Lebertransplantation rettet Leben: Deutsche Leberstiftung informiert zum Tag der Organspende
Der Tag der Organspende findet jährlich am ersten Samstag im
Juni statt und steht unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“
Die zentrale Veranstaltung wird am 6. und 7. Juni in Leipzig zeitgleich
mit dem Stadtfest stattfinden. Neben Informationen stehen Aktionen wie die
Initiative „Geschenkte Lebensjahre“ im Mittelpunkt. Die Deutsche
Leberstiftung nimmt den Tag zum Anlass, über die Bedeutung der Organspende
insbesondere für Menschen mit schweren Lebererkrankungen, für die eine
Transplantation häufig die einzige Überlebenschance ist, zu informieren.
Dank Organspenden konnten im vergangenen Jahr schwerkranken Menschen
lebensrettende Organtransplantationen ermöglicht werden. Die
Organspendezahlen in Deutschland erreichten im Jahr 2025 den höchsten
Stand seit 2012. Dennoch bleibt der Bedarf an Spenderorganen weiterhin
groß, insbesondere im Bereich der Lebertransplantation: Trotz
medizinischer Fortschritte warten bundesweit weiterhin zahlreiche
Patienten auf eine lebensrettende Spenderleber. Nach Angaben der Deutschen
Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden bundesweit 823 Lebern
transplantiert. Damit bleibt die Leber nach der Niere das zweithäufigste
nach dem Tod (postmortal) gespendete Organ. Hunderte Menschen warten
weiterhin auf eine Lebertransplantation (LTX), viele von ihnen in
lebensbedrohlichem Zustand. Noch immer sterben Menschen, die an einer
schweren Lebererkrankung leiden, weil nicht rechtzeitig ein passendes
Organ zur Verfügung steht.
Für Gerd Böckmann hat das Thema Organspende eine ganz persönliche
Bedeutung. Der Apotheker, Vorsitzende des Patientenselbsthilfeverbandes
Lebertransplantierte Deutschland e. V. sowie stellvertretende
Kuratoriumsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung, erhielt 2015 im Alter
von 55 Jahren eine Spenderleber. Nachdem zwei seltene
Autoimmunerkrankungen seine Leber irreversibel geschädigt hatten, war die
Transplantation seine einzige Überlebenschance.
Seit seiner Transplantation setzt sich Böckmann mit großem ehrenamtlichem
Engagement für die Aufklärung über Organspende sowie die Begleitung und
Unterstützung von Betroffenen (vor und nach einer Lebertransplantation)
ein. Gemeinsam mit nahezu 100 weiteren Aktiven in Lebertransplantierte
Deutschland e. V. – der mit rund 1.400 Mitgliedern größten bundesweiten
Selbsthilfeorganisation von Lebertransplantierten – engagiert er sich für
die Belange von transplantierten Menschen und ihren Angehörigen.
Besonders wichtig ist ihm dabei der persönliche Austausch: „Eine
Lebererkrankung, gleich welcher Ursache, die so dramatisch verläuft, dass
nur noch eine Lebertransplantation helfen kann, bedeutet einen schweren
Einschnitt im Leben. Hilfreich und wichtig ist für viele Patienten und
Angehörige der Kontakt zu Menschen, die eine solche Situation bereits
bewältigt haben“, betont Böckmann.
Darüber hinaus bringt er seine Erfahrungen als Patientenvertreter in die
Ständige Kommission Organtransplantation (STÄKO) der Bundesärztekammer
ein. Beim Tag der Organspende ist Lebertransplantierte Deutschland e. V.
erneut als Mitveranstalter mit einem Informationsstand vertreten. Ein
besonderer Höhepunkt ist auch 2026 die Aktion „Geschenkte Lebensjahre“,
die die Wirkung der Organspende sichtbar macht. Böckmann freut sich
besonders auf seine persönliche Teilnahme an dieser bildhaften Aktion:
„Wenn Organempfänger die Zahl ihrer gewonnenen Lebensjahre zeigen, wird
deutlich, wie viel Hoffnung und Lebenszeit eine Organspende schenken kann.
Gleichzeitig ist es erstaunlich, wie häufig in Gesprächen noch
Unsicherheit darüber besteht, wer überhaupt Organspenderin oder
Organspender sein kann. Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass ein
hohes Alter grundsätzlich dagegenspricht. Dabei ist auch im hohen
Lebensalter eine Organspende möglich. Die bislang älteste Organspenderin
in Deutschland war 98 Jahre alt – ihre Leber wurde erfolgreich
transplantiert“, erklärt Böckmann.
In westlichen Ländern sind Leberzirrhose und ihre Komplikationen, wie
Leberzellkrebs (HCC), häufige Gründe für eine Lebertransplantation.
Während früher vor allem Virushepatitiden und Alkohol die Hauptursachen
waren, ist heute zunehmend die Metabolische dysfunktions-assoziierte
Steatohepatitis (MASH) führend. Auch ein akutes Leberversagen, etwa durch
Vergiftungen, kann eine sofortige Transplantation erforderlich machen.
„Die Zahl der Menschen, die dringend auf ein Spenderorgan warten, bleibt
weiterhin hoch. Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche
Diskussion über die Widerspruchslösung. Gerade bei der
Lebertransplantation sehen wir, wie groß der Bedarf ist: Viele Patienten
warten monatelang auf ein geeignetes Organ – manche vergeblich. Jede
Spenderleber kann Leben retten. Entscheidend ist daher, dass sich
möglichst viele Menschen bewusst mit dem Thema Organspende
auseinandersetzen und ihre Entscheidung dokumentieren – unabhängig davon,
welches gesetzliche Modell künftig gilt“, erklärt Prof. Dr. Heiner
Wedemeyer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.
Die Deutsche Leberstiftung bietet unter anderem eine Broschüre zum Thema
„Leber und Transplantation“ für Betroffene und ihre Angehörigen an.
Bestellmöglichkeiten und Download auf der Serviceseite unter https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.
