Frauenherzen in den Wechseljahren: Auf diese Risiken achten
Hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren verlangen für Frauenherzen
besondere Aufmerksamkeit. Wie schützen sich Frauen vor möglichen Risiken?
Herzstiftung informiert
Für Frauen – wie für Männer – sind Herzerkrankungen wie Koronare
Herzkrankheit (KHK), Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen der häufigste
Grund für Krankenhauseinweisungen und vorzeitigen Tod. Nur dass diese
Erkrankungen bei Frauen aufgrund des hormonellen Schutzes meist etwa zehn
Jahre später als bei Männern auftreten.
Am häufigsten sterben Frauen an
der KHK mit über 51.000 Sterbefällen (2023), darunter rund 17.500 am
Herzinfarkt, der längst keine „Männerkrankheit“ darstellt (Deutscher
Herzbericht – Update 2025). „Frauen in den Wechseljahren sollten ihrem
Herzschutz besondere Aufmerksamkeit schenken, weil die hormonellen
Veränderungen während der Menopause die Risikokonstellation für Herz und
Gefäße zusätzlich verschärfen können“, betont Prof. Dr. Christiane
Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung. „Aber auch
jüngere Frauen können weit vor der Menopause an Herz und Gefäßen erkranken
und, wenn auch seltener als im hohen Alter, einen Herzinfarkt erleiden
oder an einer Herzschwäche erkranken. Auf diese Besonderheiten müssen wir
Frauen mehr aufmerksam machen und für gezielte Vorsorgemaßnahmen
sensibilisieren“, so die Chefärztin der Klinik für Kardiologie, Angiologie
und Pneumologie am Marien-Hospital Wesel. Infos speziell für Frauen rund
um die Herzgesundheit bietet die Herzstiftung unter
https://herzstiftung.de/frauen
Risiko durch Bluthochdruck besonders nach der Menopause
Die Wechseljahre (Menopause) wirken sich unterschiedlich auf die Herz-
Kreislauf-Gesundheit bei Frauen aus. Das zeigt sich beispielsweise beim
Bluthochdruck: Kommen Frauen in die Wechseljahre, verdoppelt sich ihr
Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, weil der Östrogenspiegel im
Blut in der Menopause sinkt. Das weibliche Geschlechtshormon sorgt dafür,
dass die Gefäße elastisch bleiben, wirkt blutdrucksenkend und schützt vor
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig steigt der Spiegel des Hormons
Testosteron. Das führt unter anderem dazu, dass Frauen verstärkt in der
Bauchregion Fett einlagern. Die Gefahr dabei: Bauchfett produziert selbst
Hormone, die den Appetit anregen und damit dafür sorgen, dass Frauen
zunehmen. Auch lassen diese Hormone den Blutdruck steigen. Bei vielen
Frauen in und nach den Wechseljahren kommen neben dem Übergewicht Ängste
und Schlafstörungen als weitere Risiken dafür hinzu, Bluthochdruck zu
entwickeln. „Frauen sollten deshalb wachsam für ihren Blutdruck sein und
ihn regelmäßig beim Arzt messen lassen oder ihn selbst messen“, rät die
Kardiologin Prof. Tiefenbacher. Denn ein nicht ausreichend behandelter
Bluthochdruck ist einer der häufigsten und gefährlichsten Risikofaktoren
für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-
Erkrankungen wie Herzinsuffizienz (Herzschwäche). In Deutschland haben
über 10,5 Millionen Frauen Bluthochdruck (AOK WIdo-Gesundheitsatlas 2023).
Über die Hormonersatztherapie und Bluthochdruck bei Frauen informiert die
Herzstiftung unter https://herzstiftung.de/frauen
Bluthochdruck bei jungen Frauen wegen „Pille“ oder in der Schwangerschaft
Auch junge Frauen sind nicht vor einem Bluthochdruck gefeit. Fünf bis zehn
Prozent der Schwangeren entwickeln im Laufe der Schwangerschaft einen
Bluthochdruck. Auch Frauen, die zur Verhütung „die Pille“ einnehmen, die
eine Kombination von Östrogen und Progesteron, enthält, können einen
Bluthochdruck entwickeln. Expertenangaben zufolge reagieren ungefähr fünf
Prozent der Frauen, die solche Kombinationspräparate einnehmen, mit einem
Blutdruckanstieg. Setzen Frauen das Präparat wieder ab, sinkt der
Blutdruck wieder. Den Blutdruck lässt wahrscheinlich der Östrogenanteil in
der Pille, vor allem bei hoher Dosierung, ansteigen. Frauen, die die Pille
einnehmen und außerdem übergewichtig sind, tragen ein zwei- bis dreifach
hohes Risiko für Bluthochdruck. „Liegen gleichzeitig mehrere
Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Rauchen oder Übergewicht vor, sollten
Frauen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über andere Verhütungsmethoden
sprechen und keine oralen östrogenhaltigen Kontrazeptiva einnehmen“, rät
Prof. Tiefenbacher.
