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Gesundheit

Gesunde Ernährung schützt das Gehirn

Patienten mit einem hohen Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden und Schlaganfälle können sich womöglich durch gesunde Ernährung vor geistigem Abbau schützen. „Die Auswertung zweier großer Untersuchungen mit fast 30.000 Teilnehmern durch die kanadischen Kollegen zeigt, dass gesunde Essgewohnheiten das Risiko kognitiver Einschränkungen und demenzieller Erkrankungen im Alter tatsächlich verringern können“, kommentiert Professor Dr. Agnes Flöel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.


„Die Erkenntnisse sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu soliden wissenschaftlichen Empfehlungen, um das Demenzrisiko für Patienten wie auch Gesunde zu senken“, so die Leiterin der Arbeitsgruppe Kognitive Neurologie an der Klinik für Neurologie der Charité in Berlin. Welche Nährstoffe für den positiven Effekt verantwortlich sind und ob auch andere Faktoren wie eine verminderte Kalorienzufuhr positiv auf das Gehirn wirken, wird derzeit weltweit intensiv untersucht. Auch auf dem 88. Neurologenkongress, der mit rund 6000 Experten für Gehirn und Nerven vom 23. bis 26. September in Düsseldorf stattfindet, wird das Thema diskutiert.

Für die Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlicht wurde, hat ein Forscherteam um Andrew Smyth von der McMaster University im kanadischen Hamilton die Daten von zwei großen Untersuchungen zur Wirkung blutdrucksenkender Medikamente neu ausgewertet. Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer, die sich am gesündesten ernährten, hatten ein um 24 Prozent geringeres Risiko für geistigen Abbau im Vergleich zu denen, die sich besonders ungesund ernährten. Als „gesund“ galt dabei eine Diät mit viel Obst, Gemüse, Nüssen oder Eiweiß aus Soja sowie bei tierischen Nahrungsmitteln die Formel „mehr Fisch als Fleisch“ – im Gegensatz zum Konsum von zum Beispiel viel frittiertem Essen oder Alkohol.

„Die Ergebnisse legen nahe, dass gesunde Essgewohnheiten nicht nur das Herz-Kreislauf-Risiko sondern auch das Risiko für kognitive Störungen, insbesondere bezüglich Aufmerksamkeits- und Kontrollfunktionen, aber auch von Gedächtnisstörungen, senken könnten“, erläutert Flöel. Den deutlichen Unterschied von 24 Prozent zwischen dem besten und dem schlechtesten Fünftel der Teilnehmer hält sie in dieser großen, multinationalen Studie für bemerkenswert.

Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und kognitiven Leistungen

Die 27.860 Teilnehmer der Studie aus 40 Ländern waren mindestens 55 Jahre alt, sie litten an Herzerkrankungen oder hatten ein hohes Risiko für die Zuckerkrankheit. Gemessen wurde die geistige Leistung anhand des Mini-Mental-Status-Test (MMST), einem Standardtest zur Diagnose von Demenz und Alzheimer. Der MMST wird als Interview durchgeführt. Anhand von festen Aufgabenkomplexen werden zentrale kognitive Funktionen überprüft, wie zeitliche und räumliche Orientierung, Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Sprachverständnis, Lesen, Schreiben, Zeichnen und Rechnen. In der Studie wurde der Test zu Beginn der Untersuchung und nach fünf Jahren durchgeführt. In diesem Zeitraum beobachteten die Forscher etwa bei jedem sechsten Studienteilnehmer eine Verschlechterung der kognitiven Leistungen. Diese Informationen stellten Smyth und Kollegen dann den Ergebnissen aus einer Befragung zu den Essgewohnheiten der Studienteilnehmer gegenüber.

