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Stiftung Kindergesundheit: Junge Patientinnen und Patienten werden zu selten in Behandlungsentscheidungen einbezogen

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Kinder und Jugendliche in Deutschland haben zwar formal das Recht, an
medizinischen Entscheidungen mitzuwirken, doch dieses wird bislang nicht
ausreichend verwirklicht: Wie der Kindergesundheitsbericht 2025 der
Stiftung Kindergesundheit zeigt, werden junge Patientinnen und Patienten
im Gesundheitsalltag häufig nicht ausreichend beteiligt.

Eine
repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Stiftung belegt, dass
Partizipation zwar gewünscht ist, aber in der Praxis teilweise scheitert –
etwa an Zeitmangel, unklaren Prozessen oder fehlender Aufklärung. Die
Stiftung fordert daher konsequente Maßnahmen, um die Mitbestimmung von
Kindern und Jugendlichen zu stärken.

Die Umfrageergebnisse zeigen: Partizipation im Gesundheitswesen ist
möglich – aber noch kein Standard. Die Mehrheit der Kinder und
Jugendlichen kennt den Grund ihres Arztbesuchs, wird über Untersuchungen
und Behandlungen informiert und fühlt sich ernst genommen.  Doch echte und
umfassende Mitbestimmung ist noch nicht selbstverständlich: Rund 30 % der
Befragten gaben an, bei ihrem letzten Arztbesuch nur „wenig“ oder „eher
wenig“ mitentscheiden zu können. Besonders auffällig: Mehr als die Hälfte
dieser Gruppe äußert den Wunsch nach mehr Mitspracherecht. Diese Zahlen
unterstreichen, dass partizipative Ansätze zwar bereits existieren, aber
nicht flächendeckend umgesetzt werden.

Durch Partizipation entwickeln Kinder und Jugendliche ein stärkeres Gefühl
von Selbstwirksamkeit, lernen gesundheitsbezogene Entscheidungen zu
verstehen und mitzutragen. So erwerben sie frühzeitig zentrale
Gesundheitskompetenzen. Eine kindzentrierte Versorgung führt zu mehr
Zufriedenheit und einer höheren Versorgungsqualität. „Partizipation ist
weit mehr als ein formales Recht“, betont Prof. Dr. Berthold Koletzko,
Kinder- und Jugendarzt sowie Vorstand der Stiftung Kindergesundheit. „Wenn
Kinder und Jugendliche ernst genommen werden und mitentscheiden können,
baut das Ängste ab, stärkt ihr Vertrauen in das medizinische Personal und
verbessert die Adhärenz – mit spürbar positiven Auswirkungen auf den
Behandlungserfolg.“

Mit der repräsentativen forsa-Umfrage liefert die Stiftung
Kindergesundheit belastbare Daten zum tatsächlichen Stand der
Mitbestimmung in der medizinischen Versorgung. Die Ergebnisse zeigen klar:
Es besteht dringender Handlungsbedarf.

Die Stiftung Kindergesundheit ruft Politik, Gesundheitsberufe und
Versorgungseinrichtungen dazu auf, ihre Strukturen, Abläufe und
Kommunikationsformen zu überprüfen und Partizipation von Kindern und
Jugendlichen in der Gesundheitsversorgung darin verbindlich zu verankern –
damit Mitbestimmung gelebte Realität wird.

Der Kindergesundheitsbericht 2025
Der „Kindergesundheitsbericht 2025 – Fokus: Gesundheitsversorgung von
Kindern und Jugendlichen” der Stiftung Kindergesundheit in Kooperation mit
der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ)
beleuchtet verschiedene Bereiche der pädiatrischen Versorgung. Renommierte
Wissenschaftler*innen und Expert*innen geben einen vertieften Einblick in
ihr Fachgebiet. Neue Daten einer forsa-Umfrage zum Thema „Partizipation
von Kindern und Jugendlichen in der Gesundheitsversorgung“ runden den
Bericht ab. Ziel ist es, eine Informationsgrundlage für die notwendige
gesundheitspolitische Diskussion zu schaffen und diese gleichzeitig anhand
von Handlungsempfehlungen zu konkretisieren.

Der Bericht steht als Download unter www.kindergesundheit.de zur
Verfügung.