Internationaler Tag der Physiotherapie: Bei Long-COVID wieder auf die Füße kommen
Am 8. September ist Welttag der Physiotherapie (PT), in diesem Jahr mit
Fokus auf der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einem Long-
COVID-Syndrom. Die neurologische Frührehabilitation-Station im SRH
Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg sowie die Ambulanz für Physiotherapie am
Campus der SRH Hochschule Heidelberg bieten den Betroffenen passgenaue
Unterstützung.
Nichts geht mehr, selbst das Laufen fällt schwer – Long-COVID-Betroffene
müssen häufig die einfachsten Bewegungen wieder neu erlernen und
trainieren. Auch Rüdiger F. ging es so. Der 77-Jährige kam nach seiner
Virus-Erkrankung an die neurologische Frührehabilitation-Station im SRH
Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg und fand hier Unterstützung: „Heute kann
ich selbständig ein paar Schritte gehen und bin den Therapeuten und dem
gesamten Team sehr dankbar für alle Unterstützung, die es mir ermöglicht
hat wieder zu laufen. Wenn ich nach Hause komme, möchte ich mein Leben
weiter mit meiner Frau genießen“, so Rüdiger F.
Weiterführende physiotherapeutische Rehabilitationsmaßnahmen werden auch
in den Physiotherapie-Ambulanzen am SRH-Campus angeboten. Hier lernen
nicht nur die Studierenden der SRH Hochschule Heidelberg das
physiotherapeutische „Handwerk“ auf wissenschaftliche und praktische Art
und Weise, sondern hier können Patientinnen und Patienten mit jeglichen
Bewegungseinschränkungen ihre körperliche und psychische Belastbarkeit
steigern – und auch ihre Lebensqualität nach einer COVID-19-Erkrankung
verbessern.
Bereits seit 2009 wird der Internationale PT-Tag als Gelegenheit genutzt,
um auf die Bedeutung dieser Therapieform für die Gesellschaft aufmerksam
zu machen. Dabei haben physiotherapeutische Behandlungsansätze eine lange
Geschichte und gehen bis weit in die Antike zurück. Erste Aufzeichnungen
finden sich bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. Um 1900 wurde die „Kieler
Lehranstalt für Heilgymnastik“ als erste anerkannte „Physiotherapie-
Schule“ gegründet. 1994 erfolgte durch eine Änderung des Berufsrechts eine
Umbenennung von der bis dahin üblichen Bezeichnung Krankengymnastik hin
zum international verwendeten Begriff der „Physiotherapie“.
Heutzutage bietet die Physiotherapie ein breites Behandlungsspektrum von
aktiven und passiven Maßnahmen. Vor dem Hintergrund des demografischen
Wandels und der steigenden Komplexität der Krankheitsbilder werden
bewährte Therapiemethoden kontinuierlich weiterentwickelt und neue
Einsatzmöglichkeiten geschaffen. Physiotherapeutische Behandlungsverfahren
werden im ambulanten, stationären und präventiven Bereich angewendet und
haben das Ziel, die Bewegungsfähigkeit der Patienten zu erhalten, zu
verbessern oder wiederherzustellen. Auch auf den Intensivstationen zur
Unterstützung der Atemfunktionen zeigen physiotherapeutische Maßnahmen
Erfolge ebenso wie bei den Langzeitfolgen einer Infektion wie COVID-19.
Die Therapiepläne werden stets an die individuellen Bedürfnisse der
Patienten angepasst. Dabei gewinnt die evidenz-basierte Praxis im
therapeutischen Alltag immer mehr an Bedeutung. Physiotherapie als
Studiengang ist aus diesem Grund eine wichtige Ergänzung zum
Ausbildungsweg: Die Wissenschaft fördert die interdisziplinäre Vernetzung
mit den medizinischen Fächern und dadurch weltweit die Anerkennung dieser
bedeutenden Therapieform.