Auch Fasten und Bewegung helfen dem Gehirn

Flöel hält es allerdings auch für möglich, dass die errechnete Risikoreduktion nicht allein auf das gesunde Essen zurückgeht, sondern auch eine Folge der verminderten Kalorienzufuhr sein könnte. Die Forscherin selbst hat die positiven Auswirkungen solch einer „kalorischen Restriktion“ bereits vor einigen Jahren am Universitätsklinikum Münster nachgewiesen. Damals konnte Flöel zeigen, dass ältere Versuchspersonen im Anschluss an eine dreimonatige verringerte Kalorienzufuhr besser lernten: Die Lernleistung stieg um 20 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe. Dieser Effekt beruht möglicherweise auf einem verbesserten Glukose-Stoffwechsel und einer damit verbundenen, positiven Wirkung auf insulinabhängige Stoffwechselwege im Gehirn, vermutet Flöel.

In der aktuellen Studie hatten die Forscher zwar mit statistischen Methoden mögliche Auswirkungen des Rauchens, des Körpergewichts und von sportlichen Aktivitäten herausgerechnet. Der unterschiedliche Energiegehalt der Nahrung wurde aber nicht berücksichtigt. Statt dessen ging es darum, wie viele Portionen Obst, Gemüse, Nüsse, frittiertes Essen oder Alkohol täglich konsumiert wurden, und wie das Verhältnis von Fisch zu Fleischprodukten und Eiern war.

Weiter kann die Studie nicht beantworten, welche Inhaltsstoffe der „gesunden Lebensmittel“ letztlich für die positiven Effekte verantwortlich waren. Dies wird weltweit derzeit intensiv untersucht, auch von der Arbeitsgruppe von Professor Flöel. Mögliche Substanzen sind hier Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Nährstoffe, die eine Kalorienrestriktion imitieren, mit positiven Auswirkungen auf den Glukose-Stoffwechsel. Hierzu gehört zum Beispiel das in Weintrauben vorkommende Resveratrol oder die für Selbstreinigungsprozesse der Zelle wichtigen Polyamine, die unter anderem in Weizenkeimlingen oder Sojabohnen enthalten sind.

Dem geistigen Abbau aus eigener Kraft entgegenwirken

Trotz dieser Einschränkungen sei die Arbeit der Kollegen ein weiterer Schritt nach vorne, lobt Flöel. Die Forschung sucht schon lange nach einem wirksamen Schutz gegen Demenz. Neben gesunder Ernährung wird körperlicher Aktivität eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Der Schlüssel liegt daher in jedem Einzelnen: „Auch wenn viele Details noch nicht geklärt sind, so scheint doch sicher, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, dem geistigen Abbau aus eigener Kraft entgegen zu wirken. Eine gesunde und maßvolle Ernährung und regelmäßige Bewegung gehören zu den präventiven und wirkungsvollen Maßnahmen, die jeder heute schon umsetzen kann“, so Flöel. Und zwar nicht erst, wenn die sich die Erkrankungen schon zeigen, wie bei den Patienten der kanadischen Studie.

Quellen

Smyth A, et al: Healthy eating and reduced risk of cognitive decline: A cohort from 40 countries. Neurology. 2015 Jun 2;84(22):2258-65

Witte AV, et al: Caloric restriction improves memory in elderly humans. Proc Natl Acad Sci U S A. 2009 Jan 27;106(4):1255-60

Witte AV, Kerti L, Margulies DS, Flöel A. Effects of resveratrol on memory performance, hippocampal functional connectivity, and glucose metabolism in healthy older adults. J Neurosci. 2014;34(23):7862-70.

Witte AV, Kerti L, Hermannstädter HM, Fiebach JB, Schreiber SJ, Schuchardt JP, Hahn A, Flöel A. Long-chain omega-3 fatty acids improve brain function and structure in older adults. Cereb Cortex. 2014;24(11):3059-68. Deutsche Gesellschaft für Neurologie,

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Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt sind Thema der Herzwochen 2015

Bundesweite Aufklärungskampagne der Herzstiftung startet im November: Vier Wochen lang über 1.200 Herz-Seminare, Vorträge, Telefon- und Onlineaktionen zur häufigsten Herzerkrankung


Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die Vorläuferkrankheit des Herzinfarkts und die häufigste Herzerkrankung mit Millionen Betroffenen in Deutschland. Jährlich sterben über 128.000 Menschen an der KHK, darunter mehr als 55.000 am Herzinfarkt. Viele der lebensbedrohlichen Verläufe der KHK ließen sich durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung vermeiden. Deshalb hat die Deutsche Herzstiftung die KHK zum Thema der Herzwochen 2015 gewählt, die unter dem Motto „Herz in Gefahr: Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“ stehen und bundesweit vom 1. bis 30. November 2015 stattfinden werden. Tipp: Wer nichts zu den Herzwochen verpassen will, kann unter www.herzstiftung.de/newsletter den kostenfreien regelmäßigen Herzstiftungs-Newsletter abonnieren, der neben Tipps zu Herzerkrankungen wichtige Infos zu den Herzwochen enthält. Für Redaktionen, die langfristiger planen müssen: Ab Mitte Oktober sind Veranstaltungstermine telefonisch unter 069 955128-333 zu erfragen oder unter www.herzstiftung.de/herzwochen.html abrufbar. Insgesamt finden über 1.200 Veranstaltungen in den Herzwochen statt.

Die Gefahr für das Herz erkennen, bevor es zu spät ist
Die KHK entsteht dadurch, dass sich Herzkranzgefäße durch Schädigungen an der Gefäßinnenhaut (Arteriosklerose), z. B. durch Rauchen und Bluthochdruck, in einem langen schleichenden Prozess immer mehr verengen, so dass die Durchblutung des Herzens behindert wird. Ein erstes Warnsignal der KHK ist ein Schmerz im Brustkorb unter körperlicher Anstrengung, der schnell verschwindet, wenn die Belastung aufhört. Er ist typisch für die Krankheitsphase der stabilen Angina pectoris (lat.: Brustenge).
„Diesem Brustschmerz sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, um durch eine rechtzeitige Behandlung zu verhindern, dass es zu einem Herzinfarkt kommt. Oftmals werden jedoch diese Beschwerden sehr spät oder gar nicht auf das Herz bezogen und die Erkrankung erst dann ernst genommen, wenn sie zu einem Herzinfarkt geführt hat“, betont Kardiologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Deshalb ist es das Ziel der Aufklärungsaktion, die Bevölkerung darüber aufzuklären, wie die KHK entsteht und mit welchen Beschwerden und Warnzeichen sie sich bemerkbar macht.“ Auch meinen viele Betroffene nach einer Behandlung ihrer Erkrankung z. B. durch Stent-Implantation oder Bypass-Operation, sie seien gesund, weil sie keine Beschwerden haben. Ihnen ist nicht bewusst, dass sie noch immer an einer chronischen Herzerkrankung leiden und deshalb ihren Lebensstil ändern und auf Dauer ihre Medikamente einnehmen müssen, um sich vor einer Verschlechterung ihrer Erkrankung zu schützen. Deshalb soll die Bevölkerung neben den Ursachen und Gefahren der KHK sowie neuen Entwicklungen in Diagnostik und Therapie auch für die Wichtigkeit der Vorbeugung dieser Herzkrankheit sensibilisiert werden.

Herzspezialisten informieren in Herz-Seminaren, Vorträgen, bei Gesundheitstagen sowie in Telefon- und Online-Aktionen über Themen und Fragestellungen wie: Wie kann man sich vor der KHK schützen? Was bedeuten Bewegung und Ernährung? Diagnostik heute: Mit welchen Verfahren wird die KHK aufgedeckt? Welche Alternativen zum Herzkatheter gibt es? Medikamente: Welche? Wann? Wie lange? Behandlung mit Stents: Was ist neu? Die Bypass-Operation: Was ist heute möglich? Stent oder Bypass: Kann die Stent-Behandlung die Bypass-Operation ersetzen? KHK bei Frauen: Was ist bei Frauen anders? Herzinfarkt: Was tun im Notfall?

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UKJ-Krebsmedizin: Dr. Ekkehard Eigendorff ist neuer Geschäftsführer des UniversitätsTumorCentrums

Jährlich mehr als 30.000 Patienten mit Tumorerkrankungen am UKJ in Behandlung


Der internistische Onkologe Dr. Ekkehard Eigendorff übernimmt am ersten Juli 2015 die Geschäftsführung des UniversitätsTumorCentrums am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Eigendorff wirkt seit über 12 Jahren am UKJ. Seit 2002 ist er in der Klinik für Innere Medizin II (Hämatologie und Onkologie) tätig.

