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Abschluss des deutsch-dänischen Forschungsprojekts HospiBot: Modulare Servicerobotik kann Klinikpersonal entlasten

Die vier Roboter  Quelle: Starbord Visuals
Die vier Roboter Quelle: Starbord Visuals
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Roboter im Krankenhaus: Forschungsteam präsentiert Ergebnisse des Projekts
HospiBot. Nach drei Jahren Praxistest in vier Kliniken in Deutschland und
Dänemark ist ein modulares Robotersystem entstanden, das Pflegekräfte in
nicht-medizinischen Aufgaben entlastet. Der humanoide „HuGo“ begleitet
Besucherinnen, ein Transportroboter bewegt Güter autonom, und ein Tele-
Roboter überwacht nachts sicher und datenschutzkonform. Ein KI-gestützter
Sprachtrainer swoll internationales Personal im Sprachtraining
unterstützen. Außerdem Gleichzeitig entstand ein regulatorischer
Handlungspfad, der Krankenhäuser bei der rechtssicheren Einführung von
Robotik unterstützt.

Nach drei Jahren intensiver Forschung und Entwicklung sowie zahlreichen
Praxistests ziehen die Beteiligten des Projekts HospiBot eine positive
Bilanz. Entstanden sind unter anderem ein modulares Robotersystem für den
Einsatz im Krankenhaus und praxisnahe Richtlinien.

Der demografische Wandel und der wachsende Fachkräftemangel stellen
Gesundheitssysteme vor immense Herausforderungen. Wie moderne Robotik
Pflegekräfte spürbar in nicht-medizinischen Aufgaben entlasten kann, haben
die Beteiligten des Forschungsprojekts HospiBot in den vergangenen drei
Jahren erfolgreich erforscht und erprobt. Der enge Austausch von
Forschungsinstituten und Krankenhäusern war dabei ein wichtiger
Erfolgsfaktor. Unter Federführung des Sygehus Sønderjylland (SHS) wurden
die Prototypen in vier Partnerkliniken in Deutschland und Dänemark im
realen Alltagseinsatz auf Herz und Nieren geprüft und kontinuierlich
optimiert.

Modulare Robotik für reale Anforderungen im Klinikalltag

Herzstück des Projekts ist ein modulares Robotersystem, das Forschende der
Syddansk Universitet (SDU) und der Universität zu Lübeck entwickelt haben.
Es besteht aus einer mobilen, autonom agierenden Basisplattform, deren
drei Aufsatzmodule unterschiedliche Einsatzszenarien eröffnen: Der
humanoide Roboter „HuGo“ kann Besucher*innen im Krankenhaus empfangen,
einfache Fragen beantworten, den Weg weisen und Besucher*innen direkt an
ihr Ziel begleiten. Bei seiner Entwicklung legte das Team besonderen Wert
auf eine möglichst angenehme Mensch-Roboter-Interaktion. Getestet haben
sie HuGo u. a. seit Mitte 2024 in der Kinderklinik in Odense. Die
Reaktionen von Patient*innen, Besucher*innen und Pflegepersonal flossen in
die weitere Entwicklung von HuGo ein, erklärt Projektleiter Oskar Palinko
(SDU): „HuGo hat sich als kreativer Interaktionspartner für Kinder
erwiesen. Er benötigt nur einige Stichworte von den Kindern und
entwickelte mit ihnen gemeinsam personalisierte Geschichten. Auch bei
Erwachsenen ist seine ausdrucksstarke Mimik und Gestik sehr gut
angekommen.“ Das Projektteam in Odense hat auch eine autonome Transportbox
entwickelt. Der autorisierte Zugriff ermöglicht dem Krankenhauspersonal
den sicheren On-Demand-Transport von kleineren Gütern und erspart weite
Wege.

