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Gesundheit

Individuell und sicher: Endoskopwerkzeug aus dem 3D-Drucker

Minimal-invasive endoskopische Eingriffe gehören heute zum Alltag im Operationssaal. Den Vorteilen der Operationstechnik mit nur kleinen Schnitten in Haut und anderen Weichteilen – eine rasche Genesung des Patienten und geringe Beschwerden nach dem Eingriff – stehen das Risiko einer Weichteileverletzung, die verlängerte Operationszeit und die eingeschränkte Zugriffsmöglichkeit gegenüber. Jetzt hat ein Ulmer Forscherteam um Prof. Dr. Alexander Meining ein Verfahren entwickelt, das schneller und sicherer als die herkömmliche Methode ist: Zwei, unabhängig voneinander steuerbare Instrumente aus dem 3D-Drucker werden auf der Spitze eines Standard-Endoskops gebündelt.


„Wir verwenden ein Standard-Endoskop an dessen Spitze wir die zwei Arme aus dem 3D-Drucker zum Operieren verwenden," erklärt Professor Meining, Leiter der Endoskopie an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin I. „Unser Konzept basiert also nicht auf einem Arm bzw. Werkzeug mit dem wir schneiden und zergliedern, sondern auf zwei unabhängig voneinander agierenden Armen. Mit dem einen können wir das Gewebe halten und mit dem anderen präzise abtrennen. Man könnte sagen, vom Prinzip her wie Essen mit Messer und Gabel.“

Schnell, präzise, sicher und individuell
Auf Grundlage von Studien an Schweinen, ist sich die Forschergruppe um Prof. Meining sicher, dass Operationen auf diese Weise schneller, präziser und vor allem sicherer sind. Das Verletzungsrisiko für das umliegende Gewebe ist geringer als bei der herkömmlichen „Einarm“-Methode. Ein weiterer Vorteil der 3D-Drucktechnologie ist die Tatsache, dass die Endoskopwerkzeuge individuell an den Patienten und dessen Körper bzw. an die zu operierende Stelle angepasst werden können. „Ich weiß nicht, ob der 3D-Druck unser Leben revolutionieren wird. Aber ich bin mir sicher, dass wir uns in den nächsten Jahren mit dieser Technologie auseinandersetzen müssen und sie mehr und mehr Einzug in die medizinische Praxis halten wird", so Prof. Meining.

Professor Meining hat das Verfahren Ende Mai auf der Digestive Disease Week 2015 in Washington, USA vorgestellt. Dem weltweit größten Kongress für Ärzte und Forscher auf den Gebieten der Gastroenterologie, Hepatologie, Endoskopie und Magen-Darm-Chirurgie. Eine Studie an Patienten ist für Ende des Jahres geplant.Universitätsklinikum Ulm,

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Tag der offenen Tür in der neuen Studienambulanz für Diabetesforschung

Am Samstag, 11. Juli 2015, von 9 bis 12 Uhr können sich alle Interessierten über die Volkskrankheit Diabetes und die neue Studienambulanz am Universitätsklinikum Heidelberg informieren


Wie kann man Diabetes verhindern, wenn Gewicht und Blutzuckerwerte bereits erhöht sind? Warum führt Diabetes häufig zu Spätschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nervenerkrankungen? Wie hoch ist das Risiko an einem Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken? Nach Antworten auf diese und weitere Fragen forschen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Studienambulanz für Diabetesforschung am Universitätsklinikum Heidelberg. Am Samstag, 11. Juli 2015, von 9 bis 12 Uhr können sich alle Interessierten bei einem Tag der offenen Tür über die Volkskrankheit informieren und außerdem erfahren, ob für sie persönlich eine Studienteilnahme in Frage kommt. Zwischen 9 und 10 Uhr informiert das Team der Ambulanz über die Erkrankungen und stellt die verschiedenen Studien vor. Im Anschluss können die Besucher selbst ihr Diabetesrisiko testen und die Räume der Studienambulanz besichtigen. Veranstaltungsort ist der Seminarraum 703/704 neben dem Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg (Krehl-Klinik), Im Neuenheimer Feld 410.