„Mehr als 30.000 Menschen mit Tumorerkrankungen werden jährlich am UKJ behandelt, davon fast 11.000 stationär und rund 22.000 Patienten ambulant. Wir sehen immer mehr Patienten in Tumorkonferenzen und sind als Zentrum der Maximalversorgung Ansprechpartner für schwierige Fälle. Knapp 4.000 Fälle wurden im vergangenen Jahr in den Konferenzen des UniversitätsTumorCentrum besprochen“, erklärt Eigendorff. Seit 2010 ist er als Oberarzt in verschiedenen Bereichen der Klinik verantwortlich.

So sei laut Eigendorff eine gut vernetzte interdisziplinäre Zusammenarbeit für die optimale Betreuung von Krebspatienten unabdingbar. „Neben der Optimierung bestehender Strukturen und Abläufe ist perspektivisch die Zertifizierung weiterer Organzentren in den kommenden Jahren geplant. Das Angebot einer Zweitmeinungssprechstunde soll nicht nur Patienten mit Tumorerkrankungen selbst zur Verfügung stehen, sondern auch die Kooperation mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten und Krankenhäusern der Umgebung bestärken. Auch bei der thüringenweiten Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und –registergesetzes (KFRG) nimmt das UniversitätsTumorCentrum eine wichtige Rolle ein“, sagt der Krebsexperte, der im Rahmen seiner Tätigkeit auch den teilweisen Umzug des Zentrums von der Innenstadt nach Lobeda begleiten wird.

„Unter dem Dach des UniversitätsTumorCentrums werden insbesondere alle Spezialisten des UKJ noch enger zusammenarbeiten können. Wir möchten die Serviceleistungen des Zentrums, insbesondere die Tagesklinik und die interdisziplinäre Ambulanz ausbauen, und sind froh, die Betreuung der teilweise schwer kranken Patienten weiter optimieren zu können“, ergänzt Prof. Dr. Andreas Hochhaus, Direktor des UniversitätsTumorCentrums.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.tumorzentrum.uniklinikum-jena.de/Wir+%C3%BCber+uns.html

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Gesundheitsministerkonferenz der Länder beschließt Schritte zu einer besseren Schmerzversorgung

Anlässlich der Beschlussfassung der 88. Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) vom 24./25. Juni 2015 zum Thema „Stärkung der schmerzmedizinischen Versorgung“ erklärt der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V., Prof. Dr. Michael Schäfer:

„Das Gesundheitswesen sollte für die Schmerzpatienten da sein und nicht umgekehrt. Deshalb begrüße ich sehr, dass die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern in ihrer aktuellen Sitzung sich klar für nötige Schritte zur Stärkung der Schmerzmedizin ausspricht“.


Einstimmig fasste Mitte dieser Woche die Konferenz der Gesundheitsminister der Bundesländer folgenden Beschluss: „Stärkung der schmerzmedizinischen Versorgung

1. Die Konferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister, Senatorinnen und Senatoren (GMK) begrüßt, dass eine Reihe von Krankenhausträgern Strukturen geschaffen haben, eine interdisziplinäre und interprofessionelle Schmerztherapie in ihren Krankenhäusern zu etablieren und dass im ambulanten Bereich die Zahl der niedergelassenen Schmerztherapeutinnen und Schmerztherapeuten zugenommen hat. Sie erkennt zugleich, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichen, ein adäquates Schmerzmanagement flächendeckend im ambulanten und stationären Bereich zu gewährleisten.

2. Die GMK erwartet von den in den Krankenhäusern Verantwortlichen, dass sie eine qualifizierte Versorgung und Begleitung schmerzkranker Menschen sowohl während eines stationären Aufenthaltes als auch beim Übergang in ambulante oder rehabilitative Nach- und Weiterbehandlung interdisziplinär und intersektoral gewährleisten.

