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Künstliche Hüftgelenke: Zementierte Hüftschäfte sitzen bei Senioren besser

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Zementieren oder nicht zementieren? Welchen Einfluss hat der Body-Mass-
Index darauf, ein Implantat zu erhalten? Wie lange halten Hüft- und
Knieimplantate im menschlichen Körper und was sind die Gründe für
Wechseloperationen? Wer ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk erhält, hat
viele Fragen. Das Endoprothesenregister informiert mit einer
patientenverständlichen Broschüre.

Berlin, den 20.12.2021. – Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat
seine Patienteninformation 2021 veröffentlicht. Die 18-Seiten umfassende
patientenverständlich aufbereitete Publikation wendet sich an Patienten,
die vor der Entscheidung stehen, sich ein künstliches Hüft- und/oder
Kniegelenk einsetzen zu lassen.

Zementieren oder nicht zementieren ist eine Frage des Alters

In mehr als 88 Prozent aller dem EPRD gemeldeten Hüfterstimplantationen
wird eine Totalendoprothese eingesetzt. Weitaus weniger werden
Teilendoprothesen verwendet – in gut elf Prozent der Fälle. Bei der
Befestigung der Totalendoprothesen wird diese überwiegend zementfrei in
den Knochen eingesetzt: Implantat und Knochen wachsen im Laufe der Zeit
auf natürliche Weise ein. Für das Gros der Patienten stellt die
Verankerung ohne Zement inzwischen also eine Standardbehandlung dar.
Internationale Studien und Datenanalysen des Endoprothesenregister
Deutschland zeigen nun, dass dieses Verfahren bei älteren Menschen ab 75
Jahren weniger erfolgversprechend ist; sie profitieren bei einer
Hüfterstimplantation von einer Schaftzementierung. Das Implantat sitzt
stabiler und das Risiko eines Austauschs ist deutlich reduziert. Dieses
Ergebnis ist für ältere Patienten von zentraler Bedeutung. Mit rund 33
Prozent erhält die Altersgruppe der 75- bis 84-Jährigen am häufigsten ein
künstliches Hüftgelenk. Dabei sind Frauen mit mehr als 66 Prozent in
dieser Altersgruppe am häufigsten betroffen.

Patienten mit einer Knieerstimplantation weisen einen Body-Mass-Index von
durchschnittlich 30 auf

Ein zu hohes Körpergewicht belastet die Gelenke. Männer und Frauen, die
erstmalig eine Knieendoprothese erhalten, weisen einen Body-Mass-Index
(BMI) von durchschnittlich 30 auf. Laut Weltgesundheitsorganisation
beschreibt ein BMI von mehr als 30 einen adipösen Menschen. Zum Vergleich:
Der Body-Mass-Index eines Normalgewichtigen bewegt sich zwischen 18,5 und
24,9. Patienten, die erstmalig ein Hüftimplantat erhalten, verfügen im
Schnitt über einen BMI von 27.

Männer haben ein höheres Infektionsrisiko bei Kniegelenksoperationen

Der zweithäufigste Grund für eine Wechseloperation nach einer Hüft- oder
Knieerstimplantation sind Infektionen. Dies sind rund 15 Prozent der
Fälle. Dabei tragen Männer, denen ein künstliches Kniegelenk eingesetzt
wurde, ein deutlich höheres Risiko für eine postoperative Infektion –
sowohl nach dem Ersteingriff wie auch bei einer Folgeoperation.
Der mit Abstand häufigste Grund für eine Wechseloperation an Hüfte und
Knie ist eine Lockerung des Implantats. Sie macht fast 25 Prozent der
Folgeeingriffe an der Hüfte und mehr als 23 Prozent der Folgeeingriffe am
Knie aus.