sauerstoffspezies, aktiviert. Diese
Moleküle kommen in Krebszellen in großen Mengen vor. Die Forschenden
zeigten, dass ihre Prodrugs unter anderem sowohl in Zelllinien als auch im
Nemeth-Kellner-Lymphom-Mausmodell wirksam waren, das als Modell für eine
Blutkrebserkrankung beim Menschen dient. Der Wirkmechanismus: Prodrugs
rufen Stress im endoplasmatischen Retikulum (ER) von Krebszellen hervor,
dem Ort in Zellen, der für den Organismus wichtige Proteine herstellt.
Dieser ER-Stress hemmt die Vermehrung der Krebszellen. Andere Medikamente
wie Bortezomib und Carilzomib, die diesen Effekt ebenfalls verstärken,
führen bislang zu unterwünschten Nebenwirkungen. Die Prodrugs
beeinträchtigen normale Zellen jedoch kaum.

Link zur Veröffentlichung im Fachmagazin „Angewandte Chemie“:
https://doi.org/10.1002/anie.202100054