Zum Hauptinhalt springen

G. Donizettis „L’elisir d’amore“ am Luzerner Theater, besucht von Marinella Polli

Pin It

L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn

L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn

Produktionsteam:
Musikalische Leitung  Jonathan Bloxham Regie Lucía Astigarraga
Bühne Aída-Leonor Guardia Kostüme Ibai Labega
Licht André Stocker Video Rebecca Stofer
Dramaturgie Pia-Rabea Vornholt Chor Manuel Bethe
Besetzung:
Adina Tania Lorenzo Castro Nemorino Hwapyeong Gwon
Belcore Artur Garbas Oleh Lebedyev Dulcamara Rueben Mbonambi
Gianetta Elvira Margarian Opernchor Luzerner Theater
Statisterie Luzerner Theater Luzerner Sinfonieorchester

L’Elisir d’Amore’, eine der bekanntesten Opern von Gaetano Donizetti, ist bis zum 21.6 (aber es sind Wiederaufnahmen auch in der nächsten Saison von 6.9 bis zum 23.12 vorgesehen) am Luzerner Theater in italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung zu geniessen. Maestro Jonathan Bloxham ist am Pult des Luzerner Sinfonieorchesters, die baskische Regisseurin und Schauspielerin Lucía Astigarraga inszeniert.

Unvergesslichen Melodien für eine Liebesgeschichte

L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn
L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn

Besonders dank ihrer zahlreichen unvergesslichen Melodien zählt diese Donizettis 1832 uraufgeführte Belcanto-Oper zu den weltweit populärsten. Eine einfache Liebesgeschichte, mit welcher aber auch der Komponist aus Bergamo den Mythos der bedingungslosen Liebe, wenn auch auf eine komödiantische, spielerische Art, andeutet; den selben Mythos, den Richard Wagner, natürlich mit einer ganz anderen musikalischen Grammatik, in ‘Tristan und Isolde’ später unsterblich machen wird (Liebestrank vs. Liebes/Todestrank). Donizetti geht es in dieser ‚melodramma giocoso‘ besonders um Emotion und Psychologie: um die emotionale Bedeutung der Situationen, und um die psychologische Entwicklung der Protagonisten. Das Luzerner Sinfonieorchester unter einem mit grossem Elan dirigierenden Jonathan Bloxham, geht auch seinerseits recht energisch durch die Partitur. Nur ab und zu vielleicht zu energisch und ohne grosse Bedenken vor gewissen unnötigen Explosionen. Maestro und Orchester passen jedoch immer auf, dass die Singstimmen und der Chor nicht überdeckt werden.

Die Leistung der SängerInnen

L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn
L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn

Hwapyeong Gwon gestaltet am Anfang mit etwas Unsicherheit den zuerst total verliebten und Adina vergebens anbetenden, den dann verzweifelten und enttäuschten und den am Ende überglücklichen Nemorino. Seine Stimme steigert sich nach der Pause und passt sich mühelos allen Empfindungen seiner Rolle an, und das Luzerner Publikum honoriert mit sehr starkem Applaus den südkoreanischen Tenor nach seiner Interpretation der berühmten Arie ‘Una furtiva lagrima’. Richtigerweise. Der südafrikanische Bass-Bariton Ruebén Mbomambi als Quacksalber-Wunderheiler Dulcamara beeindruckt seinerseits mit einer tiefen, vollen Stimme und mit für die Rolle perfekten schauspielerischen Fähigkeiten. Ebenbürtig ist ihm Artur Garbas als Belcore; der deutsche Bariton beherrscht alle Register und gibt seiner Partie das richtige Profil. Der absolute Star des Abends ist aber Tania Lorenzo Castro als Adina (Rollendebut). Sie ist Adina schlechthin, man darf es wohl sagen, und dies nicht zuletzt auch dank ihrer hübschen, grazilen, eleganten Erscheinung. Besonders aber, dank ihrer Stimme; auch in den hohen Lagen ist ihr lyrischer Sopran rund und expressiv; ja, die in Luzern hochgeschätzte Sängerin aus Las Palmas de Gran Canaria ist eine absolute Meisterin jener für Donizetti so typischen Belcanto-Technik. Auch Elvira Margarian gelingt es mühelos, der Rolle der Giannetta das entsprechende Profil zu geben. Sehr gut auch der von Manuel Bethe perfekt einstudierte Opernchor Luzerner Theater.

Eine sicher lustige Inszenierung

L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn
L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn

Lucía Astigarraga konzentriert sich hauptsächlich auf die lustigen Aspekte der Handlung, sowie auf die Mimik und Körpersprache der Charaktere. In diesem Sinne sind ihr das von Aida-Leonor Guardia konzipierte Bühnenbild, das manchmal plakative Light Design von André Stocker, das Video von Rebecca Stofer und die Kostüme von Ibai Labega die besten Mittel zum Zweck.

Am Ende der Aufführung am 10. Mai bedankte sich das zahlreiche Publikum bei allen SängerInnen, beim Orchester und beim Maestro mit stehenden Ovationen.

Text: https://marinellapolli.ch/

Fotos: Ingo Hoehn https://www.luzernertheater.ch

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch   www.maxthuerig.ch www.leonardwuest.ch

L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn

L’elisir d’amore Szenenfoto von Ingo Hoehn