Corona und Herz: Blutdruck senken und zweifach profitieren
Bluthochdruck steigert das Risiko für Herzkrankheiten und für schwere
Covid-19-Verläufe – Herzstiftung gibt zum Welthypertonietag Tipps zur
Prävention
Bluthochdruck gilt als einer der größten Risikofaktoren für Schlaganfall,
Herzinfarkt und weitere Herzerkrankungen wie Herzschwäche. Während der
Corona-Pandemie kommt für die rund 20 Millionen Bluthochdruck-Patienten in
Deutschland eine weitere Gefahr hinzu: das Risiko, im Falle einer
Infektion mit Sars-CoV-2 besonders schwer zu erkranken. Für Betroffene
lohnt es sich daher doppelt, die eigenen Werte im Blick zu behalten und
sie durch eine konsequente Behandlung zu senken. Und dabei kann jeder
mitwirken: „Mit einer gesunden Lebensführung tragen sie dazu bei, dass die
Dosis der Blutdruckmedikamente so niedrig wie nötig sein kann“, sagt
Herzspezialist Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Vorstand der
Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Herz- und
Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München anlässlich des
Welthypertonietags am 17. Mai. Ausführliche Informationen zu Ursachen,
Folgen und Prävention von Bluthochdruck finden Betroffene unter
www.herzstiftung.de/ihre-herzg
Viele schwere Covid-19-Verläufe wären vermeidbar
Wie stark Vorerkrankungen wie Bluthochdruck das Risiko für einen schweren
Verlauf einer Covid-19-Erkrankung erhöhen, belegt eine Studie der Tufts
University in den USA, in der mehr als 900.000 Klinikbehandlungen mit
Covid-19 ausgewertet wurden: Sie zeigt, dass 64 Prozent der
behandlungsbedürftigen Covid-19-Fälle in Zusammenhang mit
Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck und
Herzinsuffizienz standen. Allein 26,2 Prozent der schweren Verläufe seien
auf Bluthochdruck zurückzuführen, errechneten die Wissenschaftler (1).
„Durch eine konsequente Behandlung der Vorerkrankungen, beispielsweise
eine Senkung des Blutdrucks bei Hypertoniepatienten, wären viele schwere
Covid-19-Verläufe vermeidbar”, betont Schunkert. Gleichzeitig verringert
sich für Patienten durch die Senkung des Blutdrucks auch das Risiko, einen
Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Herzschwäche zu erleiden.
Blutdruck senken durch Ausdauersport
Bei der Behandlung von Bluthochdruck spielt neben Medikamenten vor allem
der Lebensstil eine große Rolle. „Manchmal ist es sogar möglich, durch
eine gesunde Lebensweise komplett auf die Einnahme von Blutdrucksenkern zu
verzichten”, betont Schunkert. Als einer der wichtigsten
Lebensstilfaktoren zur Senkung des Blutdrucks gilt regelmäßiger
Ausdauersport, zum Beispiel Radfahren, Walken oder Joggen: Wer fünfmal pro
Woche mindestens 30 Minuten aktiv ist, kann seine Werte um fünf bis zehn
mmHg senken. Auch andere Formen der Bewegung sind wirksam – Hauptsache,
man wird regelmäßig aktiv. Neben der direkten Wirkung auf den Blutdruck
hat das Training weitere positive Effekte: Das Immunsystem wird gestärkt
und die Wahrscheinlichkeit, Übergewicht und damit einen weiteren
Risikofaktor für Herzkrankheiten zu entwickeln, sinkt.
Zur Senkung des Blutdrucks empfiehlt die Deutsche Herzstiftung folgende
Veränderungen des Lebensstils:
- Fünfmal pro Woche mindestens 30 Minuten bewegen
- Normalgewicht halten bzw. Übergewicht abbauen
- Salzkonsum reduzieren
- Alkohol nur in Maßen trinken: Frauen nicht mehr als ein kleines Glas
Bier (0,25 l) oder Wein (0,1 l) am Tag, Männer maximal zwei Gläser
- Stress verringern und ausreichend schlafen
- Aufs Rauchen verzichten
Weitere Informationen zur Prävention, Ursachen und Folgen von
Bluthochdruck finden Betroffene unter folgenden Links:
www.herzstiftung.de/ihre-herzg
www.herzstiftung.de/ihre-herzg
/blutdruck-senken
(1) Journal of the American Heart Association Vol. 10, No. 5: Meghan
O’Hearn, Junxiu Liu, Frederick Cudhea, Renata Micha, and Dariush
Mozaffarian: Coronavirus Disease 2019 Hospitalizations Attributable to
Cardiometabolic Conditions in the United States: A Comparative Risk
Assessment Analysis
https://www.ahajournals.org/do
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