Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Das Forschungsteam der Molekularen Neurologie an der Friedrich-Alexander-
Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat einen unmittelbaren Zusammenhang
zwischen der Schädigung des Kleinhirns und Gleichgewichts- sowie
Gangstörungen beim atypischen Parkinson-Syndrom aufgezeigt. Die Ergebnisse
wurden kürzlich im Fachjournal Acta Neuopathologica Communications
veröffentlicht.
Wer am atypischen Parkinson erkrankt ist, leidet neben den klassischen
Symptomen wie Muskelsteifheit und Zittern noch an weiteren Symptomen, die
bisher unheilbar und nur begrenzt symptomatisch behandelbar sind.
Betroffene leiden vor allem unter schweren Gleichgewichts- und
Gangstörungen sowie niedrigem Blutdruck, Inkontinenz und Verstopfung.
Ein FAU-Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Winkler,
Molekular-Neurologische Abteilung in der Neurologischen Klinik, und Prof.
Dr. Stephan von Hörsten, Professur für Experimentelle Biomedizin, haben
zusammen mit einem Team der Universität Regensburg einen wichtigen
Zusammenhang aufgezeigt: Sie stellten fest, dass beim atypischen Parkinson
ein instabiler Gang mit speziellen Nervenzellverlusten im Kleinhirn
assoziiert ist. Außerdem entdeckten sie, dass bestimmte Gangmuster mit der
Schwere der Erkrankung einhergehen und somit zur Vorhersage des
Krankheitsverlaufs geeignet sind. Das Wissen könnte zukünftig eingesetzt
werden, um neue Therapieansätze zu testen.
Zur Originalpublikation:
DOI: 10.1186/s40478-021-01166-x
Human alpha-synuclein overexpressing MBP29 mice mimic functional and
structural hallmarks of the cerebellar subtype of multiple system atrophy.