3. Die GMK stellt fest, dass die Qualität der stationären Versorgung bestimmende Faktoren zunehmend in der Krankenhausplanung Berücksichtigung finden. Sie begrüßt, dass der Koalitionsvertrag zwischen den die Bundesregierung tragenden Fraktionen vorsieht, „Qualität als weiteres Kriterium für Entscheidungen der Krankenhausplanung gesetzlich einzuführen“. Die GMK bittet den G-BA für ein strukturiertes Akutschmerzmanagement der Krankenhäuser Qualitätskriterien zu entwickeln.“

Schmerz-Präsident Prof. Dr. Schäfer:„Ich bin froh, dass somit eine gute Grundlage besteht, zielgerichtet die zur Umsetzung des Beschlusses nötigen konkreten Maßnahmen zu entwickeln.

Dazu gehören aus meiner Sicht: Die Erarbeitung und Verankerung von Schmerz-Qualitätsindikatoren in der Versorgung im Krankenhaus, deren verstärkte Zertifizierung durch Initiativen wie z. B. Certkom e.V., gute Vorgaben im Rahmen der Krankenhausplanung der Länder, aber auch die Sicherstellung einer angemessenen Versorgung im ambulanten Bereich, dessen interdisziplinäre Vernetzung und Qualitätssicherung. Zudem bieten die Erarbeitung eines „DMP Rückenschmerz“ und das gesetzlich beschlossene Zweitmeinungsverfahren Chancen für Schmerzpatientinnen und –patienten. Inhaltliche Konzepte sollten bei der Versorgungsforschung aufgegriffen und in die Praxis transformiert werden. Auch im Bereich der Pflege gibt es gute Konzepte und Standards, die mehr als bisher in den Einrichtungen umgesetzt werden könnten.“

Das 2. Nationale Schmerzforum der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. wird im Herbst diesen Jahres, am 17. September 2015 in Berlin von 11:00 Uhr–16:00 Uhr tagen, im Detail die Überlegungen der GMK aufgreifen und sich schwerpunktmäßig mit dem Handlungsfeld „Schmerz in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen“ befassen. „Damit knüpfen wir an die aktuelle GMK-Beschlussfassung sowie den bereits gemeinsam mit Vertretern der Bundesländer u. a. seit dem 1. Nationalen Schmerzforum 2014 in Berlin geführten Beratungen an. Wir laden alle Akteure des Gesundheitswesens und der Politik ein, sich an den weiteren Beratungen im Detail zu beteiligen“, so Schmerz-Präsident Prof. Dr. Michael Schäfer.

Etwa 23 Mio. Deutsche (28 %) berichten über chronische Schmerzen, 95 % davon über chronische Schmerzen, die nicht durch Tumorerkrankungen bedingt sind. Legt man die „Messlatte“ der Beeinträchtigung durch die Schmerzen zugrunde, so erfüllen 6 Mio. Deutsche die Kriterien eines chronischen, nicht tumorbedingten, beeinträchtigenden Schmerzes. Die Zahl chronischer, nicht tumorbedingter Schmerzen mit starker Beeinträchtigung und assoziierten psychischen Beeinträchtigungen (Schmerzkrankheit) liegt bei 2,2 Mio. Deutschen.

Das Thema „Schmerz“ muss zum TOP-Thema auch der Gesundheitspolitik werden. Diesbezügliche Details erörtert die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. regelmäßig im Nationalen Schmerzforum, das zentrale Akteure jährlich zusammenführt (vgl. www.nationales-schmerzforum.de ).

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ist mit rund 3.400 persönlichen Mitgliedern die größte wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft im Bereich Schmerz in Europa. Die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. ist Mitglied der IASP (International Association for the Study of Pain) sowie der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften). Sie ist zudem die interdisziplinäre Schmerzdachfachgesellschaft von derzeit 10 mitgliederstarken weiteren medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften im Bereich Schmerz. Diese Fachgesellschaften repräsentieren über 50.000 Mitglieder.

Ihre Mitgliedschaft ist interdisziplinär und interprofessionell und besteht aus Schmerzexperten aus Praxis, Klinik, Psychologen, Pflege, Physiotherapie u. a. sowie wissenschaftlich ausgewiesenen Schmerzforschern aus Forschung, Hochschule und Lehre.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dgss.org

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