Wichtig: Frauen, die in der Schwangerschaft Bluthochdruck entwickelt
hatten oder gar eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung), haben ein
höheres Risiko für Bluthochdruck und Herzkrankheiten in ihrem späteren
Leben oder für einen Schlaganfall. Diese Frauen sollten ganz besonders auf
einen gesunden Lebensstil achten und sich regelmäßig (mindestens jährlich)
vom Hausarzt untersuchen lassen.
Vorsicht bei Schlafstörungen während und nach der Menopause
Ein gesunder Schlaf wirkt wie ein Medikament: Während der Nachtruhe erholt
sich der Körper, Stoffwechselprozesse wie der Fett- und Zuckerstoffwechsel
werden reguliert, das Immunsystem gestärkt und auch der Blutdruck wird in
dieser Ruhephase langfristig konstant gehalten. „In den Wechseljahren
können typischerweise auch Ängste und Schlafstörungen auftreten, was die
Blutdruckwerte ebenfalls ungünstig beeinflusst. Deshalb sollten Frauen in
den Wechseljahren besonders wachsam sein und den Blutdruck regelmäßig beim
Arzt messen lassen oder selbst messen“, rät Prof. Tiefenbacher.
Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum verursachen Stress, der
wiederum wichtige Stoffwechselprozesse stört. „Frauen mit Schlafproblemen
sollten diese nicht nur auf ihren dicht gedrängten Alltag mit Beruf und
Familie schieben, sondern bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt direkt
ansprechen“, rät die Kardiologin aus dem Vorstand der Herzstiftung.
Umgekehrt lassen sich mit Hilfe von Lebensstilmaßnahmen wie regelmäßige
Bewegung, ausgewogene Ernährung sowie gezielte Entspannungstechniken
Risikofaktoren wie Stress, Übergewicht und Bluthochdruck günstig
beeinflussen. Die Herzstiftung empfiehlt Frauen daher generell und
besonders noch bevor es mit den Wechseljahren losgeht, die acht Schritte
für ein gesundes Herz in Angriff zu nehmen: https://herzstiftung.de/acht-
tipps
Regelmäßig zum Vorsorge-Check-up
Die Deutsche Herzstiftung rät Frauen (wie Männern) vor diesem Hintergrund
zur Vorsorgeuntersuchung ab 35 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher
– um regelmäßig Blutdruck, Blutzucker, Blutfette (Cholesterin) und
Körpergewicht zu kontrollieren. Das kann der regelmäßige Gesundheits-
Check-up bei Hausärztin oder Hausarzt sein, der ab 18 Jahren einmalig und
ab 35 Jahren alle drei Jahre erfolgt (zahlt die Krankenkasse). „Dadurch
lassen sich unerkannte Risikokrankheiten für Herzinfarkt, Schlaganfall und
Herzschwäche aufdecken“, erklärt Tiefenbacher. „Diese Vorsorge ist
wichtig. Denn einen hohen Blutdruck oder zu hohes LDL-Cholesterin spürt
man nicht“, warnt Tiefenbacher. Außerdem sollten Frauen (wie Männer) auf
regelmäßige Bewegung (am besten an frischer Luft), gesunde Ernährung und
ein normales Körpergewicht achten sowie nicht rauchen und auf Alkohol
möglichst verzichten. Weitere Infos: https://herzstiftung.de/acht-t
(wi)
Zusatz-Information
Besonderheiten beim weiblichen Herzinfarkt
Was Frauenherzen so besonders macht, zeigt sich am Beispiel Herzinfarkt.
Frauen sind bis zu den Wechseljahren weniger durch den Herzinfarkt
gefährdet, der bei ihnen fünf bis zehn Jahre später auftritt als bei
Männern. „Bei Frauen über 65 Jahren steigt das Herzinfarktrisiko. Doch
auch jüngere Frauen zwischen 40 und 50 sind der Gefahr ausgesetzt – vor
allem dann, wenn in der Familie häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen
aufgetreten sind oder wenn ein ungesunder Lebensstil durch
Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Dauerstress oder von außen
zugeführte Hormone wie die ,Pille‘ das Infarktrisiko erhöhen“, betont
Prof. Tiefenbacher. Der Herzinfarkt bei Frauen ist außerdem anhand der
Symptome oftmals nicht so klar zu erkennen wie bei Männern. Häufiger als
bei Männern können bei Frauen weniger eindeutige Symptome auftreten. Infos
zum weiblichen Herzinfarkt: https://herzstiftung.de/herzin
symptome
Service rund ums Thema Frauenherzen
https://herzstiftung.de/frauen
https://herzstiftung.de/frauen
Podcast:
https://herzstiftung.de/podcas
Comic „Frauenherzen im Fokus”
Der Comic „Frauenherzen im Fokus“ (32 Seiten) kann kostenfrei bei der
Herzstiftung unter Tel. 069 955128-400 oder unter
https://herzstiftung.de/bestel
