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Luzerner Theater, Die Zauberflöte von W. A. Mozart, besucht von Marinella Polli

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn
Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn
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Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Musikalische Leitung –Paul-Boris Kertsman
Regie –Christine Cyris Bühne –Menas Köferli ,Henning Wagenbreth
Kostüme –Anna Kusmenko
Licht –Ulrich Eh Dramaturgie –Pia-Rabea Vornholt
Chor –Manuel Bethe
Einstudierung Boys Choir Lucerne –Regula Schneider,Andreas Wiedmer
Einstudierung Luzerner Kantorei –Eberhard Rex
 Besetzung:
Sarastro –Rueben Mbonambi
Tamino –Luca Bernard
Pamina –Elvira Margarian
Königin der Nacht –Tania Lorenzo Castro
Erste Dame –Eyrún Unnarsdóttir
Zweite Dame –Solenn‘ Lavanant Linke
Dritte Dame –Almerija Delic
Papageno –Äneas Humm
Papagena –Esther Aline Schneider
Monostatos –Robert Maszl
Sprecher –Michael Temporal Darell
Erster Priester, Erster Geharnischter –Piero Regis
Zweiter Priester, Zweiter Geharnischter –Christian Tschelebiew  Flurin Caduff
Drei Knaben (Boys Choir Lucerne & Luzerner Kantorei) –
Maurus Conzett Thies Ganz Louis Grichting Benjamin Lagler Tobias Müller
Florian Portmann Moritz Theler Matia Wallimann
Opernchor Luzerner Theater Luzerner Sinfonieorchester

Die 1791 am Theater im Freihaus an der Wieden in Wien als letzte von Mozarts Opern uraufgeführte ‚Die Zauberflöte’ ist noch bis zum fünften Mai am Luzerner Theater zu geniessen. Jonathan Bloxham und  Paul-Boris Kertsman wechseln sich in der Leitung des Luzerner Sinfonieorchesters ab, Christine Cyris führt Regie.

Musikalisch ein Meisterwerk

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn
Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Dank eines unvergleichbaren Melodienreichtums kann man in der ‘Zauberflöte’ ein breites Spektrum von Gefühlen und Stimmungen erleben: Liebe und Hass, Angst und Selbstsicherheit, Chaos und Ruhe, Stärke und Schwäche, Verzweiflung und Freude. Und letzte Woche dirigierte Paul-Boris Kertsman ein präzises, jedoch involviertes Luzerner Sinfonieorchester so akkurat, dass das Publikum diese reiche Palette von Empfindungen erfahren konnte; es war eigentlich alles so perfekt, dass man sich auch nur auf die Musik hätte konzentrieren können. 

Eine ausgezeichnete Besetzung

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn
Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Die Stars waren aber in dieser Luzerner neuen Produktion die SängerInnen. Unter den besten dieser Superbesetzung erwähnen wir sicher Rueben Mbonambi als Sarastro: ein junger südafrikanischer Künstler mit einer grossartigen Bass-Stimme und einer sehr wirksamen schauspielerischen Präsenz. Sehr gut war auch Tania Lorenzo Castro als sternflammende Königin der Nacht; sie berauschte das Publikum sowohl mit den zwei sehr populären koloraturreichen Paradearien – besonders mit ‘Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen’ im 2. Akt –  als auch mit einer schauspielerisch grossartigen Interpretation. Seis stimmlich, sei es szenisch sehr überzeugend war ebenfalls Luca Bernard in der nicht einfachen Rolle des mutigen und verliebten Prinzen Tamino. Ihm ebenbürtig war Elvira Margarian in der Partie der Pamina. Die junge armenische Sopranistin begeisterte alle mit ihrer facettenreichen Interpretation; besonders war sie imstande, ihre wunderschöne Stimme vom Lyrischen ins Dramatische absolut perfekt zu wechseln. Auch Äneas Humm als der Vogelfänger Papageno beeindruckte nicht nur schauspielerisch mit viel Witz und grosser Verve, sondern auch stimmlich mit einem sehr attraktiven Bariton. Esther Aline Schneider war sein Weibchen Papagena, eine kleine aber nicht unwichtige Rolle, diese, die von der französisch-amerikanischen Sängerin mit Amüsement einerseits und Präzision anderseits interpretiert wurde. Ebenfalls gut Robert Maszl als Monostatos, sowie Eyrun Unnarsdottir, Solenn Lavanant Linke und Marcela Rahal als die drei Damen der Königin der Nacht, sehr gut Maurus Conzett, Thies Ganz und Louis Grichting (Boys Choir Lucerne & Luzerner Kantorei) als die drei Knaben und, last but not least, der von Manuel Bethe vorzüglich vorbereitete Opernchor Luzerner Theater.

Eine von Comics inspirierte Inszenierung

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn
Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

In seinem Singspiel erzählt uns Mozart ein Märchen voller Symbole. Nicht nur, in der ‚Zauberflöte‘ geht es auch um die verschiedenen, harten Prüfungen, die junge Menschen auf ihrem Weg zur Lebensweisheit absolvieren müssen. Die deutsche Regisseurin Christine Cyris versucht aber wenig das symbolhafte zu analysieren, eine tiefere Betrachtung oder neue Perspektiven darzubieten, und ihre Inszenierung würde man eher unterhaltsam als gedankenreich definieren. Man lacht viel und überlegt wenig, sodass sogar die Bedeutung des dank einer perfekten Theatermaschinerie produzierten Zaubers etwas verloren geht. Das von Comics inspirierte Bühnenbild des Zeichners und Illustrators Henning Wagenbreth, das Light Design von Ulrich Eh, sowie die Kostüme von Anna Kusmenko passen perfekt zum Regiekonzept, ohne jedoch das Publikum wirklich zu begeistern.

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn
Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Am Ende der Aufführung wurden vor allem die SängerInnnen gefeiert, mehr als die anderen Rueben Mbonanbi als Sarastro und Tania Lorenzo Castro als Königin der Nacht.

Text: https://marinellapolli.ch/

Fotos: Ingo Hoehn https://www.luzernertheater.ch

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Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

Die Zauberflöte Szenenfoto von Ingo Hoehn

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