„Wir wollen Diabetes und seine Folgeerkrankungen besser verstehen“, sagt Dr. Stefan Kopf, Oberarzt an der Universitätsklinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie. Was die Medizin bereits über Diabetes weiß und welche Antworten noch gefunden werden müssen, erfahren die Besucher am Tag der offenen Tür bei einem Vortrag. So wurde bisher wurde vermutet, dass ein gut eingestellter Blutzucker, die Spätschäden von Diabetes an Gefäßen und Nerven verhindert. Doch Studien konnten dies nicht bestätigen. Im Fokus der Wissenschaftler stehen zurzeit andere Produkte des Stoffwechsels, reaktive Metabolite, die im Verdacht stehen, die Spätschäden zu verursachen.

Das Team der Studienambulanz um Dr. Stefan Kopf stellt verschiedene aktuelle Studien vor, in denen noch Teilnehmer aufgenommen werden. Im Rahmen von Langzeitstudien untersuchen die Ärzte Patienten in verschiedenen Stadien der Erkrankung – Prä-Diabetes, neu entdeckter Diabetes und langjähriger Diabetes. Die Studienteilnehmer sollten mindestens 18 Jahre alt sein, eine Überweisung ist nicht notwendig. Sie werden umfassend klinisch untersucht und beraten und erhalten eine Aufwandsentschädigung. Der behandelnde niedergelassene Arzt bekommt einen ausführlichen Befundbericht.

Nach den Vorträgen haben die Besucher die Möglichkeit selbst ihren Blutzuckerwert zu messen und anhand eines Fragebogens ihr persönliches Diabetesrisiko zu ermitteln. Interessierte können zudem den Multifunktions- und den Untersuchungsraum mit Lungenfunktion, Augenhintergrundfotographie, EKG und Bio-Impendanzmessung besichtigen. Zum Abschluss gibt es Zeit offene Fragen zu klären und wer möchte – und etwas Passendes gefunden hat – kann sich für eine der Studie anmelden.


Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.
Weitere Informationen finden Sie unter
Programm der Veranstaltung
Studienambulanz für Diabetesforschung Heidelberg

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Save-the-Date: 3. Deutscher Patientenkongress Depression

Depression am Arbeitsplatz im Fokus – Harald Schmidt moderiert erneut Kongress für Betroffene und Angehörige

Am 12. und 13. September 2015 findet in Leipzig der 3. Deutsche Patientenkongress Depression statt. Die in Deutschland einmaligeVeranstaltung bietet an Depression erkrankten Menschen und deren Angehörigen Vorträge von Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten sowie zahlreiche Workshops zu verschiedenen Aspekten der Erkrankung. Erwartet werden im Gewandhaus zu Leipzig rund 1.500 Gäste.


Die Moderation übernimmt bereits zum dritten Mal der Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Harald Schmidt: „Ganz im Ernst: Depressionen sind nicht lustig. Aber besser behandelbar, als viele denken. Je mehr wir alle über die Erkrankung wissen, desto besser können wir damit umgehen. Deshalb rate ich jedem: Informieren Sie sich – der Patientenkongress Depression ist dafür eine gute Gelegenheit.“

Volkskrankheit Depression: Nur Minderheit erhält die richtige Behandlung

Vier Millionen Deutsche leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression. „Allerdings
erhält nur eine Minderheit eine optimale Behandlung, auch weil sich die Betroffenen aus
Angst vor Stigmatisierung keine Hilfe holen. Die öffentliche Diskussion in Verbindung mit
dem Germanwings-Absturz droht dieses Problem zu verstärken. Umso wichtiger ist der
Patientenkongress: die Stimme erheben, raus aus der Isolation – das sind Schritte zu
mehr professioneller Hilfe und weniger Suiziden.“ so Professor Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Depression am Arbeitsplatz als Themen-Schwerpunkt

