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Lifestyle

Applaus und die Standing Ovation an der Premiere Foto Roberto Conciatori

Stadttheater Sursee, Der Graf von Luxemburg Operette in drei Akten von Franz Lehár, Première am 12. Januar 2019, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Applaus und die Standing Ovation an der Premiere Foto Roberto Conciatori
Applaus und die Standing Ovation an der Premiere Foto Roberto Conciatori

Besetzung und Produktion:

Künstlerische Leitung: Isabelle Ruf – Weber

Regie : Björn B. Bugiel

Hauptrollen

Christoph Waltle, René, Graf von Luxemburg

Andrea Hofstetter,Angèle Didier

Niklaus Loosli, Armand Brissard
Olivia Allemann, Juliette Vermont
Jens Olaf Müller,Fürst Basil Basilowitsch
Raya Sarontino, Gräfin Stasa Kokozowa
Damian Ahcin, Sergei Mentschikoff
Alois Suter, Pawel von Pawlowitsch
Andreas Fitz
sowie Chor, Ballett und Orchester
des Stadttheaters Sursee

 

Rezension:

Ein fürstlicher Graf von Luxemburg

Isabelle Ruf-Weber, Produktionsleitung und musikalische Gesamtverantwortung
Isabelle Ruf-Weber, Produktionsleitung und musikalische Gesamtverantwortung

Angesichts dieser absolut hochstehenden Inszenierung der Operette «Der Graf von Luxemburg» in Sursee sei ein kurzer Rückblick erlaubt: Wenn man früher, ganz früher, die Operette besuchte, war das, weil man die Hälfte der Mitwirkenden kannte, auf der Bühne und im Orchestergraben. Meist wusste man zum Voraus, welche Rolle mit wem besetzt werden würde. Die Kulissen bestanden aus gemalten Landschaften, da gabs Wirtshaus-Imitationen, hie und da ein Brunnen mit künstlichen Blumen. Schauspielerisch und gesanglich waren nicht immer alle auf demselben Niveau, aber alle waren mit viel Herzblut dabei. Die Surseer Operette lebte von ihrem regionalen Bezug, das war gemütlich, vertraut, amüsant aber bereits damals staunte man, was mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geboten wurde. Nicht dass man dem nachtrauern sollte oder tut, keinesfalls, der Vergleich drängte sich aber am Premierenabend letzten Samstag auf, denn laut Aussagen von Daniel Gloor, des Präsidenten der Musik- und Theatergesellschaft Sursee, stand einer der anwesenden Premieren-Besucher vor 42 Jahren in eben dieser Operette selber auf der Bühne.

Die Surseer Operette war schon immer Garant für gute Unterhaltung, was aber dieses Jahr geboten wird, ist wohl in jeder Hinsicht kaum mehr zu steigern.

Fürstlich-gräfliche Liebeleien

Andrea Hofstetter als Angèle Didier
Andrea Hofstetter als Angèle Didier

Ganz kurz im Eiltempo zur Handlung: Alternder Fürst – eigentlich seit Jahren einer Gräfin im fernen Russland in Ehe versprochen – verliebt sich unsterblich in Nicht-Adlige, verkauft sie in vorübergehender Heirat an einen jungen aber mittellosen Adligen, um sie nach der Scheidung 3 Monate später als Geadelte selber ehelichen zu können. Die arrangierte Heirat geschieht inkognito, die beiden sehen sich nicht und tauschen Ringe durch ein Loch in der Leinwand des Gemäldes «Altar von Notre-Dame» des jungen Malers und Bohemiens Armand (noch 25 Gemälde-Zerstörungen stehen an in Sursee…). Kurz vor Ablauf der 3 Monate lernt sich das Noch-Ehepaar – wieder inkognito – kennen und lieben. Verzwickte Situation, wie in Operetten üblich, aber wie ebenfalls üblich löst sich alles zu Gunsten der Liebenden. Jeder kriegt, wen er verdient, ob es auch für jeden der oder die ist, die er liebt, ist eine andere Frage.

