Von Patient zu Patient: Das Selbsthilfe-Telefon der DHL®
Ab sofort gibt es von der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® │ Deutsche
Gesellschaft für Hypertonie und Prävention einen neuen Service für
Patientinnen und Patienten, bei dem zahlreiche praktische Fragen rund um
das Thema Bluthochdruck von erfahrenen
Selbsthilfegruppenleiter/-leit
ersten Donnerstag im Monat am Selbsthilfe-Telefon zur Verfügung.Am 5.
August 2021 wird Ortwin Stein aus Bad Wildungen die Fragen Interessierter
beantworten.
Nach Schätzung der DHL sind mehr als 25 Millionen Menschen in Deutschland
von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) betroffen. Menschen, die das
erste Mal mit der Diagnose Bluthochdruck konfrontiert werden, sind oft
überrascht und oft gar nicht in der Lage, Information, die ihnen der
Arzt/die Ärztin zum Krankheitsbild und zur Therapie gibt, zu verarbeiten.
Auch ist nicht immer alles verständlich und mitunter hat der Arzt/die
Ärztin wenig Zeit für detaillierte Ausführungen. Dann bleiben im Anschluss
viele Fragen offen – Was genau bedeutet Bluthochdruck für das alltägliche
Leben? Wie geht man damit um? Wo bekommen Ratsuchende Hilfe?
Um Betroffene und Angehörige zu unterstützen und lebensnahe Beratung
anzubieten, hat die Deutsche Hochdruckliga nun ein Selbsthilfe-Telefon
eingerichtet. Jeden ersten Donnerstag im Monat jeweils zwischen 17:00 und
18:30 Uhr beantworten erfahrene Leiter/Leiterinnen von Selbsthilfegruppen
alle Fragen, die nach dem Arztgespräch u.U. offengeblieben sind und geben
praktische Tipps, wie der Blutdruck in den Griff zu bekommen ist. Sie
stehen mit ihrem großen Erfahrungsschatz zum Thema Bluthochdruck zur
Verfügung und können vieles anschaulich erklären, sei es, wie man korrekt
den Blutdruck misst oder wie man es schafft, die Medikamenteneinnahme
nicht zu vergessen.
Das Selbsthilfe-Telefon soll und kann das Arztgespräch nicht ersetzen,
sondern ist ein Zusatzangebot. Es kann darauf vorbereiten oder es
nachbereiten. „Es ist bekannt, dass Patientinnen und Patienten,
insbesondere, wenn sie eine neue Diagnose erhalten haben, nur bedingt
aufnahmefähig sind, auch haben viele Menschen Skrupel, nachzufragen, wenn
sie die Ausführungen des Arztes oder der Ärztin nicht verstehen. Oft
kommen die Fragen auch erst nach dem Arztbesuch und der nächste Termin
steht erst wieder in einem halben Jahr an. Der neue Service kann hier eine
Beratungslücke schließen“, erklärt Professor Ulrich Wenzel, Hamburg,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.
Am 5. August 2021 wird Ortwin Stein aus Bad Wildungen die Fragen
Interessierter beantworten. Der Bedarf ist groß, weiß der
Selbsthilfegruppenleiter aus Erfahrung. Viele Patientinnen/Patienten oder
ratsuchende Angehörige möchten wissen, wie es bei anderen ist, wie sie es
schaffen, ihre Blutdruckwerte zu senken und mit welchen
Lebensstiländerungen sich schneller ein Erfolg einstellt. „Wenn es das
DHL-Selbsthilfetelefon schon vor 10 Jahren gegeben hätte, wäre ich einer
der ersten Anrufer gewesen“, sagt Ortwin Stein. „Ich war nach der Diagnose
Bluthochdruck zuerst überrascht, dann neugierig, was es damit auf sich
hat, wollte wissen, was auf mich zukommt. Ein Gespräch als
Erfahrungsaustausch mit einem ebenfalls Betroffenen hätte mir eine Menge
Zeit erspart. Ich musste lange recherchieren, bevor ich wusste, wie ich
denn nun all das umsetzen kann, was mein Arzt mir in aller Kürze geraten
hat, um möglichst wenige Tabletten einnehmen zu müssen und das Risiko für
Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall trotzdem zu
reduzieren.“
Eine Lebensstiländerung ist die beste Therapie, um den Blutdruck zu
senken. Aber das ist für viele oft leichter gesagt als getan. Hier kann
jetzt ein Anruf beim Servicetelefon erste hilfreiche Impulse geben: warum,
wie, wann, wie oft und womit sollte der Blutdruck gemessen werden; was
bedeutet Ernährungsumstellung; welche Arten von körperlicher Aktivität
sind geeignet; wie finde ich einen Weg, für mich ganz persönlich die
Maßnahmen in den Alltag zu integrieren; wie gelingt es, mit dem Rauchen
aufzuhören, Stress abzubauen? Das Schöne an dem Angebot: in einer
entspannten Atmosphäre ohne Zeitdruck hört jemand zunächst zu, kann das
Gesagte gut nachvollziehen, weil er/sie es z. T. selbst erfahren hat, kann
berichten, wie man Hürden auf dem Weg der Lebensstiländerung nimmt und
damit Erfolg hat. Ortwin Stein zum Beispiel sagt: „Heute komme ich ohne
blutdrucksenkende Tabletten aus. Ich fühle mich trotz der chronischen
Erkrankung gut, weil ich sie unter Kontrolle habe. Wichtig ist: konsequent
dranbleiben, Geduld haben, sich selbst immer wieder motivieren.“ Er freut
sich darauf, Ratsuchenden seine ganz persönliche Erfahrung weiterzugeben.
Auch glaubt er, dass der Austausch unter Betroffenen grundsätzlich wichtig
ist. „Im Gespräch mit anderen wird man oft zu positiverem Denken angeregt,
denn man sieht, auch andere sind erkrankt und haben einen Weg gefunden,
gut mit der Krankheit zu leben. Das macht Mut!“
Das Selbsthilfe-Telefon ist unter der Servicetelefonnummer 06221/588 55 88
erreichbar. Termine und Ansprechpartnerinnen/-partner finden Sie unter
https://www.hochdruckliga.de/b