Ein besonderes Augenmerk richtet sich beim diesjährigen Kongress auf das Thema
„Depression und Arbeit“. „Stress im Arbeitsleben wird häufig als Ursache für Depression
angesehen. Aber das Gegenteil ist der Fall: Arbeit kann schützend wirken und helfen
Rückfälle zu vermeiden. Wichtig ist, dass es in Unternehmen ein Basiswissen zur Erkrankung gibt und Führungskräfte auf Betroffene eingehen.“ sagt Professor Ulrich
Hegerl. In Workshops und Vorträgen geht es u.a. um Depression aus Sicht des
Arbeitsgebers, betriebliche Sozialarbeit, Depression in der Ausbildung und psychische
Erkrankungen als Vermittlungshemmnis bei Langzeitarbeitslosen. Weitere Schwerpunkte
des Kongresses sind u.a. Depression im Kindes- und Jugendalter, Partnerschaft und Depression sowie Hilfsangebote im Internet. Die Geschäftsführerin der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, PD Dr. Christine Rummel-Kluge weiß aus den Erfahrungen des ersten und zweiten Patientenkongresses Depression: „Viele Betroffene merken durch den Kongress, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht alleine sind. Auch Angehörige empfinden den Erfahrungsaustausch mit anderen als große Stütze.“

Lesung und Vortrag mit Bestseller-Autoren

Zu den Höhepunkten des zweitägigen Programms gehören ein kabarettistischer Vortrag von Bestseller-Autor Manfred Lütz, eine Lesung der Brigitte-Autorin Heide Fuhljahn und der Prelaunch des Dokumentarfilms über Depression „Die Mitte der Nacht ist der Anfang vom Tag“. Im Rahmen des Kongresses findet auch in diesem Jahr der Kreativwettbewerb „Wege aus der Depression“ statt. Die Besucher erwarten zudem die Verleihung des 3. Carlsson Wedemeyer-Förderpreises sowie, nach erfolgreichem Debüt in 2013, die Verleihung des „2. Deutschen Medienpreises Depressionshilfe“. Veranstaltet wird der Kongress gemeinsam von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Deutschen DepressionsLiga.

Das detaillierte Kongressprogramm mit weiterführenden Informationen und die Anmeldung finden Sie unter: www.deutsche-depressionshilfe.de/kongress

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Ausnahme in Arzneimittel-RL erlaubt Verordnung von Saftzubereitungen für geriatrische Patienten

Eigentlich gibt es einen Verordnungsausschluss für Saftzubereitungen. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Kassenärzte können geriatrischen Patienten, die an Dysphagie leiden, nach individueller Prüfung durchaus entsprechende Zubereitungen verschreiben. Ermöglicht wird dies durch eine Ausnahmeregelung in der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, auf die die AG Dysphagie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG) hinweist.


Viele betagte Patienten leiden an geriatrischen und neurologischen Grunderkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson-Syndrom oder Demenzielles-Syndrom, die oft mit Beschwerden beim Schlucken einhergehen. Die Arzneimittelversorgung in oraler Form wird dadurch erheblich erschwert: Selbst gemörserte Tabletten können ein erhöhtes Aspirationsrisiko bis hin zur Atemwegsobstruktion bewirken.

Bei der Behandlung von Dysphagie-Patienten sind daher flüssig-orale Darreichungsformen eine sinnvolle Alternative, auch um eine invasive, stationäre Therapie zu vermeiden. Jedoch findet sich in der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ein Verordnungsausschluss für Saftzubereitungen für Erwachsene.

Ausnahme in Einzelfällen

Doch gilt dies nicht uneingeschränkt. Demnach sind in der Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie „Übersicht über Verordnungseinschränkungen und -ausschlüsse“ zwar Präparate und Präparatkombinationen, die von Kassenärzten nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden dürfen, gelistet. Doch gibt es unter Nummer 43 auch eine Ausnahmeregelung. So ist der Einsatz von Saftzubereitungen für Erwachsene „in der Person des Patienten begründeten Ausnahmen“ durchaus gestattet.

Dr. Martin Jäger, gemeinsam mit Dr. Tanja Rittig Sprecher der AG Dysphagie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG), betont: „Diese Ausnahmeregelung ist noch viel zu wenig bekannt und sollte im Interesse der Patienten bei entsprechender Indikation häufiger genutzt werden.“ Als Direktor der Klinik für Innere Medizin und Geriatrie am Hüttenhospital Dortmund weiß er: „Der gezielte Einsatz von Saftzubereitungen unterstützt eine angemessene Anwendung aller Therapieoptionen in der Arzneimittelversorgung.“
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dggeriatrie.de/presse-469/969-pm-ausnahme-in-arzneimittel-richtlinie-erlaubt-verordnung-von-saftzubereitungen-f%C3%BCr-geriatrische-patienten.html
Diese Mitteilung hat die folgenden Anhänge:
Anlage III zur Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses

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