Christoph Waltle als René, Graf von Luxemburg
Christoph Waltle als René, Graf von Luxemburg

Wenig Handlung, trotzdem grosse, starke Szenen, opulente, gefühlvolle Melodien, das musste visuell aufgenommen und in Bühne und Kostümen wiedergespiegelt werden, erklärte Regisseur Björn B. Bugiel. Zudem gelte es, die von Jahr zu Jahr steigenden Erwartungen des Publikums zu erfüllen. Dass dabei die Ehrenamtlichen und auch die Bühne langsam an Grenzen stossen, hatte Daniel Gloor vorgehend bereits erzählt. Seine Zahlen belegen den Aufwand: über 3000 Arbeitsstunden für Bühnenbild und Kostüme, 130 vorprogrammierte Lichteinstellungen, 100 kg geklebte und genähte Pailletten, jeder Zentimeter der Bühne ausgenutzt und 858 Lämpchen im Einsatz (wofür sei nicht verraten, um den diesjährigen «Wow-Effekt» nicht zu beeinträchtigen). So aufwändig sei noch keine Operette gewesen, meinte Gloor und er sei zuversichtlich, dass es ihnen gelungen sei, eine noch glanzvollere Inszenierung zu kreieren als in den Vorjahren.

Grossartige Bühnenbilder

Raya Sarontino als Gräfin Stasa Kokozowa
Raya Sarontino als Gräfin Stasa Kokozowa

Das ist auch der Fall, Bühnenbilder und Kostüme begeistern: die stilisierte Pariser-Strassenschlucht mit Paillettenfenstern im ersten Akt ist gigantisch, der musikalische Auftakt des zweiten Aktes geht sogar unter im begeisterten Applaus des Publikums: der riesige, goldene Vorhang, die Roben der Damen, die weisse Treppe und Angèle in ihrem blutroten Kleid, eine Augenweide! Auch das Künstleratelier überzeugt in seiner Schlichtheit und das Foyer des Grand Hôtel mit rotem Samt und Kronleuchter erinnert an vergangene mondänere Zeiten.

Gesangliche Höchstleistungen

Olivia Allemann als Juliette Vermont
Olivia Allemann als Juliette Vermont

Das Sängerensemble ist sehr homogen und überzeugt auf hohem Niveau, Andrea Hofstetter ist eine glaubhaft elegante Angèle Didier, Christoph Waltle ein verführerischer, leicht sentimentaler Graf von Luxemburg, Olivia Allemann als Juliette und Niklaus Loosli als Armand sind gewinnend in ihrer Frische und Verspieltheit, Jens Olaf Müller gibt auf sehr amüsante Weise den alternden, leicht lächerlich verliebten Fürsten Basil Basilowitsch und Raya Sarontinos Stimme passt hervorragend zur verruchten Gräfin Stasa Kokozowa. Nicht missen möchte man das verschworene Trio von Damian Ahcin, Alois Suter und Andreas Fitze, welches für die Komik zuständig ist.

Ein Hauch von Moulin Rouge

Unser Ballett setzt mit Grazie und Charme die tänzerischen Höhepunkte in unserer Produktion.
Unser Ballett setzt mit Grazie und Charme die tänzerischen Höhepunkte in unserer Produktion.

Das Ballett glänzt mit mehr Auftritten als üblich. Im Karnevalsumzug des ersten Aktes legen die Tänzerinnen einen wahren Kostümmarathon hin (die Kostüme wurden in Zusammenarbeit mit der Willisauer LU Couture AG extra dafür angefertigt) im 3. Akt holen sie gar das Moulin Rouge nach Sursee. Über das kleine fehlende Stückchen Stoff bei diesem glamourösen Kostüm lässt sich diskutieren, aber der folgende «Wow-Effekt» lässt dies schnell vergessen.

Orchester unter der Leitung von Isabelle Ruf-Weber
Orchester unter der Leitung von Isabelle Ruf-Weber

Das Orchester unter der kompetenten Leitung von Isabell Ruf-Weber stellt sich nie in den Vordergrund, bleibt wunderbare Begleitung des Sänger-Ensembles und überzeugt mit schönen Bläser-Solis und schmelzenden Harfen-Einlagen (endlich wieder einmal, schwärmt die Dirigentin). Ob Temposchwankungen, Verzögerungen oder Rubati, Isabelle Ruf-Weber hat ihr Orchester und das Sängerensemble fest im Griff und was der lediglich 24-köpfige Chor leistet ist bemerkenswert.