Der Sicherheits- und Telepräsenzroboter „Tele“ muss ganz andere
Anforderungen erfüllen. Auf nächtlichen Patrouillen im Krankenhaus erkennt
er hilfsbedürftige Personen und ermöglicht es ihnen, bei Bedarf
Pflegepersonal per Video anzurufen. Die dabei eingesetzte Wärmebild- und
Radarsensorik garantieren einen datenschutzkonformen Einsatz und
funktionieren auch in absoluter Dunkelheit. Robert Wendlandt und sein Team
vom Biomechaniklabor am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)
Lübeck haben Tele entwickelt und im Sygehus Sønderjylland getestet. „Bei
der Testung haben wir untersucht, wie sicher und ab welcher Entfernung
Tele Menschen in einer komplexen Umgebung erkennen kann. Mich hat der
neugierige Umgang der Besucher*innen und des Personals mit dem Roboter
positiv überrascht. Anstatt nur vorbeizugehen, haben die Menschen aktiv
versucht, mit dem Roboter zu interagieren und herauszufinden, wie er auf
Bewegung, Mimik und Gestik reagiert.“

Sprachtraining für ausländische Pflegekräfte

Prof. Franziska Uhing von der HAW Kiel entwickelte mit dem sozialen
Forschungsroboter „Furhat“ innovative Interaktionskonzepte. Im Rahmen
einer Bedarfsanalyse am UKSH entstand das Konzept eines KI-gestützten
robotischen Sprachtrainers. „Wir möchten Furhat für die Sprachförderung
von internationalem Klinikpersonal einsetzen. Er schlüpft in die Rolle von
Patient*innen mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Pflegekräfte
können mit seiner Hilfe Anamnesegespräche auf unterschiedlichem
Sprachniveau führen“, erklärt Uhing. Erste Praxistests seien so
vielversprechend verlaufen, dass Hochschule und Universitätsklinik die
Idee weiterverfolgen wollen.

Rechtliche Rahmenbedingungen als größte Hürde

Die Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte Medizintechnik IMTE, hat
sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen befasst. Neben europäischen
Vorgaben zur Produkt- und Maschinensicherheit, Datenschutz und
Cybersicherheit, technischen Normen sowie nationale
Arbeitsschutzbestimmungen müssen krankenhausinterne Anforderungen an
Hygiene, Brandschutz, Risikomanagement und Infrastruktur berücksichtigt
werden. Besonders anspruchsvoll sei zudem die Abgrenzung, ob ein Roboter
lediglich Serviceaufgaben übernimmt oder aufgrund seines medizinischen
Verwendungszwecks unter die Medizinprodukteverordnung fäll, erläutert Dr.
Lina Behrends: „Die Herausforderung besteht nicht darin, eine einzelne
Vorschrift einzuhalten, sondern alle Anforderungen frühzeitig
zusammenzuführen und für den konkreten Anwendungsfall in eine
nachvollziehbare regulatorische Strategie zu übersetzen.“ Und Prof. Dr.
Arndt-Peter Schulz ergänzt: „Entscheidend ist, dass Patientensicherheit,
Hygiene, Datenschutz und die betrieblichen Abläufe gemeinsam betrachtet
und die zuständigen Fachbereiche von Beginn an eingebunden werden.“ Im
Rahmen des Projekts hat das Fraunhofer IMTE einen praxisorientierten
regulatorischen Handlungspfad entwickelt. Er bietet Krankenhäusern in
Deutschland und Dänemark eine strukturierte Orientierung, um Anforderungen
systematisch zu prüfen, Verantwortlichkeiten früh zu klären und die
Einführung von Servicerobotern rechtssicher vorzubereiten.

Hintergrund

Am 30. August 2026 endete das mit rund 1,68 Millionen Euro von der EU-
Initiative Interreg Deutschland-Danmark geförderte Projekt offiziell. Die
im Rahmen des Projekts entstandenen Roboter befinden sich an den
Hochschulen, an denen sie entwickelt wurden.

Projektpartner: Syddansk Universitet (SDU), Universität zu Lübeck (UzL),
HAW Kiel (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel), Fraunhofer IMTE,
Sygehus Sønderjylland (SHS), AllGoodSpeakers, Sjællands
Universitetshospital (SUH), Odense Universitetshospital (OUH), Centre for
Clinical Robotics (CCR), Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH)