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Gesundheit

Händehygiene schützt – auch am Arbeitsplatz - BZgA informiert zum Welthändehygienetag am 05. Mai

Zum Welthändehygienetag am 05. Mai 2022 weist die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die Bedeutung guter Hygiene am
Arbeitsplatz hin. Aktuell kehren viele Menschen nach längerer Zeit im
Homeoffice wieder zurück an ihre Arbeitsstätte. Zum Schutz vor
Krankheitserregern ist es wichtig, auch im Arbeitsumfeld gründliche
Händehygiene zu beachten.

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA, erklärt:
„Auch wenn die Übertragung des Corona-Virus hauptsächlich durch Aerosole
in der Luft und über die Atemwege erfolgt, hat die Zeit der
COVID-19-Pandemie uns auch dafür sensibilisiert, wie wichtig generell
Hygienemaßnahmen für den Schutz der Gesundheit sind. Viele
Infektionskrankheiten verbreiten sich schnell, wenn sich Menschen im
Alltag begegnen. Wer sich regelmäßig und gründlich die Hände wäscht,
entfernt wirksam Krankheitserreger von den Händen. Sorgfältige
Händehygiene kann die Verbreitung von Krankheitserregern über sogenannte
Schmierinfektionen verhindern und trägt damit zum Schutz für sich und
andere bei.“

Bei einer Schmierinfektion werden Erreger über eine Kette von Berührungen
weiter gereicht: Wenn beispielsweise eine erkrankte Person in die Hand
niest und anschließend die Bürotür anfasst, gelangen dabei einige
Krankheitserreger von der Hand an die Türklinke. Wer als nächstes das Büro
betritt, nimmt die Krankheitserreger mit den Händen auf. Fasst die Person
sich anschließend ins Gesicht, können die Krankheitserreger an die
Schleimhäute von Mund oder Nase gelangen. Um die Weitergabe von
Krankheitserregern auf diesem Weg zu verhindern, sollten unbedingt die
Regeln zur Händehygiene beachtet werden. Dazu gehören das Husten und
Niesen in die Ellenbeuge ebenso wie aktuell auch der Verzicht auf das
Händeschütteln. Besonders wichtig ist das Händewaschen, mit ausreichend
Seife und mindestens 20 Sekunden lang, mehrfach täglich.

Die BZgA rät zum Händewaschen in folgenden Situationen:

nach der Ankunft zu Hause oder im Büro
bei der Zubereitung von Speisen
vor und nach dem Essen
nach dem Toilettenbesuch
nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen
nach dem Kontakt mit Tieren

Mit kostenlos bestellbaren Informationsmaterialien und Spiegelaufklebern
unterstützt die BZgA bei der Händehygiene. Die BZgA-Infografiken und
Piktogramme eignen sich für Aushänge am Arbeitsplatz.

Weiterführende Informationen der BZgA

Infektionsschutz und Händehygiene unter:
https://www.infektionsschutz.de
https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen

Mediathek, Print- und Onlinematerialien zum Thema Händehygiene unter:
https://www.infektionsschutz.de/mediathek

Bestellung der kostenlosen BZgA-Materialien unter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bzga.de/
Fax: 0221/8992257
E-Mail: bestellung(at)bzga.de

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Herzinfarkte in Bayern: Herzstiftung unterstützt Aufklärungskampagne – mit digitaler HerzFit-App

Herzstiftung unterstützt Kampagne „Hand aufs Herz – Aktiv gegen
Herzinfarkt“ bei Aufklärung über Herzinfarkt und Risikovorsorge. Neue
HerzFit-App setzt auf Patienten-Mitwirkung in digitaler Herz-Kreislauf-
Prävention

Der Herzinfarkt zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland mit
über 44.000 Sterbefällen im Jahr 2020, davon in Bayern allein über 6.400
(Bayerischer Herzinfarkt-Bericht). Damit zählt der Herzinfarkt nicht nur
zu den häufigsten Todesursachen hierzulande, er führt bundesweit zu mehr
als 210.000 stationären Aufnahmen pro Jahr (Deutscher Herzbericht 2020)
und ist zugleich Ursache für schwerwiegende Folgeerkrankungen des Herzens
wie die chronische Herzinsuffizienz. „Jeder kann mit einem
gesundheitsförderlichen Lebensstil sein Risiko für einen Herzinfarkt und
weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Mein Ziel ist es, die Menschen
mit unserer Kampagne ‚Hand aufs Herz – Aktiv gegen Herzinfarkt‘ für das
Thema zu sensibilisieren und zur Vorsorge zu motivieren“, betont Bayerns
Gesundheitsminister Klaus Holetschek auf dem Fachtag zur Herzinfarkt-
Kampagne „Hand aufs Herz“ in München. Wer die vermeidbaren Herzinfarkt-
Risikofaktoren wie Rauchen, Fettleibigkeit, Bewegungsmangel, ungesunde
Ernährung und psychosozialen Stress kenne, so der Gesundheitsminister,
könne mit dem entsprechenden Wissen und mit Motivation den
Risikokrankheiten Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen
effektiv vorbeugen. „Wir unterstützen die Herzinfarkt-Kampagne mit einem
umfangreichen kostenfreien Angebot aus gemeinsam von unabhängigen
Herzspezialisten entwickelten Broschüren, einem Herzinfarkt-Risikorechner
und der neu entwickelten HerzFit-App zur digitalen Herz-Kreislauf-
Prävention“, betont der Kardiologe und stellvertretende
Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung Prof. Dr. med. Heribert
Schunkert. „Wer aktiv etwas für ein gesundes Herz tun und zu mehr
Kompetenz darin gelangen möchte, sollte unser Präventions-Angebot nutzen,
das die Herzinfarkt-Risikovorsorge gezielt auf die individuelle Situation
der Nutzerinnen und Nutzer ausrichtet!“, so der Appell des Ärztlichen
Direktors des Deutschen Herzzentrums München.
Die App bietet ein großes Spektrum an Informationen, zusammengestellt von
den Experten der Deutschen Herzstiftung, und motiviert Menschen jeden
Alters, doch insbesondere solche ab 45 Jahren, ihr kardiovaskuläres Risiko
zu senken. Während das Risiko für den Herzinfarkt meist bei Männern
gesehen wird, können auch Frauen mit Risikofaktoren betroffen sein – auch
auf deren Besonderheiten geht die HerzFit-App gezielt ein.

Informationen zur kostenfreien HerzFit-App für das Smartphone
(Funktionsweise, App-Stores) sind unter www.herzstiftung.de/herzfit-app
abrufbar. Broschüren zur Kampagne „Hand aufs Herz“ können unter
https://handaufsherz.bayern kostenfrei bestellt werden. Vorrangiges Ziel
der Herzstiftung als Kooperationspartner des Bayerischen
Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege im Rahmen der Kampagne ist,
die Sterblichkeit und Erkrankungshäufigkeit durch Herzinfarkt und
Schlaganfall sowie andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche
deutlich zu reduzieren – mit Hilfe gezielter Aufklärungsangebote und der
HerzFit-App zur Verbesserung der Herzgesundheit und Senkung des
Herzinfarkt-Risikos. „Wir wollen allen, die sich für ihre Gesundheit
interessieren, helfen, die Herzinfarkt-Symptome und Risikokrankheiten von
Herzinfarkt und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu kennen,
damit sie gezielter der Gefahr durch diese Herz- und Gefäßleiden
gegensteuern können“, so Schunkert.

Herzinfarkte haben eine „Vorgeschichte“ durch Risikokrankheiten
Ein Herzinfarkt ereignet sich für die Betroffenen meist völlig unerwartet
- quasi wie aus heiterem Himmel. Dem Infarkt geht aber in der Regel ein
über Jahre dauernder Verengungsprozess der Herzkranzgefäße durch
arteriosklerotische Plaques („Gefäßverkalkung“) voraus. „An der Entstehung
dieser koronaren Herzkrankheit, kurz KHK, sind neben nicht-beeinflussbaren
Faktoren wie Alter und Genetik auch vermeidbare Risikofaktoren beteiligt,
denen wir effektiv durch gezielte Prävention gegensteuern können“, erklärt
Schunkert. Millionen Betroffene in Deutschland wie in Bayern haben
Bluthochduck, Diabetes mellitus und zu hohe Cholesterinspiegel im Blut,
die wiederum durch einen ungesunden Lebensstil verursacht oder gefördert
werden: Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und
psychosozialer Stress. Diese schleichenden Risikokrankheiten insbesondere
für Herzinfarkt/KHK, Herzschwäche und Schlaganfall fallen oftmals erst
dann auf, wenn es zu spät ist und sie Organschäden verursacht haben
(Bluthochdruck) oder durch Schädigung der Gefäßinnenhaut der
Herzkranzgefäße zum Herzinfarkt führen (Diabetes). Besonders gefährlich
wird es, wenn Bluthochdruck, hohes Cholesterin und Diabetes mit
Übergewicht im Quartett als „metabolisches Syndrom“ auftreten. „Deshalb
muss jeder diese Krankheiten und ihre Ursachen kennen und lernen, wie man
selbst erfolgreich mit Lebensstiländerungen an der Vorbeugung dieser
,stillen Killer‘ mitwirken kann – ob als Gesunder oder bereits
Erkrankter“, unterstreicht Prof. Schunkert. Die Informationen hierzu hält
die App HerzFit bereit.

HerzFit-App: Digitaler Helfer für die Herzgesundheit
Eine Hilfe für alle, die herzgesund leben und einem Herzinfarkt oder
Schlaganfall vorbeugen möchten, ist die neue HerzFit-App, die von der
Deutschen Herzstiftung gemeinsam mit dem Projekt DigiMed Bayern und dem
vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten
Deutschen Herzzentrum München sowie weiteren Partnern* entwickelt wurde
(Infos: www.herzstiftung.de/herzfit-app). „Unser Ziel mit der HerzFit-App
ist es, kardiovaskuläre Prävention in den Alltag ihrer Nutzerinnen und
Nutzer zu bringen und jeden Einzelnen aktiv zur Verbesserung der
Herzgesundheit anzuregen. Die HerzFit-App motiviert zu einem gesunden
Lebensstil durch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Vermeidung
von psychosozialem Stress“, erklärt Schunkert. Dazu kombiniert die App das
Messen von persönlichen Gesundheitsdaten, darunter die Erfassung des
Herzalters, die Optimierung des Lebensstils und das Sich-informieren über
Gesundheitsthemen zu einem individuellen digitalen Gesundheitsprogramm zum
Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, so der Kardiologe. Der
Herzinfarkt-Risikotest der Herzstiftung ist rundum modernisiert in die
HerzFit-App integriert. Mit dem Test können unentdeckte Risikofaktoren
erfasst und in den Fokus des nächsten Check-ups beim Hausarzt rücken.

Digitale Prävention im Sinne der 4P-Medizin
Bei der Erstellung der HerzFit-App haben sich Schunkert, der Initiator der
HerzFit-App und sein Entwickler-Team vom Projekt DigiMed Bayern an dem
Prinzip der 4P-Medizin aus der Onkologie orientiert, d. h. nach den
Leitmerkmalen einer präventiven, personalisierten, präzisen und
partizipativen Therapie. „Mit der App sind wir ganz auf dieser Linie, weil
sie jeden Einzelnen an diesem Projekt der besseren Gesundheit einbezieht
und wir mit Hilfe der App die Motivation noch mehr an die Menschen
herantragen“, so der Herzstiftungs-Vize-Vorsitzende.

*HerzFit – Die App der Deutschen Herzstiftung wurde entwickelt mit
Unterstützung der Partner Techniker Krankenkasse, Deutsche Hochdruckliga
sowie Deutsches Herzzentrum München, Technische Universität München und
DigiMed Bayern

Infos zur HerzFit-App
Die HerzFit-App ist kostenfrei im Apple Store (für iPhone) oder im Google
Play Store (Android) für das Smartphone verfügbar. Informationen zur
HerzFit-App und ihrer Funktionsweise sind unter www.herzstiftung.de
/herzfit-app abrufbar.

Infomaterial zur Herzinfarkt-Kampagne (kostenfrei)
Betroffene und Interessierte erhalten kostenfreie Informationen über
Diagnose, Therapie und Vorbeugung von Herzinfarkt und andere Herz-
Kreislauf-Erkrankungen über die Kampagnen-Seite
https://handaufsherz.bayern

Informieren Sie sich über die HerzFit-App über den Herzstiftungs-Podcast
www.herzstiftung.de/podcast-herzfitapp und über den Video-Clip unter
https://youtu.be/fcs2SCPZfTs

Weitere Ratgeber für Betroffene zu Bluthochdruck, Diabetes,
Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin) bietet die Herzstiftung
kostenfrei unter www.herzstiftung.de/bestellung

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HerzFit-App bestimmt Herzalter und hilft Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen

Herzstiftung bietet neuen digitalen Helfer für die Herzgesundheit

Blutdruck, Herzfrequenz, LDL-Cholesterin, Langzeitblutzucker und Gewicht
sind wichtige Gesundheitswerte, die frühzeitig Hinweise auf Herz-
Kreislauf-Erkrankungen und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und
Schlaganfall geben können. „Umso bedeutender ist es deshalb, diese Werte
zu kennen, zu dokumentieren und ihren Verlauf zu kontrollieren“, betont
Kardiologe Prof. Dr. med. Heribert Schunkert, stellvertretender
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. In der neuen HerzFit-
App, die von der Herzstiftung gemeinsam mit dem Projekt DigiMed Bayern vom
Deutschen Herzzentrum München sowie weiteren Partnern* entwickelt wurde,
können diese Gesundheitswerte ganz einfach eingetragen und zum Teil aus
anderen Apps synchronisiert werden (Infos: www.herzstiftung.de/herzfit-
app). Wichtig ist zudem die richtige Einordnung der Werte. Hierzu geben
die unabhängigen Experten der Herzstiftung Rat.  Ein erhöhtes Risiko kann
so frühzeitig erkannt und ein schnelles Gegensteuern möglich gemacht
werden. „Ziel der HerzFit-App ist es, die Nutzerinnen und Nutzer bei der
Vorbeugung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu unterstützen und zu
motivieren, gesund, aktiv und informiert zu bleiben“, so Schunkert,
Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums München und maßgeblich an
der Entwicklung der App beteiligt. Im Zentrum stehen Tipps für einen
gesunden Lebensstil, eine gesunde Ernährung sowie Informationen zur
modernen Herzmedizin.

HerzFit-App bestimmt Herzalter
In der App ist ein von Herzspezialisten entwickelter Risikorechner
integriert, mit dem das Herzalter bestimmt werden kann. Das Herzalter und
das damit verbundene persönliche Risikoprofil für Herz-Kreislauf-
Krankheiten wird anhand von wenigen zu beantwortenden Fragen errechnet.
„Ein schlechtes Ergebnis bedeutet nicht, dass man dem Herzinfarkt oder
Schlaganfall hilflos ausgeliefert ist, sondern es sollte als Aufforderung
betrachtet werden, etwas für die Gesundheit zu tun“, so Schunkert. „Die
HerzFit-App gibt hierzu konkrete Handlungsanweisungen, wie das Risiko
gesenkt und einer Herzerkrankung möglichst frühzeitig entgegengesteuert
werden kann.“