Der Graf von Luxemburg, Szenenfoto von Roberto Conciatori 1
Der Graf von Luxemburg, Szenenfoto von Roberto Conciatori 1

Eine rundum mehr als gelungene Sache, die Surseer Operette ist ganz oben angekommen. Das Premierenpublikum dankte mit einer Standing Ovation. Operettenfan oder nicht, man sollte sich diese Aufführung nicht entgehen lassen, und sei es nur, um sich zu überzeugen, was auf Sursees Theater-Bühne möglich ist! Fehlt nur noch, dass im Foyer über den Köpfen des Publikums ein leichter Duft von «Trèfle Incarnat» schwebt…

Text  www.gabrielabucher.ch

Fotos: stadttheater-sursee.ch/willkommen

Kleine Fotodiashow der Produktion von Roberto Conciatori:

fotogalerien.wordpress.com/2019/01/09/stadttheater-sursee-der-graf-von-luxemburg-operette-in-drei-akten-von-franz-lehar/

Eine kleine Geschichte die das Theaterleben schrieb von Gabriela Bucher – Liechti: die „Zimmis und die Operette“:

innerschweizonline.ch/wordpress/geschichten-die-das-leben-schrieb-die-zimmis-stadttheater-sursee-von-gabriela-bucher-liechti/

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Das Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev

Mariinsky Orchestra, KKL Luzern, 9. Januar 2019 , besucht von Léonard Wüst

Das Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev
Das Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev

Besetzung und Programm:

Das Mariinsky Orchestra

Valery Gergiev (Dirigent)

 

  • Irina Churilova (Sopran)
  • Najmiddin Mavlyanov (Tenor)
  • Roman Burdenko (Bariton)
  • Mikhail Petrenko (Bass)
  • Evgeny Nikitin (Bass-Bariton)

Rezension:

Eine der typischen Gesten des Stardirigenten Valery Gergiev
Eine der typischen Gesten des Stardirigenten Valery Gergiev

Dirigent Valery Gergiev und sein Mariinsky Orchestra aus Sankt Petersburg sind regelmässig bei Migros – Kulturprozent – Classics Tourneen mit dabei. und werden vom Publikum immer ausgiebig gefeiert, das sollte auch an diesem Abend wieder so sein.

Bass Mikhail Petrenko   Foto Alexandra-Bodrova
Bass Mikhail Petrenko Foto Alexandra-Bodrova

Der Intendant des Migros – Kulturprozent Classics, Mischa Damev, begrüsste das Publikum mit einer schlechten, einer guten, einer sehr schlechten und einer sehr guten Nachricht: Der vorgesehene Bass Sänger Stanislav Trofimov musste aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Es sei aber gelungen, in der Person von Mikhail Petrenko, der sich grad in Italien befand, einen gleichwertigen Ersatz zu verpflichten. Die Flüge von Italien in die Schweiz wären aber, aufgrund des Schneefalls verschoben, teilweise ganz abgesagt worden. Der Sänger sei aber vor 60 Minuten mit dem Zug in Luzern eingetroffen und einsatzbereit.

Grundsätzliches zur Oper

Roman Burdenko (Bariton)
Roman Burdenko (Bariton)

Die lyrische Oper in einem Akt nach einem Libretto seines jüngeren Bruders Modest Tschaikowski, basiert  auf Kong Renés Datter (König Renés Tochter), dem Schauspiel des dänischen Dichters Henrik Hertz. Die Oper trägt die Opusnummer 69, wurde am 18. Dezember 1892 im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg zur Uraufführung gebracht und spielt in einem Schlossgarten in der Provence im  15. Jahrhundert  Die dänische Prinzessin Jolanthe ist nicht nur blind, sondern weiß zudem nichts von ihrer Blindheit. Niemand in ihrer Umgebung wagt es, ihr die Wahrheit zu sagen, dabei wäre Heilung allein um den Preis der Erkenntnis möglich. Erst durch die Liebe zum Graf Vaudémont gelingt der Ausbruch aus diesem Teufelskreis – Jolanthe wird geheilt. Für diese Seelendramen, die sich in „Jolanthe“ abspielen schuf Tschaikowski eine Partitur, die zu seinen schönsten überhaupt gehört: kammermusikalisch differenziert, zart und einfühlsam, jedes Instrument individuell ausgefeilt. Über allem steht der Gegensatz von Dunkel und Licht als Leitmotiv der Oper. Deshalb der ganz den Bläsern vorbehaltene Beginn mit seiner dunklen Tönung, der sich erst nach und nach, durch Einbezug der Streicher, aufhellt. Am Ende preisen alle die Liebe und ihren Schöpfer in strahlendem Dur: „Du bist der helle Schein des Lichts der Wahrheit …“ Die grossartigen Vokalisten erschienen nach und nach, je nach ihrem vorgesehenen Einsatz, auf der Bühne.

Irina Churilova (Sopran)
Irina Churilova (Sopran)

Sopranistin Irina Churilova gibt eine wunderbare Titelheldin Jolanthe! Sie gewann zahlreiche Gesangswettbewerbe und verkörpert die blinde Königstochter mit ungemein kräftiger Stimme, langem Atem und strahlend schönen Höhen. Ihre Stimme, die auch in zärtlichen und leiseren Stellen entzückt und immer gut hörbar und über dem Orchester schwebt, ist sehr dicht und intensiv, wenn auch manchmal etwas unnatürlich. Sie behauptet sich, als einzige weibliche Stimme, gegen die geballte männliche Sangeskraft ihrer 4 Bühnenpartnersouverän, von denen sich Najmiddin Mavlyanov als burgundischer Ritter Vaudémont als ganz guter Tenor erweist, im Vergleich mit den tiefen Männerstimmen allerdings etwas abfällt. Seine Stimme ist kleiner und teilweise zu leise. Sie klingt zudem angestrengter und unnatürlicher, manchmal etwas dünn und fahl. Man nimmt ihm die Rolle als erlösender Geliebter Jolanthes nicht so ganz ab. Mavlyanov ist ganz gut und solide, aber ohne zu begeistern, gar zu berühren …und ganz ohne glänzenden Zauber. Dies ganz im Gegensatz zu den überragenden Bariton, Bass und Bass Bariton der andern drei russischen Sängern.

Najmiddin Mavlyanov (Tenor)
Najmiddin Mavlyanov (Tenor)

Der feurige und inbrünstige Schlussgesang aller Sänger mündet fast nahtlos über in den langanhaltemden Applaus des begeisterten Publikums.

2. Konzertteil Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64

 Evgeny Nikitin (Bass-Bariton)
Evgeny Nikitin (Bass-Bariton)

Nach der Pause löste der erste Gastkonzertmeister Lorenz Nasturica-Herschcowici (leitet das Stradivari-Ensemble des Mariinsky Theaters) Leonid Veksler als Konzertmeister ab. Nasturica spielt eine Geige von Antonio Stradivari, „Rodewald“ von 1713 und agierte, rein körperlich gesehen, viel intensiver als dies Leonid Veksler zuvor getan hatte. Diese sichtliche Spielfreude übertrug sich hörbar auch auf das Orchester, welches so wachgerüttelt und zu noch engagierterer Spielweise animiert wurde. Die Sinfonie beginnt mit einem kurzen Klarinettenintro, bevor das Leitmotiv von den Streichern aufgegriffen und im Dialog mit den „Kleinbläsern“ weiterentwickelt wird. Wieder steht Gergiev ohne Podest inmitten seiner Musiker, würde sich am liebsten in die Streicher hineinwühlen, dirigiert auswendig – und nur schwer verständlich. Seine Hände fliegen zitternd durch die Luft, die Arme rudern, jeden Schlag gibt es mindestens fünfmal. Vielleicht hilft es ja seinen Musikern, dass er die Einsätze gerne mit lautem Atmen ankündigt. einmal mehr fällt der sehr eigenwillige Dirigierstil Gergievs stark ins Auge. Fast ständig lässt er seine Hände, Finger und Arme wild flattern, erinnert an einen Vogel, der nach dem Bad das Wasser aus seinem Gefieder schüttelt. Immer wieder führt Gergiev seine Hand an den Mund und bringt damit das Orchester zum plötzlichen Verstummen, schafft kraftvolle Pausen. Das Publikum im vollbesetzten Konzertsaal staunt und geniesst das vom russischen Vorzeigeorchester dargebotene Klangerlebnis

Lorenz Nasturica-Herschcowici, Konzertmeister im zweiten Konzertteil
Lorenz Nasturica-Herschcowici, Konzertmeister im zweiten Konzertteil

Es folgte ein langanhaltender, stürmischer Schlussapplaus, der schlussendlich in eine stehende Ovation gipfelte, worauf uns die Protagonisten als Zugabe mit dem «Blumenwalzer» aus dem Ballett «Der Nussknacker», ebenfalls aus der Feder des Komponisten des Abends, beglückten.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: http://www.migros-kulturprozent-classics.ch/  

 

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Claude Monet, The Cliff and the Porte d´Aval, 1885, Private Collection

Symposien zu den Ausstellungen Monet und Götter des Olymp Zwei hochkarätig besetzte internationale Symposien greifen die Fragestellungen der laufenden „Götter des Olymp“-Ausstellung und der großen Monet-Schau im kommenden Jahr auf.

Claude Monet, The Cliff and the Porte d´Aval, 1885, Private Collection
Claude Monet, The Cliff and the Porte d´Aval, 1885, Private Collection

Die Wiedergabe flüchtiger Natureindrücke spielte eine zentrale Rolle in der Kunst Claude Monets. Wie kein anderer Impressionist setzte er sich intensiv mit der Topographie und den spezifischen Lichtstimmungen der unterschiedlichsten Orte auseinander, von der Metropole Paris bis zu den abgelegenen Seine-Dörfchen Vétheuil und Giverny. In Zusammenarbeit mit dem Denver Art Museum zeigt das Museum Barberini im kommenden Jahr die Schau Monet. Orte (29. Februar – 1. Juni 2020). Ein hochkarätig besetztes Symposium erforscht am 16. Januar 2019 in Vorbereitung der Potsdamer Ausstellung die Entwicklung von Monets Kunst von den 1850er bis zu den 1920er Jahren mit einem Fokus auf dem Ausstellungsthema: die Orte – sowohl in der Heimat wie auf Reisen –, aus denen er Inspiration für seine Malerei bezog. 

Die Schau Götter des Olymp. Aus der Dresdner Skulpturensammlung präsentiert derzeit im Museum Barberini Meisterwerke, die viele Jahre nicht angemessen gezeigt werden konnten, bis sie im Herbst 2019 im renovierten Semperbau in Dresden ihre dauerhafte Aufstellung finden werden. Aus Anlass der Neubegegnung mit diesen Werken untersucht ein Symposium am 25. Januar 2019 Fragen zur Aktualisierung und Verlebendigung von Sammlungen antiker Werke. Das Symposium – veranstaltet in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden – würdigt auch die langjährige Tätigkeit von Kordelia Knoll als Oberkonservatorin der Dresdner Antikensammlung.

Mittwoch, 16. Januar 2019, 10–19 Uhr
Symposium zur Ausstellung Monet. Orte (29. Februar – 1. Juni 2020)
Mit: Marianne Mathieu, Musée Marmottan Monet, Paris; Dr. James H. Rubin, Stony Brook University, New York; George T. M. Shackelford, Kimbell Art Museum, Fort Worth; Prof. Dr. Richard Thomson, The University of Edinburgh, Edinburgh College of Art; Prof. Paul Tucker, University of Massachusetts, Boston; Dr. Daniel Zamani, Museum Barberini, Potsdam
Programm des Symposiums 
Alle Vorträge werden auf Englisch gehalten.
€ 10 / ermä̈ßigt € 8, freier Eintritt für Studierende, Anmeldung erforderlich

Freitag, 25. Januar 2019, 10–18 Uhr
Symposium zur Ausstellung Götter des Olymp. Aus der Dresdner Skulpturensammlung (bis 17. Februar 2019)
Mit Dr. Norbert Eschbach, Gießen; Dr. Stephan Koja, Dresden; Dr. Claudia Kryza-Gersch, Dresden; Dr. Joachim Raeder, Kiel; Prof. Dr. Andreas Scholl, Berlin; Saskia Wetzig, Dresden
Programm des Symposiums
€ 10 / ermä̈ßigt € 8, freier Eintritt für Studierende, Anmeldung erforderlich

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La Bohème Foto Annette Boutellier

Konzert Theater Bern, La Bohème von Giacomo Puccini, besucht von Noémie Felber

La Bohème Foto Annette Boutellier
La Bohème Szenenfoto Annette Boutellier

Produktion:

Musikalische LeitungIvo Hentschel

RegieMatthew Wild

BühneKathrin Frosch

KostümeIngo Krügler

Kostüme MitarbeitFrauke Leni Bugnar

LichtBernhard Bieri

ChoreografieNorbert Steinwarz

DramaturgieKatja Bury

KorrepetitionSonja Lohmiller, Petros Bakalakos

BühnenbildassistenzKim Zumstein

KostümassistenzIsabella Koeters

StudienleiterHans Christoph Bünger

ChorleiterZsolt Czetner

Chor Chor Konzert Theater Bern

KinderchorMusikschule Köniz Kinderchor

 

Rezension:

La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier
La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier

Die Geschichte von Puccinis «La Bohème» ist eine zeitlose. 1896 findet ihre Uraufführung in Turin statt. Genau 100 Jahre später erscheint das Musicals «Rent», welches auf dem gleichen Inhalt basiert. Dieses Jahr wird der Opernklassiker in modernem Gewand im Konzert Theater Bern aufgeführt. Die literarische Vorlage «Scènes de la Bohème» von Henri Murger erscheint in der Mitte des 19. Jahrhunderts und spielt auch in dieser Zeit. Doch das Lebensgefühl der künstlerischen Bohémiens lässt sich in alle möglichen Epochen übertragen. Und genau das macht Bern mit seiner Inszenierung des Stücks.

Viva la vie bohème

La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier
La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier

«La Bohème» erzählt die Geschichte vier junger Künstler, die sich in der Szene behaupten wollen. Mittendrin sind dabei der Maler Marcello und der Poet Rodolfo, die sich nicht nur mit der Sicherung ihres Lebensunterhalts, sondern auch mit ihren Freundinnen abmühen müssen. Die Beziehung von Marcello und der glamourösen Musetta ist geprägt von Eifersucht, während Rodolfo Schuldgefühle seiner todkranken Geliebten Mimì gegenüber empfindet. Beide Paare erleben glückliche aber auch schwierige Momente. Nach Beziehungskrisen und einer langen Funkstille geschieht das Unvorstellbare: Beide Paare und ihre Künstlerfreunde sind im Angesicht von Mimìs Tod wiedervereint und müssen sich fragen, ob das Künstlerdasein wirklich die beste Wahl für ein Leben ist.

Retrospektive

La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier
La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier

Die Berner Inszenierung transportiert die Geschichte aus den 1830ern in die 1960er und stellt somit nicht nur das Lebensgefühl einer Bohème-Generation dar. Unter Matthew Wild lässt die Hauptfigur Marcello Revue passieren und fragt sich somit: Wie ging es nach der bekannten Geschichte weiter? Als alter Mann hat der Künstler nun seine eigene Ausstellung, die er mit Frau und Enkelsohn besucht. In flashbackartigen Erinnerungen sieht er die Geschichte seiner Jugend und seiner Freunde vor sich und durchlebt sie selbst noch einmal, nun aber in anderen Rollen. Was er sieht, ist mal schmerzvoll, mal fröhlich und stets mit einem passenden Bühnenbild untermalt. Es gibt feuchtfröhliche Gelage in der kleinen Wohnung, Partys im nahegelegenen Schuppen und romantische Szenen im Schneetreiben. Der gemeinsame Nenner aller vier Bilder: das Motiv der Liebe, dargestellt mit Marcellos omnipräsenter Herzskulptur auf der Bühne. Doch das Künstlerdasein ist immer auch mit negativen Seiten verbunden, die im Stück dargestellt werden. Armut, Krankheit und Tod ziehen sich als Leitthemen durch die ganze Oper hindurch. Das Leid, das in den ersten drei Bildern dargestellt wird, findet sein Klimax im Finale und dem Tod von Mimì, der alle Künstler für einen Moment innehalten und reflektieren lässt.

Grosse Gefühle

La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier
La Bohème Szenenfoto von Annette Boutellier

Der Schluss der Oper ist allgemein dramatisch, nimmt durch den alten Marcello jedoch eine neue emotionale Tiefe an. Das ausgehende Licht lässt erstmal nur betretenes Schweigen zu. Das Publikum fasst sich allerdings schnell und verabschiedet die Darstellenden mit tosendem Applaus, der ihnen auch definitiv gebührt. Nicht nur stimmlich, auch darstellerisch vermitteln die Schauspieler ihre Charaktere sehr glaubhaft und berührend. Unterstützt werden sie dabei vom Berner Symphonieorchester unter der Leitung von Ivo Hentschel, welches die wunderschöne Musik Puccinis auf der Bühne zum Leben erweckt und das Publikum mit großartigen Melodien und Emotionen berührt. Wer also gerne mal einen absoluten Klassiker der Operngeschichte in einem neuen Gewand erleben möchte, kann dies noch bis am 19. Mai 2019 tun und für einige Stunden in die künstlerische Welt der Bohème eintauchen.

Text: www.noemiefelber.ch

Fotos:  Annette Boutellier https://www.konzerttheaterbern.ch/

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