Kinderimpfung am Uniklinikum Dresden
Chronisch kranke Kinder sowie Nachwuchs von Mitarbeitenden bekommen den
Schutz gegen das Corona-Virus.
Impfung nach eingehender medizinischer Beratung.
In der ersten Woche haben über 200 Kinder den Piecks mit dem Wirkstoff von
BioNTtech bekommen.
Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hat die Klinik und
Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin mit der Impfung von Kindern ab
einem Alter von fünf Jahren begonnen. Geimpft wird nach den Empfehlungen
der Ständigen Impfkommission STIKO. Demnach sollen vor allem chronisch
kranke Kinder den Schutz gegen das Corona-Virus bekommen. Hierzu beraten
die Ärztinnen und Ärzte die Eltern der kleinen Patientinnen und Patienten
eingehend. Weiterhin werden Kinder von Mitarbeitenden geimpft, deren
Eltern dies wünschen. „Unter toller Mitwirkung von Pflege und Verwaltung
haben wir in dieser Woche in gelöster Atmosphäre geräuschlos und effektiv
die ersten 200 Kinder geimpft“, sagt Prof. Reinhard Berner, Direktor der
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. „Das Universitätsklinikum Dresden
geht damit mit positivem Signal voran. Die Kinderimpfung, wenn aus
medizinischen Gründen empfohlen oder aus individueller Sorge gewünscht,
ist ein wichtiges Angebot für Familien in Sorge“, sagt Prof. Michael
Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden. „Gerade
Familien mit chronisch kranken Angehörigen oder Familienmitgliedern mit
seltenen Erkrankungen sowie auch Familien mit großen Sorgen müssen in
dieser Pandemie das Gefühl bekommen, nicht vergessen zu werden – weder von
den betreuenden Ärzten, noch von der Politik, noch von der Öffentlichkeit.
Darum kämpfen wir als Universitätsklinikum.“
Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Dresden
hat mit der Impfung von Kindern im Altern zwischen 5 und 11 Jahren
begonnen. Allein in dieser Woche hat das Team aus Medizinerinnen und
Medizinern, Pflegenden und Mitarbeitenden der Verwaltung und der Apotheke
unter der organisatorischen Leitung von Oberärztin Dr. Jutta Hammermann
über 300 Kinder geimpft. Das Angebot richtet sich in erster Linie an
Kinder mit Vorerkrankungen und einem erhöhten Risiko sowie an Kinder, in
deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hohem Risiko
für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden. „Begleitet wird dies von
einem Angebot auch für den Nachwuchs von Mitarbeitenden des Uniklinikums
und der Medizinischen Fakultät, die aus individuellen kind- oder
familienspezifischen Umständen die Impfung in Anspruch nehmen wollen“,
sagt Dr. Jutta Hammermann.
Die Grundimmunisierung erfolgt mit zwei Dosen des mRNA-basierten
Kinderimpfstoffs Comirnaty in reduzierter Dosierung im Abstand von drei
bis sechs Wochen. Dieser spezielle Kinderimpfstoff ist nur für die
Altersgruppe 5 bis 11 Jahre zugelassen, so dass ein Impfangebot außerhalb
dieser Altersgruppe derzeit nicht gemacht werden kann. Kinder ohne
Vorerkrankungen, die bereits eine labordiagnostisch gesicherte
COVID-19-Infektion durchgemacht haben, sollen vorerst nicht geimpft
werden.
Falls gewünscht bietet die Kinderklinik im Vorfeld eine entsprechende
Beratung an. Prof. Reinhard Berner betont: „In allen Fällen, die nicht
ausdrücklich von der STIKO genannt sind, bleibt es eine individuelle
Risiko-Nutzen-Abwägung, ob eine Impfung sinnvoll ist. Viele Eltern sorgen
sich sehr vor einer Infektion ihrer Kinder beziehungsweise innerhalb der
Familie. Hier ist es gut, wenn wir jetzt ein Impfangebot machen können.
Aber keiner, wirklich keiner, sollte das Gefühl bekommen, zu der Impfung
für sein Kind gedrängt zu werden.“ Die Verbreitung des Virus unter Kindern
und Jugendlichen in der vierten Welle und mit der neuen Variante Omicron
werde die Kinderimpfung nicht mehr aufhalten können. „Hier empfehlen wir
gerade vor den Weihnachtsfeiertagen eine besondere Achtsamkeit, bevor die
Familie zusammenkommt“, sagt er.