Messen, Verbessern, Lernen
Die App gliedert sich in die Bereiche „Messen“, „Verbessern“, „Lernen“. Im
Bereich „Messen“ werden Blutdruckwerte, Herzfrequenz und die körperliche
Aktivität erfasst. Im Bereich „Verbessern“ steht der Lebensstil mit den
Faktoren Ernährung, Stress und Bewegung im Vordergrund.  Informationen,
Anregungen und konkrete Aufgaben, wie mehr Bewegung, eine herzgesunde
Ernährung in den Alltag integriert werden können, sowie Strategien zur
Bewältigung von Stress und zum Rauchstopp sind unter „Verbessern“
aufgeführt. Um die Motivation für einen gesunden Lebensstil zu erhöhen,
können in der App Ziele definiert und mithilfe praktischer Tipps einfach
umgesetzt werden. „Die App motiviert so zu einem gesunden Lebensstil durch
regelmäßige Bewegung, herzgesunde Ernährung und Vermeiden von
psychosozialem Stress“, erklärt der Herzstiftungs-Vize-Vorsitzende
Schunkert. Im Bereich „Lernen“ bietet die HerzFit-App darüber hinaus
ausführliche Informationen mit Videos und Podcasts rund um die
Herzgesundheit, die von unabhängigen Herzspezialisten geprüft und
fortwährend aktualisiert werden.

Sorgfältiger Schutz personenbezogener Daten
Auch dem wichtigen Thema Datenschutz wird in der HerzFit-App Rechnung
getragen. So müssen sich Nutzerinnen und Nutzer zwar registrieren, um in
der App ein persönliches Profil erstellen zu können. Diese Daten sind
zudem Ausgangspunkt für weitere Funktionen, etwa der Ermittlung des
Herzalters. Doch alle Daten bleiben auf dem Handy der Anwender und können
jederzeit gelöscht und verändert werden ohne Einsicht Dritter.

*HerzFit – Die App der Deutschen Herzstiftung wurde entwickelt mit
Unterstützung der Partner Techniker Krankenkasse, Deutsche Hochdruckliga
sowie Deutsches Herzzentrum München, Technische Universität München und
DigiMed Bayern.

Infos zur HerzFit-App
Die HerzFit-App ist kostenfrei im Apple Store (für iPhone) oder im Google
Play Store (Android) für das Smartphone verfügbar. Informationen zur
HerzFit-App und ihrer Funktionsweise sind unter www.herzstiftung.de
/herzfit-app abrufbar.

Herzstiftungs-Podcast „imPULS – Wissen für Ihre Gesundheit“
HerzFit – Gesund bleiben mit dem Smartphone mit Professor Heribert
Schunkert
www.herzstiftung.de/podcast-herzfitapp

YouTube-Video: Die neue HerzFit-App der Deutschen Herzstiftung
www.youtube.com/DeutscheHerzstiftung
https://youtu.be/fcs2SCPZfTs

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Lungenmediziner Professor Torsten Bauer: „Wir brauchen ein Frühwarnsystem für Atemwegsinfekte“

Pandemiefolgen, erkrankte Kriegsflüchtlinge, Lungenkrebs-Screening:
Pneumologen und Beatmungsmediziner stehen in diesem Jahr vor großen
Herausforderungen. „Mit Unterstützung der Gesundheitspolitik müssen wir
jetzt wichtige Entscheidungen treffen, um die Versorgung und Vorsorge bei
Atemwegserkrankungen zu verbessern“, sagt Professor Torsten Bauer,
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin
(DGP). Im Interview spricht der Chefarzt einer Berliner Lungenklinik über
die Ziele in seiner Präsidentschaft, den notwendigen Ausbau der
Lungenersatz-Therapie und seinen Wunsch, endlich ein klinikübergreifendes
Überwachungssystem für neue Atemwegserkrankungen einzurichten.

Herr Professor Bauer, welchen Stellenwert hat die Pneumologie und
Beatmungsmedizin heute in der Gesundheitspolitik?

Das Wichtigste ist: Wir werden von den politischen Entscheidern gehört. Ob
bei Abwägungen im Management der Coronapandemie oder jetzt bei der
Strukturdebatte zur Versorgung von Kriegsflüchtlingen mit einer
Tuberkuloseerkrankung. Die Expertise der Deutschen Gesellschaft für
Pneumologie und Beatmungsmedizin mitsamt aller Gremien ist in wesentliche
Entscheidungen zur Vorsorge und Therapie von Lungenerkrankungen einbezogen
worden. Insbesondere Empfehlungen wie zur Tabakentwöhnung, zum Gebrauch
von Cannabisprodukten oder zu Therapieleitlinien, beispielsweise zu
COVID-19 und seinen Folgeerkrankungen, setzen hier wichtige Maßstäbe.

Ein wichtiger Schritt und neu zugleich ist das Lungenkrebs-Screening in
Deutschland. Welche Forderungen hat die DGP an die weitere Ausarbeitung?

Aktuell gibt es in Deutschland nur für wenige Krebsarten eine
systematische Früherkennung, wie zum Beispiel bei der Brustkrebs-
Früherkennung das Mammographie-Screening. Die Früherkennung von
Lungenkrebs ist ein Thema, das von der Politik viel zu lange vernachlässig
wurde. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit
und Verbraucherschutz muss nun die nötige Rechtsverordnung schaffen, der
Gemeinsame Bundesausschuss G-BA muss dann den Leistungsanspruch der
Patienten definieren. Umsetzen können wir das nur gemeinsam. Wir als DGP
begleiten den gesamten Prozess und wollen dafür sorgen, dass noch in
diesem Jahr erstmals ein Lungenkrebs-Screening in Deutschland möglich ist.

Wer ist von der neuen Lungenkrebs-Früherkennung betroffen und wie stehen
die Behandlungschancen?

Betroffen sind vor allem Raucherinnen und Raucher in einem Alter ab 50
Jahren, aber auch ehemalige Raucher, die lange Zeit zur Zigarette
gegriffen haben. Sie gehören für uns zur Hochrisikogruppe. Die
Überlebensrate von betroffenen Patienten ist aktuell sehr niedrig,
Lungentumore werden oft zu spät erkannt und sind zudem schwer zu
behandeln. Die Früherkennung eines Lungenkarzinoms durch die
Computertomographie senkt die Sterberate signifikant, erste Studien weisen
auf eine mögliche Reduzierung um 15 Prozent hin. Der Lungenkrebs gehört zu
den häufigsten und tödlichsten Tumorarten des Menschen, 80 Prozent der
Betroffenen versterben daran. Die Früherkennung ist das einzige Mittel, um
diese Sterberate zu senken.

Deutlich gesunken ist zuletzt auch die Zahl der beatmungspflichtigen
Coronapatienten. Was lehrt Sie die Pandemie?

Als Lungenarzt habe ich gelernt, dass die grundlegende Kenntnis und auch
das Verständnis von Atemwegsinfektionen in der medizinischen Welt
verbesserungsfähig sind und wir hier noch viel Arbeit vor uns haben. Dass
es über ein Jahr gedauert hat, in der Breite den Unterschied zwischen
einer Tröpfcheninfektion und einer Infektion über Aerosole zu erklären,
hat mich gelinde gesagt schwer verwundert. Schwere Atemwegsinfektionen und
auch Pandemien werden immer wieder vorkommen und darauf müssen wir uns in
der Medizin vorbereiten, um bei einer neuen Notlage schneller und
koordinierter reagieren zu können. Dafür brauchen wir ein Frühwarnsystem –
ähnlich wie in betroffenen Tsunami-Regionen, nur eben für Atemwegsinfekte.

Wie kann so ein Frühwarnsystem für Lungenkrankheiten aussehen?

Es gibt schon heute einzelne Kliniken oder Arztpraxen, die Infektionen der
Atemwege zentral melden und die Abstriche auf Atemwegsviren im RKI, dem
Robert-Koch-Institut, analysieren lassen. Das passiert seit vielen Jahren
sehr regelhaft und liefert uns wichtige Daten zur Ausbreitungskinetik der
Influenza und zu den zirkulierenden Viren – allerdings eben nur im
niedergelassenen Bereich. Die Krankenhäuser mit den schweren Fällen sind
noch außen vor. Hier sehe ich eine große Chance: Sollten wesentlich mehr
Krankenhäuser entsprechende Viren untersuchen und diese automatisiert
einer zentralen Stelle wie dem RKI zukommen lassen, dann wissen wir
deutlich früher als jetzt, wie gefährlich neue Virenvariationen sein
werden. Und über interaktive Grafiken – ähnlich der uns bekannten
Wetterkarten – könnten wir sehen, welche Viren genau wann in bestimmten
Landesregionen auf uns zukommen.

Warum gibt es so einen Viren-Warner bisher noch nicht?

Wie so oft wurde bislang nicht die Notwendigkeit gesehen – und damit auch
keine finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt. Mit den Erfahrungen aus
der Pandemie wissen wir aber, dass wir mit Hilfe einer Virenvarianten-
Früherkennung schneller auf neue Behandlungsumstände reagieren können. Das
rettet nicht nur Menschenleben sondern entschärft zugleich die
Überbelastung von Krankenhauskapazitäten.

Wo sehen Sie hier die Aufgabe der DGP?

Als Fachgesellschaft müssen wir diese Prozesse anschieben. Wenn wir nicht
mit Überzeugung dafür eintreten, dann ziehen ähnlich wie bei der
Lungenkrebs-Früherkennung Jahre ins Land, bis etwas passiert. Wir
Pneumologen müssen mit dafür Sorge tragen, dass die nun bekannten
Parameter zur Steuerung der Coronapandemie geordnet werden, um sie bei
einer möglichen neuen Patientenwelle im Herbst 2022 gezielt zu nutzen. Was
wir dafür auch benötigen, ist eine stabile und einheitliche Kennzahl, die
den Schweregrad von Erkrankungen ausdrückt. In Kombination mit der Viren-
Frühwarnung, die auch die Komplexität einer Virusvariante kennzeichnet,
können Lungenärzte besser arbeiten. Allein die Auslastung von Kliniken
aufzuführen, reicht nicht aus.

Gerade über die künstliche Beatmung wird sehr kontrovers diskutiert.
Manchen wird zu früh und zu lang beatmet, anderen zu wenig – wie soll es
weiter gehen?

Nun, die Dauer und Ausprägung einer künstlichen Beatmung liegt immer im
Ermessen des Behandlers, jeder Patient wird individuell betreut – ich
warne hier vor Verallgemeinerungen. In meinem Fokus steht in Zukunft die
Beatmungsstrategien zu ersetzen durch Oxygenierungsstrategien, denn darum
geht es im Wesentlichen. Denn klar ist: Bei der Behandlung der erkrankten
Lunge sollte auf das Organ so wenig zusätzlicher Druck wie möglich
aufgebaut werden. Wir kennen das von der Behandlung der Niere: wenn wir
sie entlasten wollen, nutzen wir die Nieren-Ersatztherapie. Genauso sollte
es bei der Lunge aussehen – mit der extrakorporalen Membranoxygenierung,
kurz ECMO-Therapie. Da übernimmt eine externe Maschine teilweise oder
vollständig die Atemfunktion für den Patienten. Möglich ist das heute nur
in hochspezialisierten Zentren. Ich wünsche mir eine Weiterentwicklung der
Lungenersatztherapie, so dass diese – bei der nächsten Pandemie – in viel
mehr Kliniken zum Einsatz kommen könnte. In diesem Forschungsbereich
sollten wir uns noch stärker engagieren.

Bei allen Zukunftsthemen lassen Sie uns noch einen kurzen Blick
zurückwerfen: Welche wichtigen Akzente konnte die DGP im vergangenen Jahr
setzen?

Wichtig war und ist natürlich die wissenschaftliche Begleitung der
Coronatherapie und deren Folgen. Hier konnten wir wichtige
Forschungsergebnisse erzielen, zuletzt mit einer Patientenleitlinie zu
Post- und Long-Covid. Zudem haben wir kontinuierlich die
Themenschwerpunkte rund um Rauchentwöhnung, Tabak- und Cannabis-Konsum und
E-Zigaretten-Gebrauch in Politik und Öffentlichkeit getragen. Außerdem
haben wir unsere Expertise bei Themen wie Luftschadstoffen oder der
Tuberkulosebekämpfung eingebracht. Auch unser digitaler Kongress war eine
enorme Bereicherung in schwierigen Zeiten. Hier konnten wir ebenfalls viel
dazu lernen – als Fachgesellschaft der Pneumologie und Beatmungsmedizin
sehe ich uns für die aktuellen Herausforderungen gut aufgestellt

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